Nepal 2012

29.10.2012 - 41. Tag Von Sonauli nach Kathmandu

Nach 3 Stunden Holperfahrt in einem alten, klapprigen Bus ueber unbefestigte Strassen und sehr kuehlen Temperaturen erreichen wir fruehmorgens um drei Uhr die Grenze. Es ist stockdunkel. Nur der Vollmond spendet ein wenig Licht. Die Gehwege sind schon hochgeklappt, alles schlaeft. Sogar die indischen und die nepalesischen Grenzsoldaten. Ehe wir uns versehen sind wir schon mehrere Hundert Meter ohne Immigration nach Nepal einmarschiert. Also wieder zurueck nach Indien und mit den Taschenlampen das indische Immigration Office suchen. Das ist ne aeltere Baracke die vorn offen und nur mit Vorhaengen zugezogen ist. Auf dem Buerotisch liegt unter einem Moskitonetz der Grenzbeamte und schnarcht vor sich hin. Nach mehreren Versuchen bekommen wir ihn dann wach. Die Formalitaeten sind trotz der Unausgeschlafenheit des Beamten schnell erledigt und wir haben den Ausreisestempel Indiens im Pass. Danach marschieren wir ein zweites Mal unbehelligt ueber das Niemandsland nach Nepal rueber und suchen auch dort das Immigration Office. Diesmal keine Baracke sondern ein kleines Haeuschen. Aber auch die nepalesischen Beamten muessen wir herausklingeln. Die sind jedoch um einiges freundlicher und machen einen ausgeschlafeneren Eindruck. Das 30-taegige Visum geht „ratz-fatz“. Das war jedenfalls die coolste Grenzabfertigung die ich je hatte. Nur nepalesisches Geld haben wir noch nicht. Die Wechselstuben sind noch zu und der naechste Geldautomat 4 km entfernt. Aber auch hier koennen die freundlichen Grenzbeamten weiterhelfen und uns ein paar nepalesische Rupees beschaffen. Sie wechseln uns selbst die nicht mehr benoetigten indischen Rupees in nepalesische um.   Das war’s dann auch mit Indien. Hat mir bis auf die beschriebenen Ausnahmen sehr gut gefallen. UND: Habe Indien ohne Magen-/Darmprobleme und ohne Auswurf von Lebensmitteln ueberstanden !   Hundert Meter nach der Grenze halten auch schon Busse und einer faehrt sofort Richtung Kathmandu ab – das laeuft ja wie am Schnuerchen. Schnell verabschiede ich miche von den Hollaendern und steige ein. Denn die wollen Richtung Pokhara weiter. Die 10 Stunden Fahrt nach Kathmandu kostet mit 600 Rupee nur 5,56 Euro (derzeit sind 108 nepalesische Rupee 1 Euro). Die Sitzabstaende des alten Busses sind sehr eng und der Bus selbst uebervoll besetzt. Wir sitzen wie die Oelsardinen in der Buechse – lediglich das Oel fehtl. Beine angewinkelt, null Beinfreiheit. Schon nach einer Stunde tut mir der Hintern weh. Auch nach 6 Wochen und 10000 km Bus- und Zugfahrt hat sich das Sitzfleich nicht gebessert. Ich weiss noch nicht wie ich das 10 Stunden lang durchhalten soll. Aber wenigstens die Landschaft entschaedigt. Die Fahrt fuehrt schnell aus dem Flachland in die Berge, bestimmt 100 km lang ein Flusstal hoch. Ueber die Schluchten sind viele Haengebruecken gespannt. Alles ist gruen hier. Es wachsen soger Palmen und Bananenstauden. An den Haengen wurden Reisterassen gebaut. Stundenlang fuehrt die Strasse an steil abfallenden Haengen bergauf. Begrenzungsmauer oder gar Leitplanken gibt es nicht. Alles Vertrauen liegt in der Fahrkunst des jungen Busfahrers. Am Horizont kann man schon die schneebedeckten Gipfel des Himalaya erkennen. Dann endlich nachmittags um 3 Uhr Ankunft in Kathmandu. Die Hauptstadt Nepals liegt 1300 Meter hoch in einem Gibirgstal. Mit dem Micro (Minibus) fahre ich vom Busbahnhof in den Stadtteil „Thamel“, das Travelloreck der Stadt. Hier sind die Meisten Hotels, Backpacker, Restaurants, Reisebueros und Outdorr-Ausruestuer-Laeden. Mittendrin mein reserviertes Sunrise Cottage Guesthouse. Das Klima hier ist im Vergleich zu Indien sehr angenehm. Tagsueber hat es etwa 25 Grad und Sonnenschein. Da die Nepalesen meist Buddhisten und keine Hindus sind gibt es auch keine Rindviecher auf der Strasse die alles vollscheissen. Sprich die Strassen sind sauber und auch der Verkehr nicht so dicht wie in Indien. Gehupt wird auch viel weniger. Also alles in allem eine richtige Oase. Warum bin ich nicht schon viel frueher hierhergekommen ?

