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Tansania 2020

Freitag, 30.10.2020 - Reisen unter Coronabedingungen

Heute ist es endlich soweit. Mein Flug nach Afrika steht an. Hoffentlich komme ich noch hier raus aus Deutschland bevor am Montag der 2. Lockdown kommt. Ich muß dringend mal für ein paar Wochen raus aus dem "coronaversuchten" Deutschland. Um 7 Uhr holt mich mein Kumpel Kali daheim ab und fährt mich zum nahegelegenen Bahnhof SHA-Hessental. Hier heißt es schon am Bahnsteig Maske aufsetzen. Wenn mir das jemand vor einem Jahr gesagt hätte, hätte ich den für verrückt erklärt. Einsehen tue ich das nicht, vor allem nicht im Freien, aber mich heute dagegen aufzulehnen, könnte nur meinen Flug gefährden. Der RB19 bringt mich in ner guten Stunde nach Stuttgart und von dort geht's mit dem ICE 612 weiter zum Fernbahnhof nach Frankfurt. Im Bordrestaurant frage ich die freundliche Bahnangestellte, ob ich während der ganzen Zeit des Kaffeetrinkens meine Mund-Nasenbedeckung abnehmen kann. Eigentlich nur während des Trinkens, sagt sie, drückt aber ein Auge zu. Und so ist der Kaffee schon längst kalt, als ich den letzten Schluck nehme.
Nach dem Motto "lieber zu früh als zu spät" komme ich gute vier Stunden vor dem geplanten Ablflug am Fernbahnhof an. Aber in Coronazeiten weiß man ja nie ... . Auf dem Übergang zu den Terminals ist viel Betrieb. Kein Wunder, denn hier sind die PCR-Teststationen des DRK und eines privaten Betreibers. Wenn ich in vier Wochen aus dem Krisengebiet Tansania zurückkomme, muß ich mich beim DRK melden und mich einem Test unterziehen, erklärt mir ein Soldat. Richtig, die haben hier jetzt schon Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung im zivilen Bereich angefordert! Das wäre zu meiner Bundeswehrzeit ein Skandal gewesen. Die Abflughallen sind gespenstisch leer. Die meisten Kioske und Restaurants sind dicht und immer da, wo demnächst ein Flug ansteht, warten ein paar Leute am Check-In. Am Check-In von Qatar ist auch nicht wirklich viel los, sodaß ich bald dran komme. Daß ich nach Afrika reisen will, will die Dame am Qatar Airways Schalter nicht so recht glauben, aber mein Ticket, den negativen PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) und die eidesstattliche Erklärung dazu akzeptiert sie dann doch. Dann nimmt sie ihr Tablet zur Hand und sucht im Internet nach den derzeitigen Einreisebestimmungen von Tansania. Es ist weder ein PCR-Test noch eine 14-tägige Hotelquarantäne erforderlich, so wie in den meisten Ländern weltweit. Aber das hätte ich ihr auch sagen können. Mein in 30 Jahren bislang längster Check-In dauert dann doch fast eine Viertelstunde und endet mit 2 Bordkarten für den Flug über Doha nach Daressalam. Bevor ich den Schalter verlasse drückt mir die Dame noch eine Art Spuckschutz (Schutzschild) in die Hand, welches ich ir vor dem Boarding vor die Stirn setzen muß. Eine Stunde vor dem Boarding mache ich mich auf zum Security Check. Genau dort, wo man üblicherweise ewig warten muß ist überhaupt nichts los, keine Wartezeiten. Das Beweisfoto muß ich leider wieder löschen, denn hier ist Fotografierverbot. Anderenseits ist es auch schlecht, wenn nichts los ist. Da haben die mehr Zeit jeden Einzelnen zu filzen. Und genau das machen die auch. So genau kontrolliert worden bin ich noch nie!
Später im Flieger dann dasselbe Bild. Der ist höchstens zu 20% voll. Die Fluggäste sind mit maximalem Abstand zueinander verteilt. Leider darf man während des ganzen Flugs den Spuckschutz nicht abnehmen, also 2x 6 Stunden Mattscheibe. Der zweite Flug von Doha nach Daressalam ist dagegen fast bis zum letzten Platz gefüllt. Das liegt daran, daß der nach dem Zwischenstopp in Daressalam (wo ich aussteige), weiter auf die Insel Sansibar fliegt und an Bord viele russische Urlauber sind.
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Samstag, 31.10.2020 - Ankunft in Daressalam

Nachdem die Russen alle nach Sansibar weiterfliegen, steien mit mir nur wenige in der größten Hafenstadt in Tansania aus. Was mir sofort auffällt, ist, daß hier kaum jemand eine Maske trägt. Es ist auch keiin PCR-Test oder Gesundheitszeugnis zur Einreise nötig. Eiinzig einer Fiebermessung mittels einer Pistole muß man sich unterziehen. Das elektronische Visum für Tansania muß man im Vorfeld beantragen und bezahlen. Das wird schon beim Check-In vor dem Abflug überprüft. Der Beamte von der Immigration will wissen, wie lange ich bleiben will. Mindestens 30-40 Tage, sage ich. Er gibt mir 50, sagt er. Anscheinend kann man die Aufenthaltsdauer hier bei der Einreise verhandeln. Was man hier wissen muß und ich auch erst am Flughafen erfahren habe, der Besitz und Verkauf von Plastiktüten ist strengstens verboten und kostet ein hohes Bußgeld. Also Gepäck durchsuchen, alle Plastiktaschen entsorgen und durch hier verkäufliche Jutetaschen ersetzen. Jetzt noch zur Geldwechselstube und einheimisches Geld besorgen. Die Währung hier sind Tansanische Schilling. Da hätte ich ja fast nach Österreich fahren können. Für einen Euro gibt es derzeit 2640 Schilling. Das von der Geldzählmaschine ausgesppuckte Bündel Geld will ich grade einstecken, da meint die Dame an der Ausgabe, ich soll es besser nachzählen. Warum nachzählen, frage ich. Die Maschine wird schon richtig zählen können. Denkste! Beim Nachzählen fehlen tatsächlich ein paar Scheine oder man wollte mich bescheißen. Ich rechne nach, es wird nochmals Geld ausgegeben und beim zweiten Anlauf stimmt es dann auch.
Am Ausgang der Ankunftshalle steht auch schon en dunkelhäutiger, kleiner Mann und hält einen Zettel hoch, auf dem mein Name steht. Es ist der Fahrer des Hotels Sophia, welches ich über booking.com reserviert habe. Er bringt mich sicher in das 10 km entfernte Stadtzentrum. Beim Smalltalk erklärt er mir, daß Tansania wohl weitestgehend verschont geblieben ist vor Corona, im Vergleich zum Nachbarland Kenya. Hier gibzt es auch keinen Lockdown, keine Abstandsregeln und vor allem keine Maskenpflicht - so frei war ich schon 8 Monate nicht mehr. Das Sophia Hotel ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen und auch etwas altmodisch eingerichtet, dafür sauber und mit 14 Euro die Nacht recht günstig.
Den Nachmittag verbringe ich damit mir das Stadtzentrum von Daressalam anzusehen und einen Abstecher zum Hafen und zum Fischmarkt zu machen. Außerdem kaufe ich mir eine lokale SIM-Karte vom Marktführer Vodacom.
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Sonntag, 01.11.2020 - Bongoyo Island

