Indonesien 2013

01.11.2013 - Langwierige Anreise nach KL

Da auf die Deutsche Bahn nicht immer Verlass ist nehme ich gleich morgens um sechs den ersten Zug nach Stuttgart und von dort weiter nach München. Die erste Etappe nach Indonesien erfolgt diesmal mit Egyptair. Der Flugpreis war mit gut 600 Euro zwar unschlagbar günstig, aber man muss dafür eine etwas stressige Anreise über sich ergehen lassen: Erster Flug mit ner kleinen 737 nach Kairo, dort 5 Stunden Aufenthalt; danach mit ner 777 über Bangkok (nochmal 2 Stunden Aufenthalt) weiter nach Kuala Lumpur der Hauptstadt von Malaysia. Das Essen der Egyptair schmeckt zwar ganz gut, was aber nicht schmeckt ist die Tatsache, dass mein Rückflug schon zum 3. Mal verschoben wurde. Bin mal gespannt wie das ausgeht mit der Rückreise in eine paar Wochen. Darüber mach ich mir aber heute noch keine Gedanken.

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02.11.2013 - Ankunft in Kuala Lumpur

Nach 20 Stunden Anreisezeit bin ich echt platt und sehne mich nach einem richtigen Bett. Doch dazu muss man erst mal durch die Immigration. Ne Immigration Card hab ich hier vergeblich gesucht, denn die gibt es nicht, sprich man braucht keine! Man geht einfach an den Schalter, die scannen den Pass ein, hauen einen Stempel rein und gut isses! Na das ging ja mal flott. Keine Formulare ausfüllen, keine Gebühren - so stell ich mir Kundefreundlichkeit vor. Da können sich alle anderen Länder eine Scheibe davon abschneiden. Vom Flughafen kommt man am schnellsten mit dem Express Rail Link für 35 Ringit (ca. 9 Euro) in die Innenstadt. Dann noch eine S-Bahn Station weiter bis Pasar Seni. Und dort um die Ecke ist dann auch schon mein vorher gebuchtes "Explorers Guesthouse". The Explorers Guesthouse . Habe ich vor 2 Wochen über hostelworld.com gebucht - UND: die Buchung hat funktioniert, d.h. die warten schon auf mich. Das Explorers liegt sehr zentral gelegen mitten in der quirligen Chinatown von KL. Der erste Eindruck bestätigt die Meinungen aus dem Internet: Alles tip-top sauber und auch sehr sicher. Raus kommt man immer, rein nur über Klingeln wenn die Rezeption den Türöffner betätigt. Bin für nur 8 Euro die Nacht in einem Dormitory untergekommen; auch dafür bekommt man nen Schlüssel und wird angehalten das Zimmer IMMER von Innen und Aussen abzuschliessen. Das Frühstück ist auch noch im Preis inbegriffen. Dazu freien Tee, Kaffeee und Internet 7x24 Stunden! Was will man mehr?

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03.11.2013 - Kuala Lumpur

Nachdem ich jetzt schon zum vierten Mal in KL bin und fast alles gesehen habe erspare ich mir das Sightseeing und nutze den Aufenthalt mich zu aklimatisieren. Habe nachmittags auf dem Central Market die Bekanntschaft von zwei jungen (moslemischen!) Mädels gemacht und mich mit denen längere Zeit unterhalten. Die haben mir viel Interessantes über den Islam erzählt. Der ist in Malaysia Staatsreligion. Ich wusste z.B. noch nicht, dass eine Frau nach der Hochzeit ähnlich wie meist bei uns den Namen des Mannes annimmt, ABER: Nachdem sie gestorben ist wieder den Namen ihrer Mutter. Denn die Mutter hat im Islam wohl eine sehr viel grössere Bedeutung. Mit dem Kopftuchtragen können die Frauen hier das so halten wie sie wollen. Manche tragen eines, manche nicht. Mit der Burka sind die wenigsten unterwegs. Eine der beiden studiert "Foreign Arts". Die hat doch glatt behauptet ich sehe aus wie Picasso! - Aber der ist längst tot. Viel lieber wäre mir ich könnte malen wie er, und sähe nicht bloss so aus!
Dass hier noch Regenzeit ist macht sich jeden Spätnachmittag gegen sechs Uhr bemerkbar. Da schüttet es nur so aus Kübeln herunter und die Strassen werden überschwemmt. Zwei Stunden später ist der Spuk dann auch schon vorbei und alles drängt wieder nach draussen auf die Strassen, denn jetzt ist die Luftfeuchtigkeit leichter zu ertragen als tagsüber. Am nächsten morgen ist es dann wieder "furztrocken" als hätte es schon wochenlang nicht mehr geregnet.

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04.11.2013 - Mit Air Asia von KL nach Bali

Zwei Tage in KL sind genug. Die besten Verbindungen von hier nach Indonesien gehen nach Bali. Air Asia fliegt die Strecke vier mal täglich. Habe schon vor Wochen den Nachmittagsflug um 16:20 Uhr gebucht. Bei rechtzeitigem Resevieren kostet der 3-stündige Flug grade mal 65 Euro. Grade noch rechtzeitig hat man mir am Hauptbahnhof mitgeteilt, dass Air Asia nich vom internationalen (Haupt-)Flughafen KLAI wegfliegt sondern vom Flughafen KLCC, den gibts nämlich auch noch. Der liegt etwas weiter südlich gleich neben der Formel 1 Rennstrecke von Sepang und ist die Drehscheibe von Air Asia. Trotz der längeren Anfahrt bin ich grade noch rechtzeitig dran um den Flieger zu bekommen. Auch die vorherige Hotelbuchung über booking.com hat gut geklappt. Das Bunut Garden liegt im Süden Kutas in der Nähe des Flughafens. Im Vergleich zu Malaysia muss man bei den Indonesiern 25 US Doller bei der Einreise abdrücken und gleich 3 Formulare ausfüllen: Immigration Card, Disembarcation Card und noch nen Wisch für den Zoll - lästig! Warum können nicht alle es so einfach halten wie die Malayen.
Normalerweise wird man ärmer wenn man vom Geldautomaten zurückkommt. Hier jedoch ist das anders. Bei einem Umrechnungskurs von 1 Euro zu fast 16000 Rupiah wird man schon bei 70 abgehobenen Euro zum Millionär, ohne dabei wirklich reich zu sein.

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05.11.2013 - Kuta

Hier in Kuta hat sich nicht viel geändert seit meinem letzten Besuch vor acht Jahren. Es ist immer noch das Mallorca der Australier. Massenweise Hotels, Kaufhäuser, Läden, Kneipen, Bars und Discos - soweit das Auge reicht. Und mittendrin die Gedenkstätte des Bombenanschlags von 2002 als 202 Menschen ums Leben kamen als islamische Fundamentalisten einen Tanzschuppen in die Luft jagten. Ich glaube nicht, dass ich hier länger als die drei gebuchten Tage bleiben werde. Wollte gleich heute Vormittag zum Pelni Office, der indonesischen Schifffahrtsgesellschaft die sämtliche grösseren Inseln verbindet. Hat mich ne Stunde schweisstreibendes Suchen gekostet bis ichs endlich nach mehrfachem Fragen gefunden habe. Und - was war? Natürlich war es geschlossen! Hat erst morgen wieder auf! TOLL ! Ich frage nen einheimischen Passenten ob heute vielleicht Feiertag ist weil geschlossen ist. "In Bali ist immer Feiertag" so die Antwort. Gut wenn mans weiss. Aber morgen soll das Office wohl offen sein. Na ja, jetzt weiss ich wenigstens wo es ist.
In Kuta trifft sich derzeit die "Jugend der Welt" gegen Mitternacht im Sky Garden. Das ist ein fünfstöckiges Gebäude. In jedem Stockwerk befinden sich Kneipen und auf dem Dach ne Disco und eine Open-Air Bar von welcher man ne schöne Aussicht auf die Stadt hat - kein schlechtes Ambiente.

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06.11.2013 - Ruhetag ...

