Weltreise 2012 - kompletter Bericht

 

Wien / Balkan

19.09.2012 - 1. Tag: Anfahrt nach Wien

Schon frueh um 06:54 Uhr geht der Zug von SHA-Hessental ueber Crailsheim nach Nuernberg und von dort mit dem ICE21 weiter nach Wien. Mit dem Sparpreis der DB kostet das grade mal 59.- Euro. Als ich im Zug sitze wird mir die Tragweite des Vorhabens so langsam bewusst: Ueber 3 Monate lang nicht arbeiten gehen - wie soll ich das nur durchstehen?! Den Grenzuebertritt nach Oesterreich bemerkt man eigentlich nur noch an der Unifrom und dem Akzent des Bahnpersonals.
In Wien angekommen besorge ich mir erstmal ein 72-Stunden-Ticket mit der U-Bahn. Das ist mit 14.50.- Euro erstaunlich guenstig. Mit dem fahre ich zur Dampfgasse am Suedtiroler Platz wo sich meine vorher gebuchte Unterkunft, das Vienna City Hostel, befindet. Wegen der Preise hier wird es kein Einzel- sondern ein Vierbettzimmer. Alles sehr sauber,sicher und relativ neu. Bis zum Abend scheint es so, als sei ich der einzige Gast in Zimmer 114, gegen spaeter sind dann doch alle Betten „multikulturell“ belegt. Ausser mir als einzigem Deutschsprachigem pennt hier noch ein Serbe, ein Kolumbianer und ein Iraker. Von dem interessiert mich die derzeitige Sicherheitslage in seinem Heimatland. Frueher sei es sehr gefaehrlich gewesen sagt er. Da gab es alle 4 Tage einen Bombenanschlag. Jetzt aber ist es sicher, nur noch ein Anschlag in 4 Wochen.. Seine Einladung durch den Irak zu reisen anstatt dem Iran lehne ich dann doch dankend mit der Begruendung ab, erst dann dorthin zu reisen wenn die Statistik auf einen Anschlag in vier Jahren gesunken ist.
Einzuschlafen wird trotz 2 Bier schwierig da meine 3 Mitbewohner saemtlich die Saege ausgepackt haben und munter Baeume faellen. Ich glaube das lauteste Schnarchen kommt aus Richtung Baghdad. Als ich nachts dann doch mal aufwache ist ploetzlich der Kolumbianer samt Gepaeck verschwunden; Ich hoffe er hat nur seine Sachen mitgenommen, was sich am anderen Morgan auch bestaetigt. Er war nur Joggen gegangen mitten in der Nacht.

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20.09.2012 - 2. Tag: Sightseeing in Wien

Beim Fruehstueck treffe ich meinen Iraker wieder. Der ist trotz der naechtlichen Ruhestoerung sehr freundlich und gibt mir ein paar nuetzliche Tipps zum Iran. Heute steht Sightseeing auf dem Programm.Los geht's am Wahrzeichen Wiens, dem Stephansdom. Auf den 133 m hohen Suedturm gelangt man fuer 3.50.- Euro ueber 343 Wendeltreppenstufen. Die Aussicht entschaedigt jedoch. Zumal heute Kaiserwetter ist: Sonnenschein und stahlblauer Himmel. Hofburg mit der spanischen Reitschule, Parlament und Rathaus folgen. Am Ende der Kaerntner Strasse befindet sich das Hotel Sacher mit der gleichnamigen bekannten Torte. Und direkt gegenueber die Wiener Staatsoper. Dass in der Kaertner Strasse „aaner Blowing in the Wind“ singt (Fuerstenfeld) halte ich fuer ein Geruecht. Habe nichts gehoert. Die Ankeruhr im Stadtzentrum soll wohl auch sehr bekannt sein nach dem Touristenauflauf einzuschaetzen. Nachmittags fahre ich denn mit der U1 zum Vergnuegungspark Prater. Die Eintrittspreise fuer das bekannte Riesenrad (9.- Euro) und das Wachsfigurenkabinett von Madame Taussot (18.50.- Euro) erscheinen mir gnadenlos ueberteuert. Fuer eine Fuehrung im UNO Gelaende auf der anderen Donauseite ist es heute schon zu spaet. Und so sehe ich mkir auf dem Rueckweg noch das bekannte Hundertwasserhaus an. Das koennte jedoch dringend einen neuen Anstrich gebrauchen.
Zurueck im Vienna City Hostel faellt auf, dass ich 3 neue, juengere Zimmergenossen bekommen habe. Die Maenner vom Saegewerk sind also abgerueckt. Warum auch noch bleiben – der Wienerwald ist ja jetzt gefaellt! UND: Die Nacht verlaeuft aeusserst ruhig und erholsam.

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21.09.2012 - 3. Tag: Schloss Schoenbrunn

Meinen letzten Tag in Wien widme ich dem Schloss Schoenbrunn, der Sommerresidenz der kaiserlichen Hoheiten frueherer Zeiten. Hier wimmelt es nur so von Touristen, hauptsaechlich Auslaender (aber halt, ich bin ja hier auch einer). Auf eine Fuehrung im Inneren verzichte ich, nicht nur wegen der langen Warteschlange an der Kasse sondern auch wegen des schoenen, sonnigen Spaetsommerwetters. Ausserdem kann man das Schloss und die Parkanlagen von Aussen kostenfrei besichtigen. Ein spaetes Mittagessen gibt’s dann am Ufer der Donauinsel.
Abends um 19:30 Uhr steht ein ganzer Reisetag auf dem Programm: Busfahrt von Wien nach Istanbul. Das Ticket habe ich bereits vor 2 Wochen uebers Internet bei Bosfor Reisen gebucht (www.bosfor.at). Fuer 125.- Euro in 22 Stunden nach Istanbul. Her Deniz Goenuel in dessen Reisebuero ich das Ticket bereits vorgestern abgeholt habe, erwartet mich schon am Busbahnhof. Der Bus der Reisegesellschaft varan ist auch schon da. Der hat in ganz Oesterreich Mitreisende aufgegabelt. Ich bin der letzte Passagier. Der grosse, relativ moderne Reisebus ist gluecklicherweise nur mit 20 Personen besetzt sodass ich mich breit machen kann. Ich bin (natuerlich) der einzige Nichttuerke im Bus. Vor mir sitzen zwei junge Tuerkinnen die sich mal auf tuerkisch mal in oesterreichischem Dialekt unterhalten: Hoert sich irgendwie ulkig an. An der Grenze rein nach Ungarn gibt's keine Kontrollen. 5 Stunden spaeter raus Richtung Serbien schon. Ein dicker, aufgedunsener ungarischer Grenzbeamter geht durch den Bus und schaut sich die Paesse an. Die der tuerkischen Tuerken nimmt er mit, die der oesterreichischen Tuerken will er nur sehen. Meinen immt er auch mit. Wenig spaeter nach Erhalt der Paesse dann die Einreise nach Serbien. Der Busfahrer (in Oesterreich Buslenker) oeffnet seitlich eine Klappe und packt Essen, Alkohol und Zigaretten in eine Plastiktuete um sie den Grenzbeamten als Geschenk mitzubriingen. Das erleichtert die Formalitaeten. An der bulgarischen Grenze ist das noch viel schlimmer erzaehlt mir ein Mitreisender. Wir fahren durch Serbien und nicht durch Rumaenien da es 200 km kuerzer nach Istanbul ist. Ausserdem sind die Strassen besser und der Sprit billiger. An der Tanke decke ich mich noch mit Wasser und was zum Beissen ein. „Burek“ heisst hier das Nationalgericht. Eine Art Fleischpastete in Blaetterteig. Schmeckt auch ganz gut.

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22.09.2012 - 4. Tag: Busfahrt durch den Balkan

Morgens um 9 erreichen wir die Grenze von Serbien nach Bulgarien, also wieder rein in die EU. Die Serben machen bei der Ausreise keine Probleme, bei den Bulgaren muessen wir raus aus dem Bus zur Einzelkontrolle. Eine Geschenktuete fuer die Grenzer verkuerzt auch hier die Wartezeit. Ohne „Bakshish“ kann es meherer Stunden dauern und der Bus und das Gepaeck wird auf den Kopf gestellt. Kaum zurueck in der EU werden auch schon die Strassen schlechter. Selbst die Autobahnen sind holprig in Bulgarien. Ploetzlich und unerwartet halten wir am Seitenstreifen an. Grund ist eine fingierte Polizeikontrolle. Und wieder oeffnet der Buslenker die Seitenklappe. Ich hoffe nur, ihm geht das Material fuer die Geschenke nicht aus. Der Chef des Busunternehmens, der ebenfalls mitfaehrt, zueckt schon den Geldbeutel und zieht ein paar Scheine heraus. Ob und wieviel Geld geflossen ist habe ich nicht gesehen. Die mitreisenden Tuerken sind allesamt freundlich und zuvorkommend. Einer kommt sogar aus Bayern und hat einen deutschen Pass. Ein anderer bietet mir was zu Essen an: "Kollege ! Zwetschgen !". Da sage ich nicht nein. Mit den beiden vor mir sitzenden Maedels unterhalte ich mich bestens. Je laenger wir fahren, desto mehr kommt man mit den Leuten hier ins Gespraech und desto mehr hat die Reise nach Istanbul den Charakter einer lustigen Kaffeefahrt. Gegen 16 Uhr Ortszeit (Uhr eine Stunde vorstellen) kommen wir dann an der tuerkischen Grenze an. Als Deutscher muss ich im Gegensatz zu den Oesterreichern nicht mal ne Visagebuehr bezahlen. Am Duty Free ist auch ein Geldautomat sodass ich mich gleich mal mit tuerkischen Lira eindecken kann. Die Stimmung im Bus wird merklich besser, da jetzt alle, ausgenommen ich, in ihrem Heimatland zurueck sind.

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Türkei

22.09.2012 - 4. Tag: Ankunft in Istanbul

Nach 22 Stunden Busfahrt endlich Ankunft in Istanbul. Der Bus haelt am Busbahnhof Otogar. Das ist der groesste in der ganzen Tuerkei. Das Bahnhofsgebaeude ist mehrere Stockwerke hoch. Habe noch nie einen groesseren gesehen. Meine tuerkischen Maedels aus dem Bus "impfen" mich nochmals kurz vor dem Ausstieg ja vorsichtig zu sein denn hier gibt's jede Menge Taschendiebe. Ich sage Tschuess und bin dann auch schon Richtung U-Bahn verschwunden. Eine Dreiviertelstunde spaeter nach mehrmaligem Umsteigen (Tram, S-Bahn) habe ich dann doch noch meine vorher uebers Internet gebuchte Unterkunft, das Agora Guesthouse, gefunden. Das wurde im Internet von Reisenden nur gut und sehr gut bewertet. Auch hier wie in Wien alles sauber und sicher. War ich in Wien noch im 4-Bett Zimmer gelegen, so ist es hier schon ein 10-Bett Zimmer (Dormitory). Denn auch Istanbul ist relativ teuer. Aber das macht mir heute nichts mehr aus denn ich bin hundemuede. Nach ner Dusche, einem kurzen Imbiss und einem Bier haue ich mich in die Falle.

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23.09.2012 - 5. Tag: Istanbul

"Hauptstadt der Imperien", "Wege der Zivilisationen" oder "Schmelztigel der Kulturen" sind Prädikate die voll und ganz auf Istanbul zutreffen. Napoleon soll gesagt haben: "Wäre die ganze Welt ein einziges Land, Istanbul waere seine Hauptstadt". Wirklich eine interessante Stadt die jeder mal besuchen sollte. Von der Dachterasse meines Hostels wo das Frühstück serviert wird hat man einen tollen Ausblick auf den Bosphorus (Meerenge die Istanbul teilt). Im Viertelstundentakt ziehen die grossen Fracht- und Containerschiffe vorbei. Die beiden meistbesuchten Attraktionen Istanbuls, die Hagia Sophia und die Blaue Moschee sind nur einen Steinwurf entfernt. Und die beiden sind auch meine ersten Ziele hier. Die Hagia Sophia wurde vor 1500 Jahren in der byzantinischen Zeit als christliches Gotteshaus gebaut als Istanbul noch Konstantinopel hiess. Sie galt lange als eines der sieben Weltwunder. Als die Osmanen (sprich die Tuerken) Istanbul 1453 eroberten (Sultan Mehmed II.) verstaerkten sie die Mauern und bauten noch 4 Tuerme (Minarette) dran - und fertig war die Moschee! Die blaue Moschee ist von aussen nicht wirklich blau, heisst aber im Volksmund so weil in ihr ueber 21 Tausend kunsthandwerklich bearbeitete Keramikplatten verarbeitet sind. Und weil das alles so schoen anzusehen ist werden auch von morgens bis abends haufenweise Busse mit Touristen angekarrt und anschliessend wieder abgefahren. Bis jetzt hab ich es noch nicht geschafft in die Hagia Sophia reinzukommen. 50 Meter Schlangestehen zum Ticketoffice ist nicht grade mein Ding. Muss da mal morgens vor dem Fruehstueck anruecken. Sind ja grade mal 3 Minuten zu Fuss.

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24.09.2012 - 6. Tag Yerabatan Zisterne und Der Grosse Bazar

Um den vielen Touristen ein Schnippchen zu schlagen bin ich heute schon vor 9 Uhr morgens an der „Yerabatan Sarnici“, genauer gesagt Untertage. Denn dieses Bauwerk aus der byzantinischen Zeit, erbaut im 6. Jahrhundert, ist im Prinzip nichts weiter als eine riesengrosse, gut erhaltene Zisterne. Wegen der vielen Marmorsaeulen die sich aus dem Wasser empor erheben, wird sie vom Volksmund auch als „versunkener Palast“ bezeichnet. Jedenfalls hat die Zisterne eine Groesse von 9800 Kubikmeter und ein Fassungsvermoegen von 100000 Tonnen Wasser. Na das sollte auch mal reichen um den Garten zu bewaessern und das WC zu spuelen!
Gleich anschliessend gehe ich weiter zum Grossen Bazar. Der stellt das Herz der Altstadt dar und darf bei keinem Besuch in Istanbul ausgelassen werden. War gestern schon mal da und hab mich gewundert dass nichts los war, bis mir jemand gesagt hat, dass Sonntags geschlossen ist. Aber ist ja auch in ner Viertelstunde zu Fuss vom Hostel erreichbar. Jedanfalls kann man dort so ziemlich alles kaufen was man sich nur vorstellen kann, mal ausgenommen lebende Tiere. Klamotten, Schmuck, Gewuerze, Lebensmittel, . . . . ueber 4000 Staende, meist ueberdacht, auf meherere Kilometer verteilt. Selbst Banken, Moscheen, ein Polizeistation und natuerlich Restaurants findet man darin. Frauen sollte man besser nicht dorthin mitnehmen denn es besteht die Gefahr, dass der Geldbeutel ueberstrapaziert wird. Ich jedenfalls steh erst am Anfang meiner Reise und kann nicht kiloweise Souveniers mitnehmen. Aber mach das mal den Haendlern klar . . . die wuerden sogar mit mir zum naechsten Postamt gehen und beim verpacken der Ware helfen! Fuer ein Istanbul T-Shirt hat das Geld dann doch noch gereicht.
Am Nachmittag nehme ich dann noch eine Faehre um mal in den asiatischen Teil Istanbuls zu kommen. Muss mal wenigstens fuer kurze Zeit nen Fuss nach Asien setzen. In diesem Teil Istanbuls wohnen die „Blinden“. Deswegen, weil dort die Ureinwohner zuerst ansiedelten und in den Augen der Byzantiner die strategisch guenstige Lage des „Goldenen Horns“ verkannten.

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25.09.2012 - 7. Tag Hagia Sophia

Mein letzter Tag in Istanbul. Also auch meine letzte Chance mal die Hagia Sophia von Innen anzusehen. Öffnung ab 9 Uhr morgens. Trotz langer Nacht mit ein paar Hostelgaesten und viel Bier und Wasserpfeifen schaffe ich es doch um 8:30 als erster am Tor zu warten. Und das obwohl ich auch noch vorher auschecken und fruehstuecken musste. War ne gute Entscheidung so frueh hierher zu kommen denn um 8:45 Uhr stehen schon wieder 50 Meter Personen hinter mir. Mit 25 TL (tuerkischen Lira), also etwa 11 Euro ist das nicht grade billig. Aber die Tuerken nehmens halt auch von den Lebenden. Ist jedoch ein imposanter Anblick in der rieseigen Kathedrale unter der 56 Meter hohen Kuppel zu stehen. Die Einzelheiten erspare ich mir. Steht bestimmt alles im Internet. Schaetze es kommen bestimmt an die 10000 Leute jeden Tag hierher gepilgert. Bei einem Eintritt von 11 Euro sind das auch 40 Millionen im Jahr. Fuer dieses Geld wuerde ich mein Haus auch mal der Oeffentlichkeit zugaenglich machen. Aber das ist ja auch noch keine 1500 Jahre alt.
Habe mir gleich anschliessend ein Busticket von Istanbul nach Goereme in Zentralanatolien gekauft. Los geht’s heute abend um halb neun. Die Gegend dort heisst Capadocia und die Menschen leben teils noch in Hoehlen. Das muss ich natuerlich sehen. Liegt auch auf meinem Weg in den Iran.

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26.09.2012 - 8. Tag Capadocia-Tour

Nach 10 Stunden Busfahrt in Göreme angekommen traut man fast seinen Augen nicht; Die Gegend hier sieht aus wie in einer Maerchenwelt. Unzaehlige steinerne, helle „Zuckerhuete“ liegen hier einfach so herum. Walt Disney haette das nicht schoener zeichnen koennen. Entstanden ist das alles hier durch unterschiedlich hartes Vulkangestein (Basalt), das mittels Wasser und Erosion im Laufe der Jahrtausende die Zuckerhuete formte. Und in die haben die Leute hier ihre Behausungen reingehauen. Meine Hoele (Backpacker) heisst treffenderweise „Flintstones Guesthouse“. Uch hier komme ich im Dormitory unter. Die Hoehle hat sogar nen Pool ! Habe gleich nach der Ankunft etwas Stress denn die IHLARA Tagestour fuer 90 TL$ startet um 9:30 Uhr und einchecken, duschen, umziehen und fruehstuecken muss ich auch noch vorher. In der 12-koepfigen Reisegruppe bin ich der einzige Deutsche. Hauptsaechlich Amis sind an Bord. Nach dem ersten Stop am Göreme Aussichtspunkt halten wir am SELIME MONASTRY, ein Felsenhoehlendorf, einer frueheren Raststaette fuer Kamelkarawanen. Szenen fuer die Filmreieh Star Wars sollten hier gedreht werden, doch als die damalige tuerkische Regierung dies verweigerte, hat man kurzerhand die Landschaft in Tunesien nachgebaut.
Naechster Stop ist der IHLARA Canyon. Der ist nach dem Grand Canyon der zweitgroesste, doch wesentlich kleiner als der in Amerika. Auch hier gibt’s viele in die Felsen gehauene Wohnhoelen und sogar Kirchen aus dem 5. Jahrhundert. Anschliessend geht’s dann zur Underground City, einer unterirdischen Hoehlenanlage, ebenfalls aus dem 5. Jahrhundert. Da haben sich die Menschen seinerzeit vor Feinden geschuetzt. Die Hoehlen gehen bis 85 Meter tief runter! Auf den letzten Halt bei einer der ueblichen Verkaufsveranstaltungen mit Schmuck und Edelsteinen haette ich jedoch gut verzichten koennen.
Uebrigens ist die Gegend hier die „Kartoffelkammer“ der Tuerkei., d.h. die Ernte ist so gross dass das ganze Land davon satt wird. Der fruchtbare Boden muss jedoch mit Grundwasser bewaessert werden.

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27.09.2012 - 9. Tag Goereme

Am besten Bestaunen kann man diese tolle Landschaft hier aus der Luft. Aus diesem Grund gibt’s hier unzaehlige Ballonfahrer die allmorgentlich um sechs aufsteigen und auch Passagiere mitnehmen. Doch danach sollte ich nach der vergangenen Nacht im Bus heute schon wieder um fuenf Uhr frueh aufstehen – das gebe ich mir nicht! Ausserdem ist der Spass mit 120 Euro auch nicht grade billig. Stattdessen stehe ich um sieben auf und betrachte mir das ganze Spektakel von einer Anhoehe aus. Mit der noch rotgluehenden Sonne im Ruecken und den ueber hundert (!) Ballonen vor der Fabellandschaft ein unvergesslicher Anblick. Sollte ich jedoch noch mal hierher zurueckkommen steht auf alle Faelle eine Ballonfahrt an. In den Vormittagsstunden nach dem Fruehstueck und Auschecken unternehme ich noch ne kleine Trekkingtour durch das „Red Rose Valley“. Rot wohl wegen der rot-braunen Faerbung der bizarren Gesteinsformationen in diesem engen Tal. Stellenweise fuehrt der Weg durch natuerliche Tunnel und Grotten.
Nachmittags um drei geht meij Minibus fuer 15 TL$ zur ca. 60 km entfernten Provinzhauptstadt Kayseri. Von dort soll taeglich um 18:30 Uhr ein Zug in 17 Stunden nach Van in Ostanatolien fahren. So jedenfalls wurde mir im Reisebuero in Istanbul zugesichert. Ich frage den Fahrer ob er mich am Bahnhof (railway station) rauslassen kann. „ja“ macht er. Eine Stunde spaeter setzt er mich vor einem neuen futuristischen Spiegelglasgebaeude ab. Noch ehe ich bemerke dass es nicht der Bahnhof sondern der Busbahnhof ist, ist mein Minibus natuerlich auch schon weg. Mit viel Aufwand und der Hilfe meines Bilswoerterbuches schaffe ich es dann doch ein Ticket mit dem Stadtbus zum Bahnhof zu bekommen. Der Fahrscheinverkaeufer zeigt mir auch noch den Bus und ne halbe Stunde spaeter bin ich tatsaechlich am Bahnhof. Jedenfalls noch rechtzeitig um den Zug zu erreichen. „Ja der faehrt heute nicht, erst wieder am 30.“ so die Auskunft. Auch der Trans-Asia Express von Istanbul nach Tehran ist diese Woche schon durch. „Na Super!“enke ich und mache mich mit Sack und Pack wieder auf die Socken und raus Richtung Busbahnhof. Aber welchen Stadtbus nehmen, da kommen so viele?! Ein aelterer Herrsieht mir meine Verzweiflung wohl an und winkt mich zu sich. Mit meinem einzigen tuerkischen Wort das ich kenne mache ich ihm klar was ich will: „Otogar – Busbahnhof“. Er spricht pausenlos auf mich ein und versucht eine Konversation anzufang, doch ich verstehe kein Wort tuerkisch. Irgendwann sagt er etwas von einem „Tikketi“. Nein, Ticket habe ich noch keines. Da greift er in die Brusttasche seines Hemdes und ueberreicht mir eines. Als ich ihm Geld dafuer geben will wigelt er staendig ab. Ich nehme es dann doch dankend, aber mit schlechtem Gewissen an. Als er mir wenig spaeter den richtigen Bus zeigt sage ich noch mal tausend Dank und steige ein. Und so hat mich diese Odyseezwar eine Stunde Zeit und viel Nerven gekostet, dafuer aber habe ich die Bekanntschaft eines netten, hilfsbereiten aelteren Herrn gemacht.
Am Otogar angekommen sagt man mir dass der Bus nach Van gleich in einer halbne Stunde abfaehrt. „Schone wieder Stress“ denke ich bei mir und bezahle schnell die 70 tuerkischen Lira. Also noch mal schnell aufs WC, denn der Bus hat ja keine; Nochmal schnell umziehen, denn nachts wird es kalt in Anatolien. Und zu beissen habe ich auch noch nix. Letztendlich haut es aber doch noch hin und Punkt 18 Uhr sitze ich i VANGÖLÜ Bus nach Ostanatolien. Die Fahrt dauert „nur“ 14 Stunden. Das sind immerhin 3 weniger als mit dem Zug. Aber die Busse hier sind wie auch die Autobahnen in hervorragendem Zustand. Da darf es gern mal ein neuer Mercedes Bus mit konfortablen Sitzen und integrierten Flachbildschirmen sein. Auch das On-Board Filmprogramm ist nicht zu verachten. Ich schaue mir den Avatar an. Eiziges Manko: Nur auf tuerkisch. Noch positiv zu erwaehnen ist, dass es auch einen Schaffner gibt der aehnlich einem Stewert im Flugzeug von Zeit zu Zeit seine Saftschubse durch den Bus schiebt und Getraenke verteilt. Aber es gibt hier auch „No. Go`s denn nicht mal die Schuhe darf man im Bus ausziehen. Vielleicht hat der Schaffner auch nur Bedenken, dass dann die Scheiben im Inneren anlaufen. Jedenfalls bin ich im Vergleich zur Touristenfahrt von Istanbul nach Cappadocia jetzt der einzige Nicht-Tuerke im Bus.

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28.09.2012 - 10. Tag Ueber Van nach Dogubayazit

Frueh um 6 erreichen wir die Stadt Tatvan am Vansee (tuerkisch: Van Goelue). Der ist mit 3750 Quadratkilometer groesser als der Bodensee. Das Wasser soll relativ sauer sein, sodass man die Klamotten auch ohne Waschmittel sauber bekommt. Eigentlich wollte ich von Tatvan nach Van auf der anderen Seite des Sees die Faehre nehmen. Bin aber leider etwas zu spaet aufgewacht. Gegen acht dann Endstation am Otogar in Van und mit dem Sammeltaxi rein in die Stadt. Es trifft sich gut, dass Van für sein reichhaltiges Fruehstueck „Kahvalti“ bekannt ist. Und wo koennte man das besser zu sich nehmen als in der „Kahvalti Sokak“, der Fruehstuecksstrasse. Das ist ne kleine Gasse im Zentrum. Gebratene Eier mit Wuerstchen, Gemuese und ein grosses Stueck Weissbrot. Dazu mehrere Glaeser „Chai“, den Tee den man hier trinkt. So laesst es sich in den Tag starten. Anschiessend lasse ich mir beim Frisoer mal wieder die Haare rasieren. Der kostet hier nicht mal halb soviel wie im touristischen Goereme. Um 12 nehme ich dann einen Minibus ins 180 km entfernte Dogubayazit. Die Fahrt dorthin fuehrt groesstenteils am Vansee vorbei (tolle Aussichten). Dogubayazit ist die oestlichste Entklave der Tuerkei. Bis zur Grenze in den Iran sind es nur 40 km. Das Hotel Tahran wird fuer heute Nacht meine Bleibe sein. Das ist zwar schon etwas heruntergekommen und auch nicht ganz sauber wird aber im Tuerkeireisefuehrer hervorgehoben. Da moechte ich die anderen Hotels erst gar nicht sehen. Majestaetisch thront hier am Horizont der 5137 Meter hohe Ararat mit seiner schneebedeckten Spitze. Der ist mit Abstand der hoechste Berg in der Tuerkei und kann nur mit Sondergenehmigung bestiegen werden. Auf der anderen Seite des Berges befindet sich schon die Grenze nach Armenien. Die Bevoelkerung hier ist zu 100% kurdisch und das Stadtbild wird gepraegt von einer Maennerwelt. Frauen sieht man relativ wenige, junge schon gar nicht. Die werden wohl zu Hause weggesperrt. Wegen der Naehe zur iranischen Grenze und des Kurdengebietes sieht man viel Polizei und Militaer durch die Strassen ziehen. Ne Kaserene gibt’s auch am Stadtrand. Doch die herumstehenden Panzer machen keinen guten Eindruck auf mich. Mit denen kann man wohl kaum noch einen Krieg gewinnen. In den Restaurants wird kein Alkohl serviert, Bier gibt’s nur in den Kauflaeden. Habe mir gleich mal drei Dosen „Efes“ gekauft und abends getrunken denn morgen geht’s in den Iran und dort herrscht absolutes Alkoholverbot!