Zwei Tage im Stadtzentrum von Daressalam zu verbringen lohnt sich wirklich nicht. Aber ich habe nunmal zwei Nächte im Sophia gebucht. Also lasse ich mich von Hotelfahrer Hasan zum 10 km nördlich gelegenen Msasani Pier fahren. Vonn dort legen die Fähren zu den vorgelagerten Inseln ab. Bongoyo Island ist die beliebteste. Die Fahrt kostet 30.000 Schilling und nochmals 27.000 Eintrittsgebühr in den Marine Nationalpark. Das sind etwa 20.- Euro zusammen. Auf dem Boot treffe ich den Ukrainer Sergey. Er ist kein Tourist, sondern arbeitet hier für ein ukrainisches IT Unternehmen. Er ist ein lustiger Geselle und gemeinsam verbringen wir den Nachmittag auf einer vorgelagerten Sandbank der Insel. Hier kann man wunderbar schwimmen im Indischen Ozean und abhängen unter den Strohsonnenschirmen der Einheimischen. Sogar ein Restaurant gibt's hier. Bevor mich eines der vielen Tuk-Tuks zum Hotel zurück fährt, lasse ich mich noch am Stadtstrand Coco-Beach absetzen. Hier ist am Wochenende viel los. Eine Band spielt kongolesische Livemusik (wie man mir sagte) und das günstige Bier fließt in Strömen. Das Kilimanjaro Bier kenne ich bereits von gestern Abend. Deshalb probiere ich heute mal das stärkere "Safari" und das leichtere "Serengeti". Einen Kübel Bier mit 5 Flaschen drin bekommt man für umgerechnet 4 Euro - da kann man auch mal eines mehr trinken!
Heute habe ich auch die ersten vier Worte Suaheli gelernt:
Jambo - Hallo (das kannte ich noch aus Kenya)
Karibu - Willkommen
Asante - Danke
Gongga / Mai-sha-marif - Prost (wohl das wichtigste der vier Worte :)
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Montag, 02.11.2020 - Weiter nach Pangani

Heute muß ich um halb sechs aufstehen, denn ich will weg von hier, Richtung Norden. Der Busbahnhof ist etwa 10 km entfernt vom Hotel. Wie die vergangenen Tage auch, bringt mich Hasan mit einem weinenden Auge dorthin. Denn seine Einnahmequelle (ich) versiegt jetzt für immer und er muß sich einen neue suchen. Kurz vor der Einfahrt in den riesigen Busbahnhof müssen wir fast eine Viertelstunde halten, denn es verlassen bestimmt 100 Busse Punkt sechs Uhr den Bahnhof. Da ist bestimmt auch meiner dabei. Also halt den nächsten nehmen. Durch die heruntergekurbelten Scheiben werde ich sofort als Weißer, und damit Ausländer mit Geld, erkannt. Da kommen die Schlepper gleich scharenweise ans Auto und sind nur schwer abzuwimmeln. Dann endlich im Ubungo Busbahnhof angekommen, hilft mir mein Fahrer Hasan bei der Auswahl des richtigen Busses. Eigentlich wollte ich direkt nach Pangani, genauer gesagt nach Ushongo, ein Stück südlich davon, dort wo es tolle Strände am Indischen Ozean geben soll. Aber die Strecke führt duchr einen Nationalpark und da müsste ich als Ausländer 50 US Dollar extra Gebühr bezahlen, nur fürs durchfahren. Also Variante B. Die führt auf dem Highway in die nördliche Provinzstadt Tanga. Und von dort wieder Richtung Süden.
Kaum aus dem Auto ausgestiegen, stehen wieder zehn Schlepper um mich herum. Die wollen dir entweder etwas verkaufen, oder dich in einen Bus schieben. Hier ist es wichtig, alle Wertsachen am Mann zu haben und am Besten in den Innentaschen verstauen, um nicht beklaut zu werden. Mein Handy und meinen Geldbeutel habe ich immer "an die Kette gelegt Auch wichtig ist es, nur ein Gepäckstück dabei zu haben. Mehr als eines kannst du in einer Menschenmenge nicht kontrollieren. Also darf der große Rucksack nur halb voll sein, sodaß der kleine Tagesrucksack noch innen rein passt. Hasan hilft mir, den richtigen der hunderte von Bussen zu finden. Die Fahrt nach Tanga kostet 25.000 Schilling. Wie lange sie dauert weiß niemand so genau. Mein Gepäck soll ich unten im Gepäckraum des Busses verstauen - keine Chance! Dort ist es bestimmt schneller weg, als ich es reingelegt habe. Der Rucksack kommt mit in den Bus! "Er ist zu groß", sagt der Schaffner. "Er ist nicht zu groß, er kommt mit in den Bus", sage ich. "Er kommt unten rein", erwidert der Schaffner. "Entweder in den Bus, oder fahre ich nicht mit", so ich. Das Argument zieht. Also kommt der Rucksack doch in den Bus. Bis wir dann die Metropole Daressalam hinter uns haben, vergeht locker eine Stunde. Meine afrikanischen Mitfahrer sind freundlich und lassen den einzigen weißen Fahrgast unbehelligt. Auf einmal kommt Leben in den Bus, alle Fahrgäste hantieren an den Sitzen herum und suchen den tatsächlich vorhandenen Sicherheitsgurt um sich anzuschnallen. Grund ist ein Checkpoint voraus. Mein ausgefallenes Frühstück hole ich an der Tankstelle in Form einer Packung Kekse, einer handvoll Nüssen und eines Apfels nach, den ich einem der vielen fliegenden Händler abkaufe. Wenig später an der ersten Rast gibt's dann noch einen warmen Kartoffelpuffer in Alufolie verpackt. Der ist jedoch so groß, daß ich den nur zur Hälfte schaffe. Der Rest wandert eine Sitzreihe weiter nach hinten, wo er von zwei tansanischen Jungs genüßlich verspeist wird. Immer dann, wenn wir mal ein paar Minuten halten müssen und es heiß wird in dem nichtklimatisierten Bus, durchzieht diesen im Innern ein beißender Geruch aus Schweiß und sonstigen Ausdünstungen. Ich glaube, die Afrikaner waschen sich nicht jeden Tag.
Am frühen Nachmittag dann endlich in Tanga angekommen, brauche ich schon wieder ein Taxi vom Busbahnhof zur Station wo die Minibusse halten. Denn die kurzen Entfernungen hier, also auch die 50 km zur südlichen Provinzstadt Pangani, werden mit Minibussen befahren. In Kenya nennt man die "Matatu", hier in Tansania heißen die "Dalla-Dallas". Aber genauso wie in Kenya auch, fahren die erst los, wenn sie voll sind, also afrikanisch voll und nicht europäisch voll. In fünf engen Sitzreihen habe ich dann bei Abfahrt 18 Personen gezählt. Dazu kommt natürlich noch das Gepäck und die drei Sack Reis, die auf dem Boden liegen. Während der Fahrt wird dann eher zugestiegen als ausgestiegen. Jetzt weiß ich auch, wie sich ne Ölsardine in der Dose anfühlen muß. In Coronazeiten praktisch null Mindestabstand und null Maske. Wenn es hier einer hat, haben es alle. Zu allem Überfluß ist die Küstenstraße nach Pangani auch noch unbefestigt und die Nissanbusse haben nur Blattfedern. Also zwei Stunden Fahrt auf einer Rüttelplatte. Große Schwierigkeiten hat der Schaffner beim Schließen der Schiebetür. Die ist derart ausgeleiert, daß sie sich manchmal nur unter Zuhilfenahme von Werkzeug schließen lässt. In Pangani angekommen schnappe ich ir ein Motorradtaxi. Die warten immer und überall in Afrika auf Kundschaft. Ziel sind die 16 km weiter südlich gelegenen Strände von Ushongo. Die sollen laut Reiseführer unbedingt sehens- und besuchenswert sein. Die Strände sind es schon, die Unterkünfte dagegen keineswegs. Für die total überteuerten und herunterekommenen Strandhütten bezahlt man 30 US Dollar aufwärts. Außerdem ist hier überhaupt nichts los. Die Fahrt hierher hat sich also nicht gelohnt, ein Griff ins Klo. Also fahre ich gleich wieder mit dem Motorradtaxi zurück nach Pangani und suche mir dort eine Bleibe für die Nacht. Es wird das Seaside Communite Centre Hostel. Das ist in Topzustand, hat ein Restaurant und kostet nur 7 Euro die Nacht. Und die haben sogar ein funktionierendes WLAN. Das gibt mir die Gelegenheit für morgen noch eine Unterkunft in Arusha zu buchen.
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Dienstag, 03.11.2020 - Von Pangani nach Arusha