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30.10.2012 - 42. Tag Wiedersehen mit Freunden

Das Sunrise Cotage GH habe ich nicht ungefaehr ausgewaehlt. Denn ich wusste, dass meine Freunde Heike & Manfred die letzten 4 Wochen in Nepal im Everest-Gebiet zum Trekking waren und heute zurueck nach Kathmandu just in dieses Guesthouse kommen wollten. Und wie es der Zufall will stehen die schon morgens um halb zehn an der Rezeption. Im Schlepptau haben die noch Heikes Vater, der mit seinen stolzen 75 Lenzen auch die vier Woche mitgewandert ist. Und das ueber Paesse von ueber 5400 Metern – Alle Achtung ! Aber so einen pensionierten Bierbrauer haut so schnell nichts von den Socken.
Waehrend die drei sich heute von den Strapazen des Trekkings erholen sehe ich mir die Altstadt von Kathmandu an und laufe zum „Affentempel“ Swayambhu. Das ist ein nepalesischer Tempel im Westen der Stadt auf einem kleineren Berg. Er gehoert zum UNESCO Weltkulturerbe. Von dort hat man eine wunderschoene Sicht ueber die ganze Stadt. Der Legende nach soll im Kathmandu Tal frueher ein grosser See gewesen sein aus desssen Inneren sich der Berg emporhob. Swayambuhnat bedeutet auch soviel wie „selbst auferstanden“. Abends wird dann das Wiedersehen gebuehrend mit Tandoori Chicken und viel Everest-Bier gefeiert.

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31.10.2012 - 43. Tag Kathmandu – Pashupatinath und Boudhanath


Pashupatinath
Heute Vormittag fahren wir vier mit dem Taxi in den Osten Kathmandu’s. Da steht Nepals wichtigste Hndu-Tempelanlage „Pashupatinath“. Aehnlich wie in Varanasi ist es unter anderem eine Verbrennungsstaette der Hindu’s. Auch hier koennen wir heute live miterleben wie diese Rituale durchgefuehrt werden. Mit dem Unterschied dass kein Fotografierverbot besteht.
Boudhanath
Die Meereshoehen in Nepal variieren von 60 m ueber Normalnull bis zum hoechsten Punkt der Erde, dem Mt. Everest auf 8848 m. Und das alles auf einer Entfernung von nur 150 km, vom subtropischen Klima bis zum arktischen Klima. In Nepal gibt es 4 Orte des UNESCO Weltkulturerbes. Unter anderem auch der buddhistische Tempel von Boudhanath, eine grosse Stupa, etwa 6 km vom Zentrum entfernt. Die anderen 3 haben die schon besichtigt. Als mache ich mich auf die Socken und laufe dorthn. Vom Pashupathinath nur ne halbe Stunde entfernt. Boudhanat gehoert zu den wichtigsten Pilgerorten der Buddhisten. Frueher holten sich Pilger und Reisende hier den Segen ab bevor sie die gefaehrlich Reise durch die Berge des Hmalaya nach Tibet unternahmen, bzw. sie bedankten sich wenn sie sicher im kathmandu Tal angekommen sind. Jedenfalls eines der groessten und wichtigsten Monumente der buddhistischen Welt.

