Myanmar (Birma) 2009

16.10.2009 - Myanmar - zweiter Anlauf

Wollte vor exakt zwei Jahren schon mal nach Myanmar fliegen. Alles war damals schon arrangiert: Fluege gebucht, Reiseroute erstellt und Visum beantragt und genehmigt. Doch dann begannen in der Hauptstadt Rangun die Moenche zu demonstrieren und das ganze Land versank in ein innenpolitisches Chaos. Was zur Folge hatte, dass die Flueg gestrichen wurden und ich mein Reiseziel stattdessen nach Laos verlegt hatte.

Wieder mal fliege ich mit der altbewaehrten ETIHAD Airline - guter Service und relativ guenstige Fluege. Der einzige Nachteil ist die Zwischenlandung und das Umsteigen in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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17.10.2009 - Schweinegrippe ???

္Neu in Abu Dhabi am Airport ist der Schweingrippe Bodyscanner. Im Vorbeigehen misst der die Koerpertemperatur um bei Fieber Alarm yu schlagen. Gegen Krippe habe ich mich erst kuerzlich impfen lassen, gegen Schweinegrippe dagegen nicht. Hat mich mein Hausarzt gefragt, ob ich unbedingt der erste sein will der den neuen Impfstoff testet. Ne ne ... habe keine Lust am Morgen nach der Impfung mit Schweineohren und einem Ringelschwaenzchen aufzuwachen. Von Abu Dhabi gehts dann weiter nach Bangkok wo mich die ETIHAD sicher absetzt.

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18.10.2009 - Aklimatisierung in Bangkok

Habe den heutigen Brueckentag bewusst in Bangkok eingelegt damit der Sprung von Europa nach Birma nicht allzu gross wird. Noch schnell den Email-Briefkasten checken und tatsaechlich hat die Reservierung des Hotels in Myanmars Hauptstadt Rangun geklappt.

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19.10.2009 - Mit Air Asia nach Rangun

Heute ist trotz Urlaub frueh aufstehen angesagt, genau genommen um 4:15 Uhr. Denn mein Flieger von Bangkok nach Myanmar geht schon um 7:15 Uhr, und mit dem Taxi sind es von der Innenstadtzum Flughafen gute 20 km. Habe keine Bedenken meinen Flug zu verpassen denn der Taxifahrer donnert mit 150 Sachen ueber die Stadtautobahn (80 sind nur erlaubt). Waehrend der ganzen Fahrt textet er mich in thailaendisch mit irgendwelchen Geschichten zu. Ich verstehe nicht was der will. Erst als die beiden Worte "Franz" und "Beckenbauer" fallen weiss ich wenigsten woven er redet.

Fast puenktlich hebt die schon in die Jahre gekommene Boeing 737 ab. Touristen sind nur sehr wenige an Bord. Das Durchschnittsalter der meist asiatischen Fluggaeste duerfte so um die 70 Jahre liegen. Scheint so, als saesse ich Mitten in einem thailaendischen Seniorenausflug nach Birma. Wie ich spaeter erfahre koennte es sich um eine Gruppe Pilger handeln, die das buddhistische Denkmal, die Shwedagon Pagode in Rangun besuchen. Eine Stunde und 15 Minuten spaeter betrete ich erstmals den Boden von Myanmar. Der Unterschied zu Thailand ist wirklich krass. Denn Myanmar (Birma) wird schon lange vom Militaer regiert. Der Flughafen, auf dem nicht viel los ist, scheint noch mehr in die Jahre gekommen zu sein als es die B737 ist. Nur ein paar Maschinen der staatlichen Fluggesellschaft (die nicht empfohlen wird) stehen da herum, Touristen gibt es wenige. Der Bus der die Fluggaeste vom Rollfeld abholt aehnelt doch den alten klapprigen Kisten die mir vom frueheren Ostblock noch in Erinnerung sind. Aber selbst bis hierher hat sich die Schweinegrippe herrumgesprochen. Denn auch hier wird bei der Ankunft Fieber gemessen, auf eine etwas makabere Art - mit einer Pistole. Die bekommt jeder Neuankoemmling wie bei einer Exekution an die Schlaefe gesetzt (fehlt nur noch das Abdruecken).
Aber meine Reservierung per Internet hat tatsaechlich geklappt. Schon von weitem winkt ein Birmane mit einem Zettel auf dem gross mein Name geschrieben steht. Auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt bestaetigt sich der erste Eindruck des Airports. Sehr schlechte Strassen, alte klapprige Autos und heruntergekommene Gebaeude, teils noch aus der britischen Kolonialzeit. Den aelteren Buergern aus den neuen Bundeslaendern duerfte das hier alles vertraut erscheinen. Das Hotel "Ocean Pearl Inn" wo ich abgestiegen bin ist jedenfalls ne gute Wahl. Das erste was ich jetzt brauche ist einheimische Kohle. In Myanmar wird das Geld "Kyat" genannt (spricht man "TSCHAD"). Mit dem Geld hier ist das so ne Sache. Denn bargeldlos geht hier ueberhaupt nichts. Keine Bankkarte, keine Kreditkarte, keine Reiseschecks - nur bahres ist wahres, am Besten US Dollar. Fuer einen Dollar bekommt man etwa 1070 Kyat. Je groeser und neuer der Dollar Schein ist, deste besser der Kurs. Die groessten Scheine die es gibt sind 1000er und die haben ein sehr grosses Format. Tauscht man ein paar Hundert Dollar sollte man unbedingt eine grosse Tuete oder nen Rucksack mitnehmen um die ganzen Scheine unteryukriegen. Jetzt kann ich mir auch vorstellen, wie sich ein Bankraeuber nach einem erfolgreichen Ueberfall fuehlt.
Fuer heute nehme ich mir ausser der Innenstadt nicht mehr sehr viel vor.