Der geplante Aufenthalt hier sollte nur ein Zwischenstopp am meer sein auf der Weiterreise nach Arusha im Norden Tansanias. Der Stop entfällt, ich fahre heute weiter dorthin. Also wieder zwei Stunden auf der Rüttelplatte zurück nach Tanga fahren Das Dalla-Dallas heute ist in genauso schlechtem Zustand wie das gestrige. Mit dem Unterschied daß sich die Türe gut schließen lässt. Dafür geht sie schlecht auf. Es muß halt der Fahrer bei jedem Halt aussteigen und die Schiebtür von außen öffnen. Wieder in Tanga angekommen geht's mit dem Motorradtaxi zum Ticketoffice in der Stadt und von dort wieder mit einem Dalla-Dallas zum Bushbahnhof. Die strenge Gurtpflicht in Tansania gilt nur für Autos und Busse, nicht jedoch für Minibusse. Denn wie willst du 18 Personen auf 9 Sitze mit 9 nichtvorhandenen Gurten festschnallen?
Die Fahrt nach Arusha in einem alten, klapprigen Reisebus führt zunäscht stundenlang in nordwestlicher Richtung bis fast an die Grenze zu Kenya, immer auf den 5895 Meter hohen Kilimandscharo zu. Der ist leider in Wolken gehüllt, also nicht zu sehen. Bei Ankunft am Busbahnhof in Arusha ist es längst dunkel. Das ist eher schlecht wenn man die Stadt nicht kennt, speziell in Afrika. Beim Aussteigen aus dem Bus dann das übliche Bild: 15-20 Am Ausgang des Busbahnhofs überredet mich ein Schlepper dann doch, sein Motorradtaxi zu nehmen um mich zu meinem tags zuvor gebuchten "Mazzola Safari Backpacker" zu bringen. Er kennt den weg, sagt er, fährt aber prompt in die falsche Richtung und will mich zu einer anderen Unterkunft lotsen. Auf meine Anweisung sofort umzudrehen oder anzuhalten reagiert er nicht. Als er dann im Verkehrsstau anhalten muß, springe ich samt Gepäck schnell vom Moped ab, leider zu schnell. Denn ich verliere wegen des Gepäcks auf dem Rücken das Gleichgewicht, falle vom Moped runter und liege unsaft auf dem Asphalt am Strßenrand. Das geht natürlich nicht ganz ohne Blessuren ab: Abschürfungen an Knie und Ellenbogen sind das Resultat. Die blutenden, dreckigen Wunden wasche ich mit Wasser provisorisch ab und suche mir einen zuverlässigeren Motorradfahrer. Aber hier scheint niemand das etwa 2 km entfernte Mazzola zu kennen. Also bin ich es, der die Einheimischen anhand des Maps.Me Navis zu Ziel lotsen muß. Als mich der Besitzer "Innocent" (der heißt wirklichso) des Mazzolas sieht, packt er mich gleich in seinen Pickup und fährt mich ins nächste Krankenhaus wo die Wunden gereinigt und desinfiziert werden. Genäht werden muß glücklicherweise nichts. Und so endet dieser lange Fahrtag zwar mit einem Schrecken, aber keinem Schrecken ohne Ende.
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Mittwoch, 04.11.2020 - Auf der Suche nach einer Safari