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01.11.2012 - 44. Tag Kathmandu – Durbar Square

Auch der Durbar Square in Kathmandu gehört zum Weltkulturerbe. Und den nehmen wir uns heute Vormittag vor. Es handelt sich eigentlich um eine grössere Anlage mit Tempeln und einem Palast. Von diesem aus regierten die früheren nepalesichen Könige. Das interessanteste an diesem Palast ist jedoch die KUMARA DEVI. Denn Nepal hat nicht nur hunderte von Gottheiten und Buddhas in Form von Statuen, Bildern und Symbolen sondern auch eine richtige lebende Göttin, eben die Kumara Devi. Sie ist ein junges Maedchen das im Gebaeude „Kumari Bahal“ lebt. Sie wird ausgewaehlt aus einer bestimmten Kaste der Gold- und Silberschmiede. Sie ist zwischen 4 Jahre alt und der Pubertaet. Wenn sie die erreicht hat wird sie durch eine neue ersetzt. Sie muss immerhin 32 physischen Voraussetzungen genuegen, wie z.B. Augenfarbe, Figur, Zaehne, Stimme . . . . . Durch eine spezielle rituelle Prozession wird sie unter mehreren Kandidatinnen ausgewaehlt. Nur wenige Male im Jahr kann man sie in der Oeffentlichkeit sehen, hauptsaechlich zum Intra Jatra Festival im September.
Am Nachmittag zeigt mir Manfred das Office der TIMS, der Trekkers Information Management System. Das ist die Behoerde, bei der man sich anmelden muss um in Nepal trekken zu duerfen. Er kennt sich als erfahrener Nepal Trekker hier bestens aus. Man benoetigt zum einen einen Ausweis fuers Trekking und zum anderen muss man noch die Gebuehr fuer das Trekking Gebiet bezahlen in dem man sich aufhaelt. Und das wird in meinem Fall das Langtang Valley sein. Heute ist zum Glueck nicht besonders viel los und ich habe das Procedere in 20 Minuten hinter mir. Das kann auch schon mal 2-3 Stunden dauern wenn sich die Touries hier die Klinke in die Hand geben.

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02.11.2012 - 45. Tag Kathmandu – Trekking-Ausrüstung besorgen

Bisher war ich nur in warmen Gefilden und meist in kurzen Hosen unterwegs. Das wird sich in den naechsten 8-12 Tagen aendern. Denn dann geht’s in die Berge. Aber zum Anziehen habe ich noch nichts und auch keine Ausruestung. Aber hier in Kathmandu ist man natuerlich auf sowas bestens eingerichtet. Bestimmt jedes 4. Geschaeft hier ist ein Laden fuer Trekking Ausruestung. Hier im Stadtteil Thamel bekommt man wirklich alles. Und das zu guenstigen Preisen sofern man nicht unbedingt Wert auf Markenware legt. Mein Arbeitskollege Thomas P. der jedes Jahr hier ist hat mir den Kalapatthar Trekking Store seines Bekannten „Besh“ empfohlen. Der hat auch die meisten Sachen recht guenstig anzubieten. Ausserdem kann ich einen Schlafsack und Stoecke bei ihm leihen. Denn die brauche ich hinterher bestimmt nicht mehr, bzw. will ich danach nicht weiter mit mir rumschleppen muessen. Morgen früh geht’s los. Zunaechst mit dem Bus nach Dhunche und von dort aus in mehreren Tagen das Langtang Tal hinaufwandern. Uebernachten kann man in den Doerfern in sog. Lodges. Bin mal gespannt ob das klappt. Wenn die Zeit auch noch fuer den Helambu Trek reicht waere das nicht schlecht. Verlaufen kann man sich anscheinend nicht. Habe mir trotzdem noch ne gute Landkarte der Region besorgt. Es wird Zeit dass ich wieder etwas tue. Die letzten paar Tage waren Urlaub von der Reise. Das erste Mal dass ich weg bin und mehr als drei Naechte hintereinander im selben Bett geschlafen habe.
Heute abend muss ich auch meine Freunde Heike, Manfred und Eugen verabschieden. Denn die treten die Heimreise nach Deutschland an. Bin jetzt also wieder auf mich alleingestellt.

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03.11.2012 - 46. Tag Abenteuerliche Busfahrt von Kathmandu nach Dhunche