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20.10.2009 - Shwedagon Pagode - Ottmar der Moench

Treffe heute frueh beim Fruehstueck im Hotel den Vietnamesen Thang. Der wohnt auch hier und ist auf Urlaub unterwegs. Beruflich arbeitet er als Touristenfuehrer fuer ein australisches Reiseunternehmen. Wir mieten uns ein Taxi (weils zu zweit billiger ist) und alssen uns am Inya See, einem grossen Binnensee mitten in der Stadt absetzen. Bekannt geworden ist der dieses Fruehjahr als ein auslaendischer Journalist yu dem Haus rueberschwamm wo die urmesische Friedensnobelpriestraegerin und Buergerrechtlerin Aung San Suu Kyi schon seit Jahren im Hausarrest verweilen muss. Wir haben jedoch keine Lust in den weltweiten Nachrichten zu kommen oder gar Bekanntschaft mit den hiesigen Behoerden zu machen und bleiben deshalb am "anderen Ufer". Ne Badehose haetten wir eh keine dabei gehabt.

Da ist das naechste Ziel schon reizvoller: Die Shwedagon Pagode.
Sie ist das Symbol des Landes und die weltweite Pilgerstaette fuer viele Buddhisten. Das Wahrzeichen des Landes sozusagen. Viele Menschen kommen nur ihretwegen nach Myanmar. Sie soll ueber 2500 Jahre alt sein und in ihr etwa 60 Tonnen pures Gold verbaut sein. Das etwa 60000 Quadratmeter grosse Areal liegt auf einem Huegel, ueberragt die ganze Stad und haelt auch wirklich was die Reisefuehrer versprechen. Viele kleinere Tempel und Pagoden umringen das religioese Wahrzeichen des Landes: Die 100 Meter hohe Shwedagon Pagode. Nach anderthalb Stunden fahren wir zurueck in die Innenstadt denn Thang war schon mal hier. Ich kehre am fruehen Abend jedoch nochmals zurueck um den bestimmt hundert geschossenen Bildern des Vormittags noch einige in der Daemmerung und bei Nacht hinzuzufuegen. Die fuenf Doller Eintritt fuer Auslaender sind jedenfalls gerechtfertigt. Als es nach Sonnenuntergang nochmal kraeftig schuettet komme ich auch mit ein paar Moenchen ins Gespraech von denen sich mir der eine als "Ottmar" vorstellt. Als er mir spaeter unbedingt seine eMail Adresse aufschreibt wird aus dem Ottmar dann doch ein Uttamar. "Ottmar" hat ein aelteres, vergriffenes Blatt Papier dabei. Auf der Vorder- und Rueckseite sind viele Tabellen abgebildet deren Inhalt aus Zahlen und birmanischen Schriftzeichen bestehen. Dazaus kann er mir exakt den Wochentag meines Geburtstages bestimmen und dass ich im Zeichen des Tigers geboren bin. Das ist deshalb wichtig, damit man die buddhistischen Rituale auch and den entsprechend dafuer vorgesehenen Schreine vornimmt. Denn die sind nach Wochentagen angeordnet.