Arusha, die größte Stadt im Norden Tansanias, ist das Mekka von Safari-Veranstaltern und sonstigen Outdoor-Aktivitäten. Von hier aus kann man viele Nationalparks, wie z. B. die Serengeti oder den Ngorongorokrater leicht erreichen, den Mount Kilimandscharo besteigen oder den nicht viel kleineren Meru. 5400 legale und illegale Safariverstalter gibt es hier. Das ist im Schnitt 1 Veranstalter für 4 Touristen. Im Moment sind jedoch kaum Touristen hier. Das heißt, die Auswahl einen Tourveranstalter zu finden ist immens. Außer mir ist noch die engländische Journalistin Janine und ein junger US-Amerikaner im Mazzola Backpacker abgestiegen. Er hat kein Interesse an einer Safari, aber Janine hat wie ich Interesse an einer 4-5 tägigen Campingsafari in verschiedenen Nationalparks. Unser Host Innocent schickt uns in die Innenstadt, dort wo es viele Tourorganisatoren gibt. Er selbst organisiert auch welche, hätte aber gerne, daß wir uns zuerst andere Angebote machen lassen. Und so mache ich mich mit Janine auf den etwa 2 km langen Weg in die Boma Road, wo es viele Anbieter gibt. Im Touristoffice bekommen wir auch gleich eine recht gute Beratung. Der Agent dort ruft mehrere Organisationen an. Geeinigt haben wir uns auf folgende Parks: Tarangire Nationalpark, Lake Manyara, Serengeti Nationalpark und den Ngorongora Krater. Dauer: 5 Tage, 4 Nächte. Einer der Anbieter hätte sogar so eine Tour für übermorgen mit 2 weiteren Personen. Ein Jeep fasst außer dem Fahrer (gleichzeitig der Guide) und dem Koch noch maximal sechs Touristen. Je mehr, desto günstiger die Tour. Das wirklich sehr teuere an so einer Safari sind die Gebühren in den Nationalparks. Da kostet ein Tag so um die 70 US Dollar. Und wenn man die Nächte in Lodges und nicht in Zelten verbringen will, wird es richtig teuer. Am Nachmittag zurück im Mazzola berichten wir Innocent über die Angebote. Er setzt sich ans Telefon macht mehrere Anrufe und kann uns dasselbe für etwa den gleichen Preis anbieten, mit dem Unterschied, daß wir beide eine private Safari ohne andere Touries bekommen - hört sich gut an! Machen wir. Im Endeffekt bezahlen wir dann jeder doch 1250 Dollar. Vor 17 Jahren in Kenya hatte ich eine vergleichbare Tour noch für ca. 400 Dollar bekommen.
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Donnerstag, 05.11.2020 - Cultural Heritage Center

Innocent fährt Janine und mich heute Vormittag in die Stadt zu ner größeren Bank. Ich brauche mal wieder ein paar Schillinge vom Geldautomat und Janine muß an 1250 Dollar kommen, denn wir müssen heute die Safari bezahlen. Die absa Bank akzeptiert sogar Cirrus und Maestro Bankkarten, also auch die meiner VR-Bank. Da muß ich die Kreditkarte nicht bemühen. Aber bis Janine ihre Dollars bekommt vergeht fast eine Dreiviertelstunde. Innocent haben wir wieder nach Hause geschickt. Gleich um die Ecke der Bank ist das Palace Hotel. Die haben eine schöne Dachterasse auf dem 10. Stock. Von dort hat man ne gute Übersicht über Arusha. Anschließend lassen wir uns mit dem Tuk-Tuk für 5000 Schilling zum vier Kilometer weiter östlich liegenden Cultural Heritage Center fahren. Äußerlich einem Masai Schild und einer Trommel nachempfunden beinhaltet es die größte Sammlung an afrikanischen Gemälden, Skulpturen, Bilder, Antiquitäten und Edelsteinen. Es ist Museum und Ausstellung zugleich. Die meisten der ausgestellten Artefakte können gekauft werden. Deshalb kostet es auch keinen Eintritt. Natürlich beinhaltet es auch ein Restaurant und einen riesigen Souvenirshop. Ich bin eigentlich weder ein Museumsgänger noch halte ich mich vorwiegend in Kusntaustellungen auf. Diese jedoch ist echt klasse - unbedingt sehenswert. Auf fünf Etagen sind zehntausende von Gegenständen aus ganz Afrika ausgestellt. Das Kulturzentrum finanziert sich durch den Verkauf dieser Gegenstände. Schon vor dem Gebäude laufen wir dem Gründer Saifuddin Khanbhai dieses Kunstforums in die Hände. Es ist ein weißer, mitteleuropäisch aussender Mann mit tansanischer Staatsbürgerschaft. Sein Vater und Großvater haben auch schon immer in Tansania gelebt, sagt er. So toll die Ausstellung auch ist, nach anderthalb Stunden reicht es mir als Nichtmuseumsgänger. Ich schnappe mir ein Motorradtaxi und lasse mich nach Hause fahren. Janine verbringt den ganzen Nachmittag im Museum. Später gehe ich nochmals rein in die Innenstadt und ein weiteres Mal auf den Aussichtspunkt des Palace Hotels. Denn das Wetter hat aufgeklart und die Sonne ist herausgekommen. Der 4500 Meter hohe "Stadtvulkan" Meru ist fast vollkommen wolkenfrei und zum Greifen nahe. Leider ist der 50 km weiter westlich liegende Kilimandscharo auch heute, wie die vergangenen Tage, in Wolken verhüllt. Ob ich den überhaupt noch sehen werde, solange ich hier bin?
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Freitag, 06.11.2020 - Tarangire Nationalpark

Heute startet endlich die Safari. Mit von der Partie ist lediglich die Engländerin Janine. Sie ist äußerlich kaum von den Afrikanern zu unterscheiden, ist sie doch jamaikanischer Abstammung. Punkt 08:30 Uhr werden wir von "Tiger" mit seinem Toyota Landcruiser abgeholt. Er arbeit für die Tourorgaisation "Wildlife Experience Tansania" und ist gleichzeitig Fahrer und Tourguide. Der erste Stop ist gleich nach drei Kilometern an einem großen Supermarkt, wo schon Ali mit mehreren Kartons Fressalien und sonstigem Zeug wartet. Ali ist unser Koch. Der Stop hier gibt mir die Gelegenheit, noch ein paar Dosenbier einzukaufen. Ich denke, die kann ich nach einem staubigem Safaritag gut gebrauchen. Der Toyota hat sogar einen Kühlschrank an Bord, sowie Steckdoseen mit 220V und 5V USB-Lademöglichkeit für die Akkus!
In südwestlicher Richtung verlassen wir Arusha und fahren zunächst auf dem Highway Richtung der Hauptstadt Dodoma. An einer Tankstelle am Highway warten schon mehrere Masaifrauen, die gegen harte Dollars oder tansanische Schilling ihren selbstgebastelten Schmuck verkaufen wollen. Selbst für Fotos wollen sie Geld sehen. Die sind ziemlich aufdringli h, gehen aber erstmal leer aus. Hier setzen wir auch Ali ab mit einem Teil des Gepäcks. Er fährt mit öffentlichen Verkehrsmitteln voraus um unser Campsite vorzubereiten. Nach einer Stunde Fahrt verlassen wir den Highway und es geht auf unbefestigten Straßen weiter. Wieder ne Stunde später erreichen wir dann den Eingang zum Tarangire Nationalpark. Dort muß sich Tiger registrieren und wir können reinfahren. Der Tarangire hat nach der Serengeti die größte Wildtierdichte aller Nationalparks von Tansania und angeblich die größte Elefantendichte der Welt. Zunächst aber begegnen wir Impalas, Zebras, Gnus, Giraffen und Warzenschweine. Jetzt zu Ende der Trockenzeit trifft man die zuhauf an den verbliebenen Wasserlöchern. Dort sehen wir auch twei Hyänen, die ein kühles Bad nehmen. Wenig später dann tatsächlich die ersten Elefanten und Wasserbüffel von der Ferne. Damit wären zwei der "Big Five" schon abgehakt: Elefant, Wasserbüffel, Löwe, Leopard und Nashorn. Irgendwie ist das hier wie ein riesiger Zoo, nur halt ohne Zäune. Die Straßen, besser gesagt Staubpisten, dürfen die Safarijeeps nicht verlassen und aussteigen sollte man auch nicht. Es soll auch Löwen hier geben, gesehen werden die jedoch selten, auch von uns nicht. Mittagsrast und Pausen dürfen nur an speziell dafür vorgesehenen Parkplätzen gemacht werden. Gegen 17 Uhr verlassen wir den 2800 km2 großen Tarangire Nationalpark wieder, denn wir haben noch eine Stunden Fahrt vor uns zu unserem Campingplatz. Der heißt "Kizumba Camp Site" und befindet sich hoch oben auf dem afrikanischen Grabenbruch über dem Lake Manyara. Von hier aus hat man nen tollen Überblick über den großen See. Die Zelte hier sind immer fest aufgebaut, haben ne Beleuchtung und ein großes Bett darin. Das werden wir wohl die nächsten Tage in der Serengeti vermissen. Selbst ein funktionierendes WLAN im Gemeinschaftsraum ist vorhanden. Unser Koch Ali zaubert uns ein köstliches Abendessen auf den Tisch: es gibt Fisch mit Reis und Gemüse. Obwohl unser Safarijeep ein Dach hat, wir also nicht in der prallen Sonne sitzen, bin ich echt platt heute Abend.
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Samstag, 07.11.2020 - Auf in die Serengeti

