Vietnam 2008

13.02.2008: Wieder mal ETIHAD

Mit 30 Minuten VErspaetung hebt der A330 der ETIHAD Airlines (Vereinigte Arabische Emirate) in Frankfurt ab. Habe auch diesmal wieder bewusst die ETIHAD gewaehlt wegen des guten INflight Services: Sehr gutes Essen und Trinken, grosse Falchbildschirme in den Rückenlehnen der Sitze und ein grosses multimediales Programm dazu. so viele Viedeos, mp3-Audios und Computerspiele dass man bestimmt 5x um den Erdball fliegen könnte und immer noch nicht alles ausgenutzt zu haben. Dazu ein integriertes Telefon. Das ist jedoch mit 6 US Doller pro Minute recht teuer. Ausserdem kann man viele Fluginformationen abrufen (Duty Free, Landkarten, Kurse, Aussenkameras, ...).
Ich sitze neben einem jungen Finnen der auf dem Weg nach Singapur ist. Wir haben eine kurzweilige Unterhaltung denn ihm schmeckt das Bitburger Pils mindestens genauso gut wie mir. Beim Morgengrauen erreichen wir nach ca. 5,5 Std. Flugzeit den Zwischenstop Abu Dhabi.

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14.02.2008: Reisetag

Gegen 10 Uhr Ortszeit geht's dann weiter Richtung Bangkok, diesmal mit ner Boeing 777. Irgendwie scheine ich es diesmal mit den Finnen zu tun haben, denn neben mir sitzt ein aelteres finnisches Ehepaar die Urlaub in Thailand machen. Ist auch weiter nicht verwunderlich wenn die Skandinavier im Winter reis aus nehmen und in waermere Gefilde fliehen - mir geht's ja ebenso. 18:40 Uhr landet die Boeing sicher und ich bin, ich weis nicht zum wie vielten Male, wieder in Bangkok. Habe bei meiner letzten Tour im vergangenen Herbst in Laos die Thailaenderin Waraporn getroffen und mit ihr vereinbart, dass sie mich vom Flughafen abholt. Sie arbeitet im Novotel an der Rezeption und hat dadurch gute Beziehungen zu anderen Hotels. Und so hat sie mir auf ihren Namen im "Grand Sofitel" in der Sukhumvit Rd ein Zimmer für 10 US Doller gebucht das normalwerweise 165 US Dollar die Nacht kostet - nicht schlecht! Habe noch nie in Bangkok in einem First-Class 5 Sterne Hotel übernachtet. An den Luxus könnte man sich doch glatt gewöhnen! Der Rückfall von den 5 Sternen auf 1-2 Sterne in Vietnam wird mir bestimmt schwer fallen.
Dieser doch etwas anstrengende Reisetag mit ein paar kühlen "Small Singha" Bierchen. Die Farbe Rot überwiegt heute im Stadtinneren von Bangkok. Kein Wunder, schliesslich ist ja Valentinstag.

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15.02.2008: Nur kein Stress heute

Wenn man schon mal 5 Sterne fast "für umme" bekommt sollte man sie wenigstens nutzen. Ausserdem bin ich noch etwas müde von der Anreise. Das bedeutet: Heute wird relaxed am Pool des Hotels. Wozu hat man denn sonst Urlaub. Am Spaetnachmittag raffe ich mich dann doch auf und fahre mit der U-Bahn ins Chinatown Bangkoks. Die Maerkte dort sind sehr interessant.

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16.02.2008: Haarscharf

Hole heute früh Waraporn am Seacon Square Shopping Mall im Stadtteil Bangna ab. Sie arbeitet erst ab 13 Uhr nachmittags und hat Zeit mir den Park "Suanluang" zu zeigen. Hier kann man für ein paar Stunden dem Laerm, Gestank und Dreck der Stadt entkommen. Den Park hat "König Rama der 9." anlegen lassen (hat nichts mit der gleichnamigen Margarine zu tun). Am Ausgang des Parks angekommen bemerke ich eine grössere Menge einheimischer Personen. Bei naeherem Hinsehen wird mir erklaert, dass hier der König eine kostenlose Einrichtung installieren liess wo sich Arme und Bedürftige Leute (wie ich) umsonst die Haare schneiden lassen können. Jemand winkt mich sofort her und so bekomme ich von einer Frau auch noch einen Haarschnitt verpasst. Das kommt mir als sparsamen Schwaben natürlich grade recht. Für das Stutzen meines Bartes draengt sich jedoch ein Mann auf. Es zeigt sich schnell, dass es cih um einen "Katoi", also um einen Homosexuellen, handelt. Von denen gibt es hier in Thailand auffaellig viele. Meine anfaengliche Unsicherheit ist jedoch unbegründet denn der Typ ist völlig harmlos. Für die gute Arbeit der Leute hier bedanke ich mich tausend Mal und lasse den König hochleben. Als mir noch angeboten wird auf den spaeter eintreffenden Arzt zu warten, der die Leute kostenlos untersucht, verzichte ich. Denn ich fühle mich bei bester Gesundheit. Warum gibt es so eine Einrichtung eigentlich nicht hier bei uns in Deutschland?

Am Nachmittag fahre ich noch zu dem im nördlichen Teil von Bangkok liegenden Wochenendmarkt "Chatuchak". Ich muss mich noch dringend mit waermeren Klamotten vor meinem Flug nach Vietnam eindecken, denn in Hanoi liegen die Temperaturen derzeit bei etwa 15 Grad.
Eine weiter gute Nachricht aus schwaebischer Sicht erfahre ich am Abend aus dem Internet: Der VfB hat nach verpatztem Rückrundenstart endlich sein erstes Spiel gewonnen - wenn auch in allerletzter Minute mit 2:3 in Duisburg.