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21.10.2009 - Mandalay

Zwei Tage Rangun sind voresrt genug. Der Manager des Hotels hat mir gestern noch einen Flug mit Air Bagan nach Mandalay, mein naechstes Reiseziel, gebucht. Kostet 90 US Dollar. Air Bagan ist eine private Fluggesellschaft und gilt als sehr sicher - hoffentlich! Auch Thang muss zum Flughafen denn er fliegt heute zurueck nach Hanoi (Vietnam). Heisst fuer jeden von uns, die Taxikosten zum Airport halbieren sich von 6 auf 3 Dollar. Die Fokker 100 ist in gutem Zustand und bringt mich sicher nach Mandalay. Das liegt rund 700 km noerdlich von Rangun und war Residenz des letzten burmesischen Koenigreiches bevor die Briten es 1885 kolonialisierten. Die Geschichte der Stadt will ich nicht gross erzaehlen, das steht auch im Wiki: Mandalay

Der neue Flughafen ist 45 km ausserhalb der Stadt und wesentlich moderner als der in Rangun (viel rueckstaendiger geht auch nicht). Ich schliesse mich zwei Einheimischen an, denn zu dritt ist das Taxi billiger. Das erste was mir hier auffaellt ist die Verkehrsrichtung. Denn im Vergleich zu Rangun wird hier auf der rechten Strassenseite gefahren. Habe das noch nirgendwo anders gesehen, dass in einem Land auf verschiedenen Strassenseiten gefahren wird. In Mandalay angekommen setze ich mich in ein Rikscha (Fahrradtaxi) und schaue mir mehrere Unterkuenfte an. Die gut halbstuendige Fahrt kostet nur 1000 Kyat. Das sind nur 70 Euro-Cent. Die reissen kein allzu grosses Loch in meine Urlaubskasse. Letztendlich lande ich dann doch im selben Guesthouse wie Thang mir empfohlen hat: Dem E.T. Warum das E. T. heisst habe ich noch nicht herausbekommen. Vermutlich steigen hier nur Ausserirische ab.
Miete mir am Nachmittag ein aelteres Damenfahrrad das durchaus noch den Vorkriegsmodellen gleicht. um mal den Stadtkern abzufahren. Die Strassen und Gebaeude hier sind in etwas besserem Zustand als die in RAngun aber immer noch weit entfernt von dem was man ordentlich nennen koennte. Viele Fahrraeder, Handkarren, Pferdekutschen und alte, klapprige Autos praegen das Strassenbild. Die meisten Fahrzeuge hier sind museumsreif und wuerden bei uns sofort aus dem Verkehr gezogen werden. Im Norden der Stadt befindet sich der Mandalay Berg, zwar nur 267 Meter hoch, jedoch eine schweisstreibende Angelegenheit die knapp 1000 Stufen zu erklimmen. Vor allem dann, wenn man oben ankommt und bemerkt, dass auch ne Strasse hochfuehrt!! Es lohnt sich trotzdem denn die Aussicht auf die Stadt und das Umland ist toll. Abends sollte man unbedingt ne Taschenlampe mitnehmen denn Strassenlaternen gibts nur wenige und viele funktionieren nicht. Stolperfallen auf den Gehwegen gibts dagegen genuegend. Da koennte es schon mal sein, dass eine Gehwegplatte fehlt und man sich in einem Abwasserkanal wiederfindet. Ausserdem faellt der Strom hier mehrmals taeglich aus, besonders nachts. Die Folge davon ist, dass jeder der es sich leisten kann ein Notstromaggregat vor dem Haus stehen hat. Die laufen dann die halbe Nacht, machen Krach und stinken fuerchterlich. Wollte mir heute unbedingt mal wieder die Haare und den Bart stutzen lassen. Beim Frisoer hatte ich Pech - Kein Strom. Aber der Beauty-Salon neben dem E. T. hat Notstrom. Die Maedels nehmen eine komplette Runderneuerung meines Kopfes vor: Haare Schneiden, Bart schneiden, Rasieren und Kopfmassage. Und das alles fuer 70 Cent - Hoch lebe der Euro!