Ich habe selten so gut und tief geschlafen wie letzte Nacht. Auf meine Frage hin, ob es noch Platz im Jeep für das Bett gibt, muß Tiger nur lachen. "Unfortunately not". Denn die nächsten beiden Nächte in der Serengeti müssen wir auf Matrazen nächtigen. Auch das Frühstück heute früh ist ne einzige Delikatesse: Pfannkuchen, Omelette, Würstchen, Toast und Früchte in Form von Mangos und Avocados. Um 9 Uhr ist dann endlich alles verstaut und wir machen uns auf den Weg. In der ersten Kleinstadt Karat halten wir zum Boxenstop an. Der Toyota wird vollgetankt und etwas Luft abgelassen, deshalb, da wir in der Serengeti nur offroad unterwegs sein werden. In Karat ist jeden 7. eines Monats der größte Markt der Gegend hier. Da treiben die Bauern ihr zu verkaufendes Vieh zig Kilometer hin.
Um in die Serengeti zu gelangen muß man die Ngorongoro Conservation Area durchfahren. Das ist ein 30 km großer Krater mit spezieller Tierwelt darinnen. Den wollen wir aber erst auf dem Rückweg besichtigen. Am Parkeingang stehen schon einige Safarijeeps zur Registrierung. Auch eine tansanische Schulklasse posiert vor dem Parkschild. Nach ner halben Stunde haben auch wir uns registriert und fahren hinein. Hier endet auch die befestigte Straße. Ab jetzt geht es auf Schotter- und Staubpisten weiter. In endlosen Serpentinen fahren wir bis zum Kraterrand hoch, wo ein klasse Aussichtspunkt mit Einblick in den Ngorongoro-Krater zum Verweilen wartet. Anschließend geht's auf der anderen Seite des Kraters wieder runter ins Flachland, dort wo es nach einer weiteren halben Stunde Fahrt durch das Tor des Serengeti Nationalparks geht. Kurze Zeit später halten wir an einem Masai Dorf an. Dort werden wir von traditionellen Tänzen erwartet und man zeigt uns die Hütten und die Lebensweise der Masai Nomaden. Die runde Dorfanlage besteht aus twei Dornenbuschreihen. Innerhalb der äußeren Reihe befinden sich die Lehmhütten der Leute. Im inneren Kreis bewahren sie ihr teuerstes Gut auf, ihre Tiere. Damit die vor Angriffen von Löwen, Leoparden oder Geparden geschützt sind. Die Hütten sind recht klein, niedrig, primitiv und spärlich eingerichtet. Sie bestehen aus einem Holzgeflecht welches mit Tierdung abgedichtet wird. Die Masai halten Rinder, Ziegen und Schafe. Der Sohn des Stammesanführers kann recht gut englisch und erklärt uns alles. Ihm geben wir auch die zu erwartenden 30 US Dollar für die Schulausbildung der Masaikinder. Natürlich bieten die uns auch viele Souvenirs zum Kauf an.
Im weiteren Verlauf des Nachmittags während des "Game Drives" bekommen wir, wie gestern, wieder sehr viel Getier zu sehen. Am meisten beeiindruckt hat mich eine große Elefantenherde mit über 50 Tieren. Dabei geht immer die älteste Elefantenkuh voraus. Sie ist die Anführerin der Herde. Das älteste männliche Tier bildet mit weitem Abstand zur Herde den Schluß. Kurz vor Erreichen unseres Camps am Abend sehen wir noch zwei Leoparden in den Bäumen hängen. Damit wären für mich die Big Five abgehakt. Denn die anderen vier habe ich schon in Kenia gesehen. Es fehlte mir nur noch der Leopard.
Das Camp besteht aus einem großen Küchengebäude, einem genauso großen Aufenthaltsgebäude und den sanitären Anlagen. Die sind wie vieles in Afrika nicht im saubersten Zustand. Inmitten dieser drei Gebäude ist der Zeltplatz. Dort bauen wir unsere Zelte auf. Das ganze Areal ist NICHT eingezäunt, also weitläufig und offen. Unser Koch Ali bewirtet uns heute Abend mit Spaghetti Bolognaise und gekochtem Gemüse. Dazu wie immer, leckeres tropisches Obst. Außer uns sind noch 5-6 weitere Jeeps hier. Das ist weegen der Coronakrise relativ wenig. Im Normalfall sollten 3x mehr da sein. Am Abend sitzen dann alle Touries am Feuer und berichten vom Tagesgeschehen. Dabei hätten wir fast den Löwen übersehen, der nur etwa 50 Meter hinter uns das Camp gestreift hat! Gegen später schleicht auch noch ne Hyäne 10 meter hinter uns vorbei an die Küche ran um nach Essensresten zu suchen. Im Zelt sollte man keinesfalls offenes Essen rumliegen haben. Denn das zieht die wilden Tiere an. Auch muffelnde Schuhe gehören ins Zelt rein und nicht nach draußen.
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Sonntag, 08.11.2020 - Serengeti 2. Tag