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17.02.2008: Flug nach Hanoi

Ich lasse mich um 7 Uhr von der Hotelrezeption wecken, denn mein Flieger nach Vietnam geht um 10:15 Uhr. Ohne Frühstück (30 US$ sind mir dann doch etwas zuviel) fahre ich mit dem Sky Train bis zur Endhaltestelle "On Nut". Dort warten schon einie der abertausenden Taxis von Bangkok und ich steige gleich ins erste ein. Als ich den Taxifahrer ansehe ist es bereiets zu spaet. Er faehrt schon los. Aber was heisst hier "er". Man könnte auch sagen "es" faehrt schon los. Den ob es sich bei dem Fahrer um einen Menschen oder um ein Tier handelt ist mir nicht so ganz klar. er Typ ist jedenfalls "schmieriger" als jeder Obdachlose hier in der Stadt: Ein von der Sonne verbranntes, verrunzeltes Gesicht das bestimmt schon über eine Woche nicht mehr rasiert wurde und vermutlich noch viel laenger nicht gewaschen. Er hat jedoch nur wenige Zahnlücken, dafür sind die so gross , dass man die paar Zaehne eines Kiefers an einer Hand abzaehlen kann. Anfangs drehe ich das Geblaese der sehr kalten Klimaanlage von mir weg um nicht krank zu werden. Der Taxifahrer riecht jedoch so stark nach Alkohl, dass ich lieber Gefahr laufe krank zu werden als nur noch eine Minute laenger dem Geruch von Schweiss und Alkohol ausgesetzt zu sein. Sein GEsicht und das Bild der Fahrerlizenz an der Windschutzscheibe haben recht wenig miteinander zu tun. Wahrscheinlich hat der rechtmaessige Fahrer heute keine Lust zum Fahren und sich einfach jemanden von der Strasse gegriffen der den Job für ihn erledigt. Wenigstens faehrt er auf der richtigen Strassenseite und gibt auch ganz ordentlich Gas. Die Gaenge werden vor dem Hochschalten bis zum Anschlag ausgedreht, GEschwindigkeitsbeschraenkungen scheint es hier keine zu geben. Langsamere Mopedfahrer werden einfach von der Strasse gedraengt wenn sie nach zweimaligem Verwarnen (Hupen) nicht Platz machen. Dafür bin ich in Rekordzeit am Airport. Michael Schumacher waere bestimmt nicht schneller gewesen. Da Fliegen bekanntlich wesentlich sicherer ist als Autofahren, kann mir heute eigentlcih nichts mehr passieren. Durch den taxifahrenden "Chlochard" bleibt mir noch genügend Zeit das ausgefallene Frühstück am Airport nachzuholen.

Der Check-In des übers Internet gebuchten Fluges DD3200 klappt problemlos, ebenso die Online-Sitzplatzreservierung. Aber das bin ich von Nok Air auch nicht anders gewohnt. Nach 1:15 Std. Flugzeit setzt der Vogel sicher auf dem Zielflughafen auf und ich bin zum ersten Mal in der Schwaben-Metropole von Südostasien: Ha-Noi. Mit dem Shuttle Bus von Vietnam Airlines geht's dann für 2US$ ins 35 km entfernte Zentrum und von dort für 1 US$ mit dem Motorradtaxi ins City Gate Hotel das ich vorgestern per Internet noch schnell reserviert habe. Wenigstens hier fahren die Leute auf der richtigen Strassenseite, naemlich rechts. Ist den Franzosen zu verdanken, die als letztes das Land besetzt hatten; mal ausgenommen von den Amis. Das Strassenbild ist gepraegt von tausenden Mopeds, Autos sieht man weniger. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier Verkehrsregeln oder gar Führerscheine gibt, denn hier faehrt jeder grade so wie er will. Die Folge davon ist ein sehr lautes von frühmorgens bis spaet in die Nacht andauerndes Gehupe das mir schon nach zwei Stunden auf die Nerven geht. Das City Gate Hotel liegt am nördlichen Ende der Innenstadt, im "Old Quarter". Das Geld hier ist auch so ne Sache. Die Waehrung heisst "Dong" und ist nichts Wert. Für einen Euro bekommt man ca. 25000 Dong. Da bin ich doch gleich mal zum naechsten Geldautomaten gegangen und hab mir ne Million gezogen - so leicht wird man hier Millionaer.
Habe nach dem Abendessen in einer Kneipe an der Theke den deutschen Thomas aus Bochum getroffen. Der lebt schon über ein Jahr hier mit seiner chinesischen Freundin Lili, spricht gut chinesisch und etwas vietnamesisch. Von ihm erfahre ich auf was man hier so alles achten muss. Schockiert war ich dann etwas über die Story von seinem kleinen Hund. Den hat er mit viel Hingabe jahrelang in drei verschiedenen Sprachen ausgebildet, naemlich deutsch, chinesisch und vietnamesisch. Weil er verreiste musste er ihn einmal für ein paar Tage zur Nachbarschaft in Obhut geben. Bei seiner Rückkehr war der Hund einfach spurlos verschwunden. Weggelaufen hiess es offiziell. In Wirklichkeit haben die Nachbarn den mehrsprachigen Hund übers Wochenende einfach verspeist. Zugegeben haben sie es nicht, Thomas hat jedoch andgedroht den Schuldigen in Stücke zu zerhacken wenn er herausfindet wer es war. Allerdings sollte man Hunde und auch Frösche nur waehrend der abnehmenden Mondphase essen, bei zunehmender bringt das Unglück. Es sei denn, man hat diesen Monat schon so viel Pech gehabt, dass es auch nicht mehr darauf angkommt einen Hund bei zunehmender Mondphase zu essen. Keine Schonzeit also für Hunde!
Offiziell müssen die Kneipen hier um 23 Uhr dicht machen. Unsere hat jedoch meist bis in die frühen Morgenstunden offen. So kurz nach Mitternacht betreten dann vier grünuniformirete Beamte den Laden wie ich sie sonst nur als sowjetische Widersacher aus alten James Bond Filmen kenne. Ein paar Scheine wechseln unter der Theke den Besitzer, die Beamten verschwinden wieder und wir bestellen noch ne Runde Bier.