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22.10.2009 - Kulturtag in und um Mandalay

Habe mir heute gleich nach dem Fruehstueck ein Moped mitsamt Fahrer fuer 12000 Kyat, ca. 9 Euro, gemietet. Mit Fahrer deshalb, da es ohne genauso teuer ist und der sich hier bestimmt besser auskennt als ich. Zunaechst faehrt er mich ins 11 km suedlich gelegene Amarapura. Dort befindet sich die mit 1,2 km laengste Teakholzbruecke der Welt. Die ist schon ueber 150 Jahre alt und wurde aus dem Abrissholz alter Residenzen gebaut. Taeglich stroemen viele Menschen, Raddfahrer und Moenche ueber die Bruecke. Wenn man ueber sie geht sollte man immer etwas Kleingeld dabei haben. Nicht wegen der Bettler, denn die gibts ueberall. Sondern wegen der auf Almosen wartenden Leprakranken.


Naechster Stop ist das Mahagandhazon-Kloster. Hier findet taeglich um 10:30 Uhr die Speisung von mehr als tausend Moenchen statt. Das Spektakel zieht auch immer sehr viele mit Fotos und Videokameras "bewaffnete" Touristen an, die die Moenche regelrecht "abschiessen". Am heutigen Tag war es eine italienische Reisegruppe (und ich halt). Mit drei jungen Moenchen komme ich ins Gespraech, denn die wollen alle englisch lernen und sprechen oft Touristen an. Sie erklaeren mir die 10 Regeln des Moench-Daseins. Im Wesentlichen unterscheiden die sich nicht von den 10 Geboten des Christentums, mal ausgenommen der folgenden vier Regeln: Ein buddhistischer Moench darf keine Frau haben, kein Geld besitzen, darf sich nicht parfuemieren und nach 12 Uhr mittags nichts mehr essen.
Die dritte Station am heutigen Tag ist die alte Koenigsstadt Inwa, auch Ava genannt. Sie befindet sich auf deiner kuenstlichen Insel des grossen hier vorbeifliessenden Ayeyarwaddy River. Da heute Kulurtag angesagt ist, miete ich mir wie alle Touries eine der rund 80 hier wartenden Pferdekutschen und lasse mich durch die Ruinen und Palaeste laengst vergangener Tage kutschieren. Jedenfalls eine holprige Angelegenheit, die 4000 Kyat kostet. Mein alter Kutscher hat zwar kaum noch Zaehne, aber sein Pferdchen hoert brav aufs Wort. Letztes Tagesziel ist Sagaing, eine Huegelkette am Westufer des Ayeyarwaddy Flusses. Tempel, Stupas und Hoehlen sowie hunderte von Kloestern und Meditationszentren praegen diese Gegend. Mehr als 5000 Moenche und 3000 Nonnen sollen es sein, die hier buddhistische Einkehr halten. Fuer mich wieder eine schweisstreibende Angelegenheit den Berg auf den zahllosen Stufen barfuss zu erklimmen. Und man mag es kaum glauben - auch hier rauf fuehrt eine Strasse! Ich glaub ich muss meinem Fahre ein paar Tausend Kyat vom Lohn abziehen.

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23.10.2009 - Das groesste Buch der Welt

Nach dem gestrigen Tag ist mir auch klar geworden, warum Myanmar auch das "Land der Pagoden" genannt wird, so viele sind das schon allein in Mandalay. In der Umgebung von Bagan, mein naechster Stop, sollen es noch wesentlich mehr sein. Miete mir heute an meinem letzten Tag in Mandalay nochmals das alte Damenrad um in der Kuthodaw-Pagode das groesste Buch der Welt zu betrachten. Auf 729 Marmortafeln, jede in einen eigenen Schrein gefasst, ist die buddhistische Lehre verewigt. Wer hier jeden Tag acht Stunden liest wuerde ueber ein Jahr benoetigen um das Werk durchzuarbeiten. Vorrausgesetzt natuerlich man kann Pali lesen.