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29.09.2012 - 11. Tag Auf in den Iran

Heute Vormittag sehe ich mir noch den ISHAK PASA Palast (17. Jahrundert) an, der ist nur 5 km entfernt. Schoen anzusehen aber nichts spektakulaeres. Interessant wird’s erst heute Nachmittag. Mit dem Minibus fahre ich zur iranischen Grenze. Zwischen der tuerkischen und der iranischen Abfertigung sind es gut einen halben Kilometer die man das Gepaeck schleppen muss.

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Iran

29.09.2012 - 11. Tag Von Dogubayazit nach Tabriz

An der iranischen Grenze herrscht etwas Chaos. Da steigen die Leute ueber die Absperrungen vor und hinter die Zollabfertigung und schieben Gepaeckstuecke hin und her. Ich warte artig in der Schlange bis ich endlich drankomme. Aber irgendwie kann der Grenzbeamte mit meinem Reisepass nicht viel anfangen. Minutenlang blaettert er drin rum bis er ihn erst mal beiseite legt und die Tuerken abfertigt. Danach faengt er wieder an zu blaettern und schaut mich argwoehnisch an. Ich blicke zurueck. Dabei habe ich doch ein gueltiges Iranvisum im Pass. Irgendwann haut er mir dann doch zur meiner Erleichterung den Stempel rein. Gleich nach dem Zoll kommt ein weiterer Grenzbeamter auf mich zu und schaut meinen Pass nochmals an. Ausserdem stellt er mir einige Fragen, u.a. wo ich ueberall hinreisen will, was mein Beruf ist, und … und … und … Aber auch das stehe ich durch und bin endlich im Iran angekommen. Ehe ich mich versehe stehen wieder ein paar Iraner, in Zivil diesmal, um mich herum und wollen Geld tauschen. Iranische REAL gegen harte Dollars. Der offizielle Kurs ist 1:12000 aber die wollen mir 1:20000 geben. Das kann ich zunaechst nicht glauben, da ist ein Haken dran! Also gehe ich zum Wechselschalter. Aber selbst der raet mir ich sollte lieber schwarz tauschen da bekomme ich mehr Geld, was ich letztendlich auch tue. Spaeter habe ich dann erfahren, dass es bis zu 25000 gibt. Also wieder Beschiss! Das mit der Kohle ist so ne Sache hier, denn weil es so viele Nullen sind hat man irgendwann mal einfach eine gestrichen. Genannt wird das dann „Tuman“ und nicht mehr „Real“. Trotzdem das Geld mit den tausend Stellen. D.h. man muss aufpassen welche Waehrung bezahlt werden soll. Das Ziel der heutigen Etappe ist Tabriz, die Provinzhauptstadt des Nordwestens, nur etwa 300 km entfernt. Heisst fuer mich zunaechst mal mit nem alten, klapprigen Shuttlebus in den nahegelegenen Grenzort Bazargan. Von dort mit dem Taxi 20 km weiter zum Busbahnhof nach Maku. Ein Bus nach Tabriz faehrt heute nicht mehr, aber nach Tehran. Und der kann mich in Tabriz rauslassen. Das Ticket kostet grade mal 3,60 Euro. Zunaechst lege ich mir aber noch ne SIM Karte fuers Handy zu (Iran-Cell), um das Mashad Hotel in Tabriz zu reservieren. Klappt auch soweit mit der Hilfe der Iraner ganz gut. Die Strassen hier sind noch besser als in der Tuerkei und die Busse sind es auch: Ein hochoderner SCANIA VIP Bus mit nur 24 Sitzplaetzen, dafuer reichlich Platz. Neben mir sitzt (natuerlich) ein Iraner der auch in Tabriz aussteigt. Der ist echt freundlich und hilft mir mit dem Taxi sodass ich mein Tagesziel das Mashad Hotel doch noch erreiche. Das stammt wohl noch aus der Plattenbautenzeit. Ist alt und primitv aber einigermassen sauber. In jedem Zimmer gibt’s ein Waschbecken aber keine Duschen. Es gibt aber EINE Dusche im Hotel, einen Stock hoeher und die muss man mit ca. 1 US$ extra bezahlen und sich an der Rezeption den Schluessel dafuer geben lassen! Das erinnert mich an meine Kindheit. Da war auch immer Samstags Badetag.

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30.09.2012 - 12. Tag Tabriz

Mal abgesehen von dem etwa 500x500 m grossen, mittelalterlichen Bazar gibt es in Tabriz nicht allzu viel sehenswertes. Doch der allein lohnt einen Aufenthalt hier. Ein orientalischer Bazar wie man ihn aus dem Bilderbuch kennt und ueberhaupt nicht touristisch wie der in Istanbul. Ich bin der einzige Auslaender hier. Habe keinen anderen gesehen. Das entnehme ich auch den Gesichtern der Einheimischen. Das sind hir im Nordwesten nicht etwa Iraner sondern volksstaemmige Tuerken. Auch ist Tuerkisch hier dier erste Sprache und Farsi (iranisch) nur die Zweitsprache. Alle Frauen muessen im iran in der Oeffentlichkeit ein Kopftuch tragen, unabhaengig davon ob sie moslemisch sind oder nicht, also auch Auslaenderinnen. Ein Kellner in einem Fastfood Laden spricht mich ploetzlich in bestem Deutsch an. Woran sieht man mir nur an, dass ich aus „Good Cold Germany“ komme? Jedenfalls heisst er Ali , kommt aus Muenchen und ist Deutschiraner. Er ist vor 2 Jahren hierhergekommen um seinen iranischen Vater zu besuchen. Und jetzt wollen ihn die Behoerden nicht mehr zuruecklassen, obwohl er einen Deutschen Pass hat. Und das stinkt ihm natuerlich. Ich esse nen iranischen Hamburger und unterhalte mich gut mit ihm ueber das Leben hier. Spaeter auf der Strasse werde ich wieder angesprochen. Ein aelterer Mann sucht das Gespraech und erzaehlt in gebrochenem Deutsch dass zu Zeiten des Schah’s (von Persien) im Gegensatz zu heute noch viele Deutsche hier lebten.
Auch in Tabriz gibt’s ne blaue Moschee. Die ist jedoch nicht so prunkvoll als die in Istanbul. Davor sitzt ein junger iranischer Student der mich natuerlich auch anquatscht. Er will sein englisch verbessern. Na da ist er bei mir ja an der richtigen Adresse. Und da ich nichts besseres vorhabe lasse ich mir von ihm die Stadt zeigen. Irgendwie suchen hier alle den Kontakt zu Auslaendern, denn am Abend werden ich noch 3 weitere Male angesprochen. Oder es liegt daren, dass derzeit relativ wenige Auslaender im Land sind. Nach einem Tag habe ich Tabriz abgehakt und noch ehe ich am Abend mit dem Taxi zum Bushbahnhof rausfahre schaue ich noch mal bei Ali vorbei und wuensche ihm alles Gute fuer die Ausreise.

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01.10.2012 - 13. Tag Qazvin - Allamut und das Schloss der Mörder

Da der Nachtbus von Tabriz nach Qazvin eigentlich nach Tehran weiterfaehrt, setzt er mich fruehmorgens um vier am Highway ab wo schon Taxis warten. „Mein“ Taxifahrer schiebt schnell einen schon im Taxi wartenden Gast an ein anderes Taxi ab weil er mit mir wohl schon den grossen Geldsegen erwartet. Das macht mich „vorsichtig“. Auch die 70000 Real die er will erscheinen mir zu hoch angesetzt fuer die paar km in die Stadt. 40 oder 50 waeren angemessen. Aber was bleibt mir anderes ueberig, also willige ich ein und er faehrt mich zum Hotel Iran. Nach mehrmaligem Klopfen und Laeuten oeffnet der Nachtportier nur um mitzuteilen dass alles voll ist. Bei den beiden naechsten Hotels nur wenige hundert Meter weiter dasselbe Ergebnis – alle Zimmer belegt. Daraufhin bekommt der Taxifahrer die 70 Riesen von mir denn ich will die 2 Stunden bis Tagesanbruch warten. Doch die 70 reichen ihm jetzt nicht mehr – er will noch mal 40 ! Der spinnt wohl denke ich; Es gibt nichts mehr, die Fahrt war eh schon zu teuer. Und im nu ist ein heftiger Streit entbrannt. Er bruellt mich auf Farsi an und ich ihn auf Deutsch. Die Fronten sind verhaertet. Mir wird’s dann zu bloed, ich nehme meine Sachen und gehe einfach los. Er hinterher und will mir einen Tritt verpassen den ich mit dem Rucksack abwehren kann. Ich gehe weiter, da ich mich auf Handgreiflichkeiten nicht einlassen will. Er geht zurueck zum Taxi und verfolgt mich (zu faul zum Laufen). Aber ich bin schneller und wechsle jedes Mal die Richtung und die Fahrbahnseite wenn er mich eingeholt hat. Irgendwann gibt er auf und faehrt davon. 1:0 fuer mich! Mir ging es nicht um die anderthalb Doller mehr sondern nur ums Prinzip. Die 2 Stunden bis Tagesanbruch habe ich dann auf der Nachbarparkbank eines iranischen Obdachlosen verbracht.
Um sieben marschiere ich dann zum Hotel Alborz das jetzt offen hat. Nein, Zimmer sind immer noch keine frei aber fuer 50000 gibt’s ein grosses Fruehstuecksbuffet. Und genau das brauche ich jetzt dringend. Wie es der Zufall will treffe ich beim Fruehstueck die Tschechin Jana. Sie ist Leiterin einer tschechischen Reisegruppe und bietet mir an, an der Tagestour ins nahe gelegene Allamut Tal teilnehmen zu koennen. Da sage ich nicht nein, zumal sie das von mir angebotenen Geld ablehnt. Die Landschaft im Allamut Tal ist ein Mix aus Patagonien, Schweiz, Zentral-Australien und Syrien. Am Ende des Tals wartet das „Schloss der Moerder“ auf einem hohen Felsen auf uns. Es heisst, dass es im 12. Jahrhundert in diesem Tal eine islamische Sekte gab, die fuehrende Politiker und religioese Anfuehrer ermordete. Spaeter kamen dann die Mongolen und haben das Schloss platt gemacht.
Noch am gleichen Abend fahre ich in 2 Stunden mit dem Bus nach Tehran und von dort in weiteren 5 Stunden nach Esfahan. Also die zweite Nacht in Folge im Bus. Das geht an die Substanz. Brauche dringend mal wieder ein Bett und ne Dusche!

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02.10.2012 - 14. Tag Esfahan

Der Bus aus Teheran kommt schon um 4 Uhr frueh in Esfahan an. D.h. wieder mal zwei Stunden rumsitzen und warten bis es hell wiwrd – undkeine Parkbank in Sicht! Dann bei Tagesanbruch rein in die Stadt zum Amir Kamir Hostel, dem einzigen Backpacker hier. Und nichts wie in die Falle.
Esfahan ist Iran’s Meisterwerk, der Juwel des alten Persiens und eine der schoensten Staedte der islamischen Welt“, Zitat meines Reisefuehrers. Der Inbegriff der persischen Kultur also und im Mittelalter Hauptstadt des Landes. Acuh bekannt fuer seine Perserteppiche.
Nachmittags schaue ich mir das Stadtzentrum an, genauer gesagt den IMAM SQUARE, der groessten majestaetischen Ansammlung von islamischen Gebaeuden in der Welt. Wen’s interessiert, die heissen beispielsweise „AL QUAPU Palast“, „Qeysarieh Portal“ oder „“Scheich Lotfallah Moschee“. Jedenfallsfalls lohnenswert sich das mal aus der Naehe zu betrachten. Auch der nahe gelegene Bazar ist nicht zu vernachlaessigen.

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03.10.2012 - 15. Tag Von Esfahan nach Yazd

Heute Vormittag marschiere ich runter zum Zayadeh Fluss, der momentan eigentlich keiner ist, da das Flussbett ausgetrocknet ist und zu Fuss durchquert werden kann. Wasser hat der nur im Fruehjahr nach der Schneeschmelze. Esfahan ist nicht nur bekannt fuer seine Moscheen, Kathetralen und Palaeste, sondern auch fuer die steinernen Bruecken die ueber diesen Fluss fuehren. Mit der Sharestan Bruecke wohl auch die aelteste der Welt.
Gegen Mittag checke ich aus und lasse mich mit dem Taxi wieder raus zum Busbahnhof fahren. Mein naechstes Ziel ist die Stadt Yazd. Die Fahrt dorthin dauert sechs Stunden. Diesmal tagsueber, muss auch mal was von der Landschaft sehen. Die ist topfeben und karg. Am Horizont ragen einzelne Berge auf. Aber deswegen nicht unbedingt uninteressant. Der Busfahrer ist einlustiger Geselle. Der unterhaelt sich mit den Fahrgaesten, macht Spaesse und singt laut vor sich hin, wenn er nicht grade mal stundenlang telefoniert. Ach ja, und Bus Fahren tut er nebenbei auch noch. In der Rastpause entpuppt er sich auch als Stewart und verteilt Snacks und Getraenke. Der erste wirklich lustige Typ den ich im Iran treffe. Und das obwohl er mich an der Abfahrt noch angeschnauzt hat weil ich die Gepaeckklappe des Busses selbst geoeffnet habe. Ich sitze direkt hinter ihm um waehrend der Fahrt Fotos machen zu koennen. Im Bordfernsehen laeuft waehrend der ganzen Fahrt iranische Daily Soap. Verstehe zwar kein Wort der Gespraeche, der Inhalt duerfte sich aber kaum von dem der deutschen Serien unterscheiden.
Nach der Ankunft wieder mit dem Taxi in die Innenstadt zum im Reisefuehrer empfohlenen „Silk Road Hotel – Seidenstrassenhotel“. Ich bin absolut positiv ueberascht, denn es gibt ihn doch noch: Den Backpacker im Iran der den Namen auch definitiv verdient hat. Ein grosser, halb ueberdachter, bepflanzter Innenhof mit Teich um den herum die Zimmer angeordnet sind. Viele Sitzgelegenheiten auf mehreren Terassen. Diese Unterkunft wird von vielen Reisenden nicht umsonst als die Beste im Iran hervorgehoben was ich nur bestaetigen kann. Auch die Zimmer und sanitaeren Anlagen sind sehr sauber. Der „Manager“ ist ein umtriebiger Mann und umsorgt seine Gaeste bestens. Habe zum Abendessen mal ne hiesige Spezialitaet probiert: Kamelgulasch mit Kartoffeln und Fladenbrot – schmeckt echt gut! Hoffentlich wachsen mir heute Nacht keine Hoecker. Sollte jemand den Iran bereisen, keinesfalls vergessen einen Abstecher hierher zu machen.

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04.10.2012 - 16. Tag Von Yazd nach Shiraz

Yazd ist eine sehr alte Stadt und etwa seit 7000 Jahren bewohnt. Mir bleibt hier leider nur ein halber Tag denn ich will am Samstag frueh die Faehre von Bander e Lengeh nach Dubai nicht verpassen. Die faehrt nur 2x die Woche. Und nach Shiraz muss ich vorher auch noch. Deshalb musste ich auch die mir im Hotel angebotene Tagestour in die Umgebung von Yazd ablehnen. Aber die Altstadt von Yazd ist mindestens genauso interessant. Sie ist laut UNESCO eine der aeltesten Staedte der Welt. Aufgebaut aus in der Sonne getrockneten Lehmziegeln. Die engen Gassen gleichen einem Labyrinth in dem man sich durchaus verlaufen kann. Auf den Daechern sind ueberall Windfaenge angebracht die auch das laueste Lueftchen einfangen und in einer Art natuerlichem Belueftungssystem den Gebaeuden zugefuehrt werden.
Punkt 12 Uhr checke ich schweren Herzens aus denn hier hat es mir wirklich sehr gut gefallen. Mich trifft fast der Schlag als der Hotelmanager mir die Rechnung unterbreitet. Denn er will umgerechnet grade mal „laeppische“ 13 Euro von mir! Er hat sich auch nicht verrechtnet wie er beteuert. Na das nenne ich mal ein Top Preis-/Leistungsverhaeltnis.
Und wieder raus aus der Stadt mit dem Taxi. Die fahren hier alle mit Erdgas denn das kostet im Unterschied zum Benzin praktisch gar nichts: 3000 Real der Liter. Das sind etwa 10 Dollar-Cent oder 8 Euro-Cent. Da ist selbst das Trinkwasser teuerer. Der Bus nach Shiraz faehrt puenktlich um halb zwei ab. Aber wieder mit iranischer Daily Soap im Fernsehen. Und zu meinem Entsetzen genau diesselben schrecklichen Folgen wie gestern. War die Landschaft gestern noch karg so gleicht sie heute einer Mondlandschaft. Und selbst auf dem Mond ist es wohl abwechslungsreicher. Gegen 20 Uhr Ankunft in der 2 Millionen Stadt Shiraz. Vom Taxifahrer lasse ich mich am Hotel Anvari absetzen.Bis morgen frueh sind Stand heute Abend noch 4 Punkte fraglich:
1. Klappt es mit der Tour nach Persepolis morgen frueh
2. Faehrt morgen ueberhaupt ein Bus nach Bandar e Lengeh?
3. Geht die Faehre von Bandar e Lengeh nach Dubai auch wirklich morgen frueh um 10 wie mir im Tourist Office in Esfahan zugesichert wurde?
4. Eine Hotelreservierung fuer Dubai habe ich auch noch nicht.
Fragen ueber Fragen und noch keine Antwort dazu.

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05.10.2012 - 17. Tag Persepolis

Heute heisst es schon um sieben in der Frueh aufstehen. Denn a) ich muss noch nen Bus nach Bandar e Lengeh fuer heute Nachmittag oder Abend organisieren und b) haettich mir noch gerne die Ruinen der antiken Stadt Persepolis angesehen. Der Rezeptionist hilft mir mit dem Bus und macht ne Reservierung fuer den einzigen der heute dorthin faehrt, abends um sechs. Fruehstueck gibt’s um diese Zeit im Hotel noch keines. Also raus auf die Strasse. Gegenueber ist ein Baecker der frische Fladenbrote backt. Aber ein einziges kostet so wenig, das kann er mir gar nicht verkaufen, also schenkt er es mir. Daneben verkauft ein aelterer Herr „ARSCH“ (deftige persische Gemuesesuppe). Also gibt’s heute zum Fruehstueck Fladenbrot mit ARSCH. Selten so guten ARSCH gegessen. Und das mit der Halbtagestour klappt auch noch. Denn das Sammeltaxi der Reiseagentur die ich gestern Nacht noch angerufen habe kommt puenktlich um 7:50 Uhr um mich abzuholen.

Persepolis
Etwa eine Autostunden von Shiraz entfernt befindet sich die antike Stadt Persepolis, genauer gesagt die Ruinen die Alexander der Grosse bei seinem Feldzug um 330 v.Chr. uebriggelassen hat. Den unermesslichen Reichtum der Stadt kann man am ehesten dadurch erkennen, dass Alexander 30 Tage lang brauchte, um die Schatzkammer zu pluendern. Das war dann auch das Ende des ersten Persischen Reiches der Achaemeniten das seinen Ursprung im 7. Jahrhundert vor Christus hatte. Soviel zur Geschichte Persiens.

Nachdem ich nachmittags uebers Internet noch ein Hotel in Dubai gebucht habe bleibt nur noch die 4. Frage offen, naemlich ob die Faehre morgen frueh auch wirklich faehrt. Heute abend steht die Koenigsetappe im Iran an: 12 Stunden Busfahrt ganz in den Sueden zur Kuestenstadt Bandar e Lengeh am persischen Golf. Leider ist der Volvo Bus kein VIP Bus sondern ein aelterer Reisebus mit relativ kurzen Sitzabstaenden. Das wird ne harte Nacht. Aber das sind auch die langen, endlosen Naechte in denen endlich mal wieder der mp3-Player zum Einsatz kommt. Queen mit Freddy Mercury macht den Anfang . . . Am ersten Rast um acht genehmige ich mir 2 Becher Chay-Tee den hier jeder trinkt, Bier gibt’s ja keines. Ein Becher kostet genauso viel wie ein Liter Fluessiggas, naemlich 8 Cent. Ne Freundin habe ich hier auch schon gefunden. Sie ist schaetzungsweise 10 Monate alt und sitzt mit ihren Eltern in der Reihe vor mir. Sie hat schwarze lockige Haare, grosse, dunkelbrauen Knopfaugen und ein breites Grinsen im Gesicht. Vielleicht habe ich ihr Interesse geweckt weil ich doch etwas anders aussehe als alle anderen Mitfahrenden. Haendchen halten kann sie schon ganz gut.

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06.10.2012 - 18. Tag Bye bye Iran

Schon um fuenf, eine Stunde frueher als vorgesehen Ankunft in Bandar e Lengeh. Auch hier hilft mir mein Bilderbuch weiter um an den Anlegeplatz der Faehre zu kommen. Man kann das Meer schon riechen, die Luftfeuchtigkeit ist sehr viel hoeher als in Shiraz. Dann endlich um halb acht wird das Tor geoeffnet und man kann die Wartehalle betreten. Spaeter bei der Abfertigung will der Beamte mein Ticket sehen. Nein, Ticket habe ich noch keines. Ich dachte das bekommt man hier. Er schickt mich wieder weg. Englisch spricht hier kaum einer. Woher soll ich jetzt ne Fahrkarte bekommen, aus dem Aermel schuetteln? Wenig spaeter unternehme ich einen zweiten Versuch. Diesmal fuehrt mich der Assi des Beamten in ein anderes Buerogebaeude. Da wartet schon ein aelterer Mann und der spricht tatsaechlich englisch. Nach ner Viertelstunde hat er dann auch mein Ticket fuer die Faehre fertig. Es kostet 1 Million Real. Ob ich auch in Dollar bezahlen kann, frage ich, denn so viele Real hab ich nicht mehr. Da muss er erst das „Head Office“ kontaktieren. Mit dem Ergebnis dass die Faehrgesellschaft nur Monopoly-Geld (Real), also keine harten US-Dollar akzeptiert. Woher jetzt so schnell ne Mille auftreiben? Doch wieder ist ein Assi parat der mich mit seinem Moped in die Stadt zu einer Wechselstube rein faehrt und ne Viertelstund spaeter sind wir wieder zurueck, ich die Taschen voller Geld ( 1 Million Real sind nur ca. 40 Euro ). Und so bekomme ich doch noch meinen Fahrschein nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate. Jetzt nur noch durch den Zoll und die Passformalitaeten erledigen dann kann’s losgehen. Die Fahere hat natuerlich ueber 2 Stunden Verspaetung. Aber das ist auch gut so denn es dauert ueber ne Stunde bis ich endlich meinen Pass wiederbekomme. An Deck ist alles streng nach Geschlechtern getrennt. Also nicht nur das WC sondern auch die Sitzbaenke. Rechts sitzen nur Frauen und links nur Maenner. Auf jeder Seite befindet sich in der vorderen Ecke ein Gebetsraum. Das Meer ist heute absolut ruhig, topfeben, keine einzige Welle weit und breit.
So das war’s dann mit dem Iran. Hat mir insgesamt ganz gut gefallen. Habe auch nur nette, interessierte, zuvorkommende Leute getroffen. Mal abgesehen von dem Taxifahrer in Qazvin. Freue mich auf jeden Fall auf ein kuehles Blondes Bier mit Alkohol in Dubai. Das hat dann doch gefehlt.

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Emirate

06.10.2012 - 18. Tag Ankunft in Dubai

text fehlt noch . . . Gegen 20 Uhr laeuft die Faehre vom Iran im Hafen von Dubai ein. Die Stadt begruesst uns mit ihrer glitzernden Skyline bei Nacht. Ueber alles ragt natuerlich der „Burj Khalifa“ Tower it seinen 800 Metern Hoehe. Wie es sich gehoert darf die rechte haelfte des Passagierraumes zuerst aussteigen. Da sitzen naemlich die Frauen. Obwohl nicht viele Passagiere an Bord sind dauert es ne halbe Stunde bis wir endlich mit dem Bus zur Immigration kommen. Und da die Frauen nun mal schon vorher da sind dauert es hier extrem lange. Sie tragen Kopfbedeckung und duerfen diese nicht ablegen. Deshalb wird bei ihnen das Auge (die Iris) eingescannt zur Personenkontrolle. Irgendwann winkt mich einer aus der Reihe nach vorne da ich Deutscher bin. Na endlich tut sich was. Die Passformalitaeten sind schnell erledigt, ich will grade raus aus dem Hafengebaeude da winkt mich ein Beamter zurueck. Der chef der Immigration will mit mir reden in seinem privaten Buero. Was will jetzt der von mir? Das wird schnell klar, denn ich komme ja aus dem Iran:
Warum war ich im Iran?   -   Urlaub.
Wie lange war ich im Iran?   -   9 Tage.
Was habe ich dort gemacht?   -   Sightseeing.
Wie heisst mein Vater?   -   Was tut das zur Sache!?.
Ob ich mit Iranern Kontakt hatte?   -   Ja, die waren alle freundlich zu mir.
Ob ich mir der weltpolitischen Lage mit dem Iran bewusst bin?   -   Ich interessiere mich nicht fuer Politik (das war gelogen).
Und, und, und, . . . . .
Irgendwann ist selbst ihm klar, dass ich kein radikaler Islamist bin sondern nur ein bloeder Tourist und wir gehen zum Smalltalk ueber. Er war auch schon in Deutschland beim Skifahren und es hat ihm gut gefallen. Da ist es nicht so heiss wie hier. Und schon haben wir ne gemeinsame Gespraechsbasis gefunden. Nach ner halben Stunde habe ich auch das hinter mir und darf endlich rein nach Dubai. Muss aber erst ein paar hundert Meter auf dem Higway laufen da es hier keine Taxis gibt. Noch zu erwaehnen ist, dass es mit der Reservierung des Hyde Park Hotels doch geklappt hat und ich mich hundemuede in die Falle haue.

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07.10.2012 - 19. Tag Dubai

Von nem Taxifahrer lasse ich mich zum Burj Khalifa Tower fahren. Wuerde gerne hochfahren auf den hoechten Turm der Welt um mir Dubai von oben anzusehen. Doch ohne vorherige Reservierung kostet das um die 100 Euro! Und da heute Sonntag ist und besonders viel los kostets’s fast 200 Euro. Das ist mir dann doch zu viel. So viel habe ich die letzten 9 Tage zusammen im Iran nicht ausgegeben. Also halt nur Erinnerunsfotos von unten. Fruehstueck gibt’s heute im Starbucks in der Mall of Emirates, einem rieseigen Einkaufszentrum. Denn die haben bekanntlich ueberall Wifi und ich muss dringend nochnen Flug von Dubai nach Indien buchen. Leider muss ich nun doch ein Stueck fliegen aber ohne Flug nach Indien zu kommen haette bedeutet vom Iran ueber Pakistan nach Indien zu reisen. Doch die politische Lage in Pakistan ist alles andere als sicher. Vor allem in der Grenzregion zum Iran, Balochistan, hat die pakistanische Polizei und Militaer nicht viel zu sagen. Da werden oft Busse ueberfallen und ausgeraubt. Jeder den ich getroffen habe hat mir davon abgeraten, selbst die Iraner. Also doch ein kurzer 2-Stunden-Flug von Dubai nach Mumbai (Bombay), und keinen Bus diesmal. Nicht mal einen Airbus hat’s gereicht, es wird ne Boein 777 von Emirates sein. So bleibt mir eigentlich nur der heutige Tag mit Sightseeing in Dubai. Auch die Skisaison koennte ich hier in der Mall of Emirates beginnen. Ein 400 Meter langer Hang mit Sessellift und Skihuette, fast wie in den Alpen, ist vorhanden. Aber Schnee haben wir auch daheim. Also schaue ich mir das Burj Al Arab Hotel (das mit dem Segel im Meer) und das Hotel Atlantis draussen auf der Palmeninsel an.