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18.02.2008: Stadtbummel in Hanoi

Obwohl es gestern doch etwas spaet geworden ist, werde ich früh um neun Uhr recht unsanft vom Gehupe des Verkehrs auf den Strassen Hanois geweckt. Kommt auch davon, dass ich im Old Quarter wohne, dem Herzen der Stadt. Man braucht nur einen Fuss vor die Tür des Hotels setzen und befindet sich sofort mitten im pulsierenden, asiatischen Leben, wie man es nur vom Fernsehen her kennt. Ich lauf die Innenstadt um den Hoan Kiem See zu Fuss ab. In dem etwa 500 Meter langen Gewaesser soll es noch grosse Landschildkröten geben, die man allerdings nur sehr selten zu Gesicht bekommt. 1968 hat man ein 250 kg schweres, 2m langes Exemplar gefangen, ausgestopft und auf der Insel des Sees zur ausgestellt. Habe mich dann mit dem Motorradtaxi zum Ho Chi Minh Mausoleum Komplex fahren lassen. Entgegen seinen Willen hat man den Revolutionaer und Staatsgründer hier aufgebahrt und zur Schau gestellt. Zur Zeit kann man jedoch nicht rein, da er 1x im Jahr zu "Reparaturzwecken" nach Moskau geflogen wird. Um auch in Vietnam mobil zu sein habe ich mir eine SIM Karte gekauft, mein Handy aufgeladen und Thomas angerufen. Der hat mich spontan zu sich nach Hause zum Essen eingeladen. Ich bringe eine Palette Tiger-Dosenbier als Gastgeschenk mit, damit wir auch was zu trinken haben. Seine Freundin Lili hat Fisch auf dem Markt gekauft und bereitet einen "Hot-Pot" vor. Spaeter haben wir uns dann noch mit seinen vietnamesischen Bekannte aus der Nachbarschaft getroffen. Leider faellt mir die Kommunikation schwer, da ich kein vietnamesisch sprechen kann. Sind aber eigentlich ganz nett, die Jungs aus der Nachbarschaft, auch wenn sie seinen Hund gegessen haben.

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19.02.2008: Wasserpuppentheater

Bin nun schon den dritten Tag hier und das Wetter wird einfach nicht besser. Es ist staendig bedeckt und für die Jahreszeit viel zu kalt. Der kaelteste Winter seit 50 Jahren. Gibt es denn keine Sonne in diesem Land? Was mir noch mehr auf den "Wecker geht" ist das andauernde Gehkupe auf den Strassen. Ich glaub es dauert nicht mehr lange bis mir die Sicherung durchbrennt und ich mal stellvertretend für alle einen der vielen zweiradfahrenden Idioten vom Moped werfe. Und wenn der fragt warum, den naechsten gleich hinterher.

Wenn man nach Vietnam in Urlaub faehrt wird man unweigerlich mit den beiden Kriegen mit Frankreich und den USA konfrontiert. Deshalb habe ich mir heute Vormittag das Militaermuseum vorgenommen. Dort ist jede Menge Kriegsschrott ausgestellt. Allein die Amis haben zwischen 1968 und 1975 mehr als 5 Millionen Tonnen Bomben hier abgeworfen. Das sind ungefaehr 45 kg pro Einwohner! Davon liegt noch etwa 10-20% als Blindgaenger undetoniert herum. Seit Ende des Krieges sind mehr als 30000 Menschen deshalb gestorben.
Habe am Nachmittag eine Vorstellung des Wasserpuppentheaters besucht. Das sind bemalte Holzpuppen die, wie der Name schon sagt, in einem Wasserbecken vor einer Tempelkulisse Geschichten der Vergangenheit spielen. Die Puppen werden durch ein Gestaenge unter der Wasseroberflaeche bewegt. Das Ganze ist untermalt durch folkloristische Musik (Flöten, Saiteninstrumente, Trommeln, Gesang) und hatte seinen Ursprung vor mehr als 1000 Jahren. Die Puppenspieler müssen erst eine dreijaehrige Ausbildung durchlaufen bevor sie eine Vorstellung geben dürfen. Schön anzuschauen, der Besuch lohnt sich wirklich.

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20.02.2008: Cat Ba

Werde mir die naechsten 2 Tage eine der Hauptattraktionen Vietnams vornehmen: Die Halong Bucht. Dazu fahre ich 2 Std. mit dem Bus zur Küstenstadt Haiphong und voon dort nochmals 2 Std. mit einer alten verrosteten Faehre zum Hauptort Cat Ba das auf der grössten der vielen Inseln liegt. Zum ersten Mal seit ich hier bin ist es wirklich ruhig. Kein Laerm weit und breit. UND: es gibt sie doch, die Sonne in Vietnam. Sofort steigen nicht nur die Temperaturen sondern auch das Gemüt. Auch die Preise stimmen hier in Cat Ba noch: Schöne Zimmer mit Meerblick, SAT-TV und Heisswasser für etwa 4 Euro, allerdings ohne Frühstück (Huong Cang Hotel). Die Besitzerin hat mich am Pier abgefangen und solange auf mich eingeredet bis ich mir die Unterkunft dann doch angeschaut habe. Auch eine Tagestour mit dem Boot durch die Halong Bucht morgen für 12 Dollar hab ich bei ihr gebucht.

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21.02.2008: Halong Bucht

Die Halong-Bucht ist ein rund 1.500 km² großes Gebiet im Golf von Tonkin, im Norden Vietnams. Nach offiziellen Angaben ragen 1.969 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch, aus dem Wasser. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe. Mehr unter "wiki" Halong Bucht . Mit mir auf dem Boot sind noch ein Paar aus England, Australien und zwei junge Jounalistinnen aus Kuala Lumpur (Malaysia). Die Landschaft ist echt grandios und ich habe mal wieder Glück mit dem Wetter, denn heute ist der erste richtig schöne Tag mit Sonne pur nach 6 Wochen Mistwetter. In Worten kann man die Landschaft schlecht beschreiben, man muss es selbst gesehen haben. Aber wie gesagt nur bei schönem Wetter.

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22.02.2008: Zurück nach Hanoi

Habe mir ein "Kombiticket" gekauft (Bus-Faehre-Bus) und fahre wieder zurück nach Hanoi wo ich en grössten Teil meines Gepaecks deponiert habe. Werde jedoch dort ein anderes Hotel nehmen müssen weil der Besitzer mich nicht mehr leiden kann. Denn ich habe a) die Halong Tour nicht bei ihm gebucht und b) ich musste ihn immer nachts wachklingeln weil ich so spaet heimgekommen bin.