Hammerharte Arbeit vollbringen hier in Mandalay die sogenannten Goldschlaeger. Mit 3 kg schweren Holzhaemmern wird acht Stunden lang auf ein vielschichtiges Paket aus Bambuspapier und Goldstreifen geschlagen. Solange bis hauchduennes Blattgold entsteht (weniger als ein tausendstel Milimeter stark). Bin heute auch das erste Mal hier mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Genauer gesagt versehentlich einige Meter mit dem Rad in eine Einbahnstrasse gefahren. Das hat natuerlich gleich ein "Bulle" gesehen. Der hat an Ort und Stelle das Strafmass auf 2 Dollar gesetzt, das Bussgeld gleich einkassiert und natuerlich in die eigene Tasche gesteckt. Nach einer Quittung habe ich lieber nicht gefragt. Denn der hat sich aufgeregt als ob es Schwerverletzte gegeben haette.
Am Abend lasse ich mic mit dem Taxi zum Busbahnhof bringen. Um fuenf geht naemlich der Bus ins 290 km suedlich gelegene Bagan. Allugerne haette ich die Strecke auf der "Road to Mandalay", dem Irrawaddy River zurueckgelegt. Aber in der low Season fahre die nur 2x woechentlich und noch zwei Tabe lohnt sich nicht in Mandalay zu warten. Die Fahrt auf dem Schiff waere bestimmt sehr viel schoener und vor allem ruhiger geworden als neun Stunden Busfahrt ohne Komfort ueber holprige mit Schlagloechern uebersaehte "Highways". Als nachs noch stroemeder Regen einsetzt wird die tails ueberflutete Strasse kaum passierbar. Um nicht in den Wassermassen steckenzubleiben schickt der Busfahrer den Gepaeckboy einige Meter zu Fuss vorraus, als Tiefenmesser sozusagen.

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24.10.2009 - Bagan

Wie fast jeden Tag hier in Birma steht auch heute wieder kultur auf dem Programm. Denn Bagan gehoert zum Standard Programm einer jeden Myanmar Reise. Zwischen 1050 und 1300 wurden hier ueber 2500 Monumente auf einer Flaeche von etwa 6 mal 6 Kilometern erbaut. Urspruenglich waren die vielen Palaeste mit Gold und Lack ueberzogen. Doch das viel alles den Eroberungsfeldzuegen der Mongolen zum Opfer. So sieht man heute die groesstenteils sehr gut erhaltenen Bauwerke nur noch aus Ziegelstein. Jedenfalls ein schoener Kontrast zum Gruen der Felder und eine suer tolle Aussicht auf die Umgebung hat man, steigt man auf eines der hoeheren Monumente. Da sich die Tagestour in Mandalaz mit dem Moped und Fahrer bewaehrt hat, lasse ich mir die Gegend auch heut auf diese Art zeigen. Untergekommen bin ich hier im New Haeven Guesthouse.

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25.10.2009 - Mount Popa

Heute steht ein Ausflug zum Mount Popa, einem 1500 Meter hohen, erloschenen Vulkan auf dem Programm. Der liegt etwa 50 km von Bagan entfernt. Mit von der Partie ist noch Wendy aus London, Winnie aus Hong Kong und der Deutsch Frank. Ziel ist jedoch nicht die Spitze des Vulkans, sondern er seitlich gelegene 737 Meter hohe Popa Taung Kalat, ein steil aufragener Felsen auf dessen Spitze ein Tempel gebaut wurde. Soll einer der wichtigsten Wallfahrtorte fuer Birmanen sein. Um ihn zu erklimmen muss man 777 ueberdachte Treppen barfuss meistern. Wieder mal ne besondere Anstrengung unter tropischer Hitze. Die Aussicht auf das Flachland entschaedigt jedenfalls. Und - hier rauf fuehrt definitiv keine Strasse. Laestig werden koennen hier die vielen frei herumspringenden Affen. Da sollte man alles gut einpacken und festhalten ansonsten hat mans gesehen.

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26.10.2009 - Meditationshoehle Kyaukgu Umin

Zu viert mieten wir uns heute am Pier in Nyaung U ein Longtailboot. Die etwa zwei Kilometer bis dorthin legen wir mit einer pferdekutsche zurueck, ein hier noch haeufig anzutreffendes Nahverkehrsmittel (Der km kostet etwa 70 Cent). Mit dem Boot gehts dann ca. 5km stromaufwaerts auf der "Road to Mandalay", dem Irrawaddy River. Erster Halt ist die Meditationshoehle Kyaukgu Umin. Ein Tempel wurde direkt an einen Berghang gebaut und darin Tunnel gegraben. Darin sitzen dann die Moenche in voelliger Dunkelheit und Ruhe um zu meditieren. Auf der Rueckfahrt halten wir noch an einem Kloster am Flussufer wo die Moenche teilweise in Hoehlen wohnen.