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08.10.2012 - 20. Tag Und schon Tschüss an Dubai

Viel Zeit bleibt heute Vormittag nicht denn die Maschine nach Mumbai startet schon um 13:15 Uhr. Aber einen Abstecher zur Jumaila Moschee muss noch drin sein. Mein naechstes Etappenziel ist die Durchquerung des indischen Subkontinents. Leider konnte ich noch kein Hotel in Mumbai reservieren. Das koennte zum Problem werden denn die sind relativ rar in der 16 Millionen Metropole Indiens. Einen Teil meines mitgebrachten „Buecherregals“ (Reisefuehrer Tuerkei, Iran, . . .) habe ich heute Vormittag zum Paketdienst gebracht. Hoffe es kommt auch zu Hause an. War nicht grade billig aber es spart 1,5 kg Gepaeck die naechsten Monate.

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Indien

08.10.2012 - 20. Tag Flug nach Mumbai (Bombay)

Auf Emirates ist Verlass und so betrete ich nach 12 Jahren mal wieder indischen Boden. Dass man in Indien angekommen ist sieht man schon bei der Landung. Die Wellblechhuetten der Slums reichen bis zum Absperrzaun des Flughafengelaendes. Hier ist es sehr schwuel und heiss. Mir treibt es den Schweiss in Stroemen raus. Und wieder muss die Uhr eine Stunden vorgestellt werden. Habe mir auch gleich ne SIM Karte fuer mein Handy am Airport zugelegt um Hotels anrufen zu koennen. Das ist hier auch ne laengere Angelegenheit denn die wollen fuer ne Prepaid Karte auch nen Vertrag mit Passbild abschliessen. Taxis vom Airport in die City kosten 550 Rupees (67 Rupee = 1 Euro). Die 30 km Fahrt dauern ueber ne Stunde da die Strassen schlecht und der Feierabendverkehr extrem hoch ist. Es wird gehupt und gedraengelt was das Zeug haelt. Die Regenzeit ist auch noch nicht vorueber. Abends um 8 oeffnet der Himmel seine Schleussen und es schuettet sintfllutartig herunter. Untergekommen bin ich iim Bentley Hotel im Stadtteil Colaba, ganz im Sueden Mumbais. Das Hotel stammt wohl noch aus der Kolonialzeit. Es hat sogar „schon“ einen Aufzug der ebenfalls aus dieser Zeit stammen duerfte. Die Bauart gleicht denen wie man sie aus den schwarz/weiss Filmen der 30er Jahre kennt: Um den Lift zu betreten muss man zwei Metallgitterschiebetueren zur Seite schieben – echt urig und funktioniert noch tadellos, wenigstens bis jetzt. Natuerlich habe ich mir gleich bei der 2. Fahrt schon die Flossen in die Gitter geklemmt. In Indien hat sich seit meinem letzten Besuch nichts veraender. Der Verkehr ist immer noch chaotisch, die Menschenmassen auf den Strassen nehmen eher zu und das Essen ist noch genauso gut wie beim letzten Mal.

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09.10.2012 - 21.Tag Mumbai

Wo koennte man eine Indien Reise besser beginnen als am „Gateway of India“ , Indiens Triumpf-Bogen in Mumbai. Erbaut 1924 diente er urspruenglich als feierlicher Landungspunkt fuer ankommende Passagiere. Daneben gleich das Luxushotel Taj Mahal Palace und Tower das vor ein paar Jahren von radikalen Islamisten angegriffen wurde.

Von der Schwierigkeit an ein Zugticket zu kommen
Fuer mein naechstes Ziel, die Stadt Udaipur im Bundesstaat Rajasthan, brauche ich noch eine Fahrkarte. Muss mal wieder ein Stueck mit dem Zug fahren. An ein Ticket in Indien zu kommen kann mitunter ne langwierige Angelegenheit sein, denn die Warteschlangenn vor den Schaltern sind lang. Deshalb gibt es in Mumbai nen Schalter nur fuer Auslaender. Der ist, wie man mir am Flughafen mitteilte, an der Mumbai Central Railway Station, also etwa 5 km ausserhalb des Zentrums von Colaba. Also ich rein ins Taxi und lasse mich fuer 80 Rupee dorthin fahren. Und ?   Natuerlich ist der Schalter nicht hier, sondern an der Churchgate Station im Zentrum, da wo ich grade herkomme   -   na Prima! Da haette ich auch zu Fuss hinlaufen koennen. Also ich wieder rein ins naechste Taxi (die kosten hier zum Glueck nichct besonders viel). Der Taxifahrer spricht sehr gut englisch, ist uebermassen freundlich und will mir gleich ne halbe Stadtrundfahrt andrehen; Das macht mich stutzig. Ich sage ihm er soll den Taximeter einschalten und mich zum Churchgate fahren. Er fummelt erst ne Weile dran rum, schaltet ihn dann ein und faehrt los. Der Taximeter dreht sich mindestens 3x so schnell wie gewoehnlich   -   der will mich wohl verarschen! Nicht mit mir. „STOP“ , bruelle ich laut und er haelt an. Ich gebe ihm die 16 Rupee Grundpreis und steige aus. Auf einmal ist die Freundlichkeit aus seinem Gesicht entschwunden und er wird wuetend. Ich erklaere ihm warum und nehme ein anderes Taxi. Doch auch der will astronomische 270 Rupee fuer ne Fahrt die nicht mehr als 80 kosten darf. Auch er bekommt die Leviten von mir gelesen und nur 100 Rupee bei der Ankunft am Churchgate. Wenn das so weitergeht werde ich noch zum Albtraum aller Taxifahrer.
Der Touristenschalter ist tatsaechlich hier und leer. Welch ein Glueck! Ich gebe das Ticket in auftrag da will die freundliche Dame meinen Reisepass sehen. Ja der ist naztuerlich im Hotel wo er hingehoert. Aber ohne Pass geht nichts. Also marschiere ich unverrichteter Dinge zurueck ihn zu holen. Eigentlich ne Sache von 20 Minuten aber ich brauche eine Stunde weil ich mich natuerlich verlaufen habe. Zurueck am Touristenschalter ist natuerlich grade Mittagspause   -   Toll! Also Warten. Nach Mittag hat es aber dann doch geklappt mit der Fahrkarte. Hat mich halt 3 Stunden Zeit gekostet!
Aber es bleibt ja noch der Nachmittag um sich mal in der Stadt umzusehen. Neben dem Taj Mahal Palace Hotel ist wohl der Sackbahnhof Victory Terminus das prunkvollste Gebaeude der indischen Raj-Architektur.

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10.10.2012 - 22. Tag Von Mumbai nach Udaipur

Heute Vormittag gehe ich noch mal zum Bahnhof rueber um mir die unglaublichen Menschenmassen anzusehen die hier tagtaeglich mit den Vorortzuegen angekarrt werden. Fast im Minutentakt rollen die Zuege ein und aus jedem steigen tausende von Menschen aus. Das ist auch ein gefundenens Fressen fuer die vielen Schuhputzer die hier ihr taeglich Brot verdienen. Wo die Leute nur alle hin wollen. Mumbai platzt eh schon aus allen Naehten. Aber hier werdne tatsaechlich 40% des Bruttoinlandproduktes ganz Indiens erwirtschaftet.
Schlage 12 Uhr heisst es auschecken aus dem Bentley Hotel, rein ins naechste Taxi und raus zum Mumbai Central Bahnhof. Mit dem Taxifahrer habe ich vorsorglich einen Festpreis von 100 Rupee vereinbart. Auch das mit dem Zug ist von der „State Railway of India“ bestens organisiert. Da werden sogar aussen an den Wagen Listen mit den Namen der mitfahrenden Personen angeheftet. Die ersten 8 Stunden geht’s in der 2. Klasse bis Ahmedabad im Budesstaat Gujarat. Praktisch ist, dass Vodafone India einem eine SMS sendet, wenn man einen neuen Bundesstaat betritt. Mir gegenueber sitzt zufaellig ein Oesterreicher mit dem ich mich mal wieder auf Deutsch unterhalten kann. Der steigt jedoch auf halber Strecke aus um einen Bekannten zu besuchen. In Ahmedabad habe ich anderthalb Stunden Aufenthalt und muss den Zug wechseln, einen 2. Klasse Schlafwagen bis Udaipur. Bis dorthin sind es aber grade mal 300 km und laut Fahrplan benoetigt der Zug 10,5 Stunden! Das ist ja ne Durchschnittgeschwindigkeit von unter 30 km/h. Und der faehrt wirklich nur so schnell, bzw. langsam. Usain Bolt koennte locker nebenhertraben. 2. Klasse Schlafwagen ist nicht grade komfortabel. Da werden einfach die Sitzbaenke umgeklappt (3 uebereinander), man legt sich drauf und pennt, so man kann. Aber besser noch als in der 3. Klasse Schlafwagen. Da sind die es Holzpritschen.

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11.10.2012 - 23. Tag Ankunft in Udaipur

Anscheinend bin ich heute Nacht doch irgendwann eingeschlafen. Denn morgens weckt mich die Sonne und das laute Geratter des Bummelzuges. Mit geringer Verspaetung kommt der Zug um 9:40 Uhr in Udaipur an. Vor dem Bahnhogsgebaeude warten schon die vielen Tuk-Tuk Fahrer. Jeder will der erste sein und sich einen Neuankoemmlung greifen. Ich waehle einen aus der gut englisch spricht, handle den Preis aus und lasse mich in die Innenstadt fahren wo die Hotels und Guesthouses sind. Hier in Udaipur herrscht gluecklicherweise ein Ueberangebot an Unterkuenften. Vor allem jetzt wo noch nicht Hochsaison ist. Die faengt erst im Dezember an. Und das ist auch gut so. Trotzdem dauert es fast 2 Stunden bis ich aus dem Ueberangebot das Hotel Minerwa ausgewaehlt habe. Udaipur soll mal die romantischste Stadt Indiens gewesen sein. Hat 800000 Einwohner und liegt schoen am Pichola See gelegen. Gleich daneben liegt der Fateh Sagar See. Beide sind etwa 2x3 km gross. Die Stadt mit den Seen liegt malerisch gelegen umgeben von einer Huegelkette. Die Altstadt am See besteht aus vielen engen, verwinkelten Gassen in denen der Verkehr mit viel Huperei trotzdem einigermassen funktioniert. Hier wurden auch die indischen Szenen aus dem James Bond Film „Octopussy“ mit Roger Moore gedreht. Den kann man, wenn man will, in einigen Guesthouses sich jeden Abend ansehen (den Film natuerlich und nicht Roger Moore). Im Gassengewirr der Altstadt habe ich mich einige Male verlaufen. Da hilft es nur nach der Richtung des Stadtpalastes zu fragen, denn der liegt direkt am Pichola-See. Eine Bootsfahrt auf dem See ist vor allem am Abend vor Sonnenuntergang zu empfehlen. Dann beleuchtet die untergehende Sonne den Palast aus seinem gelben Gestein und die Altstadt besonders schoen. Natuerlich ist diese Sunset Bootsfahrt auch teurer als tagsueber. Von der Dachtereasse der meisten Hotels hier hat man eine tolle Sicht ueber den See und den Palast.

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12.10.2012 - 24. Tag Udaipur

Auf einen der hier umliegenden Huegeln fuehrt sogar ne Seilbahn rauf. Fuer nen guten Euro hoch- und wieder runter. Man koennte schon hoch laufen aber bei der Sauna hier heisst das schwitzen, schwitzen, schwitzen . . . und dann kleben die Klamotten wieder am Leib. Also doch die Seilbahn nehmen. Und am Besten morgens dann hat man die Sonne im Ruecken und ne tolle Aussicht ueber die Stadt und den Pichola See. Ausserdem herrscht hier oben absolute Ruhe – endlich mal kein Gehupe mehr.
Am Nachmittag mache ich mich auf auf die andere Seite des Sees. Da ist ein Nationalpark. Auf dessen hoechster Erhebung hat man 1880 den „Monsunpalast Sajjangarh“ gebaut, der allerdings nie benutzt wurde da es nicht gelang Wasser raufzupumpen. Aber man kann rauffahren und hat noch ne bessere Uebersicht auf die Stadt und die beiden Seen als vom „Seilbahnberg“. Bin direkt in die Arme einer indischen Reisegruppe von indischen High School Absolventen der Fachrichtung Medizin aus dem Bundesstaat Chattisgarrh gelaufen. Die sind sehr kontaktfreudig und suchen das Gespraech. Und im Handumdrehen stehe ich mitten im Gruppenfoto und auch sehr viele Einzelfotos mit mir als „Alien“ sind gewuenscht. Natuerlich wollen auch alle meine email Adresse haben. Bin mal auf die Mailflut der naechsten Tage und die Anzahl der Freundschaftsanfragen im facebook gespannt. Auch nen kostenlosen Religions- und Sozialkundeunterricht geben mir meine indischen Freunde. Neben der Amtssprache Hindi gibt es weitere 2000 Sprachen und Dialekte in Indien. Der Hinduismus dem 85% der Inder angehoeren, umfasst hunderte von Goettern und Goettinnen. Die 3 groessten sind Brahma der Schoepfer, Vishnu der Erhalter der Weltordnung und Shiva wegen seiner zerstoererischen Kraefte. Herausbekommen habe ich jetzt auch warum die Kuehe hier so heilig und unantastbar sind: In ihnen leben 56 der wichtigsten Gottheiten des Hnduismus. Deswegen wird eine Kuh nie geschlachtet oder gar gegessen, sondern von allen gefuettert, gehegt und gepflegt. Und sollte sie mal krank werden gibt’s nicht etwa den Gnadenstoss sondern man bringt das liebe Vieh zum Tierartzt. Auch das Leben jeder Kuh hat mal ein Ende, dann wird sie feierlich verbrannt. Gehalten werden sie nicht etwa in Staellen sondern die laufen ueberall frei herum, auch innerhalb der Staedte. Und will ne Kuh dann mal eine Strasse ueberqueren, oh Wunder, haelt der Verkehr artig an, die Huperei verstummt und man laesst den Wiederkaeuer passieren &nbsp -   ES GEHT DOCH !!   In meinem naechsten Leben moechte ich auch ne Kuh in Indien werden. „Meine“ Inder hier zu treffen hat letztlich auch was gutes fuer sich denn die nehmen mich mit ihrem Bus zurueck nach Udaipur, d.h. ich spare mir ein Taxi.

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13.10.2012 - 25. Tag Von Udaipur nach Jodhpur

Schon frueh um sieben heisst es heute raus aus der Fall und ab zum Busbahnhof. Auf der Fahrt dorthin traue ich meinen Augen kaum: Eine Gruppe Maenner laeuft halbnackt, einige sogar splitternackt durch die Strassen. Muss mich mal erkundigen was es damit auf sich hat. Die naechste Station in Rajasthan heisst Jodhpur und liegt 260 km noerdlich von Udaipur. Das 2. Klasse Ticket habe ich noch schnell gestern Abend im Reisebuero um die Ecke meines Minerwa Hotels gebucht. Hat auch nur 200 Rupee gekostet, also umgerechnet etwa 3 Euro. Aber schon beim ersten Anblick des Busses haette ich mir gewuenscht etwas mehr Geld fuer einen moderneren Reisebus zu investieren. Und der Eindruck taeuscht nicht denn der Bus ist von aelterer Bauart und hat noch Blattfedern, also praktisch keine Federung. Bei den schlechten Strassen und vielen Schlagloechern in Indien kommt es mir so vor als saesse ich auf einer 10 Meter langen Ruettelplatte. Und die Ruettelei dauert 7 Stunden. Dagegen gleicht der Bummelzug von Vorgestern der Fahrt in einer Saenfte. Meter um Meter, Kehre um Kehre arbeitet sich die Ruettelplatte den Gebirgszug noerdlich von Udaipur hoch um danach mindestens genauso langsam wieder runterzufahren (Vorsicht Bremsen!). Die Ruettelplatte ist zur Haelfte ein „Sleeperbus“, heisst soviel da sind sogar Betten drin (jeweils immer 2 uebereinander). Wie soll man bei der Schuettelei nur schlafen koennen? Je laenger die Fahrt geht, desto schlechter werden die Strassen, teilweise sogar sind die sogar gaenzlich unbefestigt. Wahrscheinlich hat der Bus deswegen Blattfedern, eine normale Federung wuerde dieser Ralleystrecke nicht standhalten. Manchmal geht es nur im Schritttempo voran. Dagegen faehrt der Usain Bolt Gedaechtniszug von vorgestern im Eiltempo. Spaetestens jetzt ist klar: Ich bin angekommen in Indien. Werde bei der naechsten Fahrt wohl doch wieder auf die gute, alte Eisenbahn zurueckgreifen. Das muss man den Englaendern lassen: Das Streckennetz haben sie gut ausgebaut in der Kolonialzeit. Auf einem Sreckenabschnitt hocken hordenweise Affen am Strassenrand herum. Habe noch nie so viele auf einmal gesehen. Ich glaube die vermehren sich hier wie die Ratten. Und die weichen auch trotz Hupen nicht immer aus. Was das ein- oder andere Mal eine Vollbremsung zur Folge hat. Auf dem letzten Streckenabschnitt wird die Strasse dann wieder modern und 2-spurig. Und schon werden Mautstellen gebaut. Mein Hotel in Jodhpur heisst Discovery Guesthouse und befindet sich Mitten in der Altstadt unterhalb des alten Meherangarh Forts. Von der Dachterasse kann man die ganze Stadt ueberblicken.

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14.10.2012 - 26. Tag Jodhpur

Nach der „weissen Stadt“ Udaipur bin ich jetzt in der „blauen Stadt“ Jodhpur gelandet. Und tatsaechlich sind in der Altstadt sehr viele Haeuser blau angestrichen. Die Farbe ruehrt daher, dass man zur sonst ueblichen Kalktuenche Indigo beigemischt hat. Das soll als Insektenschutzmittel wirken und vor Termiten und anderem Ungeziefer schuetzen. Doch ich glaube die haben besonders hier in der Altstadt ein ganz anderes Problem. Und das ist hygienischer Art. Habe noch nie so ne dreckige Stadt in Indien gesehen wie Jodhpur, und ich habe schon einige andere Staedte gesehen. Da liegen ueberall Kuhfladen und Hundekot herum, der Muell tuermt sich am Strassenrand und wird bestimmt nicht jeden Tag weggebracht. Ausserdem besteht das Entwaesserungssystem weitestgehend aus kleinen, ueberirdischen Kanaelen die nicht regelmaessig gesaeubert werden wodurch die Kloake vielerorts zum Stehen kommt. Also alles in allem eine einzige hygienische Kathastrophe. Und von morgens bis abends tausende von Menschen auf den Strassen. Da sind Krankheiten und Seuchen vorprogrammiert. Ungeziefer und Ratten gibt’s massenweise. Und das alles in noch viel engeren Gassen als in Udaipur. Die sind so eng, dass Autos nicht mehr durchkommen und Tuk Tuks und Motorraeder auch nicht ueberall. Ausserdem fahren die wie die Gestoerten durch das Gassenlabyrinth und Hupen ununterbrochen. Zu dem Gestank des Unrats, der Kloake und des Kuhdungs kommen also noch die ungefilterten Abgase der Mopeds dazu. Schaetze mal die 3 groessten Todesurschaen sind hier Krankheiten, Lungenkrebs oder Motorradunfall. Auch mein Guesthouse Besitzer hatte heute nen kleineren Unfall mit mehreren Schrammen an Kopf und Armen. Wenn man das Hygieneproblem loesen koennte und aus der Altstadt ne Fussgaengerzone machen wuerde haette das Staedtchen wirklichen indischen Flair zu bieten. Denn hier gibt’s wirklich all das zu sehen und zu kaufen was Indien so bekannt macht: Gewuerze, Tuecher, Marionetten, Schneidereien, . . . . na ja und vieles mehr eben.
Aber Udaipur hat auch seine schoene Seite. Steigt man 3 Stockwerke hoeher auf die Dachterasse des Guesthouses oder eines Restaurants so kann man sofort diesem Dreck und hektischen Treiben in den Gassen entfliehen. Denn die Ruhe oben wird nur alle paar Stunden vom Muhezin unterbrochen der die moslemische Minderheit zum Gebet aufruft. Der Blick auf die Altstadt mit den blauen Haeusern und das majestaetisch auf einem hohen Felsen liegende Meherangarh Fort sind ueberwaeltigend.
Meherangarh Fort
Das komplett erhaltene mittelalterliche Fort war ueber hunderte von Jahren der Sitz saemtlicher Maharadschas von Rajasthan. Es liegt 120 Meter ueber der Altstadt, in ihm befinden sich Palaeste. Teile der Batman Trilogie „The Dark Knight Rises“ wurden hier 2011 gedreht. Das Fort ist nicht bewohnt. Bin zwar kein Museumsgaenger aber die Audiofuehrung durch das Fort und das Museum sollte man sich nicht entgehenlassen.
Einen Tag in diesem „Dreckloch“ (sorry fuer den Ausdruck) sind wirklich genug. Und so nehme ich heute gegen Mitternacht den Zug von Jodhpur nach Jaisalmer, 300 km westlich von hier. Vor dem Bahnhofsgebaeude liegen schon hunderte von Menschen und pennen mehr oder weniger im oder neben dem Muell. Auf den Bahnsteigen wimmelts auch nur so von Menschen. Der Abfall aus den Zuegen und den Bahnsteigen landet direkt auf oder neben den Bahngleisen. Da kann man nachts dem munteren Treiben der Ratten zusehen. Die stuerzen sich sofort auf alles was dort hingekehrt oder geworfen wird. Kein besonders appetitlicher Anblick sollte man das Abendessen auf einen der Fastfoodlaeden auf dem Bahnsteig verlegt haben. Auch im Zug geht’s drunter und drueber. Der ist voll belegt und alle wollen gleichzeitig rein und ihre Betten, besser gesagt Pritschen, belegen. Nach ner Weile habe ich dann auch meine Pritsche gefunden und mich endlich auf Ohr gehauen.

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15.10.2012 - 27. Tag Jaisalmer

Zur unchristlichen Zeit morgens um halb sechs wird man geweckt und mehr oder weniger aus dem Zug geworfen – „Endstation! Jaisalmer!“ Der unangenehme Teil kommt jetzt, denn am Bahnhof warten schon zig Schlepper die einen mit zu ihrem Hotel zur Einquartierung bringen wollen. Aber man kann sich das auch zu Nutze machen indem man mit irgendeinem mitfaehrt in die 2 km entfernte Innenstadt und sich dann ein Hotel selbst sucht. Letztendlich bin ich im Shahi Palace Hotel gelandet und das war ne gute Wahl. Saubere, relativ komfortable Zimmer und ne tolle Dachterasse mit Blick auf die Stadt und das Fort.   Richtig! Auch hier gibt’s ein Fort auf nen nicht ganz so hohen Felsen gebaut wie in Jodhpur aber trotzdem schoen anzusehen. Und darin gebaut ist die Altstadt. Es empfiehlt sich jedoch ausserhalb zu wohnen, da die Altstadt unter notorischem Wassermangel leidet. Denn Jaisalmer ist ne Wuestenstadt in der „Grand Indien Desert“, der Wüste Thar, ueber 100 km weg der Zivilisation. Von hier sind es noch etwa 150 km bis Pakistan. Nach der weissen Stadt Udaipur und der blauen Stadt Jodhpur bin ich jetzt in der „goldenen Stadt“ Jaisalmer gestrandet. Denn die Haeuser und das Fort sind mit gelben Sandsteinen gebaut. Urspruenglich war das mal ne Handelsniederlassung mit vielen reichen Kauflaeuten auf einer Handelroute nach Vorderasien. Die Stadt verlor jedoch an Bedeutung als Mumbai zur Hauptstadt erklaert wurde. Hier ist es viel ruhiger und auch etwas sauberer als in Jodhpur. Und das ist auch gut so. Deswegen ist die Stadt nicht uninteressant. Im Gegenteil. Vor allem die Frauen tragen hier knallrote, -gelbe oder –orangene Schleier und Saris. Die Maenner tragen gleichfarbige, grosse Turbane und schwungvoll gezwirbelte Schnurrbarte. Neben dem Fort sind als touristische Attraktionen vor allem die sogenannten „Havelis“, ehemalige Wohn- und Geschaeftshaeuser der zu Reichtum gekommenen Händler sowie ein paar Tempel.

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16.10.2012 - 28. Tag Kamelsafari in der Wüste Thar

Jaisalmer ist unter den Touristen vorf allem auch bekannt als Ausflugsziel fuer Kamelsafaris. Fast jedes Hotel hier bietet welche an. Natuerlich auch „mein“ Shahi Hotel. Deshalb geht’s heute raus mit dem Jeep kilometerweit immer Richtung Westen tief in die Wueste Thar. Mit von der Partie sind noch 2 US-Amerikanerinnen. Irgendwann halten wir an und da wartet auch schon der indische Guide mit den Kamelen. Um aufsteigen zu koennen gehen die runter in die Knie. Sonst waere das schwierig bei der Hoehe. Saettel sind auch draufgeschnallt und schon kanns losgehen. Der Ritt ist nicht mal so sehr schwankend wie ich mir das vorgestellt hatte. Und das obwohl ein Kamel „Rambo“ und ein anderes „King Kong“ heisst. Am Spaetnachmittag erreichen wir dann die „richtige“ Wueste so wie man sich vorstellt mit Sandduenen. Naechtigen werde ich hier draussen nicht, denn um 23:30 Uhr geht schon meinn Zug weiter zur naechsten Station, der Stadt Ajmer. Nach dem Sonnenuntergang kommt der Fahrer vom Hotel mit dem Jeep und holt mich wieder ab. Puenktlich um 23:30 Uhr verlaesst der Nachtzug Jaisalmer mit mir an Bord. Wieder 2. Klasse Schlafwagen aber diesmal zum Glueck nicht auf den letzten Platz voll.

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17.10.2012 - 29. Tag Von Jaisalmer nach Ajmer

1,5 Stunden Aufenthalt und danach weitere 6 Stunden mit nem anderen Zug nach Ajmer. Doch das Tagesziel heisst nicht Ajmer sondern das 15 km noerdlich gelegene kleine Staedtchen Pushkar. Mitten im Staedtchen liegt ein kleiner See der eine der als eine der heiligsten Staetten Indiens gilt. Vor allem im Oktober und November zu den Vollmondzeiten stroemen hier unzaehlige Pilger her, da das Seewasser dann die Seele von saemtlichen Befleckungen reinigen soll. Habe mir auch den Spass gemacht an so einer „Reinigung“ Teil zu nehmen und danach ein paar Euro gespendet (die wollten tatsaechlich ne Stange Geld von mir haben!). Rings um den See sind 52 Treppen, sogenannte Ghats, die ins Wasser fuehren – eine fuer jeden rajasthanischen Maharadscha. Als Anlass dieser Festlichkeiten findet hier jaehrlich immer der groesste Kamelmarkt der Welt statt. Tausende von Haendlern bieten dann etwa 50000 Kamele, 20000 Perde und 100 Elefanten zum Kauf an. So ein Kamel kostet grade mal 30000 Rupee, also nicht mal ganz 500 Euro. Das koennte man sich hier doch glatt also Fortbewegungsmittel leisten. Fressen tut’s eh alles das was waechst und aufgetankt werden muss es nur alle 30 Tage mit Wasser! Das Fest lockt fast genauso viele Touristen an wie Kamele an, sodass die Unterkuenfte knapp werden. Der Kamelmarkt ist aber erst Ende November dieses Jahr. Den werde ich hier nicht mehr zu sehen bekommen. Wirklich schade. Dafuer gibt’s freie Unterkuenfte in Huelle und Fuelle was natuerlich die Preise drueckt. Am Ende bin ich im „Hotel Shree Palace“ gestrandet. Das hat sogar nen kleinen Pool. Und der ist auf den ersten Blick relativ sauber, fuer indische Verhaeltnisse. Heisst soviel man kann den Grund des Pools sehen.