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23.02.2008: Pilgerfahrt zur Parfüm-Pagode

Habe mit Thomas vor ein paar Tagen ereinbart, dass wir heute nen Tagesausflug ur Parfüm-Pagode machen. Es wird jedenfalls ein langer Tag werden denn wir starten schon um 5 Uhr früh. Bedeutet für mich, um 4 Uhr aufstehen. Mit von der Partie ist noch seine Freundin Lili, sein vietnamesischer Kumpel Antan mit 2 Bekannten und die Deutsche Maya. Sie lebt seit 10 Monaten hier als Dozentin und unterreichtet Geologie an der Uni in Hanoi. Sie hat als Frau fast täglich hier so ihre persönlichen Erlebnisse. Denn mit ihren 1.85 Meter Körpergrösse überragt soie so ziemlich jeden Vietnamesen deutlich und wird nicht zuletzt wegen ihres kurzen Haares ständig für einen Mann gehalten. Da kommt es nicht selten vor, dass man sie wieder aus der Damentoilette zieht oder man sie wieder aus der Damenumkleidekambin des Schwimmbades wirft. Auch heute wird sie immer wieder argwöhnisch begutachtet und die Leute brechen immer wieder in Gelächter aus wenn sie sie erblicken.

Die Parfüm Pagode ist ein Komplex bestehend aus ehreren buddhistischen Schreinen und Pagoden und befindet sich etwa 60 km südwestlich von Hanoi. Antan hat ein Auto mit Fahrer für uns gemietet. Zehntausende von buddhistischen Pilgern kommen jedes Jahr in der Zeit des chinesischen Neujahrs täglich hierher, also jetzt grade. Vor allem am Wochenende, und heute ist Samstag. Zur 2 km entfernten Pagode kann man nur über einen Fluss kommen. Wir mieten eines der hier zu tausenden herumliegenden Blechboote. Die werden traditionell von Frauen gerudert. Wir sind bei Gott nicht die einzigen heute. Eine ganze Karawane von Blechbooten bis fast zum Untergang überfüllt mit Vietnamesen bahnt sich den Weg flussabwärts. So dauert es eine Weile bis wir uns freigerudert haben. Nach einem Kilometer folgt der erste Stop an der ersten Tempelanlage. Antan und seine beiden vietnamesischen Kumpels bereiten den Teller mit Opfergaben hauptsächlich bestehend aus Früchten, Dosenbier und Räucherstäbchen vor. Der wird dann im Tempel an einem Buddhaschrein geweiht und hinterher verzehrt. Thomas meint, von geweihtem Dosenbier muss man weniger oft Pinkeln gehen als von nicht geweihtem. Ich bin davon weniger überzeugt, denn das "Bia Hanoi" Bier schmeckt etwas wässrig.
Danach paddeln wir weiter zur eigentlichen Parfüm Pagode. Da hier nur sehr wenige Touristen unterwegs sind, sind wir für die Einheimischen die Attraktion schlechthin. Die winken uns zu oder machen sich mal wieder lustig über Maya. Die Landschaft entlang des Flusses ist mit steil aufragenden mit Dschungel bewachsenen Felsen ähnlich toll wie die in der Halong Bucht. An der Parfüm Pagode dann dasselbe Spiel mit Opferteller und geweihtem Dosenbier wie zuvor. Ich muss aufpassen, dass ich nicht schon morgens um 9 Uhr den ersten Bierrausch bekomme. Da jeder ein Handy dabei hat schaffen wir es uns in dem Geschiebe der Menschenmassen nicht zu verlieren.
Am Nachmittag steht dann der anstrengende Part der Pilgerfahrt bevor: Erklimmen eines Berges auf dem sich eine heilige Höhle befindet. Der etwa 2 km lange Anstieg ist nicht besonders schwierig, ist aber wegen des Gedränges der vielen Pilger langwierig und anstrengend. Besonders der letzte Teil ist so eng und das Geschiebe der Massen so gross, dass man kaum noch Luft zum Atmen bekommt. Hier heist es auch Aufpassen vor Taschendieben. Die ganze Situation entspannt sich dann in der Höhle. Denn es gibt wieder mal geweihte Früchte mit Dosenbier. Von dem haben wir palettenweise mitgebracht. Antan kennt sich bestens damit aus, er betreibt doch eine der vielen Minikneipen Hanois wo bio hoi Bier ausgeschenkt wird. Das ist ein süffiges, leichtes Pilsener das die Tschechen zu Sovjetzeiten eingeführt haben und die Einheimischen hier literweise "tanken".
Das Gedränge zurück den Berg runter schenken wir uns. Hier gibts ne Seilbahn! Die ist sogar vom österreichischen Elitehersteller "doppelmayr" und sieht genau so aus wie die in den Skigebieten der Alpen. Nur Skifahren kann hier bestimmt keiner. Spätnachmittags paddeln wir wieder zurück, nicht ohne einen weiteren Tempel zu besichtigen. Zum Glück ist uns das Dosenbier ausgegangen - für heute reichts wirklich! Dieser sehr erlebnisreiche, lange Tag klingt aus mit einem traditionellen vietnamesischen Abendessen: Zuerst kommt das Hauuptgericht, Ente, danach mit Reis und Gemüse die Beilagen und zum Schluss die Suppe. Also in etwa umgekehrter Reihenfolge als Zuhause. Gegessen wird natürlich mit Stäbchen, nur zur Suppe bekommt man einen Löffel. Zum Trinken gibts zur Abwechslung mal kein Bier sondern Vodka Hanoi.

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24.02.2008: Ninh Binh

Heute gehts die erste Etappe Richtung Süden. Bye bye Hanoi. Deinem Gehupe auf den Strassen weine ich keine Träne nach. Ausserdem wird das Wetter wieder schlechter. Zum Glück nicht so kalt wie vorige Woche, aber bedeckt und diesig. Mein Tagesziel Ninh Binh liegt 93 km (2 Busstunden) südlich von Hanoi. Es hat alle die Eigenschaften wie man sie von den Postkarten Vietnams her kennt: Reisfelder, Wasserbüffel, bewaldete Felsformationen, Tempeln, Pagoden, ...). Für 8 US$ bin ich im Thanhthzys Guesthouse untergekommen. Der Besitzer spricht gut englisch und unter anderem auch deutsch. Hat er doch mal für ein paar Jahre in der ehemaligen DDR gearbeitet. Gleich am Nachmittag noch lasse ich mich von einem seiner Moped Taxis nach Tam Coc fahren. Tam Coc sind die Höhlen durch die der Fluss Ngo Dong fiesst. Im Prinzip ähnelt die Landschaft der Halong Bucht, nur eben ohne Meer. Mit ähnlichen Blechbooten wie gestern kann man sich zwei Stunden lang den Fluss runter fahren lassen. Das ganze sieht etwas spektakulärer aus als gestern, nur eben das Wetter ist nicht so toll.