Muss noch ein paar Worte ueber die einheimischen Menschen hier verlieren. Denn die sind durchweg alle freundlich, teilweise zuvorkommend. Habe noch nicht erlebt dass die einen bescheissen wollen. Die Preise sind oft staatlich diktiert, sodass ueberall alles gleich kostet. Krimialitaet gibts praktisch nicht.

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27.10.2009 - Flug nach Heho

Mein letztes Ziel in Myanmar ist der Inle See. Von Bagan aus gibt es zwei Moeglichkeiten dorthin zu kommen: Zu Lande oder in der Luft. Die Fahrt mit dem Bus dauert jedoch mindestens 12 Stunden und der Bus faehrt frueh morgens um 3:30 Uhr weg. So viel Stress muss nun wirklich nicht sein. Also lasse ich mir vom Guesthouse ein Ticket mit Yangon Airwazs besorgen. Kostet 58 Dollar, also ca. 40 Euro. Das erspart mir einen ganzen Urlaubstag. Der Airport in Bagan ist grade mal 4 km vom Guesthouse entfernt und die Abfertigung geht schnell. Auch hier wird Fieber gemessen. Und das mit neuen elektronischen Thermometern die gegen das Ohr gehalten werden. Bei mir zeigt es nur 35 Grad an. Der Flug mit einer 80 Sitzplaetzen fassenden AR 72-210 Propellermaschine mit Zwischenstop in Mandalay verlaeuft ruhig. Bei ANkunft in Heho ist meine Koerpertemperatur wieder um 1 Grad gestiegen - da fuehlt man sich doch gleich viel gesunder. Vom Flugplatz in Heho nach Nyaungshwe am Inle See sind es etwa 30 km. Um mal wieder Taxikosten zu sparen schiesse ich mich ein paar Japanern an die nach Taunggyi zum heissluftballontreffen wollen. An der Kreuzung in Shenyaung lasse ich mich absetzen und springe auf ein Pickup der mich direkt vors Remember Inn Guesthouse bringt. Am Abend organisiert unser Gueshouse Betreiber einen Pickup-Service ins etwa 50 km entfernte Taunggyi. Dort findet derzeit das alljaehrliche Heissluftballon-Festival der Shan Volksgruppe anlaesslich des Mondmonats statt. Ein grosses Spektakel das tausende von Leuten der ganzen Umgebung anzieht. Jeden Abend werden mehrere etwa 10 m grosse, umbemannte Heissluftballons in den nachthimmel gestzartet. An deren Koerbe sind hunderte von Feuerwerkskoerpern befestigt die nach und nach gezuendet werden, je hoeher der Ballon steigt. Aus sicherheitstechnischen Gruenden waere sowas bei uns gar nicht denkbar. Jedenfalls schoen anzuschauen. Umrahmt wird das Ganze von einem grossen Jahrmarkt mit vielen Verkaufs- und Essensstaenden. Da gibts sogar schon ein Riesenrad! Ist zwar nicht so gross wie bei uns, wird dafuer aber von Hand angetrieben. Dann klettern immer vier oder fuenf Jungs ans obere Ende des Rades und haengen sich an eine Seite, sodass eine Drehbewegung entsteht.

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28.10.2009 - Bootsfahrt auf dem Inle See

Heute steht noch eine Fahrt mit dem Longtailboot auf dem Inle See an. Das Boot samt Fahrer kostet 11 Dollar fuer einen Tag. Habe gestern zufaellig Veneet und Wendy wieder getroffen und die gemeinsame Tour organisiert. Mit dabei sind noch zwei nette Maedels aus Saragossa: Die Laura und die Beatriz. Der Inle See ist der zweitgroesste See Birmas, 22 km lang, 11 km breit und nur wenige Meter tief. Das hier lebende Volk nennt sich "Intha" was so viel heisst wie "die Menschen vom See" - wie sollten sie sich auch sonst nennen. Der See liegt 900 m hoch zwischen den Shan Bergen und ist weltweit bekannt wegen seiner schwimmenden Gaerten. Ausserdem halten wir noch an schwimmenden Maerkten, Silberschmieden, Webereien, Schirmfabriken und Tempeln. Insgesamt doch sehr touristisch aber die Fahrt ueber den See ist schon lohnenswert. Die Fischer hier sind auch als "Einbeinruderer" weit bekannt wegen ihrer speziellen Rudertechnik: Mit einem Bein stehen sie auf dem Boot waehrend das andere um das Ruder geschlungen wird. So haben sie beide Haende frei zum Fischen.