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18.10.2012 - 30. Tag Pushkar

Heute schaue ich mir das Staedtchen Pushkar mal etwas genauer an. Noch mehr als Touristen sieht man hier hinduistische Pilger die sich am oder im Pushkar See im wahrsten Sinne des Wortes die Seele reinwaschen wollen. Manche baden sogar komplett darin. Dies wird in speziellen Pujas von in Pushkar ansässigen Brahmanen vorgenommen. Wenn man dran glaubt kann man sich vielleicht die Seele reinwaschen, den Koerper sicherlich nicht. Denn das Wasser ist so verschmutzt, dass man bestimmt dreckiger wieder rauskommt als dass man rein steigt. Aber interessant anzuschauen diese Reinwaschungen. Und vor allem die unterschiedlichen Typen von hinduistischen Pilgern. Will man runter an den See so geht das nur ueber eine der vielen Treppen rings herum, den sogenannten Ghats. Und da muss man sich vorher die Schuhe ausziehen. Ist auch nicht weiter tragisch, aber den heiligen Kuehen verwehrt trotzdem niemand den Zugang zum Wasser. Und die hinterlassen natuerlich immer einiges auf den Treppenstufen oder im Wasser was man dann zwangsweise barfuss „aufsammelt“. Habe es Stand heute waehrend meines Aufenthalts in Indien vermeiden koennen eine dieser „Tretmienen“ auszuloesen. In den engen Gassen rings um den See haben sich hunderte von Souvenirshops, Travel Agencies, indische Fast-Food Laeden, Restaurants und Internet Cafes angesiedelt. Eine recht lockere Athmosphaere waeren nicht auch hier die nervigen Mopeds und Tuk Tuks mit ihrem Gedraenge und staendig uebertriebenem Gehupe.
Am Rand der Stadt steht ein vulkanartiger heiliger Berg mit nem Tempel oben drauf. Und der ist das Ziel fuer den Spaetnachmittag. Zusammen mit drei anderen Gaesten des Hotel Shree Palace steigen wir die endlosen steilen Natursteintreppen rauf um die Aussicht mit dem Schein der Abendsonne auf Pushkar und den See zu geniessen. Der Ort hier hat nur Vorteile: Keine Mopeds, keine Gehupe, keine heiligen Kuehe bzw. Kuhfladen. Hier laesst sich’s aushalten.

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19.10.2012 - 31. Tag Von Pushkar nach Jaipur

In Pushkar hat es mir gut gefallen. Schoenes, ueberschaubares, heiliges Staedtchen mit Flair. Um 10 Uhr checke ich aus und um 12 geht’s zurueck mit demselben alten, klapprigen Bus nach Ajmer. Und von dort mit dem Zug nach Jaipur. Die Warteschlangen an den Fahrkartenschaltern sind lang. Komischerweise stehen da nur Maenner an. Kurze Zeit spaeter weiss ich auch warum. Denn die Frauen druecken sich immer ganz vorne in die Schlange direkt an den Schalter rein. Offensichtlich duerfen die das hier denn niemand protestiert. Hab mich dann auch nichts zu sagen getraut. Aber wo bleibt da die Emanzipation des Mannes? Es gibt aber auch Maenner die meinen sie koennten sich vorne reindraengen – doch nicht mit mir. Die weise ich entschieden zurueck! Endlich bin ich dran und die Dame verkauft mir ein Ticket fuer 50 Rupees mit dem naechsten Zug in einer Viertelstunde. Eigentlich wollte ich ne Sitzplatzreservierung doch das hat sie nicht so richtig verstanden. Ich eile auf den Bahnsteig 2 grade noch rechtzeitig in einen der voellig ueberfuellten Wagen und schon faehrt der Zug ab. Man kann auch waehrend des Abfahrens noch aufspringen denn es gibt keine Tueren. Und falls doch, sind die immer offen. Sitzplaetze gibt’s schon lange keine mehr. Auch die Gepaeckablagen und der Boden sind schon voellig von Personen belegt. Nur auf dem Dach sitzt noch keiner. Irgendwo quetsche ich mich mit meinem Gepaeck dann dazwischen und setze mich auf den Rucksack um nicht 2 Stunden lang eingequetscht stehen zu muessen. Noch mehr Leute gehen wohl nur dann rein, wenn man nsie vorher durch den Fleischwolf dreht. Eins ist klar: Ne Fahrkarte haette man nicht kaufen muessen denn der Schaffner kommt da eh nicht durch. Aber bei 50 Rupee Fahrpreis, umgerechnet 80 Cent, wollen wir mal nicht meckern. Aber man muss auch mal so reisen wie die Inder das tun um das mal mitzuerleben. Zwischen den vielen Menschen drueckt sich noch ne 2-Mann Combo Band mit Rassel und Trommel singend und spielend durch den Zug. Doch das laute Geknatter und das immer wieder blasende Horn des Zuges uebertoent die Band bei weitem. Und die wollen auch noch Geld fuers Spielen – von mir gibt’s nix! Aber die Band sind nicht die einzigen die im Zug Kohle machen wollen. Eine Frau in traditionellem Rajasthan Sari verteilt Zettel an die Reisenden mit irgen welchen Spruecken drauf um sie kurze Zeit spaeter wieder einzusammeln und je 10 Rupees zu kassieren. Aber wieder gibt’s von mir nix denn ich kann kein Hindi lesen. Als der Zug nach 2 Stunden dann endlich in Jaipur ankommt ist das Chaos perfekt denn die Endstation ist nicht hier. D.h. viele wollen den Zug verlassen und muessen sich durch die Menschenmenge kaempfen und wieder viele neue Passagiere koennen es nicht erwarten und wollen schon rein in den Zug. Mit der Masse meines Rucksacks auf dem Ruecken und aller Gewalt schaffe ich es dann doch aus dem Wagen zu kommen, nicht ohne 3 oder 4 andere mit herauszureissen die vielleicht gar nicht aussteigen wollten. Aber egal – ich bin jetzt erstmal raus! Der ersten Hoelle entkommen wartet schon die zweite vor dem Bahnhofsgebaeude (Hoelle ist etwas uebertrieben). Das sind die Schlepper und Tuk-Tuk- und Rikschafahrer die mir ubedingt ein Hotel oder nen Transport verkaufen wollen. Aber auch die kann ich abschuetteln. Denn mein vorher reserviertes Hotel, das Karni Niwas, ist nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt. Und das schaffe ich auch nocht zu Fuss und mit Gepaeck. Die Taxis wollten doch glatt 150 Rupees, also 5x soviel wie ueblich.

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20.10.2012 - 32. Tag Die rosarote Stadt Jaipur

Ja, richtig gelesen ! Nach der weissen Stadt Udaipur, der blauen Stadt Jodhpur und der gelben Stadt Jaisalmer bin ich nun in der rosaroten Stadt Jaipur angekommen. Denn rosarot ist Rajasthans traditionelle Farbe. Aus Gruenden der Gastfreundschaft zu Ehren des Besuchs von Prinz Albert von England 1876 erhielten viele Haeuser und Bauwerke einen Anstrich dieser Farbe. Die wird auch immer wieder regelmaessig aufgefrischt. Zuletzt im Jahr 2000 zu Anlass des Besuches des ehemaligen US-Praesidenten Bill Clinton. Davon betroffen ist hauptsaechich die Altstadt Badanpura. Die ist mit etwa 3x2 km relativ gross und weitlaeufig. Rein kommt man ueber mehrere grosse Tore (Gates). Mehrere Strassen wurden fuer den Verkehr gesperrt und zu Fussgaengerzonen umfunktioniert. Das gibt’s sonst nirgends in Indien. Muesste man dringend in anderen Innenstaedten auch durchsetzen. Endlich mal in Ruhe durch die Strassen flanieren ohne gleich von hinten ueberfahren oder von einem Horn oder Hupe von der Strasse geblasen zu werden. Denn Jaipur ist alles andere als ruhig; liegt 300 km suedwestlich von Delhi und hat immerhin 3 Millionen Einwohner. Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist wohl der Hawa Mahal, der „Palast der Winde“. Er wurde 1799 gebaut, damit die Hofdamen unbeobachtet die koeniglichen Strassenprozessionen entlang des Bazars sehen konnten. Gleich nebenan kann man das „Jantar Mantar“ besichtigen. Es ist ein grosses Observatorium aus dem 16. Jahrhundert des Hobbyastronomen Jai Sing II. Prunkstueck ist wohl eine Sonnenuhr die schon vor knapp 300 Jahren die lokale Uhrzeit in Jaipur auf 2 Sekunden genau angezeigt hat. Und wer dann noch Lust hat kann sich die Albert Hall und das sich darin befindende Museum ansehen. Ich aber bin kein Museumsgaenger. Das Gebaeude selbst gibt mehr her als die Ausstellung.
Bin heute Nachmittag zum nahe gelegenen Bahnhof gelaufen um mir Zugtickets fuer die naechsten Ziele in Agra, Delhi und Varanasi zu besorgen. Denn ab Mitte naechster Woche beginnt das mehrtaegige hinduistische Lichterfest Diwali. Und da wollen alle Inder in die Heimat reisen. Sprich: Die Zug- und Bustickets werden rar und die Zuege und Busse noch voller als sie ohnehin schon sind. Also deshalb ne Woche vorher buchen. Gluecklicherweise gibt’s auch in Jaipur einen Fahrkartenschalter nur fuer Auslaender. Alles andere haette ich nicht ueberlebt. An den anderen 10 Schaltern ist der Menschenandrang so gross, dass die Warteschlange bis auf die Strasse raus reicht. Um ein Zugticket zu bekommen muss man zuerst Antragschen mit Zugnummer, Datum, Uhrzeit, Bestimmungsort, Adresse, und und und . . . ausfuellen. Dem habe ich aber vorgebeugt und die in Frage kommenden Zuege schon gestern abend aus der Internetseite der „State Railway of India“ herausgeschrieben. Ich haette gerne Online gebucht aber das geht nur mit indischen Kreditkarten. Aber auch hier am Auslaenderschalter hat’s dann nach ner Weile doch geklappt mit den Tickets. Beachten sollte man jedoch, dass man einen Sitzplatz nicht reservieren kann. Wer zuerst kommt malt zuerst. Nur Schlafwagenplaetze koennen reserviert werden, auch wenn die Fahrt nur am Tag ist. Also immer Schlafwagen buchen auch wenn’s ein paar Cent mehr kostet! Die drei Zugfahrten mit der Gesamtentfernung von ca. 1400 km haben mich dann grade mal 8 Euro 15 Cent gekostet. Da kann man zur Not auch mal ne Fahrt ausfallen lassen.

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21.10.2012 - 33. Tag Amber Fort – Durga Mata Festival

Da die Sache mit dem Fruehstueck gestern im Hotel nicht geklappt hat (bin nach 1 Stunde Wartezeit einfach gegangen), wird das auch heute zumindest im Karni Niwas Hotel auch ausfallen. Aber ansonsten bich ich mit dem Hotel ganz zufrieden. Komischerweise gibt es in keinem Hotel in Indien weibliche Angestellte. Hotelsache ist wohl nur Maennersache. Schade eigentlich, denn immer bei der Ankunft nur in dunkle, unrasierte Gesichter an der Rezeption zu schauen ist nicht unbedingt einladend und vertrauenerweckend. Nachdem ich gestern den relativ grossen Innenstadtbereich abgelaufen bin (bestimmt 10 km), werde ich mir heute die sehenswerten Dinge ausserhalb der Stadt vornehmen. Das geht natuerlich nicht mehr zu Fuss. Gleich um die Ecke vom Hotel quatscht mich ein Tuk-Tuk Fahrer an. Die quatschen einen immer an, denn zu tun haben die meisten eh nichts. Ich handle mit ihm nen Preis von 300 Rupees fuer die ersten drei Ziele aus und er faehrt los. Erster Stop nochmals am Hawa Mahal denn das rosarot glueht besonders schoen in der Morgensonne. Dann geht’s raus aus der Stadt Richtung Osten nach Galta, einer kleineren Anhoehe mit nem kleinen Tempel drauf. Der gibt nicht besonders viel her aber die Aussicht auf die Stadt schon eher. Und Affen gibt’s hier massenweise. Gesehen habe ich nur hunderte aber es soll hier in den Waeldern mehr als 5000 geben. Die sind aber zum Glueck nicht gefaehrlich und an Menschen gewohnt. Ziemlich schnell wird klar, dass ich das Tuk-Tuk Taxi den ganzen Vormittag brauchen werde denn die Entfernungen sind gross. Also erhoehe ich mein Angebot auf 500 Rupee und er willigt ein. Aber das sind grade mal 7,41 Euro. Die kann ich mir noch leisten. Wie in jeder groesseren Stadt hat auch Jaipur ein Fort, genauer gesagt drei davon. Die fast 1000 Jahre alte Festung Amber ist besonders interessant weil es das groesste und beeindruckenste ist. Derzeit ist in Indien das „Durga Mata“ Hindu-Festival. Und weil heute Sonntag ist stroemen besonders viele Inder in den Tempel im Fort. Es sind bestimmt zehntausende die den fast 2km langen Weg bergauf Richtung Fort wollen. Und die stehen sogar artig in der Schlange. So ne lange Menschenkette habe ich noch nie gesehen. Eigentlich sind es 2 Ketten, denn wie ueblich in Indien ist alles nach Maennlein und Weiblein getrennt. Die Menschenkette der Frauen ist besonders schoen denn die sind alle in knalligen gelben, orangenen oder roten Saris gekleidet. Ein toller Kontrast zu der sonst eher kargen Umgebung. Einige Pilger bahnen sich den Weg sogar liegend bergauf. D.h. sie legen sich mit gestreckten Armen nach vorn auf den Boden, stehen dann auf und gehen dann bis zu der Stelle nach vorn wo ihre Haende den Boden beruehrten um sich dann wieder gestreckter laengs hinzulegen. Und das ganze 2km weit. Wuerde mich interessieren wie oft die unterwegs die durchgescheuerten Klamotten wechseln muessen. Unterwegs sind immer wieder kostenlose „Wasserstellen“ aufgebaut damit keiner der Wartenden umkippt. Dagegen haben es die Auslaender wie ich gut. Die muessen nicht Schlange stehen sondern koennen daran vorbeilaufen. Und das ist auch gut so. Drei Stunden anstehen bei der Hitze ist bestimmt kein besonderes Vergnuegen. Der Besuch des Jal Mahal Tempels, der Mitten in einem See liegt rundet das Vormittagsprogramm ab. Muss heute Mittag im Hotel auschecken denn um 17 Uhr geht’s mit dem Zug weiter nach Agra.
Von Jaipur nach Agra Der 12196 soll mich heute Abend in vier Stunden von Jaipur nach Agra befoerdern. Leider habe ich fuer diesen Zug keine Reservierung, sprich Schlafwagenticket mehr erhalten. Am Bahnsteig ist schon die Hoelle los. Und als der Zug dann langsam einfaehrt aber noch nicht zum Stehen gekommen ist, geht das Gehaue und Gesteche um die wenigen Sitzplaetze schon am Eingang der Wagen los. Waehrend der Zug noch faehrt springen schon die ersten rein auf die Menschenmenge die grade aussteigen will. Da wird mit harten Bandagen gekaempft. Wer alt oder schwach ist bleibt zurueck. Draengeln ist unbedingt angesagt. Einige sind ganz dreist und springen noch vor dem Zug auf das leere, gegenueberliegende Gleis, also nicht am Bahnsteig, um von dort auf den Zug aufzuspringen. Doch die Situation kenne ich ja jetzt schon und mit Muehe und etwas Gewalt kann ich sogar nen Sitzplatz ergattern, eingepfercht zwischen vielen Indern. Vier Stunden Stehen will ich mir heute Abend wirklich nicht mehr antun. Die Deutsche Bahn waere saniert wuerde sie nur einen Bruchteil der Personen befoerdern. Vorgestern dachte ich nicht, dass es noch schlimmer kommen kann im Zug. Und es kam schlimmer: Denn der 12196 ist ein Feierabend Bummelzug und haelt alle Viertelstunde an jedem noch so kleinen Bahnhof (wenn man ueberhaupt von Bahnhof reden kann). Aussteigen tut keiner, dafuer warten noch unzaehlige mehr am Bahnsteig um reinzukommen – Katastrophe !!! Schon am 2. Halt kann praktisch keiner mehr umfallen. Hoffentlich hat hier keiner Floehe. Wenn der Zug steht und kein Fahrtwind durch die vergitterten Fenster blaest kann man die stickige Luft schneiden. Zu Duschen und die Waesche zu wechseln vor der Fahrt war praktisch umsonst. Wenn man hier auf’s Klo muss dann geht das im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose. Aber die Leute sind freundlich und wer nur ein bisschen englisch kann sucht das Gespraech mit mir. Am 3. Halt geht dann gar nichts mehr und die ersten steigen auf’s Dach der Wagen. Elektrifiziert ist diese Strecke nicht. Bedenken wie ich wieder rauskommen soll aus diesem „Viehwagen“ brauche ich wohl nicht zu haben denn die letzte Station ist Agra Fort mein Tagesziel. Gegen Ende der Fahrt haelt der Zug nochmals auf einem Ausweichgleis und wir warten ne gute halbe Stunde auf den Gegenzug der eingleisigen Strecke. Der rauscht vorbei aber danach tut sich wieder nichts. Nochmals 20 Minuten spaeter der naechste Gegenzug. Dann endlich rollen wir langsam sage und schreibe 500 Meter weiter und stehen im Bahnhof Agra Fort. D.h. der Zug hat ueber ne Stunde vor dem Bahnhof gewartet um einfahren zu koennen. ICH KRIEG DIE KRISE !!! Wenn ich das gewusst haette waere ich ausgestiegen und zu Fuss gelaufen! In Indien bekommt das Wort Bummelzug ne neue Bedeutung. Haette ich nur den Bus genommen. Dann waere ich 3 Stunden frueher da gewesen. Wenigstens die vom vorher reservierten Kamal Hotel holen mich vom Bahnhof ab.

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22.10.2012 - 34. Tag Agra und das Taj Mahal

Die Stadt Agra in Indien kennen wohl die wenigsten. Das sich dort befindende Mausoleum Taj Mahal dagegen jeder. Schon um halb sechs stehe ich auf. Die Eintrittskartenschalter machen um sechs auf und ab halb sieben kann man das Gelaende mit dem Taj besuchen (750 Rupees). Vor mir stehen einige die noch frueher aufgestanden sind. Ich kann’s kaum erwarten bis um 6:30 Uhr die Pforte oeffnet und ich kurz danach davor stehe. Da bleibt einem erst mal die Spucke weg, Augen und Mund weit geoeffnet und das Staunen ins Gesicht geschrieben. Habe nie zuvor ein so schoenes, imposantes, erhabenes und beeindruckendes Bauwerk gesehen. Es ist mit Worten und Bildern nicht zu beschreiben. Man muss es live gesehen haben um sich ein Bild davon zu machen. Es ist eine Grabstaette aus weissem Marmor und wurde vom Mogul Shah Jahan zu Ehren seiner verstorbenen Lieblingsfrau Mumtaz Mahal von 1632-1653 von 20000 Arbeitern erbaut. Sie war bei der Geburt ihres 14. Kindes gestorben. Er selbst wurde spaeter neben ihr in der Kruft beigesetzt. Die kostbaren Baumaterialien des Taj stammen aus ganz Asien. Es gilt als „Die Krone aller Palaeste“ und ist das Juwel der moslemischen Kunst in Indien. Natuerlich gehoert das Taj Mahl zum UNESCO Weltkulturerbe. Ganze vier Stunden habe ich mich dort aufgehalten. Die Farben der Marmorkacheln wechseln vor allem bei Sonneaufgang von grau nach rot und strahlend weiss.
Und natuerlich gibt es in Agra genau wie in jeder anderen groesseren Stadt in Indien ein . . . . . . Fort. Das schaue ich mir dann am Nachmittag an. Aber wenn man das Taj vorher gesehen hat interessieren die anderen Dinge drum herum eher weniger.

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23.10.2012 - 35. Tag Von Agra nach Delhi

Von der Dachterasse meines Kamal Hotels hat man ne schoene Sicht auf das Taj Mahal, also ist heute Fruehstueck mit Aussicht angesagt. Leider ist es bewoelkt und regnet leicht. Da kommt das Mausoleum nixht so gut zur Geltung. Gut dass ich gestern drin war und nicht heute. Nach dem Fruehstueck heisst es Abschied nehmen vom ach so schoenen Taj und mit dem Tuk-Tuk zum Bahnhof CANNT. Hier im kleinen Agra gibt es drei verschiedene Bahnhoefe, je nachdem wohin man fahren will. Und mein naechstes Ziel ist die Hauptstadt Delhi. Grade noch rechtzeitig habe ich mitbekommen, dass mein 12647 nicht am Gleis 2 abfaehrt wie zig mal angekuendigt sondern ploetzlich auf Gleis 3 einfaehrt. Das ging nochmal gut. Und nen Sleeper mit Platzveservierung habe ich auch. Endlich mal wieder entspanntes Zug fahren. Und schon drei Stunden spaeter rollt der 12647 im Bahnhof Nizamuddin in Delhi ein. Untergekommen bin ich hier im Guesthouse RINGO am Connaught Place im Stadtteil New Delhi.

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24.10.2012 - 36. Tag Stadtrundfahrt in Delhi

Habe heute nochmal die Unterkunft gewechselt. Das RINGO ist doch sehr heruntergekommen und liegt im Stadtteil Connaught Place. Da ist nicht sehr viel los. Die Backpackerszene aber ist nicht weit vom Hauptbahnhof in New Delhi entfernt, nur ein paar Hunder Meter. Ausserdem muss ich morgen Abend mit dem Zug weiter. Habe dort das Ajay Guesthouse gefunden. Kostet zwar etwas mehr als das RINGO ist aber mit 12 Euro immer noch recht guenstig. Kabel-TV und Wifi vorhanden. Und sehr sauber. Es ist wichtig in Indien dass wenigstens das Hotel sauber ist. Denn wenn man es verlaesst steht man praktisch mit einem Bein im Dreck und Unrat.
Delhi ist riesig. Weiss nicht wieviele Millionen Einwohner. Es teilt sich in Old Delhi und New Delhi. Zu Fuss kann man das nicht ablaufen um was von der Stadt sehen zu können. Es gibt hier aber nen „Hop On Hop Off“ Shuttle Bus Service der alle möglichen Sehenswuerdigkeiten alle 15 – 30 Minuten anfaehrt. Das Ticket ist mit 480 Rupees aber nicht grade guenstig. Trotzdem nehme ich den Bus, scheint mir die praktikabelste Moeglichkeit zu sein. Mein erster Stop ist am „Rajgath“. Hier am Ufer des Yamuna Flusses wurde am 31. Januar 1948, einen Tag nach seiner Ermordung durch einen hinduistischen Fanatiker, Mahatma Gandhi eingeaeschert. Man kann das Grabmal besichtigen. Gleich nebenan ist das Gandhi-Museum. Ich bin zwar absulot kein Museumsgaenger aber dieses lasse ich mir dann doch nicht entgehen. Es zeigt die Lebensgeschichte des Anfuehrers der indischen Unabhaengigkeitsbewegung. Sehr interessant. Nicht weit davon entfernt ist das Rote Fort von Old Delhi. Wer sich dafuer interessiert kann auch fuer 250 Rupees reingehen. Ich war drin aber um ehrlich zu sein, von aussen sieht es viel schoener aus, heisst die 250 haette ich mir auch schenken koennen. Und fast daneben findet man die groesste Moschee Delhis, die „Jama Masjid“. Aber auch da wollen sie 300 Rupee von mir nur um mal reinzuschauen und Bilder machen zu koennen. Aber da verzichte ich drau. Fotografieren kann man das auch von aussen. Ausserdem habe ich im Iran viel schoenere Moscheen gesehen. Und wenn man bedenkt dass die Inder keinen Eintritt bezahlen muessen dann ist das eigentlich Schiebung. Auslaender muessen generell etwa 20 mal soviel bezahlen! Der naechste Hop-On-Bus faehrt mich dann zum India Gate, dem Arc de Triomphe Delhis. Der wurde zum Gedenken der 90000 gefallenen indischen Soldaten des 1. Weltkireges gebaut. Da ist zielich viel los heute. Warum die Inder da wohl alle herpilgern ist mir schleierhaft. Denn ausser das Monoment anschauen und ein bisschen Tretbootfahren ist nichts geboten. Letzter Halt fuer heute ist dann der „Humayuns’s Tomb“. Ein Grab das vor etwa 500 Jahren zu Ehren des verstorbenen Moguls Humayun gebaut wurde.

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25.10.2012 - 37. Tag Von Delhi nach Varanasi

In News Delhi steht der sogenannte „Lotus Tempel“. Der heisst so, weil er aussieht wie eine Lotus Bluete. Gebaut aus Marmour, Zement, Dolomit und Sand. Ganz schoen gross das Ding. Und der steht offen zum Meditieren fuer alle Religionen. Und das Beste kommt noch: Die wollen nicht mal Eintritt kassieren, auch nicht von Auslaendern. Fast ein Novum in Indien. Und auch hier werden Busweise die Leute angekarrt, hauptsaechlich Inder. Gleich nebenan befindet sich der Iskcon Tempel, ein Hindu Tempel. Der sticht hervor wegen seiner ausergewoehnlichen Form. Dritter und letzter Stop fuer heute ist der „Lajpat Nagar“ Markt. Der liegt auf dem Weg zurueck zum Hotel.
Abends um acht geht’s dann zum nahegelegenen Bahnhof. TukTuk oder Taxi brauche ich diesmal nicht. Man kann ihn zu Fuss erreichen. Heute Nacht steht nochmal ne Mammutetappe in Indien an. Denn Varanasi, die voraussichtlich letzte Station, liegt etwa 1000 km suedoestlich von Delhi. Dafuer braucht der Nachtzug laut Plan 12 Stunden. Zweiter Klasse Schlafwagen habe ich reserviert. Auch diese Reservierung hat geklappt, denn mein Name steht auf der ausgehaengten Liste der Passagiere am Bahnhof. Schlafwagen 4, Platz 25. Als ich reinkomme sitzen da schon wesentlich mehr Leute rum als Platz haben, soviel ist schon jetzt klar. Irgendwann erklaert mir einer, dass viele hier auf „Warteliste“ mitfahren. Sprich die haben ein Ticket gekauft und hoffen, dass nicht alle reservierten Plaetze auch belegt sind. Und wenn das doch der Fall ist so wie hier dann bleibt denen nichts anderes uebrig als auf dem dreckigen Boden zu uebernachten. Und das sind nicht wenige. Mir jedenfalls ist’s egal. Ich habe meinen Schlafplatz. Aber auch diese Nacht geht mit mehr Schlaf als erwartet vorrueber.

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26.10.2012 - 38. Tag Ankunft in Varanasi

Relativ puenktlich mit nur ner halben Stunde Verspaetung laeuft der Zug in Varanasi ein. Varanasi ist die heilige Stadt am Ganges wo alle Inder nach Moeglichkeit ihre Toten verbrennen damit die direkt den Weg ins Nirwana finden. Nach laengerem Suchen bin ich dann im Ganpati Guesthouse untergekommen (wenn mann morgens ankommt hat man Zeit zum Suchen). Das liegt direkt am Fluss und von der Dachterasse hat man ne tolle Aussicht. Ist nicht ganz guenstig aber sehr sauber. Und das ist hier in Varanasi besonders wichtig. Denn die Strassen und Gassen der Altstadt sind aehnlich wie die in Jodhpur sehr eng und schmal. Und mindestens genauso dreckig. An manchen Stellen kommen nicht mal die Mopeds durch, Autos schon mal gar nicht. Und auch fuer Tuk Tuks ist die Altstadt gesperrt. Ach ja . . . und Affen gibt’s hier im Guesthouse, genauer gesagt in der Altstadt, auch viele. Die machen alles unsicher, und werden immer wieder von den Hotelangestellten vertrieben. Aber der Gang in die Kueche wo die Bananen liegen ist nur allzu verlockend. Manche Kinder versuchen sie mit ner Steinschleuder zu treffen was denen natuerlich nicht behagt.

