Laos 2012

29.11.2012 - 72. Tag Von JingHong nach Luang Nam Tha in Laos

 

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30.11.2012 - 73. Tag Von Luang Nam Tha nach Luang Prabang

Das Gute an Laos ist, dass es wie Vietnam und Kambodscha frueher mal franzoesische Kononie war. Nicht nur wegen des Rechtsverkehrs sondern vor allem wegen der sehr guten Baguettes die es hier morgens frisch gebacken gibt. Da laesst man doch gerne mal den Reis beiseite. Habe mir heute frueh noch schnell ne Fahrkarte mit dem VIP Bus in die Provinzhauptstadt Luang Prabang gekauft. Hier in Laos ist das wieder einfacher als in China da zumindest dort wo es Touristen gibt wieder englisch gesprochen wird. Habe mich gestern Abend noch mit einheimischer Waehrung eingedeckt. Doch mehr als 1 Million KIP hat der Geldautomat nicht ausgespuckt. Und das sind grade mal 100 Euro.   Das Wetter in Laos ist durchwachsen, der Himmel ist wolkenverhangen und ab und zu regnet es leicht. Die Regenzeit ist halt doch noch nicht ganz vorrueber. Das ist wohl auch dem Fahrer eines kleinen LKW’s zum Verhaengnis geworden der in einer Rechtskurve wegen ueberhoehter Geschwindigkeit auf einen entgegenkommenden LKW geknallt ist. Die Strasse ist blockiert. Es hat ueber ne halbe Stunden gedauert bis die Laoten mal auf die Idee gekommen sind den kleineren LKW auf die Seite zu schieben damit wenigstens eine Spur wieder befahrbar war. Ebenfalls zum Verhaengnis wurden die vielen Kurven dem Laoten neben mir im Bus. Der kotzt schon seit ner Stunde eine Tuete voll. Muss mir unbedingt einen anderen Platz suchen. Die Strecke nach Luang Prabang fuehrt meist durch dschungelbewachsene Berge und ist sehr kurvenreich. Es geht fast nie geradeaus. Deswegen dauert die 300 km Fahrt auch 9 Stunden. Die Chinesen haetten die Berge schon laengst durchloechert um die Fahrtzeit auf die Haelfte zu reduzieren. Infrastrukturell ist der Norden Laos’ an china angebunden und der Sueden mit der Hauptstadt Vientiane an Thailand. Aber dazwischen wo mein Bus grade faehrt sind selbst die Hauptstrassen meist unbefestigt. Da hilft auch der beste VIP Bus nichts. Um 19 Uhr abends nach schaetzungsweise 13785 Kurven dann endlich Ankunft in Luang Prabang am Busbahnhof. Mit zwei Italienern aus dem Bus nehmen wir zusammen ein Tuk-Tuk und fahren in die Stadt rein. Untergekommen bin ich im Chanthanome Guesthouse, direkt in der Altstadt zwischen den Tempeln, nur einen Steinwurf weg vom grossen Mekong River. Ruhiges Guesthouse mit schoenen, neuen Zimmern fuer nur 10 Euro.

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01.12.2012 - 74. Tag Ruhetag in Luang Prabang