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25.02.2008: Cuc Phuong Nationalpark

Mache heute eine Eintages Tour zum nahe gelegenen Cuc Phuong Nationalpark. Das ist der erste Nationalpark der in Vietnam errichtet wurde. Ho Chi Minh selbst hat 1963 eine Auszeit des Krieges genommen um den Park zu eröffnen. Angeschlossen an den Park ist ein Zentrum für bedrohte Primaten. Die Affen werden hier gzüchtet und zur Wiederfreilassung in die Wälder vorbereitet. Krach machen die jedenfalls schon genug. Nachmittags steht noch ein etwa 7km langer Marsch durch den Regenwald bevor, unter anderem vorbei an einem über 1000 Jahre alten Urwaldriesen (ungefähr meine Altersklasse). Dabei sind noch Rebekka und Klaus aus Dortmund und ein israelisches Paar. Abends um neuen wartet dann der "Soft Sleeper" Bus von Camel Travel der mich ins etwa 600km südlicher gelegene Hue bringen soll. Soft Sleeper bedeutet Schlafwagenbus, also sehr flache Sitze in 3 Reihen und 2 Etagen wo man reinliegen kann. Hab ich bislang auch noch nicht gesehen. Ist jedenfalls bequemer als normales Busfahren. Denn die Fahrt dauert 10 Stunden bis morgen früh.

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26.02.2008: DMZ - Demilitarisierte Zone

Morgens um 8 steige ich zusammen mit Rebekka, Klaus und den Isrelis in der Demilitarisierten Zone aus dem Bus. Wir wollen uns heute die mal näher ansehen. Die DMZ ist der schmale Landstreifen der 1945 nach dem 2. Weltkrieg zwischen Nord- und Südvietnam eingerichtet wurde und zwischen 1967 und 1972 zur Frontlinie der Amis und den Nordvietnamesen wurde. Hier gibts einige ehemalige Schlachtfelder. Unser erster Stop ist ein Kriegsfriedhof der Nordvietnamesen. Zehntausende liegen hier begraben. Unser Guide hat selbst hier gekämpft. Allerdings auf der Seite der Amis in der Südvietnamesischen Armee. Wirklich viel zu sehen gibts hier nicht mehr. Der Dschungel den die Amerikaner hier it Napalm gerodet haben wird heute als Anbaufläche vor allem für Kautschuk genutzt. Interessant ist nur das Tunnelsystem von Vinh Moc. Ein 200 Einwohner grosses Dorf hat hier während des Krieges auf drei Etagen unter der Erde gewohnt und die nordvietnamesischen Truppen auf dem Weg nach Süden unterstützt. Die ruhige Rückfahrt wird ganz plötzlich unterbrochen durch einen lauten Knall als die Heckscheibe des Minibuses in tausend Teile zerbricht. Schuld sind zwei Jugendliche Einheimische die mit faustgrossen Steinen unser Fahrzeug im Vorbeifahren bewirft. Verletzt wurde zum Glück niemand. Aber die Jungs haben wir auch nicht erwischt. Von den vielen herumstehenden Dorfbewohnern hat natürlich auch niemand was gesehen und die Polizei ist selbst nach mehrfachem Telefonieren nicht gekommen. Die hatten wohl Mittagspause. Es bleibt also nichts anderes übrig als ohne Heckscheibe zum Tagesziel, der Stadt Hue, zu fahren.

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27.02.2008: Hue

Bin hier in Hue (650 km südlich von Hanoi) zusammen mit Rebekka und Klaus im Phong Nha Hotel abgestiegen. Die beiden habe ich schon in Ninh Binh getroffen und seitdem haben wir die gleichen Touren gebucht. Das Wetter ist wieder mal sehr schlecht: Für die Jahreszeit viel zu kühl und nass. Von morgens bis abends Nieselregen. Deshalb nehmen wir uns heute die Innenstadt zu Fuss vor. Hue war im Mittelalter während eines Kaisserreichs mal Hauptstadt Südvietnams. Im Zentrum steht noch eine grosse Zitadelle mit einer verbotenen Stadt in welcher sich nur der Kaiser aufgehalten hat. Kann man sich durchaus mal anschauen. Am Nachmittag mieten wir uns ein paar Rikschas (3rädrige Fahrradtaxis) und lassen uns zur Thien Mu Pagode rausfahren bevor wir mit einem grossen Drachenboot auf dem Parfüm Fluss wieder zurück in die Stadt fahren. Wegen des schlechten Wetters und der wenigen Touristen konnten wir das ganze Boot für uns allein mieten, und das für schlappe 4 Euro! Eine ganze Tour auf dem Fluss, wie sie hier überall angeboten wird, schenken wir uns da die Sicht miserabel ist.

Hochprozentiges
Eigentlich wollten wir den Abend ruhig in der DMZ Bar ausklingen lassen, da Rebekka und Klaus morgen weiter nach Hoi An fahren während ich noch einen Tag bleibe. Doch dann kam es wieder mal zu einem dieser Erlebnisse die man nicht planen kann und die nur unverhofft kommen. Gegen 22 Uhr stellen die Kellner eilig fünf Tische gleich neben dem unsrigen zusammen und keine zehn Minuten später kommt eine grössere Gruppe meist jüngerer Vietnamesinnen und Vietnamesen reingeschneit. Die sind offensichtlich leicht alkoholisiert und sehr guter Laune. Sofort werden je zwei Flaschen Bacardi und Jack Daniels mit Eis und Cola auf die Tische gestellt und einer der Vietnamesen, der "Anführer" der Gruppe schenkt grosszügige Drinks ein. Eine Viertelstunde später haben wir unweigerlich Kontakt mit der Party-Gruppe und es stellt sich heraus, dass es sich um einen mehrtägigen Betriebsausflug anlässlich des 12 jährigen Bestehens einer vietnamesischen Handelsgesellschaft für Wein und Spirituosen aus Saigon handelt. Die müssen ein sehr gutes Betriebsergebnis im vergangenen Jahr gehabt haben. Der Boss, besser gesagt der "Spirits Brand Mananger" ist jedenfalls sehr spendabel. Das kommt auch uns zugute. Mit jeder Minute steigt die Stimmung merklich und die Leute fangen zu tanzen an. Ich halte alles mit der Digicam fest und verspreche dem "Manager of Spirits" die Bilder in Saigon vorbeizubringen. Der lässt hier offensichtlich so viel Geld liegen, dass der Barbesitzer auch nicht widerspricht als die Belegschaft sich mit einem Filzstift auf der Spielfläche des Pool-Billards verewigt. Auch die Decke des Lokals wird nicht verschont. Seit diesem Treffen muss ich auch mein Vorurteil revidieren, dass es keine schönen Frauen in Vietnam gibt. Vermutlich aber werden die im Norden entweder zuhause versteckt oder sind alle in den Süden geflohen. Leider können die Mädels der "Branntweintruppe" nur wenig Englisch, sodass eine Unterhaltung schwierig wird. Genau so schnell wie sie aufgetaucht sind, ist der Spuk dann auch wieder vorbei. Schlag Mitternacht verlassen alle das Lokal und es kehrt wieder Ruhe ein - wirklich schade.