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27.10.2012 - 39. Tag Varanasi

Varanasi, eine der heiligsten Hindustaedte Indiens, liegt am Ganges Fluss und ist seit dem 6. Jahrhundert vor Christus ununterbrochen bewohnt. An den Ufern der Stadt sind ueber mehrere Kilometer verteilt aehnlich wie in Pushkar sehr viele sogenannter „Ghats“ platziert. Ghats sind Treppen die vom Ufer direkt runter in den Fluss fuehren. Und es gibt unterschiedliche Typen von Ghats. Zum einen die, an denen die abertausenden Pilger und Wallfahrer hier sich taeglich hinduistischen Ritualen unterziehen und sich die Seele reinwaschen im heiligen Ganges. Und so wie der Fluss fuer die einen das Lebenselexier bedeutet, bedeutet er fuer die Toten die Erloesung. Wer hier stirbt kommt sofort ins Nirwana. Deshalb gibt es hier jede Menge Hospize in welchen die Sterbenden aus ganz Indien gebracht werden (sofern man sich das leisten kann). Die verbringen hier die letzten Tage ihres Lebens um danach verbrannt zu werden. Denn nur wer verbrannt wird gelangt ins Nirwana. So eine Verbrennung ist natuerlich nicht grade guenstig. Abhaengig vom der Art des verwendeten Holzes ist die Einaescherung vollstaendiger oder nicht, sprich mit mehr Ueberresten. Ein Kilo teuren Tropenholzes kostet 200-300 Rupees. Und fuer eine Verbrennung werden etwa 300 kg benoetigt. Das kann sich natuerlich nicht jeder Inder leisten. Fotografieren ist am Krematorium strengstens untersagt. Erst gestern haetten sie beinahe einen Russen gelyncht der das missachtet hat. Beteiligt man sich jedoch in einem nicht unerheblichem Masse an den Kosten der Einaescherung, dann kann man auch Bilder machen. Habe heute frueh zum Sonnenaufgang ne Bootstour auf dem Ganges gemacht. Wenn man weiter weg ist vom Verbrennungsghat kann man unbeobachtet auch fotografieren. Jedenfalls werden die Toten hier fast im Minutentakt mit grossem Gefolge durch die Strassen zum Ganges getragen wo sie zuerst mit heiligem Wasser benetzt werden bevor sie auf den Scheiterhaufen kommen. Am Leichentuch kann man erkennen um was fuer ne Person es sich gehandelt hat. Bei einem roten Tuch beispielsweise handelte es sich um ein junges Maedchen. Nach der Verbrennung wird dann die Asche ueber dem Ganges verstreut. Die Feuer der Krematorien gehen praktisch nie aus. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Die Hindus leben im Kastensystem und werden dementsprechend auch je nach Kaste in 3 verschiedenen Kategorien verbrannt. D.h. die niedrigste Kaste wird direkt am Flussufer verbrannt, waehrend die oberste Kaste etwas weiter oben, naeher am Nirwana eingeaeschert wird. Aber nicht jeder Hindu darf verbrannt werden, z.B. Schwangere, Kinder und Leprakranke werden mit Steinen beschwert und dann die Leiche in der Mitte des Ganges versenkt. Einen nepalesischen Pilger haben wir waehrend der Tour am Ufer des Flusses aufgegabelt. Der hatte einige leere Kanister dabei. Die haben wir dann in der Flussmitte mit Gangeswasser gefuellt damit er ein wenig heiliges Wasser mit nach Hause bringt. In den durchsichtigen Plastikkanister sieht man erst richtig wie unrein das Wasser ist. Schwer einzuschaetzen wo der meiste Dreck herkommt: Von den Abwaessern, den badenden Rindviehchern, den versenkten Toten oder von den Fabriken flussaufwaerts die jede Menge Schwermetalle einleiten. Drin baden moechte ich jedenfalls nicht.
Im Gassengewirr der Altstadt von Varanasi, also direkt am Fluss kann man sich durchaus verlaufen (ist mir heute mehrfach passiert). Die 3-4 stoeckigen Haeuser stehen so eng aneinander dass manchmal grade noch 2 Personen aneinander vorbeikommen. Nach dem Sonnenstand kann man sich auch nicht richten denn Sonne kommt da nicht rein. Am besten man fragt wo es zum Fluss geht: „Ganga ?“ ist das Stichwort. Und von dort findet man dann wieder heim. Das Polizeiaufkommen in Varanasi ist extrem hoch. An jeder Strassenecke stehen oder sitzen einige herum. Und die tragen alle geladene Gewehre mit sich herum. Nicht mal am Taj in Agra habe ich so viele gesehen.

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28.10.2012 - 40. Tag Von Varanasi nach Gorakhpur

Also Indien ist wirklich KRASS. Aber Varanasi ist die Steigerung davon. Alles was man in Indien erleben kann, erlebt man mit Sicherheit in Varanasi. Der einzige Ort in Indien wo Tod und Leben so nahe beieinanderliegen. Und das alles nur wegen des heiligen Flusses Ganges. Innerhalb von nur 20 Metern baden sowohl Rinder als auch Menschen darin und die Waesche wird auch darin gewaschen, sofern das ueberhaupt moeglich ist. Und in der Flussmitte wird die Asche der Toten verstreut. In den engen Gassen der Altstadt wuseln die hinduistischen Pilger. Manchmal ist selbst zu Fuss kaum ein durchkommen. Und die Mopeds fahren auch noch durch, verpesten die Luft und hupen ununterbrochen weil sie natuerlich nicht durchkommen. Dazu noch die vielen Rindviehcher die noch die Gassen versperren und ihren Dreck hinterlassen. Also hier ist wirklich was geboten. Ausserdem wusste ich gar nicht, dass ich hier in Indien so viele Freunde habe. Alle paar Meter wird man hiier mit „Hello Friend!“ angesprochen. Wirkliche Freunde sind das nicht obwohl jeder nur mein Bestes will, naemlich mein Geld.
Aber damit ist heute Schluss denn um 17 Uhr faehrt mein Zug nach Gorakhpur. Das liegt noerdlich von Varanasi, nicht weit von Nepal entfernt. Nepal wird das naechste Reiseland werden und die Hauptstadt Kathmandu das naechste Ziel. Habe heute mal etwas mehr Geld ausgegeben fuer eine Fahrkarte 1. Klasse. Kostenpunkt 15 Euro. Die Fahrt dauert 5-6 Stunden. Bin noch nie 1. Klasse in Indien gefahren und deshalb gespannt auf die Luxusklasse. Das Ticket habe ich noch schnell heute frueh am Bahnhof am Tourieschalter gekauft. Der 15007 laeuft fuer indische Verhaeltnisse fst puentklich mit 20 Minuten Verspaetung im Bahnhof Varanasi ein. Die 1. Klasse ist tatsaechlich einiges besser als die 2. Klimatisierte 4-Bett Kabinen mit viel Raum und etwas bequemeren Lederpritschen aber natuerlich noch weit von unserem Standard enfernt. Und man bekommt sogar ein Kissen und ne Decke zum pennen. Mit mir im Abteil sitzt ein juntges hollaendisches Paerchen die ebenfalls nach Nepal wollen. Um 23 Uhr laeuft der 15007 dann in Gorakhpur ein.
Nepper, Schlepper, Bauernfaenger Von Gorakhpur bis nach Sonauli an der nepalesischen Grenze sind es noch 3 Stunden mit dem Local Bus. Die stehen auch schon um die Ecke des Bahnhofs bereit. Ich dachte die Sache mit den aufdringlichen Indern waere jetzt endlich durch. Doch da steht schon wieder so ein ueberfreundlicher, schmieriger Typ herum der uns in gutem englisch anspricht und seine Dienste anbieten will. „Man muss hier in der Gegend aufpassenweil die Leute einen immer reinlegen wollen“, sagt er.   Das ist was faul! Der will selbst nach Sonauli fahren, zeigt uns den Bus und will mit den Fahrkarten helfen, da der Schaffner im Bus kaum englisch spricht. Spaeter hat sich dann herausgestellt, dass wir seine Fahrkarte mitfinanziert haben. Das erste Mal dass ich richtig wuetend werde auf der Reise. Beinahe haette ich die 68 Rupee aus ihm herausgepruegelt. Kleinlaut hat er das Geld dann doch zurueckgegeben.

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Nepal

29.10.2012 - 41. Tag Von Sonauli nach Kathmandu

Nach 3 Stunden Holperfahrt in einem alten, klapprigen Bus ueber unbefestigte Strassen und sehr kuehlen Temperaturen erreichen wir fruehmorgens um drei Uhr die Grenze. Es ist stockdunkel. Nur der Vollmond spendet ein wenig Licht. Die Gehwege sind schon hochgeklappt, alles schlaeft. Sogar die indischen und die nepalesischen Grenzsoldaten. Ehe wir uns versehen sind wir schon mehrere Hundert Meter ohne Immigration nach Nepal einmarschiert. Also wieder zurueck nach Indien und mit den Taschenlampen das indische Immigration Office suchen. Das ist ne aeltere Baracke die vorn offen und nur mit Vorhaengen zugezogen ist. Auf dem Buerotisch liegt unter einem Moskitonetz der Grenzbeamte und schnarcht vor sich hin. Nach mehreren Versuchen bekommen wir ihn dann wach. Die Formalitaeten sind trotz der Unausgeschlafenheit des Beamten schnell erledigt und wir haben den Ausreisestempel Indiens im Pass. Danach marschieren wir ein zweites Mal unbehelligt ueber das Niemandsland nach Nepal rueber und suchen auch dort das Immigration Office. Diesmal keine Baracke sondern ein kleines Haeuschen. Aber auch die nepalesischen Beamten muessen wir herausklingeln. Die sind jedoch um einiges freundlicher und machen einen ausgeschlafeneren Eindruck. Das 30-taegige Visum geht „ratz-fatz“. Das war jedenfalls die coolste Grenzabfertigung die ich je hatte. Nur nepalesisches Geld haben wir noch nicht. Die Wechselstuben sind noch zu und der naechste Geldautomat 4 km entfernt. Aber auch hier koennen die freundlichen Grenzbeamten weiterhelfen und uns ein paar nepalesische Rupees beschaffen. Sie wechseln uns selbst die nicht mehr benoetigten indischen Rupees in nepalesische um.   Das war’s dann auch mit Indien. Hat mir bis auf die beschriebenen Ausnahmen sehr gut gefallen. UND: Habe Indien ohne Magen-/Darmprobleme und ohne Auswurf von Lebensmitteln ueberstanden !   Hundert Meter nach der Grenze halten auch schon Busse und einer faehrt sofort Richtung Kathmandu ab – das laeuft ja wie am Schnuerchen. Schnell verabschiede ich miche von den Hollaendern und steige ein. Denn die wollen Richtung Pokhara weiter. Die 10 Stunden Fahrt nach Kathmandu kostet mit 600 Rupee nur 5,56 Euro (derzeit sind 108 nepalesische Rupee 1 Euro). Die Sitzabstaende des alten Busses sind sehr eng und der Bus selbst uebervoll besetzt. Wir sitzen wie die Oelsardinen in der Buechse – lediglich das Oel fehtl. Beine angewinkelt, null Beinfreiheit. Schon nach einer Stunde tut mir der Hintern weh. Auch nach 6 Wochen und 10000 km Bus- und Zugfahrt hat sich das Sitzfleich nicht gebessert. Ich weiss noch nicht wie ich das 10 Stunden lang durchhalten soll. Aber wenigstens die Landschaft entschaedigt. Die Fahrt fuehrt schnell aus dem Flachland in die Berge, bestimmt 100 km lang ein Flusstal hoch. Ueber die Schluchten sind viele Haengebruecken gespannt. Alles ist gruen hier. Es wachsen soger Palmen und Bananenstauden. An den Haengen wurden Reisterassen gebaut. Stundenlang fuehrt die Strasse an steil abfallenden Haengen bergauf. Begrenzungsmauer oder gar Leitplanken gibt es nicht. Alles Vertrauen liegt in der Fahrkunst des jungen Busfahrers. Am Horizont kann man schon die schneebedeckten Gipfel des Himalaya erkennen. Dann endlich nachmittags um 3 Uhr Ankunft in Kathmandu. Die Hauptstadt Nepals liegt 1300 Meter hoch in einem Gibirgstal. Mit dem Micro (Minibus) fahre ich vom Busbahnhof in den Stadtteil „Thamel“, das Travelloreck der Stadt. Hier sind die Meisten Hotels, Backpacker, Restaurants, Reisebueros und Outdorr-Ausruestuer-Laeden. Mittendrin mein reserviertes Sunrise Cottage Guesthouse. Das Klima hier ist im Vergleich zu Indien sehr angenehm. Tagsueber hat es etwa 25 Grad und Sonnenschein. Da die Nepalesen meist Buddhisten und keine Hindus sind gibt es auch keine Rindviecher auf der Strasse die alles vollscheissen. Sprich die Strassen sind sauber und auch der Verkehr nicht so dicht wie in Indien. Gehupt wird auch viel weniger. Also alles in allem eine richtige Oase. Warum bin ich nicht schon viel frueher hierhergekommen ?

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30.10.2012 - 42. Tag Wiedersehen mit Freunden

Das Sunrise Cotage GH habe ich nicht ungefaehr ausgewaehlt. Denn ich wusste, dass meine Freunde Heike & Manfred die letzten 4 Wochen in Nepal im Everest-Gebiet zum Trekking waren und heute zurueck nach Kathmandu just in dieses Guesthouse kommen wollten. Und wie es der Zufall will stehen die schon morgens um halb zehn an der Rezeption. Im Schlepptau haben die noch Heikes Vater, der mit seinen stolzen 75 Lenzen auch die vier Woche mitgewandert ist. Und das ueber Paesse von ueber 5400 Metern – Alle Achtung ! Aber so einen pensionierten Bierbrauer haut so schnell nichts von den Socken.
Waehrend die drei sich heute von den Strapazen des Trekkings erholen sehe ich mir die Altstadt von Kathmandu an und laufe zum „Affentempel“ Swayambhu. Das ist ein nepalesischer Tempel im Westen der Stadt auf einem kleineren Berg. Er gehoert zum UNESCO Weltkulturerbe. Von dort hat man eine wunderschoene Sicht ueber die ganze Stadt. Der Legende nach soll im Kathmandu Tal frueher ein grosser See gewesen sein aus desssen Inneren sich der Berg emporhob. Swayambuhnat bedeutet auch soviel wie „selbst auferstanden“. Abends wird dann das Wiedersehen gebuehrend mit Tandoori Chicken und viel Everest-Bier gefeiert.

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31.10.2012 - 43. Tag Kathmandu – Pashupatinath und Boudhanath


Pashupatinath
Heute Vormittag fahren wir vier mit dem Taxi in den Osten Kathmandu’s. Da steht Nepals wichtigste Hndu-Tempelanlage „Pashupatinath“. Aehnlich wie in Varanasi ist es unter anderem eine Verbrennungsstaette der Hindu’s. Auch hier koennen wir heute live miterleben wie diese Rituale durchgefuehrt werden. Mit dem Unterschied dass kein Fotografierverbot besteht.
Boudhanath
Die Meereshoehen in Nepal variieren von 60 m ueber Normalnull bis zum hoechsten Punkt der Erde, dem Mt. Everest auf 8848 m. Und das alles auf einer Entfernung von nur 150 km, vom subtropischen Klima bis zum arktischen Klima. In Nepal gibt es 4 Orte des UNESCO Weltkulturerbes. Unter anderem auch der buddhistische Tempel von Boudhanath, eine grosse Stupa, etwa 6 km vom Zentrum entfernt. Die anderen 3 haben die schon besichtigt. Als mache ich mich auf die Socken und laufe dorthn. Vom Pashupathinath nur ne halbe Stunde entfernt. Boudhanat gehoert zu den wichtigsten Pilgerorten der Buddhisten. Frueher holten sich Pilger und Reisende hier den Segen ab bevor sie die gefaehrlich Reise durch die Berge des Hmalaya nach Tibet unternahmen, bzw. sie bedankten sich wenn sie sicher im kathmandu Tal angekommen sind. Jedenfalls eines der groessten und wichtigsten Monumente der buddhistischen Welt.

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01.11.2012 - 44. Tag Kathmandu – Durbar Square

Auch der Durbar Square in Kathmandu gehört zum Weltkulturerbe. Und den nehmen wir uns heute Vormittag vor. Es handelt sich eigentlich um eine grössere Anlage mit Tempeln und einem Palast. Von diesem aus regierten die früheren nepalesichen Könige. Das interessanteste an diesem Palast ist jedoch die KUMARA DEVI. Denn Nepal hat nicht nur hunderte von Gottheiten und Buddhas in Form von Statuen, Bildern und Symbolen sondern auch eine richtige lebende Göttin, eben die Kumara Devi. Sie ist ein junges Maedchen das im Gebaeude „Kumari Bahal“ lebt. Sie wird ausgewaehlt aus einer bestimmten Kaste der Gold- und Silberschmiede. Sie ist zwischen 4 Jahre alt und der Pubertaet. Wenn sie die erreicht hat wird sie durch eine neue ersetzt. Sie muss immerhin 32 physischen Voraussetzungen genuegen, wie z.B. Augenfarbe, Figur, Zaehne, Stimme . . . . . Durch eine spezielle rituelle Prozession wird sie unter mehreren Kandidatinnen ausgewaehlt. Nur wenige Male im Jahr kann man sie in der Oeffentlichkeit sehen, hauptsaechlich zum Intra Jatra Festival im September.
Am Nachmittag zeigt mir Manfred das Office der TIMS, der Trekkers Information Management System. Das ist die Behoerde, bei der man sich anmelden muss um in Nepal trekken zu duerfen. Er kennt sich als erfahrener Nepal Trekker hier bestens aus. Man benoetigt zum einen einen Ausweis fuers Trekking und zum anderen muss man noch die Gebuehr fuer das Trekking Gebiet bezahlen in dem man sich aufhaelt. Und das wird in meinem Fall das Langtang Valley sein. Heute ist zum Glueck nicht besonders viel los und ich habe das Procedere in 20 Minuten hinter mir. Das kann auch schon mal 2-3 Stunden dauern wenn sich die Touries hier die Klinke in die Hand geben.

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02.11.2012 - 45. Tag Kathmandu – Trekking-Ausrüstung besorgen

Bisher war ich nur in warmen Gefilden und meist in kurzen Hosen unterwegs. Das wird sich in den naechsten 8-12 Tagen aendern. Denn dann geht’s in die Berge. Aber zum Anziehen habe ich noch nichts und auch keine Ausruestung. Aber hier in Kathmandu ist man natuerlich auf sowas bestens eingerichtet. Bestimmt jedes 4. Geschaeft hier ist ein Laden fuer Trekking Ausruestung. Hier im Stadtteil Thamel bekommt man wirklich alles. Und das zu guenstigen Preisen sofern man nicht unbedingt Wert auf Markenware legt. Mein Arbeitskollege Thomas P. der jedes Jahr hier ist hat mir den Kalapatthar Trekking Store seines Bekannten „Besh“ empfohlen. Der hat auch die meisten Sachen recht guenstig anzubieten. Ausserdem kann ich einen Schlafsack und Stoecke bei ihm leihen. Denn die brauche ich hinterher bestimmt nicht mehr, bzw. will ich danach nicht weiter mit mir rumschleppen muessen. Morgen früh geht’s los. Zunaechst mit dem Bus nach Dhunche und von dort aus in mehreren Tagen das Langtang Tal hinaufwandern. Uebernachten kann man in den Doerfern in sog. Lodges. Bin mal gespannt ob das klappt. Wenn die Zeit auch noch fuer den Helambu Trek reicht waere das nicht schlecht. Verlaufen kann man sich anscheinend nicht. Habe mir trotzdem noch ne gute Landkarte der Region besorgt. Es wird Zeit dass ich wieder etwas tue. Die letzten paar Tage waren Urlaub von der Reise. Das erste Mal dass ich weg bin und mehr als drei Naechte hintereinander im selben Bett geschlafen habe.
Heute abend muss ich auch meine Freunde Heike, Manfred und Eugen verabschieden. Denn die treten die Heimreise nach Deutschland an. Bin jetzt also wieder auf mich alleingestellt.

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03.11.2012 - 46. Tag Abenteuerliche Busfahrt von Kathmandu nach Dhunche

Bereits um 4:45 Uhr hiesst es Aufstehen. Der erste Bus nach dhunche geht um 5:30 Uhr. Der Bruder der Hotelbesitzerein faehrt mich zum entsprechenden Schalter am Busbahnhof. Ich kaufe ein Ticket und frage nochmal wann der Bus faehrt. „Eight-Thirty“ kommt die Antwort. Ja Wie ?! Ich dachte der faehrt jetzt !? Aber die ersten drei Busse heute frueh sind schon voll, ich muss warten. Dabei hatte mein Hotelier noch versichert dass man immer ein Ticket bekommt um diese Zeit. Die Alternative waere 7 Stunden Stehplatz oder aber auf dem Dach mitfahren – nee lieber nicht. Drei Stunden spaeter nach dem 2. Fruehstueck am Busbahnhof geht’s dann endlich los. Zu warten war kein Fehler denn schon bald ist der Bus vollgepackt mit Menschen und Gepaeck. Groessere Gepaeckstuecke werden auf das Dach verfrachtet. Und da oben drauf sitzen bestimmt auch nochmal gut 20 Personen. Die Kapazitaet des Busses ist weit ueberschritten, viel mehr geht nicht. Ausgenommen ein paar Mitfahrer die am Strassenrand aufgegabelt werden. Bis Dhunche sind es 150 km. Es muessen zwei Bergkaemme ueberwunden werden. Das Wort Berg bekommt hier in Nepal eine ganz andere Bedeutung. Stundenlang geht es in langsamen Tempo bergauf. Die Strasse ist meist unbefestigt und die steil abfallenden Haenge unesichert. Eine falsche Lenkbewegung des Fahrers und das war’s. Wenn ich den Abhang runterschaue wird mir Himmelangst. Die Landschaft ist mindestens genauso atemberaubend wie auf der Anfahrt von Indien nach Kathmandu. Die steilen Berghaenge sind uebersaeht mit Reisterassen. Der Reis steht jetzt nach Ende der Regenzeit kurz vor der Ernte. Das letzte Stueck vor Dhunche ist die Strasse dann so schlecht dass man nur noch mit einem Jeep, oder aber einem alten gelaendegaengigen Bus durchkommt. An einer Stelle ist sie die letzten Jahre drei mal weiter nach oben verlegt worden da sie in der Regenzeit immer weggespuelt wurde. Waehrend der Monsunzeit ist deshalb Dhunche von der Aussenwelt abgeschnitten. Kurz vor der Stadt werden unsere Permits (TIMS) kontrolliert und falls noch nicht in Kathmandu geschehen die Parkeintrittsgebuehr erhoben. Mit einem Franzosen, einem Nepalesen und dessen spanischer Freundin (alle im Bus) steigen wir im selben Guesthouse ab. Die Zmmer kosten hier nur 300 Rupees und mit dem Franzosen Maxime geteilt nur 150, also gerade mal 1,40 Euro. Dhunche liegt auf knapp 2000 Metern Hoehe und ist Ausgangspunkt fuer Trekkingtouren ins Langtang Valley oder nach Gosain Kund. Hier wird es nachts schon sehr kalt. Die Temperaturen liegen knapp ueber dem Gefrierpunkt.

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04.11.2012 - 47. Tag Langtang Valley – Von Dhunche zum Bamboo Lodge

Der erste Teil der Trekking Tour fuehrt ins Langtang Tal. Das liegt im gleichnamigen Nationalpark etwa 120 km noerdlich von Kathmandu nahe der Grenze zu Tibet. Das Tal ist etwa 20 km lang. Der reissende Gebirgsfluss „Langtang Khola“ wird von vier groesseren Gletschern gespeist. Aber ueber allem ragt mit 7227 Metern Hoehe der Langtang Lirung,, dessenn schneeweise Spitze man schon von weitem sehen kann. Die Klimazonen reichen von Subtropisch in den Taelern (da wachsen Bananen und Palmen), ueber Bergwaelder (2000-3000 m) und Sub-Alpiner Zone (3000-3600 m) bis hin zur Alpinen Zone. Im Nationalpark leben rote Panda’s, Himalaya-Schwarzbaeren, Schneeleoparden und Wildhunde.
Maxime der Franzose hat nur drei Tage Zeit fuer’s Trekking hier. Das ist natuerlich viel zu wenig. Also stehen wir um habl sechs auf und marschieren um halb sieben los. Das erste Stueck haben wir denselben Weg. Die beiden anderen machen den Gosain Kund Trek den ich spaeter in Angriff nehmen will. Doch schon nach 2 km lasse ich Maxime ziehen. Denn der legt ein Tempo vor als ob er in 3 Stunden den Everest erklimmen will. Ich lasse mir Zeit mit meinen 12 kg Gepaeck auf dem Ruecken. Nach 5 Stunden erreiche ich den Bergort „Thulo Shyaphru“ auf 2250 Metern Hoehe – Zeit fuer Mittagspause. Die aeltere Mama vom Yeti Guesthouse kocht mir ne Kanne Milchtee und einen Begetable Fried Rice zur Staerkung. Die Nachmittagsetappe fuehrt dann rein ins eigentliche Langtang Tal. Relativ viele Touries kommen mir entgegen, vor allem Franzosen. Einige koennen (oder wollen) den eigenen Rucksack nicht (mehr) tragen und nehmen dafuer die Dienste eines Traegers (Sherpa) in Anspruch. Wieder andere bauchen nen Guide da sie sich nicht trauen den Weg alleine zu finden. Und wieder andere benoetigen sowohl nen Guide als auch nen Sherpa. Das kann ins Geld gehen. Denn ein Guide kostet 1500 am Tag und ein Sherpa 1200 (15 Euro, 12 Euro). Noch brauche ich keinen von beiden. Denn tragen kann ich selbst und ne Wanderkarte lesen auch. Endstation fuer heute ist um 15:30 Uhr der Ort Bamboo Lodge und dort das Tibet Guesthouse. Ein Zimmer in einer Huette kostet 100 Rupees (1 Euro) und ne warme Dusche nochmals 100. Muss man extra bezahlen denn das muessen die Sherpa’s hochtragen (die muessen eigentlich alles hochtragen). Beheizt wird nur die Stube mit einem Holzofen. Da drin sitzen abends alle am Tisch, Touristen und die einheimische Familie. Heute bin ich der einzige Gast. Macht nichts, da kommen interessante Gespraeche mit den Nepalesen zustande. Die sind hier alle tibetischer Abstammung. Spaeter kommen dann doch noch vier Deutsche hereingeschneit.