... mit Strandgang.
Das Pelni Büro ist heute tatsächlich offen und keine Wartezeiten am Ticketschalter. Am kommenden Samstag fährt die nächste Fähre hier ab Richtung Osten. Kaufe mir gleich einen Fahrschein für die 1,5 tägige Fahrt nach Labuan Bajo auf der Insel Flores. Das ist das Sprungbrett zu den Inseln Komodo und Rinca. Dorthin wollte ich schon immer mal, leben ja dort noch die einzigen noch lebenden Nachfahren der Dinosaurier, die Komodo Varane.

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07.11.2013 - Fahrt nach Ubud

Habe heute meine drei Tage in Kuta abgesessen. Drei Tage Trubel und Nachtleben kann man schon mal mitmachen. Aber dann reichts auch wieder für ne Weile. Fahre deshalb mit nem Minibus am Vormittag nach Zentral-Bali, genauer gesagt nach Ubud. Das Städtchen Ubud ist das Zentrum der Kunst von Bali. Es ist umgeben von vielen kleineren Dörfern und Reisterassen. Handwerkskunst (Holzschnitzereien), Malereien, Tänze und Gamelan-Musik wird hier grossgeschrieben. Dementsprechend viele Modegeschäfte, Ateliers und Souvenirläden gibts hier. Trotz des grösser gewordenen Verkehers seit meinem letzten Besuch vor vielen Jahren hat sich am Flair nichts geändert. Touristen gibts natärlich massenweise hier. Die kommenn auch zu Tagesauflügen von den Stränden im Süden hierher. Abgestiegen bin ich im Canderi Homestay direkt im Zentrum neben dem Markt. Benannt ist das Guesthouse nach Ibu Canderi, die bereits in den 70er Jahren diese Unterkunft vor allem für Rucksacktouristen aufgebaut hat. Selbst arbeitet die rüstige Rentnerin natürlich nicht mehr mit, aber als ich eintrete begrüsst sie mich sogar auf Deutsch! Das Canderi hat im Innern sogar eine kleinen balinesischen Tempel. Die ganze Anlage ist im balinesischen Stil gebaut und die Zimmer sind riesengross. Das Schlafzimmer ist so gross wie mein Wohnzimmer zuhause und das Bad grösser als meine Küche. Da kann man sich fast drin verlaufen. Kostet mit Frühstück grade mal 10 Euro. Auch ne sehr gute Massagepraxis hat das Canderi zu bieten. Habe mir gleich mal ne einstündige Nacken- und Rückenmassage verpassen lassen. Die kostet hier weniger als 5 Euro.
Den Nachmittag verbringe ich damit, die Stadt näher anzusehen und besuche auch den nahegelegenen Monkey Forest (Affenwald). Darin leben etwa 300 Makaken. Man sollte vorher jedoch alle losen Dinge wie Brille oder Mütze wegpacken und auch die Kamera immer fest in der Hand halten. Sonst kann es passieren dass es einem die Affen wegnehmen und damit verschwinden.

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08.11.2013 - In Ubud, um Ubud und um Ubud herum

So lautet das Motto für den heutigen Tag. Miete mir gleich am Morgen ein Mountanbike akzeptabler Qualität und fahre die Gegend um Ubud ab. Hätte auch ein Moped mieten können, brauche aber dringend mal wieder etwas Bewegung. Abseits der Ortschaften kann man teils sehr schöne, mühevoll angelegte Reisterassen bewundern. Die klimatischen Bedingenungen lassen hier bis zu drei Reisernten pro Jahr zu. Mir kommts so vor, als wie wenn hier jedes Haus einen eigen Tempel hat oder besser gesagt jeder Tempel hier bewohnt ist, so viele gibts davon. nach vier Stunden ist mir jedoch die Lust am Radeln vergangen. Denn erstens ist es glühend heiss (weit über 30 Grad, im Schatten wohlgemerkt) und zweitens geht es wenn man inseleinwärds fährt stetig aber immer steiler bergan wegen der Vulkane. Vielleicht hätte ich als Biker doch besser ein Moped gemietet.
Am Spätnachmittag heisst es dann auch schon wieder Abschied nehmen von Ibu Canderi und ihrem wirlich liebenswerten Personal. Wäre gerne noch ein paar Tage geblieben aber meine Fähre legt morgen früh um neun ab und die will ich auf keinen Fall verpassen, kommt die ja erst in 2-3 Wochenn wieder vorbei. Kann die Nacht leider nicht in Ubud bleiben da es zu weit bis zum Hafen ist. Deshalb fahre ich mit nem Sammeltaxi an den Badeort Sanur. Der ist gleich neben der Fähranlegestelle in Benoa. Abgestiegen bin ich dort in Kekes Homestay. Wieder so ne Empfehlung aus dem Reiseführer die ich unbedingt weitergeben muss. Die Zimmer sind die neuesten und saubersten die ich je in Indonesien hatte. 4 Sterne würde ich dafür vergeben - zu haben sind sie für 12,50 Euro die Nacht.

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09.11.2013 - Pelni

Heute ist früh aufstehen angesagt. Um sieben soll ich am Hafen auf der Pelni Fähre einchecken und um neun ist dann Abfahrt. Im Nachhinein hat sich gezeigt dass man auch noch ne halbe Stunde vor Abfahrt auf das Schiff kommt. Das ist noch relativ leer, was sich Laufe der Reise jedoch ändern sollte. Habe die günstigste Kategorie gebucht, Economy. Kabinen gibts in der Klasse keine. Da sucht man sich selbst einen Schlafplatz in einem der niedrigen, klimatisierten Säle mit Matrazenlagern unter Deck. Hunderte von Schlafplätzen. Insgesamt fasst das Fährschiff knapp 1000 Personen. Schon beim Belegen der Matraze läuft mir die erste Wanze über den Weg. Sieht nach einer ungemütlichen Nacht aus. Mein abgesperrtes Gepäck habe ich gleich mit ner Kette am Bett festgeschlossen damit nichts abhanden kommt. Die sanitären Anlagen in der Economy Klasse sind wie erwartet katastrophal; auf das Duschen in den versifften Kabinen kann ich auch mal 2 Tage verzichten, auf die WCs natürlich nicht. Der sauberste Raum auf dem Schifff dürfte wohl der muslimische Gebetsraum sein. Davor sind sogar saubere Waschplätze zur Fussreinigung angebracht. Die kann ich als Ungläubiger natürlich nicht in Anspruch nehmen. Bei der Religion wird halt doch nicht gespart.
Mit nur 12 Minuten Verspätung legt der kahn dann auch ab. Der heisst übrigens "Tilongkabila" was hoffentlich soviel bedeutet wie "unsinkbar" und nicht Titanic auf indonesisch. Immerhin sind alle 28 Passagierschifffe der staatlichen Schifffahrtsgesellschaft Pelni in der deutschen MAYER Werft in Bremerhafen gabaut worden. Und da sollte wohl das Prädikat "unsinkbar" fest mit eingebaut worden sein. Ausser Economy gibts auch noch die 2. Klasse und die 1. Klasse. Das sind dann Unterkünfte in 4- bzw. 2-Bett Kabinen. Die sind jedoch so teuer dass man auch um den gleichen Preis fliegen kann. Also nur etwas für Leute mit Flugangst. Pelni unterhält ein dichtes Streckennetz in ganz Indonesien und fährt 80 Häfen zwischen Sumatra und Papua Neuguinea an.
Nach sechs Stunden Fahrt dann der erste halt in Lembar auf der Nachbarinsel Lombok. Hier warten schon Hunderte mehr auf das Anlegen der Fähre. Kaum ist das Gate offen geht der Run auf das Schiff schon los. Jeder will der erste sein um sich einen guten Platz unter Deck zu sichern. Dazu kommt noch viel Gepäck, Lebensmittelnachschub und viele fliegenden Händler die das Chaos an Bord perfekt machen. Grade in der Zeit zwischen Anlegen und Ablegen sollte man ein besonderes Augenmerk auf sein Gepäck haben. Da kann es schon mal sein, dass einer der Träger sich an lose herumliegenden Dingen vergreift. Spätestens jedoch nach Ablegen der Tilongkabila beruhigt sich die Lage wieder. Auf See ists halt doch ruhiger als an Land. Ausser mir habe ich nur eine Handvoll Ausländer gesehen. Die fliegen halt doch lieber als sich einer tagelangen, anstrengenden Fährfahrt zu unterziehen. Zwei Betten neben mir hat ein Franzose seinn Lager bezogen. Mit dem komme ich schnell ins Gespräch. Der tourt schon zwei Jahre um die Welt. Später machen wir an Deck noch die Bekanntschaft von ein paar jungen Indonesiern. Mit denen sitzen wir im Open Air Bordrestaurant, das aus einem kleinen Kiosk und ein paar Tischen mit Bänken besteht. Die Einheimischen bringen uns ein paar Brocken ihrer Sprache bei. Der Fernseher läuft wie überall in Asien Tag und Nacht, das Programm ist langweilig. Für etwas mehr Aufsehen sorgt da schon ne Ratte die auf der Glotze herumturnt. Alkohol gibts auf muslimischen Schiffen natürlich keinen - wie schade! Ein oder zwei Biere vor der denkwürdigen Nacht hätten bestimmt nicht geschadet. Der Abend endet aber trotzdem recht lustig als die einheimischen Mädels später noch Karaoke singen. Sogar Peter Maffay hat es mit seinem Song "Du" bis ins indonesische Karaoke-Buch geschaftt - alle Achtung, Peter!