Bereits um 4:45 Uhr hiesst es Aufstehen. Der erste Bus nach dhunche geht um 5:30 Uhr. Der Bruder der Hotelbesitzerein faehrt mich zum entsprechenden Schalter am Busbahnhof. Ich kaufe ein Ticket und frage nochmal wann der Bus faehrt. „Eight-Thirty“ kommt die Antwort. Ja Wie ?! Ich dachte der faehrt jetzt !? Aber die ersten drei Busse heute frueh sind schon voll, ich muss warten. Dabei hatte mein Hotelier noch versichert dass man immer ein Ticket bekommt um diese Zeit. Die Alternative waere 7 Stunden Stehplatz oder aber auf dem Dach mitfahren – nee lieber nicht. Drei Stunden spaeter nach dem 2. Fruehstueck am Busbahnhof geht’s dann endlich los. Zu warten war kein Fehler denn schon bald ist der Bus vollgepackt mit Menschen und Gepaeck. Groessere Gepaeckstuecke werden auf das Dach verfrachtet. Und da oben drauf sitzen bestimmt auch nochmal gut 20 Personen. Die Kapazitaet des Busses ist weit ueberschritten, viel mehr geht nicht. Ausgenommen ein paar Mitfahrer die am Strassenrand aufgegabelt werden. Bis Dhunche sind es 150 km. Es muessen zwei Bergkaemme ueberwunden werden. Das Wort Berg bekommt hier in Nepal eine ganz andere Bedeutung. Stundenlang geht es in langsamen Tempo bergauf. Die Strasse ist meist unbefestigt und die steil abfallenden Haenge unesichert. Eine falsche Lenkbewegung des Fahrers und das war’s. Wenn ich den Abhang runterschaue wird mir Himmelangst. Die Landschaft ist mindestens genauso atemberaubend wie auf der Anfahrt von Indien nach Kathmandu. Die steilen Berghaenge sind uebersaeht mit Reisterassen. Der Reis steht jetzt nach Ende der Regenzeit kurz vor der Ernte. Das letzte Stueck vor Dhunche ist die Strasse dann so schlecht dass man nur noch mit einem Jeep, oder aber einem alten gelaendegaengigen Bus durchkommt. An einer Stelle ist sie die letzten Jahre drei mal weiter nach oben verlegt worden da sie in der Regenzeit immer weggespuelt wurde. Waehrend der Monsunzeit ist deshalb Dhunche von der Aussenwelt abgeschnitten. Kurz vor der Stadt werden unsere Permits (TIMS) kontrolliert und falls noch nicht in Kathmandu geschehen die Parkeintrittsgebuehr erhoben. Mit einem Franzosen, einem Nepalesen und dessen spanischer Freundin (alle im Bus) steigen wir im selben Guesthouse ab. Die Zmmer kosten hier nur 300 Rupees und mit dem Franzosen Maxime geteilt nur 150, also gerade mal 1,40 Euro. Dhunche liegt auf knapp 2000 Metern Hoehe und ist Ausgangspunkt fuer Trekkingtouren ins Langtang Valley oder nach Gosain Kund. Hier wird es nachts schon sehr kalt. Die Temperaturen liegen knapp ueber dem Gefrierpunkt.

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04.11.2012 - 47. Tag Langtang Valley – Von Dhunche zum Bamboo Lodge