Mit 14763 km2 ist die Serengeti der größte und wohl auch bekannteste Nationalpark Tansanias. Er liegt im Nordwesten des Landes am Victoriasee und grenzt im Norden an Kenia. Dort geht er über in den Masai Mara Nationalpark, den ich vor 17 Jahren schon mal besucht habe. Bekannt ist er für seine riesigen Gnuherden (über 1 Million Tiere), die jedes Jahr der Regenzeit folgen, von Kenia nach Tansania und wieder zurück wandern. Leider werden die Herden erst nächsten Monat, also im Dezember, wieder hier erwartet, sodaß uns dieses Schauspiel erspart bleibt. Aber auch sonst bietet er Raum für alle Raubkatzen, wie Löwen, Leoparden und Geparden. Die ernähren sich von Zebras, Giraffen, Büffeln, Gazellen und Impalas. Bekannt wurde Tansania in Deutschland vor allem durch Bernhard Grzimek und dessen Sohn Michael. Die beiden haben sich Zeit ihres Lebens für den Erhalt des Ecosystems der Serengeti eingesetzt. "Serengeti darf nicht sterben" lautet der Titel ihres Oscar preisgekrönten Filmes. Beide liegen begraben am Rand des Ngorongoro-Kraters. Deren Grabstein haben wir gestern passiert.
Um 7 Uhr stehen wir auf, um 8 Uhr gibt's Frühstück und um 9 Uhr startet der 2. Tag "Game Drive" in die Serengeti. Die Zelte bleiben stehen, denn heute übernachten wir nochmals hier. Wir fahren Richtung Osten, dorthin wo Tiger Großkatzen vermutet. Die Standardtour für 3 Nationalparks dauert 4 Tage und 3 Nächte. Wir aber haben uns entschiedenn, einen zusätzlichen Tag in der Serengeti zu verbringen. Und der ist heute und hat sich allemal gelohnt. Die Reiehfolge der Tiere, die wir gesehen haben, kann ich nicht mehr wiedergeben. Dabei waren jedoch hunderte Elefanten in großen Herden, Thompson-Gazellen, Zebras, Giraffen, sehr viele Lösen, zwei Leoparden, mehrere Geparden, Warzenschweine, Impalas, Störche, Wasserbüffel, Flusspferde, Wasservögel und viels andere, von denen ich die Namen nicht kenne. Jedenfalls der beste Safaritag bislang. Ali bekocht uns wie jeden Tag wieder erstklassig. Wildtierbesuche im Camp, wie gestern Nacht, hatten wir dies Nacht nicht zu verzeichnen. Doch wenn du mal raus must zur Toilette und hörst nur 100 Meter entfernt eine Löwen brüllen, überlegst du dir den Gang dorthin zweimal.
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Montag, 09.11.2020 - Serengeti 3. Tag

Heute stehen wir um 05:30 Uhr auf, nehmen ne schnelle Tasse Kaffee und gehen um 6 Uhr wieder auf Pirsch. Den ersten Sonnenaufgang während der Safaritour erleben wir heute gleich nach der Abfahrt aus dem Camp. Die Zelte und das Gepäck haben wir zurückgelassen. Darum kümmert sich Ali bis wir um 11 Uhr zurück sind. Auch heute früh bekommen wir viele Löwen, Hyänen, Geparden und Elefanten zu Gesicht. Bei der Rückkehr um 11 ins Camp hat Ali schon alles gepackt und vor allem das Brunch zubereitet. Um 12 Uhr starten wir dann die 4-stündige Fahrt aus der Serengeti heraus zum Ngorongoro Krater. Auf dessen Höhen schlagen wir die Zelte im "Simba Public Camp Site" wieder auf. Das Camp liegt auf 2400 m Höhe direkt am Kraterrand. Mit 15 Grad ist es entsprechend kühl in der Nacht. Dazu kommt der stundenlang andauernde leichte Nieselregen - hier kommt's mir so vor wie im November in Deutschland. Auch heute Nacht sind wie die vergangenen Nächte auch wieder unzählige Tierstimmen aus dem nahegelegenen Wald zu hören. Unter adnerem die von Hyänen.
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Dienstag, 10.11.2020 - Ngorongoro Krater

Der Durchmesser des Ngorongoro Kraters beträgt 19 km, die Grundfläche 264 km2 und die steilen Kraterränder ragen 400-600 Meter über den Kraterboden heraus. Auf dieser kleinen Fläche tummeln sich so ziemlich alle Tierarten Tansanias, Pflanzenfresser und Fleischfresser. Das Kraterinnere erweckt den Eindruck eines Jurassic Parcs. Den atemberaubenden Blick vom Aussichtspunt am Kraterrand haben wir bereits vorgestern genossen. Es gibt nur eine abschüssige Einfahrt in den Krater und eine steile Ausfahrt aus dem Krater. Die hohe Tierkonzentration bekommen wir gleich bei Ankunft im Kraterinneren zu sehen. Vor uns hat eine Löwin vor höchstens einer Stunde ein Gnu gerissen und reißt es grade mit ihren scharfen Zähnen auf. Ein paar Schakale haben schon Wind davon bekomen und warten in sicherer Entfernung auf ihren Teil der Beute. Auch den Hyänen ist deas nicht verborgen geblieben. Es scheint, als würden sich alle Artgenossen aus der gegend hier zu versammeln, um irgendwann die Beute der Löwin streitig zu machen. Nachdem diese sich den Bauch vollgeschlagen hat und nur noch faul neben dem Gnu liegt, fahren wir weiter, denn wir haben nur bis Mittag Zeit. Mit Außnahme von Leoparden und Geparden sehen wir hier so ziemlich alle Wildtiere der vergangenen Tage. Ein großer Wehrmutstropen des Vormittags ist, daß wir auch heute keines der wenigen hier noch lebenden Nashörner zu Gesicht bekommen. Damit bleiben von den Big Five nur Big Four. Aber wenigsten viel Flamingos konnten wir am See im Krater beobachten.
Wie gestern Mittag auch, so erwartet uns auch heute Ali am Camp mit zubereitetem Essen auf uns. Auch die Zelte hat er schon abgebaut. Und so beginnen wir um 13:30 Uhr mit der vierstündigen Rückfahrt nach Arusha. Wieder im Mozzola Safari Backpacker angekommen warten schon ein Franzose mit seiner tailändischen Frau. Die sind gestern von ihrer 9-tägigen Safari zurückgekommen und fliegen morgen Abend wieder nach Hause.
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Mittwoch, 11.11.2020 - Masai Markt in Arusha