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10.11.2013 - 2. Tag auf dem Passagierschiff

Wie gestern schon befürchtet war die Nacht im Massenmatrazenlager unruhig. Trotz oder gerade wegen der nur mässig funktionierenden Klimaanlage ist es ziemlich heiss und stickig unter Deck. Wanzen oder Kakerlaken haben mir nicht viel zugesetzt. Habe nur 3 Stiche gezählt. Viel penetranter sind die vielen agressiven Mücken hier. Die lassen dich nicht einschlafen. Dazu kommt noch, dass das Licht nie ausgeschaltet wird. Ist vielleicht auch besser so wegen der Klauerei. Irgendwann hab ichs dann doch geschafft einzupennen. Die Nacht ist jedoch sehr kurz. Frühmorgens steh ich plötzlich senkrecht im Bett. Schuld daran ist das laute Krähen eines Hahnes nicht weit entfernt. Da hat doch glatt einer einen Gockel im Handgepäck! Schlimmer noch: Vom anderen Ende des Schiffes hört man einen zweiten Krähen. Und natürlich krähen die dann um die Wette. Das Frühstück ist wie alle Mahlzeiten natürlich im Preis inbegriffen. Heute gibt es zur Abwechslung mal - REIS - so wie auch zu Mittag oder zu Abend. Mit etwas Glück erwischt man auch ein Stück Huhn oder Ei dazu. Will man mehr Beilagen (was zu empfehlen ist) kostet es etwa 70 Cent Aufpreis. Eine Investition die sich lohnt, denn nur von Reis allein lebt der Mensch nichtmal in Indonesien. Pünktlich morgens um neuen dann der nächste Halt am Hafen in Bima auf der Insel Sumbawa. Hier bietet sich dasselbe Schauspiel wie tags zuvor in Lombok. Wieder warten hunderte von Reisenden oder auch nur Schaulustigen vor dem verschlossenen Tor. Ich glaube die ganze Stadt ist hier um der Tilongkabila die Ehre zu erweisen. Denn die kommt nur alle 2-3 Wochen hier vorbei. Vor der ungeduldig wartenden Menschenmenge dürfen die fliegenden Händler und die Träger wieder zuerst an Bord - ACHTUNG: GEPÄCK FESTHALTEN !!! Danach wieder der Run auf das Schiff, nur sinds diesmal wesentlich mehr Leute als auf Lombok. Die machen sich jetzt überall breit auf dem Kahn. Auf dem Deck, unter dem Deck, in den Gängen, halt überall wo noch keiner rumliegt. Langsam wirds wirklich voll hier, man kann kaum noch gehen ohne über jemanden zu stolpern. Sogar der Bundestrainer ist mir begegnet (Indonesier mit gleichnamiger Aufschrift auf dem T-Shirt). Mann bin ich froh wenn die Fahrt ein Ende hat.
Habe hier an Bord auch die Bekanntschaft eines älteren Schweizer Ehepaars gemacht. Die reisen natürlich 1. Klasse. Mit ihm bin ich dann über die 1. Klasse bis auf die Brücke des Schiffs gekommen. Wollte mir das mal näher ansehen. Der Kapitän war nicht dort anzutreffen. Der kommt nur zum Ein- und Auslaufen des Hafens. Aber der 3. Offizier hat uns herumgeführt und eine kleine Einweisung in Navigation gegeben. Abends um acht ist es dann e n d l i c h soweit: Wir kommen in Labuan Bajo auf der Insel Flores an. Nichts wie raus aus dem Kahn. Draussen wartet schon wieder die ganze Stadt auf das Einlaufen der Fähre. Mit meinem französichen "Leidensgenossen" Domian laufen wir in die Stadt rein und mieten uns gleich im Bajo Hotel ein. Das scheint vom Preis- Leistungsverhältnis noch das guenstigste zu sein. Anschliessend nix wie unter die Dusche und den Schweiss der vergangenen Tage abwaschen. Danach raus auf die gegenüberliegende Strassenseite in den Tante-Emma Laden und ein grosses Bintang Bier reinziehen.

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11.11.2013 - Ruhetag in Labuan Bajo

Nach zwei anstrengenden Tagen auf See ist heute ein Ruhetag eingeplant. Hier ist es fast unererträglich heiss. Und die sehr hohe Luftfeuchtigkeit sorgt zusätzlich dafür, dass man praktisch ständig schwitzt, unabhängig davon, ob man sich bewegt oder nicht. Labuan Bajo ist die westlichste Stadt der Insel FLores. Die Insel wurde 1544 von den Portugiesen entdeckt und "Cabo des Flores", Kap der Blumen, getauft. Den Namen hat die Blumeninsel bis heute behalten, obwohl hier auch nicht mehr Blumen wachsen als anderswo. Die Insel wurde von den Portugiesen und später von den Holländern missioniert, sodass der weitaus grösste Bevölkerungsanteil hier römisch katholisch ist.
Habe mich zusammen mit dem Fronzosen Deniam im Hotel Bajo eingemietet. Der ist aus demselben Grund hier wie ich: Der Komodo Nationalpark mit den gleichnamigen Waranen. Und Labuan Bajo ist das Sprungbrett zum Nationalpark. Nach Abchecken der meisten Touranbieter haben wir eine 2-Tagestour für morgen früh gebucht. Mit dabei wird noch eine 4-köpfige polnische Familie aus Stettin sein. Die reisen auch durch halb Indonesien mit ihren beiden vier und acht Jahren alten Jungs.
Der Tourismus hält sich hier vor allem jetzt in der Nebensaison noch sehr in Grenzen. Den Abend verbringt man hier am Besten im Paradise Bar & Restaurant bei Life-Musik, etwas höher am Hang gelegen. Von hier aus hat man ne tolle Sicht auf die Bucht und den Hafen.