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28.02.2008: Radtour

Vom heutigen Tag gibts nicht viel zu berichten, ausser dass das Wetter weiterhin miserabel ist. Habe mir im Hotel für 1 Dollar ein Fahrrad gemietet und bin die Gegend südlich von Hue abgefahren. Da stehen noch einige alte Tempel, Pagoden und Gräber früherer Könige. Für mich weniger interessant da ich mich in Kunst und Kultur nicht auskenne. Interessanter war da schon das Abendessen. Wollte mal wieder so essen wie das der normale Vietnamese typischerweise tut. Habe deshalb zwei Mädels von der Rezeption als Dolmetscherinnen eingeladen mit der Bedingung dass ich alles esse ausser Hundefleisch. Ich glaube im Nachhinein auch nicht, dass es Hund war was wir verspeist haben. Jedenfalls hab ich mal rohes Schweinefleisch verpackt in Bananenblätter in Verbindung mit Knoblauchzehen probiert - schmeckt auch nicht ganz schlecht. Apropos Hund: Alle Hundeliebhaber und Tierschützer sollten den nächsten Satz lieber nicht lesen. Denn die armen Vierbeiner werden bevor sie geschlachtet werden nochmals ordentlich verprügelt damit das fleisch auch schön weich ist. Also ungefähr so, als ob man die Schweinekoteletts schon vor dem Schlachten bearbeitet.

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29.02.2008: Klimawechsel

Von dem Sauwetter hier hab ich jetzt endgültig genug. Mit einem Tourie-Bus gehts heute ins etwa 100km südlicher gelegene Hoi An . Dazwischen liegt das Truang Son Gebirge das den kühleren Norden vom tropischen Süden Vietnams trennt. Es hält auch die berüchtigten "Chinesischen Winde" ab. Die bringen im winter viel Regen von Nordosten (bin auch des öfteren nass geworden). über den nicht immer ungefährlichen Wolkenpass
muss man jedoch seit 2005 nicht mehr rüber. Denn die Österreicher haben einen über 6km langen Tunnel durch den Berg gegraben. Und tatsächlich lacht die Sonne mir am Tunnelausgang schon entgegen. Auch die Temperatur steigt deutlich. Bin in Hoi an im Thien Trung Hotel abgestiegen das mit 10 Dollar die Nacht ein sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis bietet. Keine Stunde später laufen mir auch schon meine derzeit ständigen Begleiter, die beiden Dortmunder Rebekka und Klaus entgegen - so klein ist die Welt.
Hoi An ist ein Highlight jeder Vietnam Reise und sollte keinesfalls ausgelassen werden. Die Stadt war früher ein bedeutender Seehafen und hat noch einen schönen mittelalterlichen Stadtkern. Eine der wenigen Städte die vom Vietnamkrieg verschont geblieben sind und heute zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Einige Strassen der Altstadt wurden sogar zur Fussgängerzone umfunktioniert. Endlich mal ein Ort der Ruhe, kein Hupen oder Knattern der Mopeds. Dank der vielen Touristen gibt es hier Souvenirshops und vor allem Schneidereien wie Sand am Meer. Man kann sich hier im Prinzip für einen Apfel und ein Ei Anzüge und auch andere Klamotten massschneidern lassen. Vorlagen dazu aus aktuellen und älteren Modekatalogen liegen zur Einsicht genügend bereit. Ich lasse mich also erst mal ordentlich von Kopf bis Fuss vermessen und bestelle dann zwei komplette Anzüge aus Kaschmirseide. Morgen kann ich dann zur Anprobe kommen, denn die fertigen das über Nacht.

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01.03.2008: My Son

Ein weiteres Weltkulturerbe befindet sich nur 55km entfernt von Hoi An: My Son. My Son

war zwischen dem 2. und 14. Jahrhundert das religiöse und intelektuelle Zentrum des "Königreichs von Champa". Hier hatte sich jeder der über 70 Könige einen Turm errichten lassen. Von denen stehen aber nur noch etwa 20. Schuld daran sind wieder mal die Amis die die meisten Türme während des Krieges zerbombt haben. Bombentrichter sieht man noch viele hier und Blindgänger müssen auch noch in der Gegend herumliegen. Deshalb sollte man die befestigten Pfade auch nicht verlassen. Schön anzuschauen aber für mich als "Kulturbanausen" dann doch nicht so interessant.
Interessanter dann gleich nach der Rückkehr nachmittags die Anzugsprobe der gestern in Auftrag gegebenen Klamotten. Jacket und Weste sitzen tadellos, die Hose aber ist zu eng. Hier muss nochmals nachgearbeitet werden. Gut dass ich noch einen Tag hier bin. Insgesamt aber super Verarbeitung zu konkurenzlos günstigem Preis. Habe übrigens am Nachmittag wieder meine "Branntweintruppe" aus Hue getroffen. Die sind hier in Hoi An auf der letzten Station ihrer Wein und Schnaps Promotion Tour, morgen fliegen sie wieder zurück nach Saigon.

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02.03.2008: In und um Hoi An

Habe mir heute mal wieder den Luxus geleistet und einen ganzen US Dollar für die Miete eines Fahrrades ausgegeben. In der Nähe soll es einen Sandstrand geben. Der ist auch ganz in Ordnung. Zum Baden ist das Wasser jedoch hier noch zu kalt. Bin deshalb mal ein Stück aus der Stadt rausgefahren zu den vielen Reisfeldern die hier praktisch vor der Türe liegen. Die sind hier im Süden schon viel grüner und saftiger als die im Norden. Einer der Reisbauern wollte mir doch glatt ne Giftschlange für 5 Dollar verkaufen. Die hat er im Reisfeld gefangen.