Vermutlich habe ich gestern etwas Schlechtes gegessen. Denn spätestens nach der Kartoffel-Bananen-Suppe zum Frühstück ist mir speihübel. Trotzdem gehe ich mit den Franzosen Bernard und Kanlaya sowie Janine zum Masai Markt in die Stadtmitte. Innocent fährt uns mit seinem Pickup rein. Dort kann man echt tolle afrikanische Bilder und Souvenirs kaufen. Für die Franzosen ist das ok, die fliegen heute Nacht zurück, ich müsste das alles noch drei Wocen mit mir herumschleppen - also heute keine Souvenirs. Ich solle die beiden unbedingt mal in Saintes bei La Rochelle besuchen kommen, sagen die mir beim Abschied. Ich werd' versuchen mit dem Motorrad aufzukreuzen, sage ich. Und nach einem "au revoir et bonne journee" sind sie auch schon weg Richtung Kilimandscharo Airport. Und ich haue mich 12 Stunden in die Falle um meine Magenverstimmung auszukurieren.
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Donnerstag, 12.11.2020 - Weiter nach Moshi

Nach unzähligen Toilettengängen heute Nacht, schaffe ich es tatsächlich, um 7 Uhr wegzukommen. Der Darmi ist (hoffentlich) leer und ich reisefähig. Leider ist Janine kurz vor mir schon aufgebrochen. Ich konnte mich also nicht von ihr verabschieden. Vielleicht treffe ich sie ja in Moshi wieder, meinem nächsten Ziel. Innocent ruft mir ein Motorradtaxi, ich bedanke mich tausendmal bei ihm für die grandiose Gastfreundschaft und schon bin ich weg. Der bus für die zwei Stunden Fahrt nach Moshi kostet nur 7000 Tansania Shilling, also ca. 3,50 Euro. Ich setze mich bewusst auf die linke Fensterseite und habe das Glück, daß ich, wenn auch nur kurz, endlich mal den Gipfel des Kilimandscharo zu Gesicht bekomme. In Moshi angekommen, spare ich mir ein Taxi, denn vom Busbahnhof zum "We Travel" Hostel sind es nur 600 Meter - das geht zu Fuss. Etwas schwer zu finden war das Hostel dann doch da es in Maps.Me mit einem benachbarten Hostel verkehrt eingetragen war. Diese Bleibe hat mir Innocent empfohlen. Mit 12 Dollar die Nacht ist sie recht günstig, sehr sauber und bietet ein gute Frühstück.
Moshi befindet sich am südlichen Fuss des 5896 Meter hohen Mount Kilimandscharo und hinterlässt einen für afrikanische Verhältnisse sehr sauberen Eindruck. Fast alle Touristen kommen hierher, um den Gipfel Afrikas zu besteigen - ich nicht! Ich will den nur gerne mal aus der Nähe sehen, was in der kurzen Regenzeit im November/Dezember schwierig ist.
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Freitag, 13.11.2020 - am Fuße des Kilimandscharo

Freitag, der. 13. - dieser abegläubische Tag fängt gut an für mich. Denn meinem Magen geht es wieder besser und das Frühstück schmeckt auch wieder. Da sollte heute Abend ein kühles Bier hoffentlich auch munden. Mein erster Abstecher gleich nach Verlassen des Hotels ist die Kilimandscharo Apotheke. Ich muß meinen Imodium Vorrat wieder anlegen. Medikamente sind hier günstiger als zu Hause. Da ich den Berg der Berge Afrikas noch nicht in voller Pracht gesehen habe, will ich ihm wenigstens ein Stück näher kommen und mit einem Dala-Dala ins Bergdorf Materuni fahren. Auch heute, wie vorige Woche in Pangani auch, werden die Dala-Dala Minibusse bis zum Anschlag mit Menschen vollgepfercht. Bei der Abfahrt habe ich dann 26 Personen gezählt. Noch mehr reingehen nur, wenn man sie vorher durch den Fleischwolf dreht. Hat da nur einer Corona, dann haben es alle! Die Fahrt führt aus der Stadt Moshi heraus immer Richtung Nordenj den Hang des Kilimandscharo steil hinauf. Gleich am Ende der Stadt geht die befestigte Straße in eine Dreckpiste über. Ich frage mich, wie das in der Regenzeit wohl funktioniert, wenn Sturzbäche entgegenkommen. Die 20 km Holperfahrt dauert dann doch fast eine Stunde, kostet dafür nur 80 Cent. Hier oben im Bergregenwald Materunis ist es angenehm kühl. Eigentlich wollte ich schon noch die paar Kilometer weiter laufen zu dem wohl sehr schönen Wasserfall hier. Aber fast 10 Euro Eintrittsgebühr nur um einen Wasserfall zu sehen, ist es mir nicht wert. Von dem Geld könnte ein Afrikaner fast eine Woche leben. Aslo schaue ich mir die Kaffeeplantagen an, die die Einheimischen hier bewirtschaften. Die erklären mir den Anbau, die Ernte, die Weiterverarbeitung und die Röstung des Africafes. Und natürlich darf zum Schluss ne gute Tasse desselben nicht fehlen. Würde ich morgen zurückfliegen, hätte ich ir das Gepäck damit befüllt.
In der Sardienenbüchse (Dala-Dala) geht's dann wieder zurück nach Moshi. Am Office der Dar-Express Busstation kaufe ich mir noch eine Fahrkarte für morgen früh um 7 Uhr zurück nach Daressalam. Anschließend fahre ich noch mit dem Motorradtaxi raus aus der Stadt zum Memorial Mitumba Markt, einem Freiluftmarkt so groß wie 6 Fussballfelder. Von Klamotten über Haushaltswaren bekommt man hier alles. Auch ausrangierte Bergstiefel von Bezwingern (oder Fastbezwingern) des Kilimandscharo.
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Samstag, 14.11.2020 - zurück nach Daressalam

Die junge Rezeptionistin des "We Travel" Hostels konnte ich gestern Abend noch überreden, mir heute ausnahmsweise das Frühstück schon um 6 Uhr zu servieren. Denn um 7:15 Uhr fährt der Dar Express los. Bis zur Bushaltestelle ist es fast einen Kilometer, den wollte ich mit allem Gepäck nicht unbedingt laufen. Aber wie es halt so mit den (Motorrad-)Taxis hier so ist: den ganzen Tag stehen die an jeder Straßenecke und quatschen dich an, ob du nen Transport brauchst, obwohl du nur gemütlich spazieren gehst. Und heute früh, als ich wirklich mal einen der Jungs brauchen könnte, ist keiner aufzufinden. Also laufe ich halt den Kilometer zu Fuss und komme gehörig ins Schwitzen, was ich tunlichst vermeiden wollte. Den Bus bekomme ich jedoch trotzdem.
Schon wenige Kilometer hinter Moshi hält der Bus plötzlich an und etwa 1/3 der Fahrgäste mpüssen aussteigen und werden in Minibusse verfrachtet. Der Grund ist eine voruasliegende Fahrzeugwaage, auf der der Dar Express gewogen wird. Offensichtlich ist der mit all den Fahrgästen und dem Gepäck viel zu schwer - d. h. wir müssen vor der Waage Ballast abwerfen. Deshalb das temporäre verladen in die Minibusse. Kurz nach dem Wiegen steigen die anderen dann wieder ein und die Fahrt geht weiter. Die 550 km lange Fahrt dauert trotz Expressbus und nur wenigen, kurzen Stops doch 10 Stunden. Damit bekomme ich die letzte Fähre heute um 16:00 Uhr nach Sansibar nicht mehr. Morgen früh um sieben fährt die nächste. 10 km vor dem Busbahnhof lasse ich mich absetzen und nehme ein Motorradtaxi zum New Kivulini Guesthouse. Das liegt nicht weit vom Coco Beach entfernt, nur etwa 10 Minuten mit dem Zweiradtaxi. Am coco Beach hat es mir vor zwei Wochen schon gut gefallen. Einfach an der Strandbar sitzen und ein kühles Bier trinken. Auf dieser Seite Afrikas kann man leider nur Sonnenaufgänge und keine -Untergänge sehen.
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Sonntag, 15.11.2020 - Ein Traum wird wahr: Sansibar