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05.11.2012 - 48. Tag Langtang Valley – Vom Bamboo Lodge nach Langtang

Wieder um 6 aufstehen und Packen und um 6:30 Uhr ohne Fruehstueck abmarschieren. Denn heute muss ich 1500 Hoehenmeter bewaeltigen. Bis zum Lama Hotel bedeutet das erstmal zwei Stunden anstrengenden Fussmarsch mit Gepaeck. Leider geht’s nicht immer bergauf sondern auch wieder runter. Sprich es werden mehr Hoehenmeter. Das Fruehstueck habe ich mir dann redlich verdient. Aber ab jetzt verlaeuft die Strecke wenigstens stetig wenn auch manchmal steil bergauf. Weiter 2,5 Stunden spaeter dann Mittagspause in Ghodatabela auf knapp 3000 Metern. Ich glaube ich bin so ziemlich der Einzige (Bloede ?) der sein Gepaeckselber schleppt. Fast jeder Auslaender laeuft hier mit nem Sherpa herum. Und die armen Jungs muessen dann die 50 kg Kleiderschraenke der Tjouries auf dem Ruecken tragen. Sie spannen das Gepaeck nicht nur am Bauch fest sondern halten das alles noch mit einem Stirnband fest. Vor denen habe ich groessten Respekt. Ueberhaupt habe ich das Gefuehl dass Nepal fest in franzoesischer Hand liegt. Schaetze 70% der Trekker kommen aus unserem Nachbarland. Teilweise Gruppen von 15-20 Personen auf einmal. Und an denen muss man erstmal vorbeikommen. Weitere drei Stunden spaeter gegen 14 Uhr habe ich dann endlich das Tagesziel, den kleinen Gebirgsort Langtang erreicht. Wurde auch Zeit denn jetzt bin ich wirklich platt. Im ECO Guesthouse lasse ich mich nieder. Das haben die Deutschen gestern abend empfohlen. Ne heisse Dusche ist im Preis von 150 Rupees auch mit drin. Der Vortreil wenn man am fruehen Nachmittag ankommt ist der, dass man noch Waesche waschen und zum Trocknen in die Sonne haengen kann und dass die Solar-Dusche wirklich noch heiss ist. Hier in Langtang sind die Haeuser 24 Stunden mit Strom aus einer Wassermuehle versorgt. Im Vergleich zu gestern ist heute abend die Stube brechend voll. Drei Schweizer Geologie-Studenten die hier Klimamessungen betreiben, viele Einheimische und sogar ne 7-koepfige Thai-Reisegruppe aus Bangkok. Mit denen verstehe ich mich praechtig, nicht zuletzt wegen meiner (wenigen) Sprachkenntnisse. Zum Abendessen gibt’s „Dal Bhat“, das nepalesische Traditionsgericht. Das essen die Einheimischen jeden Tag. Es besteht aus gekochtem Reis, Bratkartoffeln, Linsensuppe und der Gewuerzmischung „Dal“. Das gute daran ist dass man es immer sehr schnell bekommt nach der Bestellung (immer vorraetig) und dass es Nachschlag gibt. Bestellt man jedoch ein exotisches Gericht von der Karte kann es schon mal ne Stunde dauern, da der mit Holz befeuerte Steinherd in der Kueche nur 2 Kochstellen hat.

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06.11.2012 - 49. Tag Langtang Valley – Kyanjing Gumba und Kyanjing Ri

Heute bleibt das Gepaeck im ECO Guesthouse denn auf dem Programm steht nur ne Tagestour, d.h. keine Schlepperei. Ds Ziel ist der hinterste Ort des Tales, Kyanjin Gumba. Alos 6:45 Fruehstueck und 7 Uhr Abmarsch, dabei habe ich nur den Foto, ne Wasserflasche und ne Packung Kekse. Nach zwei Stunden strammen Fussmarsches leicht bergauf ist der Ort dann auch schon erreicht. Und ein 2. Fruehsteuck ist faellig – Yakmilchtee mit Chapati. Yak ist eine Rinderart die in Zentralasien nur in hoeheren Gegenden vorkommt. Sie werden auch als Haustiere gehalten, in hoeheren Lagen leben sie wild.       Die Dimensionen des Himalaya Gebirges sind gigantisch. Denn Kyanjing Gumba liegt auf 3870 Metern Hoehe in einem tiefen Tal. Links und rechts ragen mehrere hundert Meter hohe Felswaende empor aus denen immer wieder Wasserfaelle senkrecht abstuerzen. Und die eigentlich wirklich hohen Berge, die sech- und sieben-Tausender ragen schneebedeckt hinter den Felswaenden empor. Hier ist eben alles zwei Nummern groesser als in den Alpen. Dazu der wolkenlose, stahlblaue Himmel und die Sonne die trotz der 4000 m Hoehe noch waermt. Grade auch wegen dieses Bilderbuchwetters sind Oktober und November die bese Reisezeit fuer Nepal.
Viel besonderes mehr als in Langtang zu sehen gibt es in Kyanjing Gumba nicht. Aber gleich neben dem Ort ist die „kleinere Erhebung“, der Kyanjing Ri. Der ist „nur“ 4773 Meter hoch und in 2-3 Stunden gut und relativ einfach zu besteigen. Ohne Gepaeck laeuft sich’s wirklich leichter und so bin ich schon in 1,5 Stunden oben. Nicht zuletzt wegen der Trekking-Stoecke die wirklich viel bringen. Muss jedoch aufpassen mit der Hoehe. Von meinem Startpunkt in Langtang auf 3400 m bis auf die 47773 m koennte man schon hoehenkrank werden. Deshalb immer langsam bergauf und sehr viel trinken (3-4 Liter pro Tag). Anzeichen der Hoehenkrankheit wie Schwindel oder Uebelkeit verspuere ich gluecklicherweise nicht. Jedenfalls ist die Aussicht hier oben grandios. Obwohl auf fast 5000 m Hoehe ueberragt der hoechste Berg hier, der Langtang Lirung mit seinen 7227 Metern alles. Der hat auch nen grossen Gletscher. Erklommen worden ist der Langtang Lirung noch nie !! Das liegt zum einen daran, dass er heilig ist und nicht bestiegen werden darf und zum anderen daran, dass es extrem gefaehrlich ist. Direkt vor meinem ECO Guesthouse wurde ein Natursteindenkmal fuer eine gescheiterte Expedition mit mehreren Toten 1992 errichtet. Der letzte missglueckte Versuch war erst vor 3 Jahren. Auch da gab es einen toten Bergsteiger zu beklagen.
Neben dem Langtang Lirung stehen hier noch einige sechs- und 5-Tausender herum. Da ich nicht Gefahr laufen will, hoehenkrank zu werden halte ich mich nur 20 Minuten am Gipfel auf. Der Rueckweg ins Tal ist in einer Stunde dann auch erledigt. Und nach weiteren zwei Stunden binich am fruehen Nachmittag dann wieder „zuhause“ im ECO Guesthouse in Langtang.

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07.11.2012 - 50. Tag Langtang Valley – Von Langtang nach Thulo Shyaphru

Heute geht’s wieder das Langtang Tal hinunter. Und zwar auf demselben Weg wie vorgestern hinauf. Um das Tagesziel in Thulo Shyaphru zu erreichen heisst das wieder mal um 6 aufstehen, 6:30 Uhr Fruehstueck und um 7 Abmarsch. Habe mich an die Oesterreicherin Ines und ihren nepalesischen Guide gehaengt die denselben Weg haben. Die waren auch im ECO Guesthouse untergebracht. Troedeln koennen wir nicht denn die Strecke muss in 8-9 Stunden weit vor Anbruch der Dunkelheit bewaeltigt sein. Zwei Stunden vor dem Ziel trennen wir uns, da die beiden nach Shyaphru Besi ins Tal muessen und morgen zurueck nach Kathmandu fahren. Ich aber will noch den Anschluss-Trek nach Gosain Kund und Helambu in Angriff nehmen. Talabwaerts kommen wieder viele Sherpa’s entgegen. Deren Leistung kann man nicht oft genug erwaehnen. Einer kommt mit nem 5 Meter langen Ofenrohr entgegen und ne Minute spaeter sein Kollege mit dem schweren Eisenofen auf dem Ruecken. Feste Schuhe koennen die sich nicht leisten, sie tragen ihre Last mit Flip-Flops!
Um 15:30 Uhr komme ich dann endlich in Thulo Shyaphru mit gluehenden Oberschenkeln an. Die Etappe haette man auch auf 2 Tage verteilen koennen. Vom Hotel „Langtang View“ bekomme ich ein Zimmer sogar fuer umsonst, vorausgesetzt ich lasse dort das Geld fuer Essen und Trinken liegen – das gibt’s auch nur hier. Abends sitzt man mit der Familie zusammen im Wohnzimmer. Die haben sogar Satellitenfernsehen mit 70 Programmen. Und was laeuft ?   Natuerlich indische Bollywood-Filme. Das verstehen die hier sehr gut. Denn Nepali und Hindi ist fast dieselbe Sprache.

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08.11.2012 - 51. Tag Gosain Kund Trek – Von Thulo Shyaphru nach Laurebesi

Wie fast jeden Tag so auch heute um 6 Uhr aufstehen und gleich nach dem Fruehstueck mit Sack und Pack weiterziehen. Ne anstrengende Etappe steht bevor. Bis zum Nachmittag will ich den Gebirgsort Laurebesi erreichen. Das heist ich muss heute 1700 Hoehenmeter bewaeltigen, denn Laurebesi liegt auf 3900 Metern Hoehe und ist schon Teil des 2. Treks den ich mir vorgenommen habe. Die ersten 2,5 Stunden sind die anstrengensten. Da geht’s die ersten 1000 Hoehenmeter immer nur bergauf. Ausserdem habe ich mich ein paar mal „verfranzt“ und den Weg nicht mehr gefunden. Immer dann wenn man aus dem Wald rauskommt und auf ne Siedlung von Huetten stoesst teilen sich die Wege. Da hilft es nur die Einheimischen zu fragen. Irgendwo laueft immer einer rum. Um halb elf dann Zwischenhalt und 2. Fruehstueck in Shin Gumba auf 3300 Metern. Mit der Hoehe habe ich (noch) keine Probleme. Auch 2 Stunden spaeter in Laurebesi geht’s mir noch bestens. Man muss halt langsam aufsteigen und vor allem viel trinken (aber keinen Alkohol !!). Laurebesi ist ein kleiner Ort und besteht nur aus 4-5 Natursteinhaeusern oder Huetten die alle Bergwanderern Unterkunft bieten. Von hier oben hat man ne grandiose Aussicht auf die Bergwelt Nepals und die nicht weit entfernten Siebentausender in Tibet. Die ganz hohen Achttausender sieht man von hier leider nicht. Aber auch der Langtang Lirung liegt schoen zu Fuessen. Leider zieht es am Abend zu sodass man die schneebedeckten Berge beim Sonnenuntergang nicht rotgluehend sieht wie tags zuvor. Nachts wird’s hier oben bitterkalt. In den Bretterbuden faellt die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Da hilft es nur die Fluessigkeiten und die Klamotten fuer den naechsten Tag mit in den Schlafsack zu packen damit nichts einfriert oder zu kalt wird. Auch die Freitzeitklamotten, Socken und vor allem die Muetze sollte man nachts anbehalten um nicht zu erfrieren. Bis zum Ins-Bett-Gehen sitzen Touries und Einheimische zusammen um den Holzofen in der Gaststube um sich aufzuwaermen.

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09.11.2012 - 52. Tag Gosain Kund Trek – Von Laurebesi nach Thadepati

Habe letzte Nacht kaum geschlafen. In dem unbeheizten Zimmer (Bretterbude) war es arschkalt. Das Eis ist an die Fenster gefroren. Trotz des -20 Grad Schlafsackes und der zusaetzlichen Decke und aller Klamotten die ich anhatte hat es mich gefroren. Nichtsdestotrotz steht heute die „Koenigsetappe“ auf dem Programm. Also wieder wie gehabt um 6 raus aus der Falle (schlafen konnte ich eh nicht) , zusammenpacken, fruehstuecken und los. Der Nebel von gestern Abend ist weg und die Sicht auf die Berge phaenomenal. Die ersten drei Stunden geht’s fast nur bergauf. Zunaechst am Gebirgsort Gosain Kund vorbei. Das liegt auf 4380 Metern Hoehe an einem heiligen See. Dort werden alljaehrlich im August hinduistische Feste abgehalten. Bis zu 20000 Pilger baden dann am Vollmondfest im See. Aber auch den Buddhisten ist der See heilig. Bis August kann ich natuerlich nicht warten. Die Zeit draengt, ich muss ueber den 4610 Meter hohen Laurebina Pass. Wie vorgestern habe ich mit der Hoehe keine Probleme. Ansonsten haette ich umdrehen muessen. Das passiert vielen hier. Der Abstieg hinter dem Pass fuehrt ueber kilometerlange Stein- und Geroellfelder, ein schnelles Vorankommen ist nicht moeglich. In den Taelern haengt schon der Nebel. Ueber Phedi (3730 m) und Ghopte (3430 m) fuehrt der Trek dann wieder bergauf ueber die Waldgrenze nach Thadepati das auf 3690 Metern liegt. Ankunft endlich um 15:30 Uhr, wird auch Zeit denn in zwei Stunden geht die Sonne unter. Laut Reisefuehrer ist die heute zurueckgelegte Strecke in zwei Etappen aufzuteilen. Entsprechend platt bin ich auch.

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10.11.2012 - 53. Tag Gosain Kund Trek – Von Thadepati über Gyalthung nach Kathmandu

Die heutige Etappe verspricht nicht so anstrengend zu werden denn es geht fast stetig bergab. Von den 3690 Hoehenmeter auf Thedapati runter auf etwa 1500 Hoehenmeter. Am Morgen ist es hier oben mindestens genauso kalt wie gestern in Laurebesi. Alles ist weiss vom Reif. Die morgendliche Dusche faellt auch heute aus denn warmes Wasser gibt’s nicht und das kalte ist in die Eimer gefroren. Und wer will sich schon unter Null Grad kaltes Wasser stellen. Selbst das Haendewaschen faellt schwer. Nach dem Fruehstueck mit Omlett, Chapati und 2 Tassen Yak-Milchtee trete ich um sieben den langen Abstieg an. Endlich, fast ohne Pause um 12:30 Uhr erreiche ich das Bergdorf Golphu Bhanjyang auf 2130 Metern Hoehe. Man sagte mir gestern dass von dort taeglich Busse zurueck nach Kathmandu fahren. Aber der letzte fuer heute ist schon weg. Und der naechste geht morgen frueh um 07:30 Uhr. Aber weiter talabwaerts in Gyalthung faehrt noch einer um 14 Uhr. Aber das sind etwa 2 Stunden weiterer Fussmarsch von hier. Das koennte knapp werden. Also beeile ich mich und lege die beiden letzten Kilometer halb im Laufschritt mit Gepaeck auf dem Ruecken zurueck. Letzte Biegung vor Gyalthung und da steht der Bus schon und will grade abfahren. Auf mein Rufen haelt er nochmal an und ich steige ein.   Sieben Stunden Fussmarsch und den letzten Bus in letzter Sekunde erreicht – wenn das mal kein gutes Timing war! Im Endeffekt hat die Etappe dann doch nicht gehalten was sie versprochen hat, naemlich nicht anstrengend zu werden. Aber ich hab’s ja selbst so gewollt.   Fuenf Stunden spaeter bin ich dann wieder zurueck in Kathmandu.

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11.11.2012 - 54. Tag Ruhetag

Nach der doch etwas stressigen und anstrengenden Trekking-Woche (hab es ja selbst so gewollt) ist heute ein Ruhetag dringend nötig. Habe extremen Muskelkater in den Oberschenkeln und den Waden. Komme daher wie ein alter Opa. In Sachen Tibet gibt es nichts neues – vor 20. November geht da gar nichts, d.h. es ist fuer Auslaender immer noch nicht offen. Habe mich deshalb heute mal ueber Fluege von Kathmandu nach Chengdu in China erkundigt. Und wo die chinesische Botschaft hier ist weiss ich jetzt auch. Denn wenn ich Tibet „ueberfliegen“ und direkt nach China kommen will benoetige ich natuerlich noch ein Visum. Aber heute ist Sonntag. Da geht nichts. Werde das morgen frueh in Angriff nehmen. Am Nachmittag bin ich dann nochmals zum Durbar Square „runtergetigert“. Da ist immer was los. Habe noch ne Dauerkarte und muss keinen Eintritt mehr bezahlen. Nachdem ich vorige Nacht im Tibet Guesthouse war bin ich heute wieder rueber ins Sunrise Cottage, die waren gestern ausgebucht. Dort war ich vor dem Trekking schon. Ist ne kleinere Unterkunft und sehr viel familiaerer als das sehr grosse Tibet GH.

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12.11.2012 - 55. Tag Chinavisum beantragen

Nachdem die Lage in Tibet unveraendert schlecht ist (die Chinesen lassen immer noch keine Auslaender rein) muss ich umplanen. Also werde ich in den sauren Apfel beissen muessen und nochmals nen kurzen Flug einlegen. Und zwar von Kathmandu ueber Tibet hinweg nach Chengdu im Kanton Sichuan in China. Der Flug mit China Airlines geht um Freitag Mittag 13:20 Uhr. Ne Reservierung brauche ich denn sonst bekomme ich kein Visum fuer China. Die Botschaft China’s ist nicht weit von Thamel entfernt. Man kann in 15 Minuten zu Fuss hingehen. Gegenueber ist ein Office das die Visaformalitaeten erledigt. Habe alle noetigen Unterlagen dabei (Pass, Passkopie, Nepalvisumkopie, Flugbestaetigung, Passbild und die 50 US$ Gebuehr). Das Ausfuellen des Formulars ist in 15 Minuten erledigt. Die Jungs im Office bestaetigen mir, dass die Angelegenheit in 4 Werktagen vollzogen ist. D.h. ich kann am Donnerstag um 10:30 Uhr meinen Pass mit Chinavisum wieder abholen – hoffentlich!
Abends treffe ich mich mit Daniel aus Madrid. Den habe ich beim Trekking in Laurebina getroffen. Der ist auch alleine unterwegs und fliegt am Samstag wieder zurueck. Gegen spaeter ziehen wir uns bei ein paar Bierchen nepalesische Lifemusik, teil Karaoke, rein. Die Musik aehnelt der indischen und klingt etwas schraeg, also sehr gewoehnungsbeduerftig. Aber mit steigendem Bierkonsum dann doch belustigend zu ertragen.

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13.11.2012 - 56. Tag Bhaktapur

Bhaktapur die kulturelle Hauptstadt Nepals liegt nur etwa 20 km oestlich von Kathmandu und ist das Ziel des heutigen Tages. Der Nepalese Rajesh der ein guter Bekannter meiner deutschen Freunde ist die ich vorige Woche getroffen habe, hat mir angeboten, die Stadt zu zeigen. Er wohnt nur ein paar km entfernt in einem kleineren Dorf. Am Vormittag holt er mich in Kathmandu ab und wir fahren mit dem Bus raus aus der Stadt. Die Geschichte Bhaktapurs reicht zurueck ins 8. Jahrhundert und war Hauptstadt Nepals vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Sie wurde bekannt durch die Kunst der Toepferei (kann man heute noch live ansehen) und Handwerksarbeiten. Vor allem die Schnitzereien in den Tempeln sind sehenswert. In der Stadt leben Hndu’s und Buddhisten in religioeser Harmonie nebeneinander. Die alte, historische Innenstadt besteht aus einer Ansammlung von Pagoden, Terrakotta-Tempeln, Stupas, Stadttoren und Palaesten die zwischen alten historischen Haeusern liegen – sieht sehr eindrucksvoll aus. Natuerlich gehoert auch Bhaktapur zum Weltkulturerbe. Zu Mittag gibt es heute „Momo“, ein nepalesisches Nationalgericht. Das sind halbmondfoermige Teigtaschen in Daumengroesse, gefuellt mit Fleisch oder Gemuese. Wir Schwaben wuerden sie mit nepalesischen Maultaschen bezeichnen.

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14.11.2012 - 57. Tag Happy Diwali

Nepal ist das einzige hinduistische Koenigreich der Welt. Dieser Tage feiern die Hindu’s in Nepal und Indien das Diwali Fest. Es findet alljaehrlich im November zur Vollmondzeit statt und wird gefeiert mit hellerleuchteten Lichtern, Geschenken und Feuerwerk. Grund ist den Gott des Lichtes und des Reichtums, Lakshmi willkommen zu heissen und zu eheren. Das Fest geht ueber 5 Tage. Jeder Tag hat eine andere Bedeutung. Der erste Tag ist den Kuehen gewidmet denn es wird geglaubt, dass Lakshmi in Kuehen lebt. Deshalb werden an diesem Tag speziell die Kuehe gefuettert. Der zweite Tag wird den Hunden gewidmet und wird mit der Zubereitung von koestlichem Essen gefeiert. Am dritten Tag werden ueberall Lampen und Lichter(ketten) aufgehaengt und alle Haeuser von aussen beleuchtet. Ausserdem wird „geboellert“ was das Zeug haelt. Der vierte Tag wird dann dem Hindu Gott des Todes, Yamaraj, gewidmet. Er wird fuer ein langes Leben angebetet. Am fuenfte und letzte Tag feiert dann die ganz Familie zusammen „Bhai Puja“, d.h. Brueder und Schwestern treffen sich um sich gegenseitig Gesundheit, Wohlstand und ein langes Leben zu wuenschen. Deswegen weil an diesem Tag der Gott Yamaraj sich wieder mit seiner Schwester Yami versoehnt hat.
Rajesh hat mich eingeladen, das Fest mit seiner Familie zu verbringen. Das Angebot nehme ich natuerlich gerne an. Er wohnt in dem kleineren Ort Jhaunkhel nur 20 Gehminuten von Bhaktapur entfernt. Tagsueber passiert nicht viel. Es ist Feiertag, die Frauen bereiten Essen vor und die Maenner haengen etwas herum, besuchen die Nachbarn, Trinken Tee und reden viel. Deshalb laufen wir mit zwei seiner Kumpels zur Changunarayan Hindu-Tempelanlage auf einem nahe gelegenen Huegel rauf. Der Schrein ist Lord Visnu gewidment und wird entsprechend von den Hindu’s verehrt. Der Tempel stammt aus dem 5. Jahrhundert und gilt als aeltester in Nepal. Danach setzen wir uns in eine um die Ecke liegende Kneipe und trinken Chhang, nepalesisches Bier. Das ist im Prinzip fermentierter Reis, also Reismost. Das sieht man schon an der weisslichen Farbe und schmecken tut es auch aehnlich wie Apfelmost. Und wenn man genug getrunken hat steigt es einem auch in den Kopf.
Jeden Abend steigt dann immer die Party auf der Strasse. Da wird das Rolltor des Dorfladens hochgeschoben und die Boxen werden auf den Verkaufstisch gestellt. Verstaerker und mp3 Player drangehaengt und schon kann’s losgehen. Ein gruener Laserblitzer sorgt fuer Discostimmung. Die Musik ist bunt gemischt aus westlichem Pop, nepalesischer und indischer Volklore- und Popmusik. Je nachdem was grade laeuft tanzt jung oder alt auf der Strasse. Sogar die allerkleinsten Dreikaesehoch mimen schon Michael Jackson nach.

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15.11.2012 - 58. Tag China-Visum abholen

Verabschiede mich heute frueh von meinen neuen Nepali-Freunden, speziell Rajesh, und fahre mit dem Bus zurueck nach Kathmandu. Denn mein Pass liegt jetzt hoffentlich bereit zur Abholung. Darf nicht zu spaet sein, denn wegen des Feiertags ist das Office nur eine Stunde offen. Und tatsaechlich ist das Visum wie erhofft fertig. Wenn schon nicht Tibet, dann lassen mich die Chinesen wenigstens in den Rest ihres Landes. D.h. ab heute kann ich mich intensiver mit den beiden chinesischen Kantonen Sichuan und Yunnan befassen. Verbringe deshalb den Vormittag in einem Cafe um mich mit diesen beiden Kapiteln des China Reisefuehrers zu befassen. Am Nachmittag „tigere“ ich nochmals zum Durbar Square runter um mich auf eine der Treppen eines Tempels zu sonnen. Das war’s dann auch schon mit diesem ereignislosen Reisetag, besser gesagt Ruhetag.

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16.11.2012 - 59. Tag Von Kathmandu nach Chengdu

Heute heisst es zum letzten Mal „Namaste Nepal“ – „Hallo Nepal“. Das naechste Land, China, wartet schon auf mich. Morgen’s nochmal ausgiebig fruehstuecken in einer der vielen Baeckereien im Touristenviertel Thamel in Kathmandu. Die Backstuben hier bieten fast dasselbe Sortiment wie die unsrigen: Croissants, Baguette, „suesse Stueckle“ und sogar Schwarzbrot. Wer weiss wann ich das zum naechsten Mal wiederbekommen werde. Dazu ne Kannen frischen Milchkaffee. Danach fruehzeitig auschecken im Tibet Guesthouse und fuer 500 Rupees mit dem Taxi zum Airport. Fruehzeitig deshalb weil der relativ kleine internationale Flughafen in Kathmandu in der Hochsaison (also jetzt) dem Touristenansturm nicht ganz gewachsen standhaelt und aus allen Naehten platzt. Die erste Warteschlange schon vor dem Haupteingang, die zweite vor der Gepaeckkontrolle und die dritte und laengste (ca. 1 Stunde) vor der Immigration. Die vierte und letzte am Security Check ist dann wieder etwas kuerzer. Wenn ich schon nicht mit dem Bus ueber Tibet nach China reisen kann (Tibet ist derzeit gesperrt fuer Auslaender) dann darf es wenigstens in der Luft ein Air-Bus A319 mit Air China sein. Im Flieger sitzen fast ausnahmslos Chinesen. Habe ausser mir nur eine Handvoll Nichtschlitzaugen gesehen. Die naechsten 2-3 Wochen werden sprachlich schwierig werden. Denn die Chinesen koennen kein englisch sprechen und mein chinesischer Wortschatz von einst 5 Worten ist mittlerweile auf 2 Worte geschrumpft: „NI-HAU => Hallo“ und „SHI-SHE => Danke“. Mal sehen wie weit ich damit komme. Ansonsten muss die Gebaerdensprache und mein Bildwoerterbuch „Point-It“ herhalten. Schon allein deshalb habe ich im Vorfeld das „SIM’s Cozy Garden Hostel“ in Chengdu reserviert. Die haben mir auch gleich nen Abholservice vom Flugplatz angeboten was ich natuerlich dankend angenommen habe. Mal sehen ob das klappt !?
Kathmandu liegt auf 1300 m Hoehe. Rgsherum tuermen sich die hohen Berge des Himalaya. Und so dreht der A319 nach dem Start erstmal ne Schleife ueber der Stadt und schraubt sich in die Hoehe. Das ist auch dringend noetig weil wir ueber das Gebirge muessen bzw. dran vorbeifliegen. Das Highlight des Fluges ist natuerlich der Mt. Everest, mit 8850 Metern hoechster Berg der Welt. Der liegt zum Greifen nahe auf dem Praesentierteller, nur etwa 20 km entfernt. Den lassen wir links liegen (drueber fliegen wird schwierig). Fehlt nur noch ein Everest-Bier zur Begruessung. Gut dass ich einen Platz auf der linken Seite des Airbus gebucht habe. Rechts neben dem Everest den der Lhotse mit 8414 Metern auch nicht grade klein. Hinter den ganz Hohen faengt dann auch schon die tibetische Hochebene an. Selbst Lhasa die eigentliche Residenz und Heimat des Dalai Lama kann man im Vorbeiflug gut erkennen.Mir blutet das Herz wenn ich von oben sehe was ich versaeumen werde. Anderthalb Stunden spaeter dann Landung in Chengdu, der Hauptstadt des Kantons Sichuan in China. Die Einreiseformalitaeten verlaufen reibungslos und auch der Abholservice mit dem Schild „SIM’s Cozy“ wartet schon auf mich. Eine halbe Stunde spaeter setzt er mich im Hostel ab.