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03.03.2008: Marmorberge und Saigon

In Hoi An könnte man es sicherlich auch ne Woche oder länger aushalten. Aber ich will ja weiter in den Süden des Landes. Mein nächstes Ziel heisst HCMC. Das ist nicht etwa die vietnamesische Variante von DSDS (Deutschland sucht den Superstart), sondern bedeutet Ho Chi Minh City, sprich die frühere Hauptstadt Südvietnams Saigon. Habe mir vor ein paar Tagen ein Ticket für 60 US$ am Pacific Airways Schalter besorgt. Auf dem Weg zum 40km entferneten Flughafen in Danang lege ich noch einen kurzen Stop an den Marmorbergen ein. Das sind fünf einzelne, etwa 100m hohe Monolithen (Felsen) die aus dem Flachland herausragen und jeder einzelne verkörpert eines der fünf Naturelemente Wasser, Holz, Feuer, Gold und Erde. Von oben hat man auch einen schönen Blick auf die Stadt Danang am China Beach. Das ist der Strandabschnitt an dem die Amerikaner gelandet sind und von wo aus sie Kampfeinsätze in Vietnam flogen. Auf den Marmorbergen kann man einige sehr schöne (Höhlen-)Tempel und Pagoden besichtigen.


Eigentlich dachte ich mit Pacific Airways nach Saigon zu fliegen. Aber auf dem Airbus steht geschrieben: Balkan Holidays. Na hoffentlich fliegt der nicht zurück nach Europa. Denn ich will ja nicht ans Schwarze Meer sondern ans Südchinesische. Doch der Flug dauaert nur eine Stunde und das Ziel ist doch Saigon. Mit dem Bus Nr. 152 kommt man recht günstig in die Stadt. Wegen meines vielen Gepäcks (Hoi An sei Dank) muss ich jedoch ein zweites Ticket für die Rucksäcke lösen. Schon nach wenigen Hundert Metern Busfahrt wird mir klar: Das Verkehrschaos hat einen Namen: Saigon. Waren in Hanoi noch Hundertausende Mopeds auf den Strassen unterwegs, so sind es in HCMC bestimmt zehn Mal soviele. Die Schätzungen reichen von 3 Millionen bis 9 Millionen! Und das bei 8,5 Millionen Einwohnern. Erstaunlicherweise ist hier das Gehupe nicht ganz so penetrant wie in Hanoi. Trotzdem lässt sich das Verkehrsverhalten der Vietnamesen auf zwei Worte reduzieren: Arroganz und Ignoranz. Eine Strasse zu überqueren kann da schon mal zur lebensbedrohlichen Situation eskalieren. Denn die halten nicht an (schon gar nicht am Fussgangerüberweg), sondern "winden" sich um die Fussgänger herum.
Will man eine Stadt kennenlernen, so muss man sie zu Fuss ablaufen. Und so lege ich heute etwa 10km zurück, um mich wenigstens im Zentrum zurechtzufinden. Die Franzosen haben hier sogar die Notre Dame Kathetrale nachgebaut. Ausserdem mache ich einen Stop am Kriegsmuseum. Hier sind hauptsächlich die Auswirkungen des Krieges mit den USA auf die Zivilbevölkerung dargestellt. Die Amis haben etwa 800000 Tonnen "Agent Orange" Dioxin über dem Land versprüht, worunder heute noch mehr als 3 Millionen Menschen an den Spätfolgen leiden. Unter anderem sehr viele Missbildungen in der 2. und 3. Nachkriegsgeneration. Nachtleben hat Saigon wesentlich mehr zu bieten als Hanoi. Zahllose Restaurants, Bars und Kneipen. Insgesamt ist hier der sozialistische Einfluss wesentlich weniger erkennbar als in Hanoi.

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04.03.2008: Ausflug ans Meer nach Mui Ne

Mit dem Bus geht's heute in ca. 3 Std. nach Mui Ne ans Meer. Mui Ne ist hauptsächlich fürs Kite Surfen bekannt. Muss wohl in Süd-Ost Asien der beste Ort dafür sein. Ein Surf-Kurs ist jedoch recht teuer (ca. 50 Doller pro Tag) und dauert etwa ne Woche - soviel Zeit und Geld habe ich nicht übrig. Trotz des starken Windes kann man auch gut schwimmen. Hier hat's jede Menge Hotels und auch Touries. Wenn man gerne Fisch isst, ist man hier bestens aufgehoben - sehr gute Fischrestaurants, beste Qualität zu Niedrigstpreisen!

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05.03.2008: Cu Chi Tunnelsystem

Heute unternehme ich eine geführte Tagestour zu den Cu Chi Tunneln die nur etwa 40km nördlich von Saigon liegen. Dieses 250km grosse Tunnelnetzwerk erstreckte sich in Kriegszeiten nördlich der südvietnamesischen Hauptstadt Saigon bis hin zur kambodschanischen Grenze und diente den VietCong zur Infiltration der Amerikaner und zur Vorbereitung der Angriffe auf Ziele in Saigon. An zwei Stellen ist es für Touristen geöffnet und begehbar, gebückt begehbar genauer gesagt. Denn die Röhren sind kamum höher als einen Meter. Absolut nichts für Leute mit Platzangst. Was meiner Meinung nach absolut nicht ins Bild passt ist der Schiessstand innerhalb der Anlage wo man sich Patronen für einen Dollar das Stück kaufen kann und mit ehemaligen Kriegswaffen rumballern kann. Diese Einrichtung wird natürlich hauptsächlich von US amerikanischen Touristen genutzt. Manche kommen nur wegen des Schiessens hierher um auch mal am Vietnamkrieg teilgenommen zu haben - die haben immer noch nichts draus gelernt!