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12.11.2013 - Auf der Dracheninsel Rinca

Morgens um neun nnoch schnell Maske, Schnorchel und Flossen ausleihen und dann gehts auch schon los. Die nächsten zwei Tage werden wir meist auf dem Schiff verbringen, sofern der alte Fischkutter den Namen überhaupt verdient hat. Einen hochseetüchtigen Eindruck hinterlässt der nicht grade. Aber immerhin ist der aus Holz und das schwimmt ja bekanntlich. Der Captain ist ein alter, weisser Mann, der eine Bootsjunge taubstumm und der andere spricht auch kein englisch - wenn das mal gut geht. Aber der Taubstumme ist sehr freundlich und hilfsbereit. Der Alte spricht leider auch kein englisch.
Der Komodo Nationalpark besteht aus den beiden grösseren Inseln Rinca und Komodo sowie etwa 100 weiteren, kleineren Inseln und liegt in der Inselgruppe Nusa Tengara zwischen den grösseren Inseln Sumbawa und Flores. Die Hauptattraktion des Parks sind die 1912 entdeckten Riesenlandechsen, die Komodo Warane, ein Relikt der Urzeit, die letzten Nachfahren der Dinosaurier. In Indonesien werden sie als Drachen verehrt und zum Glück nicht gejagt. Die werden bis zu 3 m lang, 160 kg schwer und ernähren sich zumeist von Aas. Aber auch Hirsche, Wildpferde und Wasserbüffel stehen auf dem Speiseplan. Menschen sind ihnen auch schon zum Opfer gefallen. Die Beute muss nicht getötet sondern nur "angebissen" zu werden. In deren Maul befinden sich so viele Bakterien dass man spätestens nach 1-2 Tagen an einer Blutvergiftung stirbt.
Nach zwei Stunden Schleichfahrt mit dem alten Fischkutter erreichen wir die Dracheninsel Rinca. Am Parkeingang gibts Unstimmigkeiten über die vielen Extragebühren die man bezahlen soll, wie z.B. Steuer, Nationalparkgebühr und Fotografiergebühr. Auch darf man ohne Ranger den Park nicht betreten. Und der kostet natürlich extra Kohle. Vor allem die polnische Familie hat lange zu verhandeln ob die beiden Kleinen zahlen müssen oder nicht. Etwa 2000 der Echsen soll es auf Rinca geben. Suchen muss man die nicht zwingend. Einige werden schon vom Geruch der Küche angezogen. Sehen und hören können die nicht besoders gut. Aber Essen riechen sie auf 5 km Entfernung! Auf der Wanderung durch die Insel haben wir dann leider keine mehr gesehen. Nachmittags Weiterfahrt zur Nachbarinsel Komodo mit anschliessendem Schnorcheln am pinkfarbenen Strand "Pantai Merak". Denn die Unterwasserwelt ist eine weitere Attraktion des Nationalparks. Hier begegnet man abends auch den Batmans. Das sind Riesenfledermäuse (engl. Flying Fox), die nach Sonnenuntergang auf Beutezug gehen.
Hätte nicht gedacht, dass man sich mit einem Taubstummen so gut unterhalten kann. Der Bootsjunge hat sich wild gestikulierent meine Urlaubsfotos auf dem Notebook angeschaut.

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13.11.2013 - Auf der Dracheninsel Komodo

Mit dem ersten Tageslicht ist die Nacht auf Deck schon vorbei. Die Crew hat das Frühstück auch schon zubereitet denn wir wollen zeitig auf der grössten Insel des Parks, Komodo, eintreffen. Das Wetter verspricht auch heute unsagbar heiss zu werden (40 Grad im Schatten). Auch wegen der Echsen sind wir früh dran denn die sind morgens mehr aktiv als sonst am Tag. Und wir haben hier mehr Glück als auf Rinca. Schon hundert Meter nach Verlassen der Rangerstation "wackelt" uns ein sehr grosses Exemplar der Warane entgegen und legt sich natürlich gleich mal auf der Brücke schlafen über die wir eigentlich grade drüber wollten. Reizen sollte man die Tiere nicht unbedingt denn die können auf den ersten Metern bis zu 18 km/h schnell sein. Allzu grosse Sorgen brauchen wir uns jedoch nicht zu machen denn der Komodo Waran ist vollgefressen und hat für die nächsten vier Wochen keinen Hunger. Später treffen wir noch auf fünf weitere der hier lebenden 2800 Artgenossen. Die werden hier noch ne Nummer grösser als auf Rinca.
Hatten wir mit den Waranen heute Glück, so ist uns das am Vormittag am Manta Point versagt geblieben. Denn hier kann man schon beim Schnorchel einige Manta Rochen sehen. Am Nachmittag dann noch ein Schnorchelstop auf der Insel Pulau Bidadari nahe Labuan Bajo.

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14.11.2013 - Mopedausfahrt zum Cunca Wulang Wasserfall

Mit dem Franzosen Demian mieten wir uns ein Moped um mal raus aus der Stadt zu kommen. Leider haben wir kein zweites mehr bekommen sodass wir halt nur mit einem Fahren. Etwa 25 km ins Landesinnere soll es schöne Wasserfälle mitten im Dschungel geben. Wir finden auch tatsächlich dorthin. Und das ohne Guide und Eintrittsgebühr die man eigentlich entrichten muss aber wie sooft nur dazu da sind Kohle zu machen. Hat sich aber gelohnt hierher zu kommen denn man kann von einem Felsvorsprung etwa 8 m tief den Wasserfall runterspringen ins "kühle" Nass. Das ist echt erfrischend wenn auch nicht wirklich kalt, bestimmt weit über 20 Grad.

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15.11.2013 - Schnorchelausflug zur Insel Kanawa

Heute mieten wir uns ein Boot für etwa 25 Euro den Tag (mit Skipper und Bootsjunge natürlich) und fahren raus aufs Meer zur etwa 2 Stunden entfernten Insel Kanawa. Die liegt im Norden des Komodo Nationalparks und bietet sich zum Schnorchelnn an. Das Korallenriff hier ist noch komplett in Takt und auch kaum beschädigt. Habe selten ein so schönes Riff gesehen. Man kann schon vom Strand aus die Korallen und die Fische sehen. Das liegt daran, dass die nur gut einen Meter unter Wasser sind. Das wiederum wird wohl auch dem Riff im Laufe der Jahre zum Verhängnis werdenn wenn viele Urlauber kommen und es zertrampeln. Gesehen haben wir hier auch Riffhaie und Wasserschildkröten.

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16.11.2013 - Flug ans ENDE der Welt

Nächstes Ziel der Reise sind die Kraterseen von Kelimutu. Die liegen in Zentral-Flores. Auch der Franzose Demian interessiert sich dafür. Und so fliegen wir gemeinsam dorthin. Richtig! Wir fliegen denn mit dem Bus dauert das 2 Tage und der Flug kostet mit Trans Nusa auch nur 25 Euro. Zielflughafen in der Nahe von Kelimutu ist die Stadt ENDE. Die liegt zwar nicht ganz am Ende der Welt aber nochmal 300 km östlich von Labuan Bajo. Flug MV838 soll uns am frühen Morgen dorthin bringen. Der kleine, sehr überschaubare Flughafen ist gleich hinter der Stadt, keine 10 Minuten mit dem Taxi. Mit einer 4-strahligen British Airospace BAe 146-200 dauert der Flug auch nur ne Dreiviertelstunde. In Ende angekomen bemühen wir uns eine Stunde vergeblich darum Mopeds günstig zu mieten. Die sind hier drei Mal so teuer wie in Bali! Also nehmen wir doch ein Bemo. Das sind extrem kleine Minibusse in die so viele Personen und Gepäck regelrecht "reingestopft" wird bis wirklich gar nichts mehr geht. Die Fahrt führt in den Bergort Moni das am Fusse des Gunung Kelimutu liegt. Die Fahrt dorthin ist jedoch alles andere als ruhig. Die Strasse ist sehr kurvenreich und teils unbefestigt. An vielen Stellen ist sie abgerutscht und notdürftig für den Verkehr freigeschoben. Die dschungelbewachsenen Berghänge fallen fast senkrecht ab immer wieder liegt Geröll auf der Strasse. Als es noch zu schütten anfängt wirds noch etwas abenteuerlicher denn das Bemo ist nicht wasserdicht. Von unten drückt das Spritzwasser herein, von oben tropft es herunter. Vor uns fangen die Leute zu beten an. Dachte eigentlich nicht dass es so gefährlich sein könnte. Wenn man so eingepfercht in der Mitte sitzt hat man wenig Möglichkeit nach draussen zu sehen. Die Batterie des Minibuses hat auch nicht mehr genug Power, jedenfalls nicht für den Anlasser. Ist die Karre erst mal aus hilft nur rückwärts anrollen lassen und dann den Rückwärtsgang reinhauen. Aber der Fahrer macht das schon routiniert. Gut zwei Stunden später ist dann die Abenteuerfahrt vorbei und wir erreichen unbeschadet das verschlafene Nest Moni. Ausgenommen ein paar kleineren Hotels ist hier wirklich nichts los. Moni ist halt der Ausgangspunkt zur Besteigung der Kraterseen des Gunung Kelimutu.