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China

17.11.2012 - 60. Tag Chengdu

Meine Unterkunft hier, das Sim’s Cozy Garden Hostel haelt all das was der Lonely Planet Reisefuehrer verspricht: Inmitten der zubetonierten Grossstadt ein Backpacker wie ich ihn noch keinen in China gesehen habe. Zwei schoene im chinesischen Stil angelegte Gaerten in einem Innenhof einer Haeuserzeile. Rings um den Innenhof die Zimmer auf 3 Stockwerke verteilt. Ausstattung mit Fernseher, Videorecorder, Wifi. Alles tip top sauber und technisch in Ordnung. Die Staff an der Reception ist sehr freundlich und zuvorkommend. Gleich neben der Rezeption das Buero um Touren und Tickets zu buchen, viele Info’s und Tipps. Auch integriert ein Pub mit einem Restaurant, sowie Tischfussball, Tischtennis, etc. – es fehlt an nichts.
Habe gleich fuer heute Vormittag eine Halbtaestour fuer DIE Attraktion Chengdu’s im Sim’s gebucht: Die Forschungs- und Aufzuchtstation von Panda Baeren liegt nur ein paar Kilometer vom Hostel entfernt. Um acht geht’s schon los weil die Panda’s um neun gefuettert werden und deshalb am aktivsten sind. Danach legen sie sich auf die faule Haut oder haengen in den Baeumen ab. Momentan sind 87 Panda’s aller Altersklassen in den Gehegen. Sowohl die mehr bekannte schwarz-weisse Rasse (der Grosse Panda) als auch die kleineren Verwandten Roten Panda’s. Bei der Geburt wiegen die tatsaechlich nur ein paar hundert Gramm, also etwa 1/100 ihres spaeteren Gewichts und aehneln eher einem Wurm als einem Baer. In freier Wildbahn leben nur noch etwa 1000 von ihnen.
Am Nachmittag nehme ich die Buslinie 1 und fahre zur WuHou Tempelanlage. Muss mir mal ein paar chinesiche Tempel ansehen, Hindutempel kenne ich jetzt reichlich viele. In den Bussen laeuft das so, dass man abgezaehlt 2 Yuan in eine Box beim Einsteigen reinwirft und dann solange fahren kann bis man aussteigt. Hat man keine 2 Yuan bezahlt man halt mehr.   Danach laufe ich rueber zum nicht weit entfernten „Peoples Park“: Eine gruene Oase inmitten dieser grossen 4-Millionen Stadt in der es ansonsten an Gruenflachen fehlt. Jedoch keine Oase der Ruhe. Denn vor allem am Wochenende (und heute ist Samstag) stroemt das ganze Volk in den Park und macht seinem Namen alle Ehre. Die Leute singen, tanzen, musizieren oder gehen nur spazieren. Hier ist ganz ordentlich was los. Auch paddeln mit dem Ruderboot auf dem kleinen See ist moeglich.   Was in Chengdu ansonsten positiv zu erwaehnen ist, dass fast alle Mopeds und Roller elektrobetrieben sind. Es ist kaum mal ein Geknatter zu hoeren. Auch sehr viele E-Bikes sind unterwegs. Auch die Temperaturen hier sind noch erträglich. Es ist zwar etwas kühler als in Kathmandu tagsüber, aber mit etwa 20 Grad immer noch frühlingshaft warm.

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18.11.2012 - 61. Tag Leshan

Ans frueh aufstehen habe ich mich ja jetzt schon gewoehnt. Also auch heute denn es steht ne anderthalb Tagesetappe von Chengdu im Kanton Sichuan bis nach Lijang im suedlich gelegenen Kanton Yunnan an. Unterbrochen wird die Etappe heute Nachmittag in Leshan. Mithilfe ein paar schriftlichen Info’s in chinesischer Schrift von der Rezeption des Sim’s Hostel komme ich problemlos mit nem Localbus zum Busbahnhof Xinnanmen im Sueden Chengdu’s. Auch ein Busticket nach Leshan bekomme ich indem ich der Dame am Schalter die chinesische Uebersetzung des Namesn „Leshan“ im Reisefuehrer zeige. Die Busse fahren staendig und die Fahrt dauert nur 2,5 Stunden. Die zubetonierte Innenstadt Chengdu ist alles andere als attraktiv. Aber noch umso weniger sind es die Vororte mit den vielen Wohnsilo’s die wie Pilze aus dem Boden schiessen – ueberall wird hier gebaut.
In Leshan halte ich nicht nur so zum Spass, sondern um mir dort den uebergrossen 1200 Jahre alten Buddha anzuschauen, der dort in eine Felsklippe am Dadu Fluss gehauen wurde. Und der ist nicht nur gross, sondern wirklich riesig. Mit 71 Metern Hoehe die hoechste Buddha Statue der Welt. Ueber 100 Jahre hat es gedauert den fertigzustellen. Zur Vorstellung ein paar Daten: Ohrdurchmesser 7 m, Schulterspannweite 28 m und die grossen Zehen sind 8,5 Meter lang. Und nicht nur den hoechsten Buddha kann man hier bewundern sondern auch den laengsten. Der liegende Buddha misst stolze 170 Meter Laenge und wurde auf der anderen Seite des Felsens reingehauen.
Um 16 Uhr geht’s dann mit dem Localbus Nr. 13 zur Xiaoba Busstation in Leshan und von dort mit nem weiteren Bus ins 45 Minuten entfernte Emei. Denn dort befindet sich der naechste Bahnhof. Bin mal gespannt auf die erste Zugfahrt in China. Das Ticket haben mir die Jungs vom Sim’s Hostel gestern Abend noch besorgt. Um 21:20 faehrt der Nachtzug bis Panzhihua und von dort morgen frueh mit dem Bus weiter nach Lijang. Mittlerweile habe ich mich daran gewoehnt mit „Haenden und Fuessen“ zu sprechen damit mich die Chinesen verstehen – klappt ganz gut bis jetzt. Am Bahnhof in Emei laeuft das in etwa genauso ab wie an Flughaefen. Wenn man rein will wird zunaechst mal das Gepaeck gescannt und ne Personenkontrolle durchgefuehrt. Und auf den Bahnsteig kommt man auch nicht einfach so. Die Tueren (Gates) bleiben zunaechst verschlossen. Erst Minuten bevor der Zug eintritt wird das entssprechende Gate geoeffnet und man darf unter Begleitung einer Bahnbediensteten den leeren Bahnsteig betreten. Die sorgt dann auch dafuer, dass das Warten auf den Zug gesittet vonstatten geht. Je nach Ticket und Platzreservierung hat man sich an der jeweiligen Haltestelle des Wagens in einer Reihe aufzustellen. Und wehe einer spurt nicht, dann wird sie laut und bruellt aggressive in ihr Mikrofon. In dem Moment als der Zug einfaehrt ist das jedoch alles Makulatur. Denn jeder Chinese will zuerst einsteigen. Grade weil sich niemand laenger am Bahnsteig aufhalten darf ist der tip-top sauber und gepflegt. Kein Unrat, Essensreste und keine Penner liegen hier herum. Habe auch keine einzige Ratte gesehen. Also der krasse Gegensatz zu indischen Bahnhoefen. Auch im Zug bin ich positiv ueberrascht ueber die Sauberkeit und Gepflegtheit. Pro 2. Klasse Kabine sind es 2x 3 Stockbetten. Das Bettzeug ist schon gerichtet. Kissen und Decke werden natuerlich auch gestellt. Dann kommt die Schaffnerin sammelt die Tickets ein und ordnet sie fein saeuberlich in einer Mappe ein, genauso wie es der Belegungsplan des Wagens vorsieht. So weiss die Dame genau wer wo aussteigt und kann die Leute wecken. Im Gegenzug erhaelt man eine Bordkarte zur Aufbewahrung. Punkt 22 Uhr wird dann das Licht geloescht – Bettruhe !

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19.11.2012 - 62. Tag Von Panzhinhua nach Lijang

Punkt acht laeuft der K9483 in Panzhinhua ein. Von hier aus muss ich mit dem Bus weiter nach Lijang. Der Busbahnhof liegt aber am anderen Ende der Stadt. Aber auch ohne Chinesischkenntnisse schaffe ich es einem vor dem Bahnhof wartenden Taxifahrer klarzumachen wohin ich will. Die Fahrt dauert wegen des Berufsverkehrs fast ne Stunde. Da sind die 60 Yuan (8 Euro) dann doch angebracht. Ueberhaupt hatte ich bislang in China noch nicht das Gefuehl also Tourist mehr bezahlen zu muessen als die Chinesen. Mit im Taxi sitzt noch eine junge Chinesin die sogar etwas englisch spricht. Am Bushbahnhof bekomme ich einen Fahrschen fuer 92 Yuan nach Lijang und der naechste Bus faehrt dann auch gleich um halb zehn ab. Die Strassen sind Anfangs wirklich schlecht, loechrig und holprig. Es geht nur im Schneckentempo voran. Jetzt verstehe ich auch warum der Bus fuer die 250 km sieben Stunden benoetigt. Zum Glueck bin ich das erste Stueck mit dem Zug gefahren. Die gesamte Strecke von Chengdu nach Lijang mit dem direkten Bus haette 30 Stunden gedauert. Aber auch so wird diese Fahrt endlos lange. Die Strasse wird zwar spaeter besser aber die vielen Berge rauf- und runterzufahren zieht sich. Aus der 7-Stunden Fahrt wird am Ende trotz wenig Pausen dann doch ne 9-Stunden Fahrt. Kurz vor Dunkelheit dann endlich Ankunft in Lijang. Nach ner weiteren Dreiviertelstunde Sucherei habe ich dann doch eine angemessene Unterkunft in „Mama’s Naxi Guesthouse“ gefunden. Fuer heute reicht’s wirklich. Brauche nach 2 Tagen mal wieder ne heisse Dusche und ein frisches Bett.

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20.11.2012 - 63. Tag Lijang

Die „Baisha“ Altstadt von Lijang zieht allljaehrlich rund 5 Millionen Touristen an, hauptsaechlich Chinesen und gehoert zum Weltkulturerbe. Sie war bis vor etwa 1000 Jahren das politsche, kommerzielle und kulturelle Zentrum des „Naxi“ Stammes. Und die Altstadt ist noch komplett erhalten bzw. restauriert worden. Sehr viele alte chinesische Holz- und Natursteinhaeuser in traditionellem Stil stehen eng beienander. In den vielen Gassen kann man sich leicht verlaufen (ist mir heute ein paar mal passiert). In fast allen Haeusern sind Shops, Restaurants, Souvenirlaeden oder Pubs untergebracht. Also ne riesiege Shoppingmeile die tag-taeglich von tausenden von Chinesen und einigen Langnasen (so werden wir Europaer in China bzeichnet) bevoelkert wird. Ausserdem wird die Altstadt von vielen Kanaelen durchzogen die frueher fuer Frischwasserzufuhr sorgten. Alles in allem ein sehr romantisches Staedtchen mit vielen Moeglichkeiten chinesisch, tibetisch oder generall asiatisch essen gehen zu koennen. Einen sehr guten Ueberblick ueber die Stadt erhaelt man vom obersten Stockwerkes des Tempels auf dem Shizi Shan (Lion Hill). Und das lassen sich die Chinesen mit 15 Yuan bezahlen.   Mit dem „Mama’s Naxi Guesthouse“ habe ich ne gute Wahl getroffen denn die Mama kuemmert sich echt ruehrend um das Wohl ihrer Gaeste. Und gekocht wird dort auch gut, auch das Preis-/Leistungsverhaeltnis stimmt noch.

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21.11.2012 - 64. Tag Von Lijang nach Dali

Heute ist mal wieder ein Reisetag eingeplant. Und zwar geht’s Richtung Sueden in’s etwa 185 km entfernte Dali. Die Reiserichtung ist jetzt generell Sueden, denn da liegt Laos und darunter Thailand, meine Endstation. Ausserdem wird’s auch Zeit wieder in waermere Gefilde zu kommen. Denn in China und Nepal ist es nachts doch einigermassen kalt und Heizungen haben die nicht. Um nach Dali zu kommen nehme ich den Zug. Denn die Strecke dorthin ist neu und die Fahrtzeit mit 2 Stunden kurz. Die Strecke mit dem Bus geht ueber die Berge und die Fahrt dauert mehr als doppelt so lange. Also gegen Mittag auschecken bei Mama’s Naxi und mit dem Bus Nr. 4 ganz raus aus der Stadt zum Bahnhof. Der Vierer war tatsaechlich der richtige (nach Angaben von „Mama“) und 45 Minuten spaeter stehe ich am Bahnhof. Das neue futuristische Bahnhofsgebaeude gleicht aber eher einer Abflughalle eines Flughafens. Riesengross, mit Spiegelglas ueberzogen und innen alles wie aufgeschleckt sauber. Mancher internationale Flughafen waere froh er haette so ein Gebaeude. Wenn man bedenkt dass hier taeglich nur ein paar wenige Zuege abfahren bzw. ankommen ist das weit ueberzogen. Aber die Chinesen protzen halt mit allem was sie haben. Ein Ticket fuer 30 Yuan am Schalter zu bekommen ist jetzt auch keine Huerde mehr. Auch in Lijang dasselbe Procedere wie in Emei. Der Bansteig darf erst kurz vor der Fahrt betreten werden. Warum der Zug doppelt so schnell wie der Bus ist wird schnell klar. Die Chinesen haben die Berge zwischen Lijang und Xiaguan City durchloechert wie Schweizer Kaese. Es waren handgezaehlte 35 Tunnels. Den groessten Teill der 185 km langen Strecke faehrt man praktisch unterirdisch waehrend der Bus sich drueber quaelen muss. Fehlt nur noch dass die Chinesen auch Berge bewegen. Vom Bahnhof in Xiagun City bis Old Dali sind es etwa 10 km. Laut Anfahrtsbeschreibung des gestern reservierten Jade Roo Guesthouses nimmt man den Bus Nr. 8 bis zur Endstation am West Gate. Dann links abbiegen und noch 500 Meter auf dem Highway 214 laufen – und schon ist man da. Und tatsaechlich bin ich richtig abgebogen und hab’s auch auf Anhieb gefunden.

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22.11.2012 - 65. Tag Dali

Dali war bis vor einigen Jahren ein Geheimtipp fuer Backpacker zum „chillen“. Es hat eine Altstadt aehnlich der in Lijang nur etwas weitlaeufiger. Es liegt sehr schoen gelegen am ErHai Lake. Der ist etwa 250 Quadratkilometer gross. Rings um den See tuermen sich die Berge bis ueber 4000 Meter hoch. Aber wie das ueberall so ist, ist es auch hier so gekommen. Nachdem die Rucksacktoursiten den Ort fuer sich entdeckt hatten, hat es nicht lange gedauert bis der „normale“ Tourist angekommen ist. Und das sind mittlerweile auch schon sehr, sehr viele Chinesen. Die paar Auslaender dazwischen fallen kaum auf. Man kann hier Trekken, Hiken, Boot- und Radfahren und sich ein paar Dinge anschauen. Z.B. die schon erwaehnte Altstadt mit Haeusern in traditioneller chinesischer Bauweise oder aber mein erstes Ziel heute Vormittag, „Die Drei Pagoden“. Die sind das eigentliche Symbol der Stadt. Die groesste hat 16 Stockwerke, ist 70 Meter hoch und wurde urspruenglich im 9. Jahrhundert gebaut. Sie wird flankiert von zwei kleineren mit 10 Stockwerken und 42 Metern Hoehe. Der Eintrittspreis ist mit 121 Yuan (ca. 16 Euro) unverschaemt hoch. Und man kann noch nicht mal reingehen in die Pagoden, lediglich in den Park. Deshalb habe ich es vorgezogen ein paar Bilder von aussen zu schiessen. Man muss das Geld ja nicht zum Fenster rauswerfen (da kommt mal wieder der Schwabe in mir durch). Ueberhaupt haben die Chinesen Eintrittspreise die sogar bei uns wesentlich niedriger sind.
Am Nachittag wollte ich eigentlich auf einen der umliegenden Berge rauf. Da gibt’s sogar ne Seilbahn. Doch auch der Mercedes der Seilbahnen vom Typ „Doppelmayr“ aus Oesterreich muss mal gewartet werden – ausgerechnet heute ! Dann laufe ich halt den Berg rauf. Bis ganz oben reicht die Zeit jedoch nicht, mit der Seilbahn haette es funktionert. Aber gut, Hauptsache ich hatte mal wieder ein wenig Bewegung. Von hier oben hat man ne schoene Sicht auf den See und die Umgebung. Wer laenger Zeit hat als ich kann hier auch Trekken gehen. Es gibt einige Strecken die bis auf die 4000er hochreichen. Meine Unterkunft, das Jade Roo Guesthouse und das gegenueberliegende, zusammengehoerende Jade Emu sind absolut zu empfehlen. Grosse, sauber Zimmer mit TV und Videorecorder fuer umgerechnet 11 Euro. Und wem es nachts zu kalt wird der kann noch die elektrisch beheizbare Matraze des Betts einschalten. Man kann hier auch fuer ganz umsonst eine Nacht wohnen, dann wenn man gegen den Chef des Hauses im Pool Billard gewinnt. Verliert man, muss man ihm ein Bier bezahlen. Ich habe ihn spielen sehen, da hab’ ich’s erst gar nicht probiert. Heute abend ist BBQ (Grillen) angesagt in den Jade Guesthouses. Da ist die Bude voll und es fliesst viel Bier. Gute Gelegenheit wieder mal ein paar Leute kennenzulernen.

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23.11.2012 - 66. Tag Von Dali nach Kunming

Trotz Reisetag muss ich heute aussnahmsweise mal nicht frueh aufstehen. Denn die Fahrt nach Kunming dauert mit dem Bus nur 5 Stunden. Mit dem Bus deshalb, da die Bahn angeblich 2 Stunden laenger braucht. Da habe ich noch Zeit am Vormittag mir den Fischerort Xi Zhou anzuschauen. Der liegt etwa 20 km oberhalb Dali’s direkt am ErHai See. Mit dem Local Minibus kommt man fuer 7 Yuan hin. Die freundliche Chinesin vom Jade Roo Guesthouse hat mir das alles schon saeuberlich auf einen Zettel in englischer und chinesischer Sprache geschrieben damit ich auch ja nicht verlorengehe. Der Fahrer des Minibuses wirft mich dann auch tatsaechlich in Xi Zhou raus. Die Haeser hier sind im Bai Stil gebaut. Die Bai sind die ethnische Gruppe der hier lebenden Einheimischen. Die backen auch ein gut schmeckendes suesses oder gesalzenes Brot, „BaBa“ genannt. Man kann hier auch Bootfahren auf dem See. Die Chinesen werden hier busweise angekarrt und stechen mit ner ganzen Flotte Ruderboote in See. Vor lauter Boote sieht man kaum noch was vom schoenen See.
Das Busticket nach Kunming habe ich direkt im Jade roo Guesthouse gebucht. Das hat den Vorteil, dass ich direkt hier um 13:15 Uhr mit dem Taxi abgeholt und am Ueberlandbus nach Kunming abgesetzt werde. D.h. der laestige Transport mit lokalen Verkehrsmitteln entfaellt. Auch ein Zimmer im Kunming Cloudland Youthhostel hat mir die nette Chinesin an der Rezeption noch kurz vor Abfahrt telefonisch reserviert. Die Fahrt nach Kunming verlaeuft fast ausschliesslich auf einer neuen, vierspurigen Autobahn – deshalb ist wohl der Bus schneller. Auch geht es waehrend der 5-Stunden Fahrt fast ausschliesslich bergab. Gegen 19 Uhr dann Ankunft am Western Busbahnhof in Kunming. Der Flyer vom Cloudland Youth Hostel sagt mir ich solle den Stadtbus 148 nehmen. Aber bis ich den finde vergeht nochmal ne Viertelstunde und ne schwierige Fragerei an 10 Chinesen. Aber auch das hat funktioniert und der Busfahrer vom 148er laesst mich um die Ecke des Youth Hostels raus das ich dann anhand vom Lageplan auch tatsaechlich finde – geht doch!

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24.11.2012 - 67. Tag Kunming – Die Stadt des ewigen Frühlings

Kunming die Hauptstadt des Kantons Yunnan ist mit 1,1 Millionen Einwohnern eher eine Kleinstadt in China. Sie wird aber nicht umsonst als Stadt des ewigen Frühlings bezeichnet. Fast das ganze Jahr ueber gleichbleibende Temperaturen von 25 Grad tagsueber und 15 Grad nachts. Ein ideales Klima, man muss weder schwitzen noch frieren. Die Einwohner hier hinterlassen nicht den hektischen Eindruck wie z.B. in Chengdu. Alles wird (zum Glueck) etwas ruhiger angegangen, selbst der Verkehr. Man kann (noch) die 4 spurige Strasse ueberqueren ohne Gefahr zu laufen ueberfahren zu werden. Geografisch liegt die Stadt noerdlich der suedostasiatischen Staaten und dient als Sprungbrett nach Myanmar, Vietnam und Laos (mein naechstes Ziel).
Kunming an einem Tag ist fast nicht moeglich. Aber mit dem Flower & Bird Market, dem Green Lake Park und dem buddhistischen Yuantong Tempel hat man an einem Vormittag das Wichtigste gesehen. Da bleibt noch der Nachmittag um mal rauszufahren an den Dian Chi See. Der ist etwa 40 km lang und liegt direkt vor den Toren Kunmings. Mit dem Bus 54 ein Haeuserblock vom Cloudland entfernt bis zur Endstation und dort umsteigen in den 6er. Und an dessen Endstation wiederum ist man schon nach einer Stunde am See (nach Aussage der Rezeptionistin des Hostels). Sie hatte zum Glueck recht, ansonsten wuerde ich in der Pampa stehen. Am westlichen Seeufer, also wo der 6er haelt, sind die Berge von Xi Shan. Und wenn man die nicht gesehen hat, hat man Kunming nicht gesehen, so die Einheimischen. Alos marschiere ich in einer Stunde rauf. Man haette auch mit der Seilbahn rauf koennen wie ich erst oben bemerkt habe. In die steilen, teils senkrecht abfallenden Felsen haben die Chinesen jede Menge Tempel gebaut. Der an der steilsten Klippe heisst dann auch „Dragon Gate“, das Tor zum Drachen. Heute ist Samstag und mir scheint es sehr viele Chinesen wollen heute auch den Drachen besichtigen. Die Zeit ist knapp, also leiste ich mir fuer den Berg runter fuer 2,61 Euro ein Taxi. Der 6er und der 54er bringen mich dann auch wieder zurueck nach Kunming.
Zum Abendessen gibt’s heute eine Spezialitaet Kunming’s, “Guo Qiao Mixian”, im Volkmund auch “Über die Brücke Nudeln” genannt. Im Prinzip ist es eine kochende Huehnersuppe mit Reisnudeln unter einer duennen Schicht Oel. Zunaechst bringt der Kellner die Zutaten, also die gekochten Reisnudeln, rohes, ganz duenn geschnittenes Fleisch und Gemuese auf einer Platte auf den Tisch, um sicherzugehen dass alles ganz frisch ist. Danach bringt er die kochende Suppe und der Gast schiebt die Zutaten selbst in die Suppe. Das duenn geschnittenen Fleisch wird durch das kochende Wasser gar. Die Legende hinter der „Brueckennudelsuppe“ besagt, dass ein Student auf einer Insel auf sein Examen lernte und seine Frau ihm jeden Tag Essen brachte. Aber wegen der Entfernung (sie musste ueber eine Bruecke gehen) wurde das Essen immer kalt. Sie fand aber heraus, dass wenn man eine duenne Schicht Oel ueber die Bruehe tat, das Essen warm blieb.

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25.11.2012 - 68. Tag Verlorener Tag in Shilin

Heute steht ein Tagesausflug von Kunming nach Shilin an. Das liegt 120 km oestlich und ist mit dem Bus vom Eastern Bus Terminal in 2 Stunden zu erreichen. Zum Eastern gelangt man mit dem Bus 22 gleich um die Ecke des Cloudlands. Die Gegend um Shilin besteht aus einem bizarren Felsenwald aus Karstgestein. Soll sehr toll aussehen. Alle haben mir gesagt Shilin gehoert zum Pflichtprogramm, da muss man hin. Also gehe auch ich dorthin. Was im Reisefuehrer steht, ich aber erst in der ueberdimonsionierten Eingangshalle am Ticketschalter gesehen habe ist, dass die tatsaechlich 175 Yuan Eintritt verlangen. Das sind umgerechnet fast 25 Euro !!!   25 Euro nur um ein paar herumliegende Steine zu betrachten !!!   Die haben wohl ne Macke, die Chinesen !!!   Nicht mit mir !!!   Eure Steine koennt ihr selbst betrachten !!!   Also begnuege ich mich wie in Dali damit, das ganze von aussen zu fotografieren. Ausserhalb des Gelaendes liegen auch viele Steine rum. Die sind vielleicht nicht ganz so schoen wie die „eingesperrten“, dafuer kosten die NIX !!!   Wenn man die Gegend von Capadocia in Zentralanatolien in der Tuerkei gesehen hat (siehe Bericht Tuerkei 2012), dann will man keine anderen Steine mehr sehen. Also nehme ich nach ner halben Stunden Shilin den naechsten Bus und fahre zurueck nach Kunming. Die beiden Busfahrten haben vergleichsweise nur 8 Euro gekostet. Das kann man noch verschmerzen. Den Nachmittag verbringe ich dann in der Fussgaengerzone in Kunming und schaue mir an, was die Chinesen so am Sonntag unternehmen.

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26.11.2012 - 69. Tag Von Kunming nach Yuanyang

Nach 3 Tagen Kunming fuehrt heute die naechste Etappe ins 300 km entfernte suedlich gelegene Yuanyang. Das Busticket haben mir die Maedlels von der Rezeption des Cloudland gebucht. Das Cloudland Youth Hostel war als Unterkunft schon ok, liegt aber im Preis-/Leistungsverhaeltnis weit hinter den Jade Guesthouses in Dali zurueck. In den Youth Hostels steigenhalt sehr viele junge Chinesen ab und die mach Radau von morgens bis abends. Ausserdem ist das Wifi staendig zusammengebrochen, am Rezeptionspersonal hat es gefehlt und die Preise sind dort gut 50% hoeher als im Jade.
Zum Southern Bus Terminal nehme ich ein Taxi und keine Localbusse (mit Umsteigen), denn das liegt weit ausserhalb des Zentrums und mein Bus faehrt schon um 10:20 Uhr. Die Entscheidung war richtig, denn selbst mit dem chinesischen Sebastian Vettel am Steuer dauert die rasante Taxifahrt zum Southern ne ganze Stunde. Kunming ist doch groesser als ich dachte. Und auch beim Bau des Southern Busterminals scheinen die Chinesen die Bauplaene mit denen einers Kleinflughafens verwechselt zu haben, so gross und „protzig“ ist das Gebaeude.     Neben mir im Bus sitzt eine junge, symphatische, lustige Chinesin. Leider spricht sie genauso gut englisch wie ich chinesisch, naemlich ueberhaupt nicht. Aber obwohl wir uns nicht verstehen unterhalten wir uns praechtig mittels des „Travel Survival Kits“ des Lonely Planet Reisefuehrers. Da stehen naemlich die wichtigsten Woerter und Saetze in Mandarin und Englisch drin. Ich lerne ihr englisch, sie mir mandarin-chinesisch (das habe ich bestimmt bis morgen wieder vergessen). Jedenfalls arbeitet sie in Kunming als Verkaeuferin in einem Bekleidungsgeschaeft und faehrt jetzt fuer 3 Tage heim zu Mama und Papa.
YuangYang besteht eigentlich aus 2 Orten: Nansha und Xinjie. Nansha ist die neue Stadt im Tal, den erreichen wir nach etwa 7 Stunden Fahrtzeit. Xinjie ist der aeltere Ort in den Bergen. Und da geht es noch mal ordentlich die Serpentinen rauf, fast wie in Nepal. Fahrtzeit nochmals ne Stunde. Und von dort aus mit dem Minibus in den Ort Duoyishu der direkt in den Reisterassen liegt. Richtig, hier gibt es sehr viele Reisterassen, dafuer ist die Gegend bekannt und deswegen lege ich auch hier nochmal nen Stop ein vor der Fahrt zu laotischen Grenze. Untergekommen bin ich wieder in einem Youth Hostel, das heisst so wie der Ort, Yuanyang, ist erst vor 2 Monaten fertiggestellt worden und deshalb noch nagelneu. Die Einzelzimmer sind hier relativ teuer, habe deshalb mit 2 Koreanern die ebenfalls heute angekommen sind ein 4-Bett Dormitory genommen. Das kostet nur 5,50 Euro pro Tag.