Nach drei Reisetagen am Stueck mit 6 verschiedenen Bussen und nur einer Nacht in einem „anstaendigen“ Bett ist der heute eingeplante Ruhetag dringend noetig. Nicht zuletzt um mal wieder die Waesche waschen zu lassen oder beim Frisoer vorbeizuschauen. Das ist im uebrigen derselbe bei dem ich vor 5 Jahren bei meinem ersten Besuch hier schon mal war. Damals ist ihm waehrend des Haareschneidens der Strom ausgefallen und ich musste spaeter nochmals vorbeischauen zum Fertigschneiden. Das ist ihm heute nicht passiert. Der Ruhetag ist auch deswegen noetig da ich keinen Bus mehr sehen kann. Nicht von Aussen und erst recht nicht von Innen. Und Zuege gibt es keine in Laos.
Aber auch Luang Prabang ist es Wert 1-2 Tage zu verweilen. Luang Prabang wurde 1353 gegruendet und war bis 1556 die Hauptstadt des Koenigreiches der "Millionen Elefanten" (Lane Xang Koenigreich) sowie das religioese und kulturelle Zentrum von Laos. Die groessten Attraktionen hier sind die vielen alten Tempel und Hoehlen von denen einige yum UNESCO Weltkulturerbe zaehlen. Vermutlich deshalb hat sich hier eine groessere Travellor Szene entwickelt. Die beschauliche Kleinstadt an der Muendung des Nam Khan Rivers zum Mekong hinterlaesst einen ruhigen Eindruck denn der Verkehr auf den Strassen haelt sich sehr in Grenzen. Man sieht kaum Autos und LKW"s. Die Strassen werden hautpsaechlich von Moped"s, Tuk-Tuks und Fahrraedern benutzt. Die vielen alten Kolonialgebaeude die aus der franzoesischen Besatzungszeit von vor dem ersten Weltkrieg stammen sind jedoch meist in schlechtem Zustand. Eine gute Uebersicht ueber die Stadt hat man vom Huegel „That Phu Si“ mit dem Tempel „Wat Tham Phu Si“ (Pussy ausgesprochen!) mitten in der Altstadt. Dazu muss man 300 Stufen hochsteigen und vorher noch 20000 KIP Eintritt bezahlen. Auch abends hat Luang Prabang einiges zu bieten. Die vielen Cafes, Restaurants und Kneipen am Flussufer laden gerade dazu ein dort zu verweilen. Um 23:30 Uhr ist jedoch ueberall im Land Zapfenstreich, d.h. keine Getraenke duerfen mehr verkauft werden. Und das nehmen die Laoten auch sehr ernst. Wenn du um Mitternacht dein Bier immer noch nicht leer hast, wird der Rest in einen Plastikbecher gekippt den du dann auf der Strasse trinken oder mit nach Hause nehmen kannst. In jedem Fall muss man das Lokal verlassen. Aber Bier wird hier wohl niemand stehen lassen denn das sehr bekannte und beliebte „Beer Lao“ gehoert zu den Besten Asiens.

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02.12.2012 - 75. Tag Die Umgebung von Luang Prabang

Nachdem gestern Ruhe angesagt war kann ich heute wieder etwas aktiver werden. Habe mir deshalb ein Moped gemietet (Honda Wave) und mal die Umgebung von Luang Prabang abgefahren. Aber sehr viel mehr als den grossen Wasserfall, 36 km von hier entfernt, gibt es nicht zu sehen. Und den habe ich bei meinem letzten Besuch hier schon mal angefahren. Ausserhalb der Stadt ist alles sehr laendlich und primitiv. Die Leute wohnen meist noch in Holzhuetten mit Strohdaechern und leben von der Landwirtschaft (Reis und Gemuese). Die Hauptstrassen hier haben hoechstens die Qualitaet der Land- und Nebenstrassen bei uns zu Hause. Wenn man die verlaesst wird es schnell uneben und man koennte ein gelaendegaengiges Motorrad, alos ne Enduro, benoetigen. Heute Vormittag ist das Wetter noch in Ordnung aber am Nachmittag zieht es schon wieder zu und regent öfters. Es ist viel zu warm fuer die Jahreszeit, sagen die Einheimischen. Und regnen duerfte es eigentlich auch nicht mehr. Laos bleibt halt auch nicht verschont von der globalen Erwaermung.