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17.11.2013 - Die Kelimutu Kraterseen

Heute ist die Nacht schon um vier Uhr frueh vorbei. Denn es heisst Aufstehen und rauf auf den Vulkan Kelimutu. Dessen drei Kraterseen sind die Hauptattraktion hier und auch der Grund warum wir den weiten Weg hierher gemacht haben. Am Besten sehen kann man die gleich nach Sonnenaufgang, später ist der Berg wieder wolkenverhangen und die Sicht schlecht. Mit dabei ist noch ein Ami aus Chicago. Zu dritt haben wir ein Bemo gechartert und lassen uns hinauffahren soweit es geht. Am Parkeingang wollen die natuerlich wieder die ueblichen Gebuehren samit Fotografiererlaubnis. Der Aufstieg vom Parkplatz dauert jedoch nur 20 Minuten. Mit dem Wetter haben wir Glueck, (noch) keine Wolke am Himmel zu sehen und das obwohl schon seit Wochen Regenzeit sein sollte.
Das ungewöhnliche an den Kraterseen ist die Tatsache dass die zum einen unterschiedliche Farben haben und zum anderen die Farbe des Wassers sich im Laufe der Jahre immer wieder verändert. Das liegt wohl daran, dass das Wasser immer tiefere Gesteinsschichten erreicht und unterschiedliche Mineralien löst. Heute ist einer dunkelgruen, der andere tuerkies und der dritte fast schwarz. Noch vorganger Juli war wohl der türkiesfarbene See silbergrau. Nach dem Volksglauben sind die Krater auch die Ruhestätte der Geister. Und das obwohl hier eigentlich alle katholisch sind. Jedes Dorf hat seine eigene Wellblechkirche. Der Ami lässt sich wieder runterfahren nach Moni während Demian und ich es vorziehen die etwa 15 km zu Fuss hinabzusteigen. Ist sehr viel interessanter da wir durch viele Doerfer kommen und die Leute alle freundlich sind. Ständig werden wir gestoppt und in Gespräche verwickelt aber englisch sprechen die wenigsten. Die besuchen am heutigen Sonntag auch alle die Kirche wie sich das so gehoert. Verhungern lassen sie uns auch nicht. Wir haben ihnen ein ganzes Bündel Bananen für 5000 Ruphia abgekauft. Das sind grade mal 35 Cent. Nach knapp drei Stunden sind wir wieder zurück in Moni und nehmen noch ein erfrischendes Bad im naheglegenen Wasserfall-Pool. Das Wasser ist, obwohl es vom Berg kommt, mit bestimmt 25 Grad nicht wirklich kalt. Am Nachmittag mieten wir uns ein Moped und fahren nach Paga. Das liegt am Meer, etwa auf halben Weg Richtung Maumere und ist in 1,5 Stunden gut erreichbar. Ausser Farmer und Fischer ist in diesem kleinen Nest nicht viel los. Erwähnt wird es im Lonely Planet Reiseführer nur wegen Laryss Restaurant . Da soll es das beste Essen von ganz Flores geben. Ein Grund mehr dort mal anzuhalten. Mit dem Besitzer Augustinus Naban habe ich mich sogar auf deutsch unterhalten. Der kann das recht gut obwohl er nie in Deutschland war. Ob es das beste Essen auf ganz Flores ist, kann ich nicht beurteilen, für uns war es jedenfalls der beste Thunfisch hier.

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18.11.2013 - Rückfahrt nach ENDE

Da morgen Vormittag unser Flug zurück nach Denpasar geht müssen wir schon heute Abend wieder in ENDE sein. Vor der Rückfahrt nach Moni noch ein Halt am Traumstrand "Koka Beach". Der besteht aus zwei kleinen Buchten die durch eine Sandbank verbunden sind und kristallklarem Wasser. Hier sind ausser uns keine Touristen, nur ein paar Fischer die ihre Boote flicken. Anschliessend wieder mit dem Moped die hunderte von Kurven und Kehren zurückfahren nach Moni. Dort umsteigen in ein Taxi und weitere 2 Stunden später sind wir wieder in ENDE. Die Hotelsuche gestaltet sich schwierig denn wegen irgeneiner Regierungsveranstaltung hier sind die ersten fünf Hotels ausgebucht die wir aufsuchen. Das sechste ist eigentlich auch voll, aber nach langem Betteln finden sie doch noch ne Kammer mit 2 Betten für uns. Auch der Abend klingt noch feucht fröhlich aus mit ner Flasche Arrak (Palmschnaps) die wir gemeinsam auf der Strasse mit ein paar Einheimischen "vernichten".

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19.11.2013 - Rückflug nach Bali

Flores und der Komodo Nationalpark sind abgehakt. Damien und ich fliegen heute wieder zurück nach Bali. Mit Trans Nusa geht der Flug über Waingapu auf der Insel Sumba nach Denpasar. Am Flughafen treffen wir wieder auf die vier französischen Mädels die wir schon auf Komodo und Ende getroffen haben. Die hatten dasselbe Reiseprogramm im Gepäck. Die haben uns auch erzählt, dass wohl alle innerindonesischen Fluggesellschaften auf der "Schwarzen Liste" stehen. Das ist die Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union. Aber die sollen ja auch nicht in Europa fliegen sondern in Indonesien. Schwarze Liste hin oder her, bringt alles nichts wir müssen zurück nach Bali, runter kommen sie alle wieder und in unserem Fall sogar heil. Damien bekommt morgen früh Besuch von einem Bekannten; die wollen an der Südküste Balis Surfen gehen. Davon verstehe ich nichts. Länger als eine Nacht will ich auch nicht in Kuta bleiben und so teilen wir uns nochmal ein Hotelzimmer. Die Partynacht in Kuta wird lang denn wir haben uns mit den vier Französinnen verabredet. Die fliegen morgen nach Singapur weiter.

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20.11.2013 - Wieder in Ubud

Habe mir heute im Beneyasa II Hotel ein Moped für die nächsten drei Tage gemietet (40000 pro Tag) um mal ein Stück der Insel abzufahren. Wegen eines kleinen Hangovers komme ich jedoch erst gegen Mittag weg. Nicht ohne mich zuvor von meinem französischen Reisebegleiter der vergangenen zehn Tage, Damien, zu verabschieden. Die Regenzeit hat nun wirklich Einzug gehalten. Schon den ganzen Tag regnet es leicht bis mässig stark. Dafür ist es jetzt mit nur noch 28 Grad erträglicher, und der Regen ist warm. Weiter als bis nach Ubud schaffe ich es nicht mehr. Und wenn ich schon mal da bin quartiere ich mich natürlich wieder bei "Mama Ibu Canderi" ein wo ich vor zwei Wochen schon mal zu Gast war.