Trotz oder gerade wegen der paar Serengeti Light gestern Abend schaffe ich den Sprung aus dem Bett um sechs in der Früh. Mein Gastgeber fährt mich mit seinem Auto zum Fähranleger. Die erste Fähre legt um sieben Uhr ab. Die superschnellen, modernen Katamarane schaffen die 80 km in anderthalb Stunden. Dort angekommen bin ich erstmal überrascht, denn hier ist eine weitere Immigration notwendig, d. h. ich bekomme nochmals einen Stempel in den Pass. Das Visum kostet jedoch nichts. Außerdem wird Fieber gemessen mittels einer Pistole. Am Ausgang des Fähranlegers das gewohnte Bild: viele Schlepper wollen mir einen Transport aufschwatzen, den ich nicht brauche. Denn die Altstadt "Stone Town" mit allen Unterkünften beginnt gleich hier. Nach dem 3. Anlauf ein Hotel zu finden, bin ich letztendlich im "Bottom Up" gestrandet. Das liegt ziemlich zentral und hat ne tolle Dachterasse mit Rundblick auf die Altstadt und das Meer.
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Montag, 16.11.2020 - Stone Town

Sansibar hat eine über 2000 Jahre alte Geschichte. Die Perser fuhren wohl als erste Ostafrika hinunter und besiedelten Sansibar schon im 8. Jahrhundert. Später waren es die Araber, die dort einn Handelszentrum errichteten. Es wurden aber nicht nur Waren bsi nach Indien von hier umgesetzt, sondern der Sklavenmarkt hat die Stadt ebenso geprägt. Der Sultan von Oman verlegte sogar temporär seinen Hauptwohnsitz dorthin. Dies spiegelt sich bis heute wider in der indo-arabische Architektur der alten Kaufmannshäuser der Hauptstadt Stone Town. Sie ist quasi die Seele der Insel. Wenn man durch die engen Gassen der jahrhundert alten 3-5 stöckigen Häuser geht, fühlt man sich schon in der Zeit zurückiversetzt. Nur, daß die Kaufmänner von damals in Souvenirhändler heute mutiert sind. Es ist unbedingt ratsam, sein Handy mit Navigationssystem dabei zu haben, wenigstens am ersten Tag. Sonst kann es passieren, daß man den Weg aus der Altstadt oder zum Hotel nicht mehr findet. In solch einem Fall muß man halt ein Motorradtaxi nehmen. Man sollte sich schon mal einen Tag Zeit nehmen und einfach ziellos die Alststadt erkunden.
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Dienstag, 17.11.2020 - Weiter nach Nungwi

Zwei Tage Stone Town sind genug. Ab heute ist Strandurlaub angesagt. Der wohl bekannteste Strand liegt ganz im Norden der Insel, in Nungwi. Dorthin kommt man - natürlich mit dem Dala-Dala. Für 2000 Shilling in zwei Stunden. Im "Kilimani House" habe ich gestern Abend noch ein Zimmer für die erste Nacht gebucht. Das ist aber leider so weit weg vom Strand, daß man den kaum zu Fuß erreichen kann. Also suche ich mir mit dem "Nungwi House" eine Bleibe ganz in der Nähe des Meeres. In den Pauschalhotels hier treffe ich auch die hunderten von Russen wieder, die mit mir im Flieger von Doha nach Daressalam saßen.
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Mittwoch, 18.11.2020 - "Manchester mini Grocery"

Nach einem geruhsamen Tag am Strand treffe ich heute Abend das französische Pärchen Anna und Thomas wieder, sowie den Engländer Gery aus Manchester. Die drei waren auch im Kilimani House zu Gast wie ich. Eigentlich wollten wir nur gemütlich etwas trinken gehen, sind aber dann doch in einem kleinen Liquorshop "versackt", die es hier zuhauf gibt. Es ist Gerys favorisierter Shop, denn der nennt sich "Manchester mini Grocery", ist etwa 12 m2 groß und bietet so ziemlich alles an alkoholischen Getränken. Diese kleinen Shops dürfen nicht nur Getränke verkaufen, sondern man kann die auch vor Ort konsumieren. Draußenn vor der Türe stehen immer ein paar Plastikstühle und Tische herum. Gegen später gesellen sich auch noch ein paar (Weiß-)Russen dazu, sodaß im kleinen Laden eine große Pary steigt. Die laute Musik aus den überdimensional großen Boxen tut ihr übriges dazu. Um 02:30 Uhr habe ich dann endlich den Absprung wohl noch rechtzeitig geschafft. Keine Ahnung wie lange die Party noch weiterlief ...
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Donnerstag, 19.11.2020 - The Day After "Manchester mini Grocery"

Daß es einen kleinen Hangover heute geben würde, das war gestern Nacht schon klar. Das wirklich sehr gute Frühstück im Nungwie House hilft ein großes Stück darüber hinweg.
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Freitag, 20.11.2020 - Ruhetag am Meer

Siesta!
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Samstag, 21.11.2020 - Weiter nach Paje

In Nungwi habe ich erstmal genug gesehen und erlebz. Heute will ich an einen anderen Strandort in Sansibar - nach Paje. Das liegt an der Südostküste der Insel. Hin kommt man mit dem Dala-Dala. Allerdings muß man 2x umsteigen. Zunächst am Dala-Dala Terminal in Stone Town und dann nochmals etwas außerhalb der Stadt, an der Kwarakwao Haltestelle. Die Fahrt dauert 2x 2 Stunden. Am frühen Nachmittag komme ich dann in Paje an und finde mit dem "Summer Beach Paje" eine tolle Unterkunft direkt am Meer. Für 20 Dollar die Nacht incl. Frühstück eine Bambushütte, 30 Meter vom Strand entfernt.
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