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03.12.2012 - 76. Tag Von Luang Prabang nach Vientiane

Mittlerweile zum touristischen Ereignis geworden ist hier in Luang Prabang das allmorgendliche „Essen fassen“ der buddhistischen Moenche. Die laufen nach Sonnenaufgang durch die Strassen und bekommen von der einheimischen Bevoelkerung zu essen. Das muss ich mir natuerlich auch ansehen bevor nach zwei Tagen Pause vom Busfahren heute wieder ne Tagesfahrt Richtung Sueden in die Hauptstadt Laos’, Vientiane, auf dem Programm steht. Der Bus am Southern Busterminal sollte eigentlich um 8 Uhr abfahren. Die Motorklappe ist aber noch offen und einer schraubt dran herum. Da habe ich kein gutes Gefuehl. Um 8:45 Uhr wird dann ein anderer Bus daneben bereitgestellt. Alos alle wieder aussteigen, Gepaeckraum leeren und rueber in den „neuen“ Bus. Bei dem laeuft zumindest schhon mal der Motor. Und tatsaechlich geht’s dann um 9 Uhr mit einer Stunde Verspaetung endlich los. Auch heute dasselbe Bild wie vor drei Tagen: Die Strasse windet sich in endlosen Kurven, Schleifen und Serpentinen durch die (wirklich schoenen) dschungelbewachsenen Berge. Und auch das Wetter bleibt neblig-trueb und unbestaendig. Ich hoffe, dass es in Thailand dann wieder sonniger wird. Aber der Ersatzbus scheint technisch auch nicht ganz in Ordnung zu sein. Der Fahrer „ruehrt“ oefters hilflos im Getriebe herum und sucht die Gaenge. Ich hoffe nur es haelt bis Vientiane. Am Nachmittag wird dann wenigstens das Wetter besser und damit die Aussicht auf die Berge auch.
Um halb vier Zwischenstop in Vang Vieng. Da war ich bei meinem letzten Besuch vor 5 Jahren schon mal. Der Ort ist bekannt fuer seine vielen Moeglichkeiten fuer Outdoor-Aktivitaeten – vor allem das „Tubing“ ist dort sehr populaer. Man faehrt bzw. schwimmt auf einem aufgeblasenen LKW-Reifen nen Urwaldfluss hinunter. Unterwegs gibt es immer wieder Haltestellen zum „einkehren“ oder aber um sich an Seilen aus Baumwipfeln ueber das Wasser zu schwingen und sich dann in selbiges fallen zu lassen. Das ist vor allem dann nicht ungefaehrlich wenn man zuviel getrunken oder geraucht hat. Und gerade das ist schon so manchem jungen Rucksacktouristen zum Verhaengnis geworden. Es gibt jedes Jahr einige Tote – leider. Selbst in der Bildzeitung habe ich mal einen Bericht darueber gelesen. Bleibt man jedoch nuechtern ist das ein Heidenspass und eigentlich ungefaehrlich. Mir ist damals auch nichts passiert.
Nachts um sieben dann endlich Ankunft am Norther Busterminal in Vientiane. Alos wieder mal den ganzen Tag im Bus verbracht und nur 390 km zurueckgelegt. Luftlinie dueften es nur etwa 100 km gewesen sein. Aber so ist das halt nun mal inn Laos: Eile mit Weile. Ein Sammeltaxi bringt uns Touries dann in die Innenstadt. Untergekommen bin ich im „Douang Deuane Guesthose 2“.

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04.12.2012 - 77. Tag Thai-Visa-Run