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21.11.2013 - Mopedtour 2. Tag

Heute Nacht hat es zu regnen aufgehört und am Morgen scheint doch tatsächlich die Sonne. Beste Voraussetzungen den ganzen Tag auf dem Moped zu verbringen und den Norden der Insel Bali abzufahren. Von Ubud führt die Strasse zunächst nach Norden langsam aber immer stetig bergauf. Nach etwa 30 km erreicht man den grossen Krater des Gunung Batur. Der hat etwa einen Durchmesser von 10 km. Darinnen ein grosser Kratersee, der Danau Batur und der Vulkan Gunung Batur. Die Legende der Erstehung des Batur Sees, den ein Riese gegraben haben soll, erspare ich mir. Hier oben auf etwa 1500 Metern Höhe ist es mit knapp unter 20 Grad empfindlich kühl (für die Balinesen jedenfalls). In hunderten von Kurven und Serpentinen führt die Fahrt wieder den Krater hinunter an die Nordküste der Insel. Was auf Bali wirklich lästig ist, und mir so nicht in Erinnerung war, sind die vielen Verkehrskontrollen, hauptsächlich für Zweiradfahrer. Besonders schlimm ist es in Kuta. Dort werden nur die Ausländer angehalten um so lange irgendwas am Fahrzeug oder den Papieren zu suchen damit man nen Strafzettel verhängen kann - also reine Abzocke !! Selbst hier in den Bergen bin ich in so ne Kontrolle reingefahren. Um dem Strafzettel zu entgehen hilft nur eines: Augen zu und durch, ja nicht anhalten! Als man mich rauswinkt verlangsame ich die Geschwindigkeit um im letzten Moment durchzustarten, hoffe nur dass sie die Nummer nicht aufgeschrieben haben um nachzuforschen. Hatte gestern schon ne Kontrolle auf dem Highway mit Strassensperre der ich nicht ausweichen konnte. Da wurden alle kontrolliert, auch die Eingeborenen (sorry, natürlich Einheimischen). Musste jedoch nichts bezahlen :).
Zweiter Streckenabschnitt des Tages führt an der Nordküste entlang über Singaraja und Lovina bis nach Pengastulan. Von hier ab wieder Richtung Süden in die Berge rein und rauf auf den nächsten Vulkan. Wo es Vulkane gibt, gibt es auch Seen. Den ersten, weniger bekannten Buyan lasse ich rechts liegen, am zweiten, dem Bratan-See lege ich nen Stop ein. Denn hier liegt eines der meist fotografierten Motive Balis, der Tempel "Pura Ulun Danu Bratan". Der liegt sehr schön am See gelegen und ist natürlich Touristenmagnet. Die Touries werden hier busweise angekarrt.
Von hier aus verlasse ich den Highway und fahre nur noch Nebenstrassen. Ist einerseits ungefährlicher und sehen kann man auch mehr. Auch Polizeikontrollen sind dort keine zu erwarten. Wie es der Zufall will begegne ich noch einer festlichen Prozession mit Gamelanmusik - das Schauspiel habe ich für mich alleine, keine anderen Touries. Sonst hätte bestimmt jemand Eintritt verlangt. Da ich am Spätnachmittag nicht weit von Ubud entfernt bin quartiere ich mich natürlich wieder bei Ibu Canderi ein.

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22.11.2013 - Mopedtour 3. Tag

Heute verabschiede ich mich nun wirklich zum letzten Mal von Ibu in Ubud. Nicht jedoch ohne mir vorher in der Massagepraxis nebenan den Rücken kräftig durchkneten zu lassen. Denn Ubud ist auch bekannt für seine qualitativ sehr guten Wellness und Spa Angebote. Eine Stunde Rückenmassage kosten hier nur etwa 4,50 Euro. Ziel des letzten Tages der Rundfahrt ist das wohl bekannteste Fotomotiv der Insel, Tanah Lot. Das ist ein kleiner Tempel der auf Klippen am Meer gebaut ist. Bei Ebbe kann man sogar rüberlaufen. Doch auch hier bietet sich mir dasselbe (erwartete) Bild wie gestern: Hunderte von Touristen geben sic die Klinke in die Hand, es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Vor allem bei Sonnenuntergang ist das Gedränge gross. Pura Tanah Lot ("Land inmitten des Meeres") gehört zu den heiligsten Tempel Balis. Eine halbe Stunde Touristenschieberei reichen mir. Also rauf aufs Moped und am Nachmittag noch ne kleine Runde durch die Pampa drehen bevor ich die Karre am Abend in Kuta heil und ohne Sturz wieder zurückbringe. Der Verkeher ist am Abend in Bali, speziell Kuta wirklich ne Katastrophe. Die engen Einbahnstrassen und Gassen sind mit Autos dermassen vollgestopft dass man selbst mit dem Moped kaum vorankommt.

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23.11.2013 - Flug nach Yogyakarte

Um 03:30 Uhr schellt der Wecker! GÄÄÄHHHHN !!! Warum hab ich nur den ersten Flieger um 05:50 Uhr gebucht ??? Natürlich weil es der günstigste war und Air Asia eine sichere, zuverlässige Fluglinie ist. Dabei dauert der Flug nur eine Stunde. Die weniger empfehlenswerte Alternative wären 2 Tage Busfahrt gewesen. Yogyakarta liegt zentral auf der Hauptinsel Java Indonesiens und ist sowas wie das kulturelle Zentrum der Insel. Tempel, Batikfabriken, Souvenirläden und Märkte en masse. Südlich des Bahnhofs hat sich hier rings um die Mosrowijaya Strasse ein regelrechtes Travellerzentrum entwickelt. Das Taxi vom Airport teile ich mit einer Kanadierin. Das spart Kosten. Nach längerem Suchen bin ich dann im "Javanaise Homestay" abgestiegen. Top sauber, schöne Zimmer, gutes Frühstück inklusive (wie meist in Indonesien) und den ganzen Tag freien Kaffee und Tee. Sogar das WLAN funktioniert im Zimmer. Da macht sich wohl der europäische Einfluss in der Familie bemerkbar: Der Sohn ist mit einer Französin verheiratet. Die Leute sind sehr freundlich. Was etwas stört ist die Tatsache, dass diese Ecke der Stadt direkt in der Einflugschneisse des Flughafens liegt und ne Moschee ganz in der Nähe ist. Sprich der Mujezin 5 Mal am Tag lautstark zu hören ist.
Heute steht nicht viel auf dem Programm. Ich sehe mir nur in der Innenstadt den "Kraton" und das Wasserschloss an. Der Kraton ist der in javanischer Hofarchitektur gebaute Sultanspalast. Hier kann man, so Interesse besteht, sich klassische Tänze mit Gamelanmusik und/oder die bekannsten Schattenspiele "Wayang-Kulit" ansehen. Dafür habe ich heute mangels Schlaf letzte Nacht wenig Interesse. In der Traveller Ecke liegen auch ein paar Kneipen mit Lifemusik verstreut. Letztendlich bin ich dann im "Lucifer" hängengeblieben.

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24.11.2013 - Ausflug zum Borobudur

Habe gestern im Lucifer die Bekanntschaft der Studentin Merlin gemacht und mit ihr verabredet dass sie mich zu diesem Highlight Yogyakartas begleitet. Also miete ich mir ne alte Honda und wir fahren los. Der Borobudur liegt etwa 40 km nordwestlich der Stadt und ist die grösste buddhistische Tempelanlage Südostasiens. Das Bauwerk ist quadratisch, hat eine Seitenlänge von 117 Metern und ist ca. 1200 Jahre alt. 10000 Arbeiter sollen rund 100 Jahre daran gearbeitet und dabei 60000 Kubikmeter Steine verbaut haben. Das ganze Ding gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Ich hatte mir eigentlich erhofft, dass mir meine Studentin eine günstige Indonesien-Eintrittskarte für etwa 2 Euro besorgen kann. Doch dazu hätte ich nen indonesischen Perso gebraucht. Die passen schon gut auf, dass die Touries das 6-fache wie die einheimischen bezahlen, also etwa 12 Euro! Da muss ich halt in den sauren Apfel beissen. Seit heute bin ich deswegen auch dafür, dass alle Ausländer in Deutschland die 6-fache Autobahn-Maut bezahlen müssen als wir Deutschen. Auf der Rückfahrt fängt es dann auch noch kräftig zu schütten an, meinen in Bali gekauften Regenponcho hab ich natürlich daheim gelassen. Vormittags wars ja auch noch schönes Wetter. Zu allem Ueberfluss haben wir kurz for dem Ziel noch ne Reifenpanne mit der alten Karre. Den Schlauch des Hinterrads hat es zerissen. Das gute daran ist, dass keine 50 Meter weiter einer der vielen Strassenmonteure seine mobile Werkstatt aufgebaut hat. Was noch besser ist: Der hat im Handumdrehen das Rad ausgebaut, nen neuen Schlauch reingemacht und alles wieder zusammengebaut. Und das beste daran: Es hat nicht mal 2 Euro gekostet!