Muss noch ein paar Worte uebers Internet hier in Birma verlieren. Immerhin hat es chon Einzug gehalten. WEnn es auch ueberall ausgenommen in Rangun verdammt langsam ist - d.h. Bilder hochladen is nich. Ausserdem ist es staatlich zensiert. Auch meine GMX Mailadresse geht nicht ueberall, jedenfalls nicht so einfach. Doch die Internet-Cafe Betreiber hier haben ein Programm mit welchem man die Blockade umgehen kann. Bezeichnenderweise heisst dieses "Your Freedom". Denn vor allem die juengeren Leute sind es die h ier auf ein bisschen mehr Freiheit hoffen. Offen sagt das niemand, aber den Eindruck hatte ich oefters. Richtige Bars, Discos und Musikcafes gibt es keine. Lediglich Karaoke Kneipen findet man zuhauf. Aber das ist ja nicht jedermanns Sache. Meine Homepage ist bislang noch nicht gesperrt. Irgendwie fehlt es hier an allem. Nicht nur Strom, auch andere Waren und Ressourcen. Elektronik Schrott wird nicht einfach weggeworfen sonern fein saeuberlich zerlegt und wiederverwertet. Ein altes Haus wird nicht mit dem Bagger oder gar der Abrissbirne eingerissen, es wird Stein fuer Stein abgetragen und mit den Ziegelsteinen das naechste Haus gebaut.

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29.10.2009 - Zurueck nach Rangun

Meine Tour durch Myanmar neigt sich schon dem jEnde. Muss bis morgen frueh in Rangun sein um die Maschine zurueck nach Bangkok nicht zu verpassen. Mit dem Bus ist das schlichtweg nicht moeglich, denn die Fahrt dauert sage und schreibe 20 Stunden! Also wieder mit Yangon Airways (fuer 78 Dollar) mit ner AR 72-210 Propellermaschine in einer Stunde nach Rangun. In Birma gibt es drei private Fluggesellschaften: Bagan Airways, Yangon Airways und Air Mandalay welche man unbesorgt buchen kann. Lediglich vor der staatlichen Fluggesellschaft Myanmar Airways wird gewarnt. Am Flughafen treffe ich meine derzeit staendigen Begleiter Wendy und Veneet wieder. die haben denselben Flug un dwies der Zufall will auch diesselbe Air Asia Maschine morgen nach Bangkok. Nach einer etwas laengeren Sucherei wegen vollbelegter Hotels finden wir im Yoma noch zwei Zimmer. Beim Stadtbummel am Nachmittag spricht mich zuerst ein aelterer Mann (76) und spaeter eine aeltere Frau, ebenfalls ueber 70, an. Der Mann spricht von den guten alten Zeiten in Birma wo alles noch besser war als es heute ist. Die Vater der aelteren Frau, die im ueberigen perfekt englisch spricht, ist Englaender, ihre Mutter burmesisch. Sie kennt sich sehr gut ain Rangun aus und weiss einfach alles - sehr hilfreiche, nette Dame. Die haette ich schon bei der Ankunft treffen sollen.

Den Nachmittag schlage ich nochmals mit Tempelbesuchen tot. Erst ist ein 72 Meter langer, liegender Buddha dran, der zwar sehr gross aber nicht unbedingt spektakulaer aussieht. Am Spaetnachmittag opfere ich nochmals 5 Dollar Eintritt zur Shwedagon pagode, die wohl prunkvollste Tempelanlage die ich je gesehen habe (und das sind schon einige). Vor allem kurz vor Sonnenuntergang scheint das viele Gold zu gluehen.

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30.10.2009 - Zurueck nach Bangkok

Mit Air Asia Flug FD3771 gehts morgens um neun zurueck nach Bangkok. Der Check-In in Rangun am Airport verlaeuft noch recht altmodisch. Computer gibts noch keine. Die Passagierlisten werden noch in Papierform abgearbeitet. In Bangkok angekommen verabschiede ich mich endgueltig von Wendy und Veneet. Das doch etwas anstrengende Myanmar Abenteuer habe ich bis auf Montezumas Rache gut ueberstanden. Aber die erwischt fast jeden Touristen mal in Birma. Was noch endet ist der Reisebericht, da jetzt nur noch entspannte Tage am Meer folgen... also Urlaub vom Urlaub.

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