Als Visa-Run bezeichnet man normalerweise die Fahrt an die Landesgrenze und dann die Aus- und Wiedereinreise um ein neues bzw. verlaengertes Visum zu bekommen. Bei mir ist das heute anders gelaufen. Vientiane liegt direkt am Mekong River. Und der bildet hier die natuerliche Grenze zu Thailand. Bin also nur noch 100 Meter entfernt vom Zielland der Reise. Wenn man auf dem Landweg nach Thailand ohne Visum einreist bekommt man 15 Tage Aufenthaltsgenehmigung. Das reicht mir abernicht bis Anfang Januar. Alos brauche ich ein Visum. Das kann man auch hier in Vientiane in der thailaendischen Botschaft ausstellen lassen. So sthe ich wieder mal frueh auf und laufe die halbe Stunde zur Botschaft. Dort angekommen erklaert man mir, dass die Visa’s nicht hier sondern im Konsulat bearbeitet werden. Bedeutet fuer mich nochmals 20 Minuten zu Fuss. Hab’s dann auch tatsaechich gefunden aber mich haut’s fast um vor Verwunderung: Da stehen schon etwa 200 Leute und warten auf die Oeffnung. Um halb neuen stroemt alles rein und ich ziehe die Bearbeitungsnummer 135. Papiere und Passbilder habe ich dabei aber man kann die Visagebuehr nur in Thai-Bhat bezahlen und die 1000 Bhat habe ich natuerlich nicht. Also wieder raus aus dem Konsulat und ne Bank suchen zum Geld wechseln. Aber immer wenn dune Bank brauchst ist natuerlich keine in der Naehe. Nach nem guten Kilometer und 3 mal Fragen hab’ ich dann doch eine gefunden die mir Euro in Bhat wechselt. Danach wieder schnellstmoeglichst zurueck zum Konsulat. Die sind dort gut geruestet auf den Touristenansturm und bieten gut 200 Sitzplaetze zum Warten an. Normalerweise bekommt man das Visum am naechsten Werktag zurueck und heute ist Dienstag. Aber morgen ist der 5. Dezember und da hat der Koenig Geburtstag. Es ist also Nationalfeiertag und das Konsulat hat zu. So muss ich noch einen weiteren Tag hier in Vientiane warten, kann das Visum also erst am Donnersta ab 13 Uhr abholen. Der Visa-Run war fuer mich also ein sportliches Ereignis und nicht bloss ne Kaffeeefahrt zur Grenze. Vielleicht sollte ich um fit zu bleiben noch ein paar Visa’s beantragen.

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05.12.2012 - 78. Tag Vientiane

Nach dem gestrigen Visa-Run habe ich heute Zeit um mir mal die Hauptstadt Laos' anzusehen. Vientiane hat 750000 Einwohner und ist seit 1563 Hauptstadt des Landes. Viel Sehenswertes gibt es hier nicht. Das Patuxai Gate in der Thannon Lanxing Strasse ist neben der Pha That Luang Tempelanlage noch der markanteste Punkt der Stadt. Das Patuxai Gate hatte den franzoesischen Arc de Triomphe beim Bau als „Vorbild“. Auch sonst ist der franzoesische Einfluss der Kolonialzeit noch ueberall sichtbar: Die Strassennamen sind in laotischer und franzoesischer Sprache ausgeschildert. Die Bäckereien mit den guten Baguettes und Croissants heissen „Boulangerie“ und die Metzgerei „Boucherie“. Vientiane ist wohl die „ruhigste“ Hauptstadt in der ich je war. Der Verkehr haelt sich selbst auf den Hauptstrassen noch in Grenzen. Es wird selbstverstaendlich rechts und nicht links gefahren wie in den meisten Staaten Suedost-Asiens.
Mit dem Bus 14 vom Central Busterminal kommt man in einer Dreiviertelstunde an die Friendshipbridge, die Bruecke ueber den Mekong um nach Thailand zu kommen. Hab’ mir das mal angeschaut weil ich da morgen Nachmittag rueber will, vorausgesetzt ich bekomme mein Visa. Auf der Fahrt dorthin kommt man an der einzigen Brauerei des Landes vorbei. Die brauen das beste Bier Asiens, BEER LAO . Das muss gut schmecken, denn die Hefe dazu wird aus Deutschland importiert. Und internationale Auszeichnungen hat es auch schon gewonnen. Wollte eigentlich ne Brauereibesichtigung machen aber wegen Umbauarbeiten ist das leider derzeit nicht moeglich. Habe aber wenigstens einen grossen Banner fuer meine Bar daheim abstauben koennen.     Die Laoten bekommen heute Abend von den Thais ein kostenloses Feuerwerk geboten. Drueben auf der anderen Seite des Mekongs böllern die was das Zeug haelt. Denn heute ist der 5. Dezember. D.h. der Koenig hat Geburtstag und das muss gefeiert werden.

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