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25.11.2013 - Ausfllug zum Prambanan

Merlin ist heute krank. Ihr hat das "kalte" Regenwetter (nur 25 Grad) auf der Rückfahrt gestern wohl zu sehr zugesetzt. Und so fahre ich heute allein mit der alten Honda, aber mit neuem Schlauch, zu einem weiteren Highlight Yogyakartas, dem Prambanan. Der liegt nur 16 km nordöstlich der Stadt und ist auf dem Highway Richtung Solo in ner halben Stunde zu erreichen. Meinen Fahrstil habe ich mittlerweile an den der Indonesier angepasst: Auf gar keinen Fall defensiv fahren! Das ist der grösste Fehler und ist gefährlicher als aggressives Fahren. Sonst wird man ständig überholt und abgedrängt. Aufpassen muss man trotzdem höllisch, denn die Indonesier passen nicht auf, die fahren einfach drauf los ohne zu kucken was um sie herum passiert. Bremsen muss ich auch immer rechtzeitig denn die Bremswirkung der Vorderbremse ist fast null und die hintere auch nicht viel besser.
Im Gegensatz zum Borobudur ist der Prambanan eine hinduistische Tempelanlage. Aber genauso alt. Dieses bedeutenste hinduistische Heiligtum Javas umfasst etwa 200 Tempel. Aber auch hier diesselbe Schikane wie gestern: 11 Euro Eintritt für Ausländer. Der Vorteil ist, dass man das ganze auch gut von aussen betrachten kann, was mir "Kulturbanause" eigentlich auch reicht. 11 Euro nur um einen 42 Meter hohen Steinhaufen aus der Nähe zu betrachten ist für meine Begriffe weit übertrieben. Etwas weiter südlich kann man mit dem Moped einen Berg hinauffahren von welchem man nen tollen Blick auf auf die Reisfelder der Prambanan Ebene hat. Im Hintergrund sieht man den 2800 Meter hohen Vulkan Merapi. Der ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und spuckt immer wieder Lava und Asche aus. Mit Guide kann man den in 4 Stunden besteigen und in 3 wieder hinunterkommen. Habe das eigentlich für morgen geplant. Doch daraus wird leider nichts. Das Wetter ist zu unbeständig und zu regnerisch. Ausserdem ist der Vulkan derzeit etwas "in Bewegung". Am Nachmittag schaue ich mir dann nochmal das Wasserschloss von Yogya an, habe ich vorgestern nur von Aussen gesehen. Habe doch tatsächlich beim herumlaufen nen "unbewachten" Ausgang gefunden und so die teuren Eintrittsgelder umgangen.

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26.11.2013 - Rundfahrt um den Merapi

Leider ist es derzeit nicht möglich den Vulkan Merapi zu besteigen denn das Wetter ist zu unbeständig. Viel gesehen hätte man von oben eh nicht. Der Gipfel ist ständig in Woken gehüllt Der gefährlichste Vulkan Indonesiens war zuletzt 2010 und 2008 aktiv. Die Alternative zum Aufstieg ist mir ein Moped zu mieten und mich damit zu begnügen den Berg zu umfahren. Und weil Alleinfahren langweilig ist und es hier so viele Studentinnen gibt begleitet mich heute die Nury. Die ist auch grade im Guesthouse und hat nichts besonderes vor. Die alte Honda mit neuem Schlauch nehme ich nicht mehr, zu unzuverlässig. Stattdessen ne neue Honda mit Automatikgetriebe ("Scooter"). Die Strecke ein Mal aussenherum sind dann doch 150 Kilometer und der Weg nicht immer einfach zu finden. Doch dazu habe ich ja auch ne Dolmetcherin dabei (Nury). Ausserdem hat sie ein GPS-fähiges Handy. An der Passage zwischen zwei Vulkanan geht es steil bergauf auf etwa 1000 m Höhe. Da wird es selbst in Indonesien recht frisch. Hier oben in der fruchtbaren Vulkanerde bauen die Leute viel Obst und Gemüse an. Am Einstiegspunkt zum Gipfeltrek wäre ich am liebsten losgelaufen. Von hier aus sind es keine 2000 Höhenmeter mehr. Aber der Himmel zieht zu und wenig später fänt es sintflutartig zu schütten an und das obwohl am Morgen noch kein Wölkchen zu sehen war. Es ist halt doch Regenzeit. Da hilft nur möglichst schnell einen Unterstand zu finden und den Regen auszusitzen. Irgendwann hört es dann doch auf zu regnen und am Nachmittag sind wir wieder zurück in Yogya.

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27.11.2013 - Von Yogyakarta nach Bandung

Man sollte es kaum glauben aber auf dem Inselstaat Indonesien gibt es sogar ne Eisenbahn. Auf der Hauptinsel Java wenigstens. Und die nehme ich auch heute um in die 300 km westliche gelegene Stadt Bandung zu gelangen. Das Ticket dazu habe ich mir bereits vorgestern am Bahnhof besorgt. Mein Visum läuft demnächst ab. Wäre gern noch ein paar Tage im Javannaise Homestay geblieben denn hier hat es mir sehr gut gefallen. Der Zug läuft sogar pünktlich um 8 Uhr ein, die Wagen der Businessklasse sind einigermassen komfortabel. Economy wollt ich mir nicht zumuten denn das bedeutet acht Stunden Zugfahrt auf Holzbänken. Aber bei erschwinglichen 10 Euro Fahrpreis kann ich mir auch mal Business gönnen. Es zeigt sich schnell dass Zugfahren in Indonesien sehr viel angenehmer, stressfreier und auch schneller ist als Busfahren. Die Wagen und Sitze sind zwar etwas veraltet aber relativ sauber. Selbst aufs WC kann man hier bedenkenlos gehen ohne gleich in Vekalien zu stehen. Immer wieder wird während der Fahrt herausgefegt und aufgewischt. Davon können sich viele, speziell die Inder, ne dicke Scheibe abschneiden. Das Essen bekommt man am Platz auf Porzellan-Tellern mit richtigem Besteck serviert.
Die Fahrt führt zunächst stundenlang durch topfebene Landstriche mit vielen Reisfeldern, Gemüseanbauflächen und Palmenhainen. Es sei denn, es steht mal wieder einer der vielen Vulkane im Weg. Dann führt die Strecke halt drumherum. Im letzten Streckenabschnitt führen die Gleise dann langsam aber stetig bergauf. Denn Bandung liegt auf einer Hochebene 700 m über dem Meeresspiegel umgeben von einigen Vulkanen. Mein Guesthouse hier heisst "By Moritz" und ist gut zu Fuss vom Bahnhof erreichbar. Moritz, so sagt man mir, war ein früherer, deutscher Besitzer des Guesthouses.

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28.11.2013 - Bandung

In Bandung gibt es eigentlich nicht viel besonderes zu sehen. Auch wegen des angenehmeren Höhen-Klimas habe ich hier keinen Stop gemacht. Grund sind die vielen Factory-Outlets namhafter Klamottenfirmen die hier angesiedelt sind. Die grössten indonesischen Bekleidungsfabriken fertigen nicht nur für den hiesigen Markt sondern produzieren auch für Designermarken. Und deren Produkte kann man hier zu sehr niedrigen Preisen erstehen. Bandung ist also ein Shopping Paradies. Habe gestern Abend schon die Läden "durchgekämmt" und mache heute Vormittag noch nen zweiten Durchgang. Leider kann ich nicht allzuviel mitnehmen denn das muss ich ja alles mit mir herumschleppen. Um 12 Uhr mittags ist dann Schluss. Muss zurück zum Moritz und mein restliches Gepäck aufnehmen. Um 14:35 Uhr fährt der Zug (natürlich pünktlich) Richtung Jakarta ab. Das Zugfahren hat sich gestern schon bewährt und heute sind die Sitze der Business Klasse noch bequemer und vergleichbar mit denen unserer 2. Klasse. Sogar Massagen werden hier im Zug angeboten. Habe ich sonst auch noch nirgends gesehen. In Jakarta trifft sich die Traveller Szene rund um die Jalan Jaksa. Mit dem Motorradtaxi vom Gambir Bahnhof in 10 Minuten zu erreichen. Hier geht es noch recht ruhig zu. Vergleichbar der Kao Sarn Road in Bangkok vor 20-30 Jahren. Kann man nur hoffen dass es auch so bleibt. Meine Unterkunft hier heisst "Hostel 35" und laut Loose Reiseführer bekommt man hier das beste Preis-/Leistungsverhältnis.