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06.03.2008: Karaoke mit Vietnamesen

Bin heute früh mal etwas länger in meiner Stammkneipe, der Saigon Bar, geblieben. Ein guter Ort um Leute kennenzulernen. Am Ende war es dann doch sieben Uhr morgens, die Uhrzeit an der die Bar schliesst. Die Belegschaft von der ich die meisten schon kenne, wollen vor dem Nachhausegehen noch einen Karaoke-Schuppen besuchen und laden mich ein mitzugehen. Karaoke ist zwar absolut nicht mein Ding aber Interesse wie das hier abläuft habe ich schon. Ausgenommen einer Bedienung können die alle nicht wirklich gut singen, aber laut dar das alles schon sein. Jedenfalls sind die alle von ihren Sangeskünsten total überzeugt. Nach einem vietnamesischen Frühstück schlage ich vor nun endlich nach Hause zu gehen und das Bett aufzusuchen (meine Ohren haben jetzt genug gelitten). Ausserdem müssen die Jungs und Mädels ja heute Abend um 7 Uhr wieder hinter der Theke stehen. Somit ist dieser Urlaubstag schon morgens um 11 Uhr beendet.

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07.03.2008: Mekong Delta

Heute und morgen gehts mit Delta Adventure Tours auf eine Zweitagestour zum Delta des Mekong Flusses (Fluss der neun Drachen). Der Mekong ist 4500km lang und sein Delta eines der grössten der Welt. Er entspringt im tibetischen Hochplateau und fliesst durch China, Burma, Laos, Thailand und Kambodscha bevor er in Vietnam ins Meer mündet. Sein Delta ist die Reiskammer Vietnams. Mit mindestens drei Ernten pro Jahr wir hier so viel Reis produziert mit dem das ganze Land und noch mehr versorgt werden kann. Vietnam ist einer der grössten Reisexporteure weltweit.

Mit dem Boot gehts erstmal vier Stunden lang den Saigon Fluss bis zur Mündung in einen der vielen Arme des Mekong und dann diesen ein Stück stromaufwärts. Weniger interessant sind dann die Stops an einer Kokosnuss Bonbon Fabrik, einer Honigbienenfarm und einem Orchideengarten. Schöner dann schon die Fahrt auf kleinen Holzbooten durch schmale palmenbewachsene Kanäle der Seitenarme des Mekongs. Stop mit Unterbringung im Hotel am Abend des ersten Tages ist die Stadt Cau Tho.

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08.03.2008: Floating Market

Frühmorgens um acht steht schon der nächste Programmpunkt an: Besuch des Floating Markets Cai Rang. Auf hunderten von Booten verkaufen hier die Obst- und Gemüsebauern ihre Ware den Grosshändlern. Sie fahren bis zu 100km von ihren Anbaugebieten auf den Mekong Kanälen hierher und bleiben mehrere Tage vor Anker bis die ganze Ladung an den Mann gebracht ist. Am Nachmittag besuchen wir ncoh eine Reisveredelungsfabrik sowie eine Company die Reisnudeln herstellt.

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09.03.2008: Vietnamesisches Sonntagsessen

Bin heute von Quyen, einer Kellnerin meiner "Stammkneipe", zum Mittagessen bei ihren Geschwistern eingeladen. Da ich leider kein Gastgeschenk dabei habe, bestehe ich wenigstens darauf, die Kosten für die Zutaten die wir auf dem Markt kaufen, zu übernehmen. Sehr nette Familie von denen die meisten leider kein Englisch sprechen. Tische und Stühle sehe ich in der grossen Wohnung keine. Denn gegessen wird auf dem Boden im Schneidersitz. Zunächst wird in der Mitte Zeitungspapier ausgebreitet und darauf dann das Essen und das Geschirr gestellt. Das Geschirr besteht aus einer kleinen Schale, zwei Stäbchen und einem kleinen abgekröpften Suppenlöffel. Messer und Gabel gibts nicht. D.h. man hat mir eine Gabel angeboten die ich jedoch ablehne da ich mittlerweile mit den Stäbchen ganz gut zurecht kommen. Das Essen besteht aus verschiedenen Schüsseln mit Suppe, Gemüse, Ente, Fischbällchen, Salat und in Bananenblätter gewickeltes rohes Schweinefleisch. Man nimmt sich dann mit den Stäbchen aus den grossen Schüsseln in seine kleine Schüssel und isst daraus. Würzen tut man durch Eintunken in Chillisosse oder Sojasosse. Zu meinem Ärgernis habe ich an diesem Tag meine Digicam im Hotel vergessen.

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10.03.2008: Wiedersehen in Bangkok

Eine Woche Saigon und Umgebung sind genug. Ich habe es doch tatsächlich geschafft in dieser Zeit unfallfrei die Strasse zu überqueren ohne überfahren zu werden. Werde heute Mittag nach Bangkok zurückfliegen. Dann ich will mich dort mit einem Bekannten und seiner Frau treffen. Die beiden (Heike und Manfred) haben heute ihren vorletzten Urlaubstag und fliegen morgen nach 6-monatiger Reise von Nepal über China nach Südostasien wieder zurück nach Hause. Wir haben uns schon fast ein Jahr nicht mehr getroffen. Mein Flug von Saigon nach Bangkok dauert exakt eine Stunde, die Fahrt vom Flughafen in den Stadtteil Banglampoo schon etliches länger. Tatsächlich laufen die beiden mir am per eMail ausgemachten Treffpunkt in die Arme. Nach 16 Jahren sehen wir uns mal wieder in Bangkok - da werden alte Erinnerungen wach. Das muss natürlich mit einem Bier und einem guten Abendessen gefeiert werden.

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11.03.2008: Tempeltour in Bangkok

Heike und Manfred fliegen heute Nacht nach Hause. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für grössere Unternehmungen. Deshalb schauen wir uns noch ein paar der über 400 Tempeln an die es hier in Bangkok gibt. Der schönste von ist der Königspalast. Den kennen wir aber schon in- und auswändig. Also ist der Marmortempel das Ziel. Am Nachmittag stösst noch meine thailändische Bekannte Waraporn zu uns.

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12.03.2008: Abflug zum Badeurlaub

Nach über drei Wochen Aufenthalt in Vietnam wirs endlich Zeit mal das Meer aus der Nähe zu sehen. Werde heute Nachmittag mit Nok Air nach Phuket fliegen und meinen Bekannten Peter besuchen der in Chalong das Restaurant "Captain Hook" neu eröffnet hat. Vor dem Abflug treffe ich mich nochmal mit Waraporn, deren Schwester und einer Arbeitskollegin zum Thai-Lunch.

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