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27.11.2012 - 70. Tag Die Reisterassen von Yuanyang

Besonders schoen sollen die Reisterassen im Morgen- und Abendlicht sein. In der Naehe des Yuangyang Youth Hostels ist ein Aussichtspunkt. Also Um 6:30 Uhr aufstehen und rueberlaufen. Aber auch hier das „alte Lied“ in China. Die wollen fuer alles Eintritt kassieren, und nicht zu wenig. 100 Yuan sind weit ueberzogen, selbst wenn die Eintrittskarte fuer die ganze Region gueltig ist. Dort wo es etwas zu sehen gibt bauen die Chinesen ueberdimensionierte „Visitor Centre“ hin und kassieren kraeftig ab. Wenigstens muessen einheimische Touristen genauso viel bezahlen wie Auslaender. Hier haben die nen Aussichtspunkt hingestellt auf dem mindestens 1000 Leute raufpassen aber bestimmt nie mehr als 100 gleichzeitig ankommen. Die bauen halt fuer die Zukunft. Die Gegend hier ist ziemlich gross, d.h. zu Fuss kaum abzulaufen. Mit den zwei Koreanern und zwei Chinesinnen mieten wir uns fuer heute einen Minibus. Der Fahrer kennt die Gegend und faehrt uns zu den sehenswerten „Spots“. Leider haengt der Nebel den ganzen Tag in den Taelern sodass man die Reisterassen nur oberhalb sieht. Trotzdem toll anzusehen wie die Reisbauern hier das alles in muehsamer Handarbeit geschaffen haben. Viele Felder sind jetzt nach der Ernte trockengelegt, die anderen bewaessert was besonders schoen aussieht wenn sich die Sonne darin spiegelt. Gruen werden die erst im Fruehjahr wieder wenn der Reis gesetzt ist und zu wachsen anfaengt. Nachmittags fahren wir dann in ein anderes Tal rueber und, oh Wunder, keine Wolken am Himmel und spaeter mit dem Abendrot sehr schoene, rot gluehende Reisfelder. Also doch noch ein versoehnliches Ende des Tages.
Im Nachhinein haette man sich die 100 Yuan Eintrittsgebuehr auch schenken koennen. Es gibt genuegend Moeglichkeiten die Reisterassen auch ohne Viewpoint zu sehen – wirklich aergerlich! Aber in ein paar Tagen habt ihr Chinesen mich wieder los. Da „mach ich rueber“ nach Laos. Dann gibt’s keine Kohle mehr von mir! Man muesste mal folgenden Reisefuehrer schreiben: „China ohne Eintrittsgelder“. Aber viel mehr als 10 Seiten wuerden dabei nicht zustandekommen.

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28.11.2012 - 71. Tag Von YuanYang nach JingHong

Heute steht ein schwieriger Reietag bevor. Denn ich muss moeglichst bis nach JingHong ganz im Sueden Yunnans kommen. Das wird ne logistische Herausforderung. Um dorthin zu kommen brauche ich vier Busse. Und die muessen alle zeitlich aufeinander abgestimmt sein. Und das alles ohne Chinesischkenntnisse. Ich hab mir vorsorglich von der Rezeptionistin des Youth Hotels alle in frage kommenden Staedtenamen auf einem Stueck Papier ins chinesische uebersetzen lassen. Also um 7:30 Uhr am Youth Hostel ohne Fruehstueck auschecken (das gibt’s erst ab 8 Uhr) und auf der Hauptstrasse auf einen Minibus warten. Nach 20 Minuten kommt tatsaechlich einer und kurz nach acht setzt der mich in Xinji ab. Dort erwische ich ne Viertelstunde spaeter nen groesseren Minibus ins Tal nach Nansha. Der freundliche Fahrer hilft mir sogar am Busbahnhof mit dem Ticket nach Jianshui, der naechsten Provinzstadt von hier. Dieser Bus faehrt dann auch tatsaechlich um 10:05 Uhr ab. Die Fahrt nach Jianshui fuehrt wieder ueber die hohen, bewaldeten Berge Yunnans, wirklich ne tolle Strecke mit schoenen Aussichten. Die erste Stunde geht’s auf unbefestigten Strassen nur bergauf, spaeter an den Berghaengen entlang und die letzte halbe Stunde wieder runter in ein Hochtal wo Jianshui liegt. Um 12:45 Uhr dann Ankunft am Busbahnhof. Ich springe sofort raus aus dem Bus und rein an den Fahrkartenschalter – und genau wie im Reisefuehrer angegeben faehrt um 13:30 Uhr ein Ueberland-Sleeper-Bus nach JingHong, und Fahrkarten dafuer gibt’s auch noch. Haette nicht gedacht, dass ich den Bus heute noch erwische. Und sogar noch ne Dreiviertelstunde Zeit um ein paar Snacks zu kaufen und eine der guten chinesischen Nudelsuppen zu schluerfen. Laut Landkarte sollten die Strassen bis JingHong weitestgehend Autobahnen sein. Ich hoffe nur, dass diesmal der Reisefuehrer nicht reht hat und der Sleeper keine 17 Stunden benoetigt. Nach zwei Stunden Autobahnfahrt ist die dann auch erstmal beendet und die Strecke fuehrt wieder in die Berge. So toll die Landschaft auch ist, aber das kostet halt Zeit. So langsam glaube ich wirklich, dass die Fahrt 17 Stunden dauert. Warum sonst wird die Strecke wohl sonst mit einem Schlafwagenbus gefahren? Die gepolsterten Liegen sind ganz bequem, die Decken etwas muffig (werden wohl selten/nie gelueftet). Man liegt in 3 Reihen a 6 Liegen und das ganze auf 2 Stockwerken. Fehlt nur noch die Busbegleiterin die frische Getraenke serviert. Weiter drei Stunden spaeter ist die Berg- und Talfahrt beendet und es geht wieder auf die Autobahn.
Muss dringend noch ein Wort verlieren ueber die Manieren in China. Also die Chinesen haben die Unart, bei jeder Gelegenheit auf den Boden zu spucken. Und das nicht nur im Freien sondern manchmal auch in oeffentlichen Gebaeuden oder Bussen. Sowohl Maenner als auch Frauen, jung oder alt. Damit nicht die ganzen Busse mit Speichel zugeschleimt werden, haengen am Eingang Spucktueten von denen rege Gebrauch gemacht wird. Ausserdem schmatzen die Chinesen immens beim Essen und beim Husten oder Niesen wird nie ne Hand vor den Mund gehalten. Also ne schleimige Angelegenheit hier.

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29.11.2012 - 72. Tag Von JingHong nach Luang Nam Tha in Laos

Morgens um 01 Uhr dann endlich Ankunft in JingHong. Also doch nur 11,5 anstatt 17 Stunden Busfahrt. Zum Glueck muss man nach Ankunft nicht sofort aus dem Sleeper raus sondern kann noch bis zum Morgen ausschlafen – das erspart mir eine weiter (halbe) Nacht im Hotel. Gleich um 6 Uhr nach Oeffnung der Fahrkartenschalter buche ich den Anschlusbus fuer 70 Yuan nach Luang Nam Tha in Laos. Der geht um 10:40 Uhr. SUPER !! Das erspart mir einen weiteren Tag in China. Ausserdem gehen meine „China Dollars“ (Yuan) zu Neige. Und es bleibt bis zur Abfahrt auch noch Zeit fuer ein ordentliches Fruehstueck im Mei Mei Cafe.
Nicht nur geografisch sondern auch ethnisch komme ich Thailand immer naeher, denn der hier lebende Volksstamm „Dai“ gehoert der Familie der Thais an. Ausserdem sind es ebenfalls Buddhisten. JingHong liegt an einem der groessten Stroeme Asiens, dem Mekong River. Der hat seinen Ursprung im Himalaya, bildet spaeter die natuerliche Grenze zwischen Myanmar, Laos und Thailand ehe er dann in Vietnam in einem grossen Delta ins suedchinesische Meer muendet. Man koennte auch direkt von hier mit ner Faehre bis runter ins thailaendische Chiang Saen fahren. Von hier bis zur Grenze nach Laos sind es noch etwea 150 km. Die gut ausgebaute Schnellstrasse fuehrt durch die mit Dschungel bewaldeten Berge Yunnans. Auch hier haben die Chinesen viele Tunnels in die Berge gebohrt. Das Klima ist subtropisch. Das Wetter schlaegt um, es faengt zu regnen an. Schon mein 3. Regentag seit ich unterwegs bin. Aber es ist warmer Regen. Ein letzter Halt in China unweit der Grenze in Mengla zur Mittagspause. Die verbliebenen Yuan werden ausgegeben und an Schwarzhaendlern in laotische „KIP“ umgetauscht. Ab jetzt heisst es wieder aehnlich wie im Iran mit hohen Zahlen jonglieren, denn 1 Euro entsprechen etwa 9100 KIP. Gegen 15 Uhr erreichen wir die Grenze. Die Abfertgigung am neuen chinesischen Uebergang „Mohan“ (grosses Spiegelglassgebaeude) verlaeuft schnell und reibungslos. Auf laotischer Seite muessen wir warten denn die Strasse ist komplett mit LKW’s zugestellt. Da geht nichts vor und nichts zurueck. Also gehen wir einstweilen zu Fuss an den Grenzuebergang „Boten“ in Laos. Mein Visa kostet 32 US$ und ist in 10 Minuten ausgestellt. Nach ner Stunde geht’s dann endlich weiter das letzte Stueck mit dem Bus nach Luang Nam Tha. Die Stunde haben wir aber insofern wieder gutgemacht da die Uhr in Laos eine Stunde zurueckgestellt werden muss. Untergekommen in Luang Nam Tha bin ich im Thavyxai Guesthouse. In Laos ist das Preis- / Leistungsverhaeltnis weit besser also in China. Alles ist ruhiger und entspannter.   UND: Das staendige Spucken hat ein Ende . . .

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29.11.2012 - 72. Tag Von JingHong nach Luang Nam Tha in Laos

 

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30.11.2012 - 73. Tag Von Luang Nam Tha nach Luang Prabang

Das Gute an Laos ist, dass es wie Vietnam und Kambodscha frueher mal franzoesische Kononie war. Nicht nur wegen des Rechtsverkehrs sondern vor allem wegen der sehr guten Baguettes die es hier morgens frisch gebacken gibt. Da laesst man doch gerne mal den Reis beiseite. Habe mir heute frueh noch schnell ne Fahrkarte mit dem VIP Bus in die Provinzhauptstadt Luang Prabang gekauft. Hier in Laos ist das wieder einfacher als in China da zumindest dort wo es Touristen gibt wieder englisch gesprochen wird. Habe mich gestern Abend noch mit einheimischer Waehrung eingedeckt. Doch mehr als 1 Million KIP hat der Geldautomat nicht ausgespuckt. Und das sind grade mal 100 Euro.   Das Wetter in Laos ist durchwachsen, der Himmel ist wolkenverhangen und ab und zu regnet es leicht. Die Regenzeit ist halt doch noch nicht ganz vorrueber. Das ist wohl auch dem Fahrer eines kleinen LKW’s zum Verhaengnis geworden der in einer Rechtskurve wegen ueberhoehter Geschwindigkeit auf einen entgegenkommenden LKW geknallt ist. Die Strasse ist blockiert. Es hat ueber ne halbe Stunden gedauert bis die Laoten mal auf die Idee gekommen sind den kleineren LKW auf die Seite zu schieben damit wenigstens eine Spur wieder befahrbar war. Ebenfalls zum Verhaengnis wurden die vielen Kurven dem Laoten neben mir im Bus. Der kotzt schon seit ner Stunde eine Tuete voll. Muss mir unbedingt einen anderen Platz suchen. Die Strecke nach Luang Prabang fuehrt meist durch dschungelbewachsene Berge und ist sehr kurvenreich. Es geht fast nie geradeaus. Deswegen dauert die 300 km Fahrt auch 9 Stunden. Die Chinesen haetten die Berge schon laengst durchloechert um die Fahrtzeit auf die Haelfte zu reduzieren. Infrastrukturell ist der Norden Laos’ an china angebunden und der Sueden mit der Hauptstadt Vientiane an Thailand. Aber dazwischen wo mein Bus grade faehrt sind selbst die Hauptstrassen meist unbefestigt. Da hilft auch der beste VIP Bus nichts. Um 19 Uhr abends nach schaetzungsweise 13785 Kurven dann endlich Ankunft in Luang Prabang am Busbahnhof. Mit zwei Italienern aus dem Bus nehmen wir zusammen ein Tuk-Tuk und fahren in die Stadt rein. Untergekommen bin ich im Chanthanome Guesthouse, direkt in der Altstadt zwischen den Tempeln, nur einen Steinwurf weg vom grossen Mekong River. Ruhiges Guesthouse mit schoenen, neuen Zimmern fuer nur 10 Euro.

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01.12.2012 - 74. Tag Ruhetag in Luang Prabang

Nach drei Reisetagen am Stueck mit 6 verschiedenen Bussen und nur einer Nacht in einem „anstaendigen“ Bett ist der heute eingeplante Ruhetag dringend noetig. Nicht zuletzt um mal wieder die Waesche waschen zu lassen oder beim Frisoer vorbeizuschauen. Das ist im uebrigen derselbe bei dem ich vor 5 Jahren bei meinem ersten Besuch hier schon mal war. Damals ist ihm waehrend des Haareschneidens der Strom ausgefallen und ich musste spaeter nochmals vorbeischauen zum Fertigschneiden. Das ist ihm heute nicht passiert. Der Ruhetag ist auch deswegen noetig da ich keinen Bus mehr sehen kann. Nicht von Aussen und erst recht nicht von Innen. Und Zuege gibt es keine in Laos.
Aber auch Luang Prabang ist es Wert 1-2 Tage zu verweilen. Luang Prabang wurde 1353 gegruendet und war bis 1556 die Hauptstadt des Koenigreiches der "Millionen Elefanten" (Lane Xang Koenigreich) sowie das religioese und kulturelle Zentrum von Laos. Die groessten Attraktionen hier sind die vielen alten Tempel und Hoehlen von denen einige yum UNESCO Weltkulturerbe zaehlen. Vermutlich deshalb hat sich hier eine groessere Travellor Szene entwickelt. Die beschauliche Kleinstadt an der Muendung des Nam Khan Rivers zum Mekong hinterlaesst einen ruhigen Eindruck denn der Verkehr auf den Strassen haelt sich sehr in Grenzen. Man sieht kaum Autos und LKW"s. Die Strassen werden hautpsaechlich von Moped"s, Tuk-Tuks und Fahrraedern benutzt. Die vielen alten Kolonialgebaeude die aus der franzoesischen Besatzungszeit von vor dem ersten Weltkrieg stammen sind jedoch meist in schlechtem Zustand. Eine gute Uebersicht ueber die Stadt hat man vom Huegel „That Phu Si“ mit dem Tempel „Wat Tham Phu Si“ (Pussy ausgesprochen!) mitten in der Altstadt. Dazu muss man 300 Stufen hochsteigen und vorher noch 20000 KIP Eintritt bezahlen. Auch abends hat Luang Prabang einiges zu bieten. Die vielen Cafes, Restaurants und Kneipen am Flussufer laden gerade dazu ein dort zu verweilen. Um 23:30 Uhr ist jedoch ueberall im Land Zapfenstreich, d.h. keine Getraenke duerfen mehr verkauft werden. Und das nehmen die Laoten auch sehr ernst. Wenn du um Mitternacht dein Bier immer noch nicht leer hast, wird der Rest in einen Plastikbecher gekippt den du dann auf der Strasse trinken oder mit nach Hause nehmen kannst. In jedem Fall muss man das Lokal verlassen. Aber Bier wird hier wohl niemand stehen lassen denn das sehr bekannte und beliebte „Beer Lao“ gehoert zu den Besten Asiens.

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02.12.2012 - 75. Tag Die Umgebung von Luang Prabang

Nachdem gestern Ruhe angesagt war kann ich heute wieder etwas aktiver werden. Habe mir deshalb ein Moped gemietet (Honda Wave) und mal die Umgebung von Luang Prabang abgefahren. Aber sehr viel mehr als den grossen Wasserfall, 36 km von hier entfernt, gibt es nicht zu sehen. Und den habe ich bei meinem letzten Besuch hier schon mal angefahren. Ausserhalb der Stadt ist alles sehr laendlich und primitiv. Die Leute wohnen meist noch in Holzhuetten mit Strohdaechern und leben von der Landwirtschaft (Reis und Gemuese). Die Hauptstrassen hier haben hoechstens die Qualitaet der Land- und Nebenstrassen bei uns zu Hause. Wenn man die verlaesst wird es schnell uneben und man koennte ein gelaendegaengiges Motorrad, alos ne Enduro, benoetigen. Heute Vormittag ist das Wetter noch in Ordnung aber am Nachmittag zieht es schon wieder zu und regent öfters. Es ist viel zu warm fuer die Jahreszeit, sagen die Einheimischen. Und regnen duerfte es eigentlich auch nicht mehr. Laos bleibt halt auch nicht verschont von der globalen Erwaermung.

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03.12.2012 - 76. Tag Von Luang Prabang nach Vientiane

Mittlerweile zum touristischen Ereignis geworden ist hier in Luang Prabang das allmorgendliche „Essen fassen“ der buddhistischen Moenche. Die laufen nach Sonnenaufgang durch die Strassen und bekommen von der einheimischen Bevoelkerung zu essen. Das muss ich mir natuerlich auch ansehen bevor nach zwei Tagen Pause vom Busfahren heute wieder ne Tagesfahrt Richtung Sueden in die Hauptstadt Laos’, Vientiane, auf dem Programm steht. Der Bus am Southern Busterminal sollte eigentlich um 8 Uhr abfahren. Die Motorklappe ist aber noch offen und einer schraubt dran herum. Da habe ich kein gutes Gefuehl. Um 8:45 Uhr wird dann ein anderer Bus daneben bereitgestellt. Alos alle wieder aussteigen, Gepaeckraum leeren und rueber in den „neuen“ Bus. Bei dem laeuft zumindest schhon mal der Motor. Und tatsaechlich geht’s dann um 9 Uhr mit einer Stunde Verspaetung endlich los. Auch heute dasselbe Bild wie vor drei Tagen: Die Strasse windet sich in endlosen Kurven, Schleifen und Serpentinen durch die (wirklich schoenen) dschungelbewachsenen Berge. Und auch das Wetter bleibt neblig-trueb und unbestaendig. Ich hoffe, dass es in Thailand dann wieder sonniger wird. Aber der Ersatzbus scheint technisch auch nicht ganz in Ordnung zu sein. Der Fahrer „ruehrt“ oefters hilflos im Getriebe herum und sucht die Gaenge. Ich hoffe nur es haelt bis Vientiane. Am Nachmittag wird dann wenigstens das Wetter besser und damit die Aussicht auf die Berge auch.
Um halb vier Zwischenstop in Vang Vieng. Da war ich bei meinem letzten Besuch vor 5 Jahren schon mal. Der Ort ist bekannt fuer seine vielen Moeglichkeiten fuer Outdoor-Aktivitaeten – vor allem das „Tubing“ ist dort sehr populaer. Man faehrt bzw. schwimmt auf einem aufgeblasenen LKW-Reifen nen Urwaldfluss hinunter. Unterwegs gibt es immer wieder Haltestellen zum „einkehren“ oder aber um sich an Seilen aus Baumwipfeln ueber das Wasser zu schwingen und sich dann in selbiges fallen zu lassen. Das ist vor allem dann nicht ungefaehrlich wenn man zuviel getrunken oder geraucht hat. Und gerade das ist schon so manchem jungen Rucksacktouristen zum Verhaengnis geworden. Es gibt jedes Jahr einige Tote – leider. Selbst in der Bildzeitung habe ich mal einen Bericht darueber gelesen. Bleibt man jedoch nuechtern ist das ein Heidenspass und eigentlich ungefaehrlich. Mir ist damals auch nichts passiert.
Nachts um sieben dann endlich Ankunft am Norther Busterminal in Vientiane. Alos wieder mal den ganzen Tag im Bus verbracht und nur 390 km zurueckgelegt. Luftlinie dueften es nur etwa 100 km gewesen sein. Aber so ist das halt nun mal inn Laos: Eile mit Weile. Ein Sammeltaxi bringt uns Touries dann in die Innenstadt. Untergekommen bin ich im „Douang Deuane Guesthose 2“.

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04.12.2012 - 77. Tag Thai-Visa-Run

Als Visa-Run bezeichnet man normalerweise die Fahrt an die Landesgrenze und dann die Aus- und Wiedereinreise um ein neues bzw. verlaengertes Visum zu bekommen. Bei mir ist das heute anders gelaufen. Vientiane liegt direkt am Mekong River. Und der bildet hier die natuerliche Grenze zu Thailand. Bin also nur noch 100 Meter entfernt vom Zielland der Reise. Wenn man auf dem Landweg nach Thailand ohne Visum einreist bekommt man 15 Tage Aufenthaltsgenehmigung. Das reicht mir abernicht bis Anfang Januar. Alos brauche ich ein Visum. Das kann man auch hier in Vientiane in der thailaendischen Botschaft ausstellen lassen. So sthe ich wieder mal frueh auf und laufe die halbe Stunde zur Botschaft. Dort angekommen erklaert man mir, dass die Visa’s nicht hier sondern im Konsulat bearbeitet werden. Bedeutet fuer mich nochmals 20 Minuten zu Fuss. Hab’s dann auch tatsaechich gefunden aber mich haut’s fast um vor Verwunderung: Da stehen schon etwa 200 Leute und warten auf die Oeffnung. Um halb neuen stroemt alles rein und ich ziehe die Bearbeitungsnummer 135. Papiere und Passbilder habe ich dabei aber man kann die Visagebuehr nur in Thai-Bhat bezahlen und die 1000 Bhat habe ich natuerlich nicht. Also wieder raus aus dem Konsulat und ne Bank suchen zum Geld wechseln. Aber immer wenn dune Bank brauchst ist natuerlich keine in der Naehe. Nach nem guten Kilometer und 3 mal Fragen hab’ ich dann doch eine gefunden die mir Euro in Bhat wechselt. Danach wieder schnellstmoeglichst zurueck zum Konsulat. Die sind dort gut geruestet auf den Touristenansturm und bieten gut 200 Sitzplaetze zum Warten an. Normalerweise bekommt man das Visum am naechsten Werktag zurueck und heute ist Dienstag. Aber morgen ist der 5. Dezember und da hat der Koenig Geburtstag. Es ist also Nationalfeiertag und das Konsulat hat zu. So muss ich noch einen weiteren Tag hier in Vientiane warten, kann das Visum also erst am Donnersta ab 13 Uhr abholen. Der Visa-Run war fuer mich also ein sportliches Ereignis und nicht bloss ne Kaffeeefahrt zur Grenze. Vielleicht sollte ich um fit zu bleiben noch ein paar Visa’s beantragen.

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05.12.2012 - 78. Tag Vientiane

Nach dem gestrigen Visa-Run habe ich heute Zeit um mir mal die Hauptstadt Laos' anzusehen. Vientiane hat 750000 Einwohner und ist seit 1563 Hauptstadt des Landes. Viel Sehenswertes gibt es hier nicht. Das Patuxai Gate in der Thannon Lanxing Strasse ist neben der Pha That Luang Tempelanlage noch der markanteste Punkt der Stadt. Das Patuxai Gate hatte den franzoesischen Arc de Triomphe beim Bau als „Vorbild“. Auch sonst ist der franzoesische Einfluss der Kolonialzeit noch ueberall sichtbar: Die Strassennamen sind in laotischer und franzoesischer Sprache ausgeschildert. Die Bäckereien mit den guten Baguettes und Croissants heissen „Boulangerie“ und die Metzgerei „Boucherie“. Vientiane ist wohl die „ruhigste“ Hauptstadt in der ich je war. Der Verkehr haelt sich selbst auf den Hauptstrassen noch in Grenzen. Es wird selbstverstaendlich rechts und nicht links gefahren wie in den meisten Staaten Suedost-Asiens.
Mit dem Bus 14 vom Central Busterminal kommt man in einer Dreiviertelstunde an die Friendshipbridge, die Bruecke ueber den Mekong um nach Thailand zu kommen. Hab’ mir das mal angeschaut weil ich da morgen Nachmittag rueber will, vorausgesetzt ich bekomme mein Visa. Auf der Fahrt dorthin kommt man an der einzigen Brauerei des Landes vorbei. Die brauen das beste Bier Asiens, BEER LAO . Das muss gut schmecken, denn die Hefe dazu wird aus Deutschland importiert. Und internationale Auszeichnungen hat es auch schon gewonnen. Wollte eigentlich ne Brauereibesichtigung machen aber wegen Umbauarbeiten ist das leider derzeit nicht moeglich. Habe aber wenigstens einen grossen Banner fuer meine Bar daheim abstauben koennen.     Die Laoten bekommen heute Abend von den Thais ein kostenloses Feuerwerk geboten. Drueben auf der anderen Seite des Mekongs böllern die was das Zeug haelt. Denn heute ist der 5. Dezember. D.h. der Koenig hat Geburtstag und das muss gefeiert werden.

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Thailand

06.12.2012 - 79. Tag Von Vientiane nach Nong Khai

 

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07.12.2012 - 80. Tag Von Nong Khai nach Bangkok

Jules Verne hat es âIn 80 Tagen um die Weltâ geschafft, ich werde es in derselben Zeit nur bis Bangkok schaffen. Aber egal ich bin froh, dass heute nach fast 3 Monaten de r letzte Reisetag angebrochen ist zur âFinal Destinationâ Bangkok, oder âKrung Thepâ wie es in Landessprache genannt wird. Wegen des Ausfalls der Tibet-Reise bin ich ne Woche frueher dran als geplant. Da Nong Khai an einer Bahnstrecke liegt nehme ich nochmal den Zug. Den letzten Fahrschein mit dem letzten Zug habe ich mir noch gestern Abend am Ba hnhof gekauft. 498 Bhat (12,50 Euro) in der 2. Klasse AC. Man kann uebrigens Informationen ueber Zugverbindungen weltweit im Internet unter folgender Adresse einholen: seat61.com . Der Zug geht morgens um 6 Uhr und sollte dann um 17 Uhr in Bangkok sein. Aber natuerlich hat mein letzte r Zug gleich mal ne Stunde Verspaetung bei der Abfahrt â da haette ich nicht so frueh aufstehen muessen! Im klimatisierten 2. Klasse Wagen ist es echt âarschkaltâ und die Air con âzieht wie Hechtsuppeâ. Ich dachte eigentlich nicht dass ich meine warmen Klamotten noch mal auspacken muss, aber ne Erkaeltung muss dann auch nicht sein. Man haette natu erlich auch Non-Aircon fahren koennen aber das haette 3. Klasse ungepolsterte Hartschalensitze bedeutet. Die Fahrt fuehrt ueber Udon Thani, Kon Kaen und Korat. Also durch den ganzen Nordosten Thailands, auch Isarn genannt. Der Isarn ist das Armenhaus der Nation. Das Land ist topfeben, hier gibt es nur eines, und das soweit das Auge reicht: Reisfe lder. Die sind jetzt nach Ende der Regenzeit abgeerntet. Neu bepflanzt werden die erst wieder im Fruehjahr wenn der naechste Regen faellt.
Mit Einbruch der Dunkelheit erreicht der Zug die Vororte von Bangkok und um 18:30 Uhr laeuft er dann ENDLICH ein im Hauptbahnhof HUALAMPHONG. Habe mein Ziel also erreicht nac h 80 Tagen und 15500 Kilometer zurueckgelegter Strecke mit Bus und Bahn (die beiden Fluege nicht miteingerechnet). Habe dabei insgesamt 325 Stunden in Bussen , Taxis, Tuk-Tuk s und diversen Eisenbahnen verbracht. Das sind etwa 14 Tage insgesamt. Umgerechnet 0,08 % meines bisherigen Lebens â also doch nicht so viel. Bin dabei durch 13 verschieden Laender gereist.
Es wurde auch Zeit anzukommen denn mir reichtâs jetzt wirklich. Was ich jetzt brauche ist Erholung vom Reisestress. Werde deshalb naechsten Montag noch fuer 3 Wochen ans Meer FLIEGEN !!! Auch der Bericht hat jetzt ein Ende. Ueber Thailand habe ich schon genug geschrieben, das kennen auch viele.

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08.12.2012 - FAZIT


Fazit nach 80 Tagen Reisezeit:

Ziel erreicht,

Mission verfehlt ( 2 Flüge ) !

Reise muss auf anderer Route wiederholt werden !


Am Besten über Osteuropa --> Russland --> Mongolei --> China

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