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29.11.2013 - Jakarta 1. Tag

Zum Grossraum Jakarta gehören noch ein paar weitere Städte wie z.B. Bogor. Zusammen wohnen dort nicht nur 10 Millionen sondern 26 Millionen Menschen. Was zunächst auffällt ist das Verkehrschaos, die Luftverschmutzung und die fehlende Sauberkeit. Ähnlich wie in Manila wohnen arm und reich ganz dicht beieinander. Da werden Wellblechhütten direkt hinter glitzernden Bürofassaden angebaut. Wer sich für Museen interessiert ist hier ganz gut aufgehoben. Ist allerdings nicht mein Ding, ich bin nicht der Museumgänger. Sonst gibt es nicht wirklich viel interessantes hier. Was mir am meisten imponiert hat ist der "Sundai Kelapa", der weltweit grösste Hafen für Lastensegelschiffe. Hier liegen hunderte, teils sehr grosse Holzkähne vor Anker. Deren Zustand möchte ich nicht für alle als hochseetauglich einstufen. Jedenfalls findet hier ein reges Be- und Entladen von Waren statt. Die Einarmkräne auf den Schiffen, angetrieben durch kleine Motoren, hinterlassen nicht den sichersten Eindruck. LKWs stehen in Schlange um Waren zu bringen oder entgegenzunehmen.
Abends an ner Bar in der Jalan Jaksa mache ich die Bekanntschaft von ein paar Indonesiern. Die nehmen mich später mit zum grössten Tanztempel Südostasiens, dem "Stadium". Ich bin zwar nicht (mehr) unbedingt der Discobesucher aber wenn es hier die grösste Disse gibt sollte man sich die schon mal anschauen. Auf vier Etagen fasst das Stadium gut 4000 Partygäste. Da sind natürlich Drogen und Prostitution auch nicht weit. Ausserdem sind dort Taschendiebe am Werk - also aufpassen! Im obersten Stock wo wir uns aufhalten ist die Musik derart laut, dass man sein eigenes Wort nicht mehr versteht. Bei ständigem Besuch sind Gehörschäden vorprogrammiert. Am Wochenende hat der Tanzpalast sogar rund um die Uhr offen.

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30.11.2013 - Jakarta 2. Tag

Nach der langen Nacht gestern mit viel Bintang Bier ist spätes Aufstehen angesagt. Viel vornehmen kann ich mir heute nicht mehr. Also fahre ich mit dem TransJakarta nur bis in den nördlich gelegenen Stadtteil Kota hoch. Ein funktionierendes S-Bahn System gibt es hier nicht. Lediglich ein Schnellbussystem, den TransJakarta. Das sind eigens für Busse freigehaltene Fahrbahnen damit die nicht in den Verkehrsstaus hängenbleiben. Eine Fahrt, egal wie weit, kostet 3500 Ruphias, also etwa 30 Cent (so grade noch erschwinglich). Der Stadtteil Kota ist das mittelalterlische Jakarta, das damals noch Batavia hiess. Hier kann man noch am ehesten den holländischen Einfluss der Kolonialzeit erkennen. Allerdings verfallen immer mehr der noch übrigen alten Gebäude. Einige wurden auch schon restauriert.
Wie erwartet treffe ich am Abend wieder meine indonesischen Freunde von gestern Nacht an derselben Bar in der Jaksa. Eigentlich wollte ich früh schlafen gehen da mein Flieger nach Singapur schon um 05:25 Uhr abhebt. Aber spätestens beim 2. Bier kann ich mir das abschminken denn heute ist Samstag und da ist besonders viel los hier und es steigt im Nu ne internationale Party. Main Bett bleibt heute Nacht verwaist denn nach dem Heimkommen bleibt grade noch Zeit für ne schnelle Dusche und das Einpacken. Dann raus auf die Strasse, ein Blue-Bird Taxi schnappen und ab auf den Airport.

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01.12.2013 - Ankunft in Singapur

Nach über 15 Jahren bietet sich mal wieder ein Stop in Singapur an. Mit der günstigen Tiger-Mandala Fluggesellschaft (die stehen NICHT auf der schwarzen Liste) dauert der Flug auch nur anderthalb Stunden. In dem neuen Airbus A320 sitzen mit mir höchstens nur 20 weitere Idioten (ich meine natürlich Frühaufsteher). 160 Plätze bleiben leer. Jetzt weiss ich auch warum der frühe Flug so günstig ist. Bei der Ankunft in Singapur ist der Himmel bedeckt und es regnet leicht. Also auch hier Regenzeit. Meine Unterkunft habe ich schon vor ein paar Tagen bei hostelworld.com gebucht. Es ist das Bunc@Radius am Clark Quay, also mitten im Zentrum. Hotels sind in Singapur sündhaft teuer, Hostels sind daher ne gute Alternative. Eine Nacht kostet mich im 14-Bett Dorm 15 Euro. Das Hostel macht nen neuwertigen Eindruck, ist total sauber und auch sicher. Man schläft nicht in Stockbetten sondern in Stockkabinen die man mit nem Vorhang zuziehen kann. Leider kann ich mein Bett erst ab 15 Uhr beziehen, d.h. wieder kein Schlaf. Und so sehe ich mir halt die Stadtteile Chinatown und Little India an. In Singapur gibt es neben Malayen auch viele Chinesen und Inder. Gesprochen wird entsprechend malayisch, Hindi, Mandarin und vor allem Englisch.

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02.12.2013 - 2. Tag in Singapur

Das Wetter lädt heute nicht dazu ein grössere Aktivitäten im Freien zu unternehmen - es regnet. Und es sieht auch nicht so aus als würde es in den nächsten Stunden aufhören. Einziges Alternativprogramm ist der Besuch der Shopping-Meilen in der Orchard Road, ein 2 Kilometer langer Boulevard in welchem sich ein Kaufhaus an das andere reiht. Am Nachmittag hört der Regenn dann doch endlich mal auf. Bietet noch die Gelegenheit eine Runde mit dem Singapur Flyer zu "fliegen". Der Singapur Flyer ist mit 165 Metern Höhe das weltgrösste Riesenrad. Es steht an der Marina Bay und man hat von oben ne tolle Sicht auf Singapur, die Bucht und die Wolkenkratzer. Ein "Flug" dauert ne halbe Stunde und entspricht einer Umdrehung des Riesenrads. Kostenpunkt: 33 Singapurdoller (etwa 19 Euro). Am höchsten Punkt angekommen überragt das direkt daneben liegende Marina Bay Sands Resort noch um einiges. Dieses Resort bricht alle Rekorde. Das Ding hat inklusive Casina 8 Milliarden gekostet, hat 2561 Zimmer, Kongresszentren, Shopping-Meilen, 2 grosse Theater, sieben Restaurants, eine Eislaufbahn und das weltgrösste Atrium Casino mit 500 Tischen und über 2500 Spielautomaten. On Top der drei nebeneinanderstehenden Hochäuser wurde ein 340 Meter langer Sky Park mit einer Kapazität von 3900 Leuten gebaut. Integriert wurde ein 150 Meter langer Swimming Pool von dessen Beckenrand man über 300 Meter in die Tiefe blicken kann. Sehr gerne wäre ich darin mal ein paar Bahnen geschwommen. Doch das ist mit einer Hotelübernachtung verbunden. Und die kostet in der günstigsten Kategorie so um die 400 Dollar, also nicht grade in meinem Preisrahmen.

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03.12.2013 - Flug nach Phuket

Der Reisebericht endet hier, was jetzt noch folgt sind ein paar Tage am Meer auf der Insel Phuket.

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