Der erste Teil der Trekking Tour fuehrt ins Langtang Tal. Das liegt im gleichnamigen Nationalpark etwa 120 km noerdlich von Kathmandu nahe der Grenze zu Tibet. Das Tal ist etwa 20 km lang. Der reissende Gebirgsfluss „Langtang Khola“ wird von vier groesseren Gletschern gespeist. Aber ueber allem ragt mit 7227 Metern Hoehe der Langtang Lirung,, dessenn schneeweise Spitze man schon von weitem sehen kann. Die Klimazonen reichen von Subtropisch in den Taelern (da wachsen Bananen und Palmen), ueber Bergwaelder (2000-3000 m) und Sub-Alpiner Zone (3000-3600 m) bis hin zur Alpinen Zone. Im Nationalpark leben rote Panda’s, Himalaya-Schwarzbaeren, Schneeleoparden und Wildhunde.
Maxime der Franzose hat nur drei Tage Zeit fuer’s Trekking hier. Das ist natuerlich viel zu wenig. Also stehen wir um habl sechs auf und marschieren um halb sieben los. Das erste Stueck haben wir denselben Weg. Die beiden anderen machen den Gosain Kund Trek den ich spaeter in Angriff nehmen will. Doch schon nach 2 km lasse ich Maxime ziehen. Denn der legt ein Tempo vor als ob er in 3 Stunden den Everest erklimmen will. Ich lasse mir Zeit mit meinen 12 kg Gepaeck auf dem Ruecken. Nach 5 Stunden erreiche ich den Bergort „Thulo Shyaphru“ auf 2250 Metern Hoehe – Zeit fuer Mittagspause. Die aeltere Mama vom Yeti Guesthouse kocht mir ne Kanne Milchtee und einen Begetable Fried Rice zur Staerkung. Die Nachmittagsetappe fuehrt dann rein ins eigentliche Langtang Tal. Relativ viele Touries kommen mir entgegen, vor allem Franzosen. Einige koennen (oder wollen) den eigenen Rucksack nicht (mehr) tragen und nehmen dafuer die Dienste eines Traegers (Sherpa) in Anspruch. Wieder andere bauchen nen Guide da sie sich nicht trauen den Weg alleine zu finden. Und wieder andere benoetigen sowohl nen Guide als auch nen Sherpa. Das kann ins Geld gehen. Denn ein Guide kostet 1500 am Tag und ein Sherpa 1200 (15 Euro, 12 Euro). Noch brauche ich keinen von beiden. Denn tragen kann ich selbst und ne Wanderkarte lesen auch. Endstation fuer heute ist um 15:30 Uhr der Ort Bamboo Lodge und dort das Tibet Guesthouse. Ein Zimmer in einer Huette kostet 100 Rupees (1 Euro) und ne warme Dusche nochmals 100. Muss man extra bezahlen denn das muessen die Sherpa’s hochtragen (die muessen eigentlich alles hochtragen). Beheizt wird nur die Stube mit einem Holzofen. Da drin sitzen abends alle am Tisch, Touristen und die einheimische Familie. Heute bin ich der einzige Gast. Macht nichts, da kommen interessante Gespraeche mit den Nepalesen zustande. Die sind hier alle tibetischer Abstammung. Spaeter kommen dann doch noch vier Deutsche hereingeschneit.

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05.11.2012 - 48. Tag Langtang Valley – Vom Bamboo Lodge nach Langtang

Wieder um 6 aufstehen und Packen und um 6:30 Uhr ohne Fruehstueck abmarschieren. Denn heute muss ich 1500 Hoehenmeter bewaeltigen. Bis zum Lama Hotel bedeutet das erstmal zwei Stunden anstrengenden Fussmarsch mit Gepaeck. Leider geht’s nicht immer bergauf sondern auch wieder runter. Sprich es werden mehr Hoehenmeter. Das Fruehstueck habe ich mir dann redlich verdient. Aber ab jetzt verlaeuft die Strecke wenigstens stetig wenn auch manchmal steil bergauf. Weiter 2,5 Stunden spaeter dann Mittagspause in Ghodatabela auf knapp 3000 Metern. Ich glaube ich bin so ziemlich der Einzige (Bloede ?) der sein Gepaeckselber schleppt. Fast jeder Auslaender laeuft hier mit nem Sherpa herum. Und die armen Jungs muessen dann die 50 kg Kleiderschraenke der Tjouries auf dem Ruecken tragen. Sie spannen das Gepaeck nicht nur am Bauch fest sondern halten das alles noch mit einem Stirnband fest. Vor denen habe ich groessten Respekt. Ueberhaupt habe ich das Gefuehl dass Nepal fest in franzoesischer Hand liegt. Schaetze 70% der Trekker kommen aus unserem Nachbarland. Teilweise Gruppen von 15-20 Personen auf einmal. Und an denen muss man erstmal vorbeikommen. Weitere drei Stunden spaeter gegen 14 Uhr habe ich dann endlich das Tagesziel, den kleinen Gebirgsort Langtang erreicht. Wurde auch Zeit denn jetzt bin ich wirklich platt. Im ECO Guesthouse lasse ich mich nieder. Das haben die Deutschen gestern abend empfohlen. Ne heisse Dusche ist im Preis von 150 Rupees auch mit drin. Der Vortreil wenn man am fruehen Nachmittag ankommt ist der, dass man noch Waesche waschen und zum Trocknen in die Sonne haengen kann und dass die Solar-Dusche wirklich noch heiss ist. Hier in Langtang sind die Haeuser 24 Stunden mit Strom aus einer Wassermuehle versorgt. Im Vergleich zu gestern ist heute abend die Stube brechend voll. Drei Schweizer Geologie-Studenten die hier Klimamessungen betreiben, viele Einheimische und sogar ne 7-koepfige Thai-Reisegruppe aus Bangkok. Mit denen verstehe ich mich praechtig, nicht zuletzt wegen meiner (wenigen) Sprachkenntnisse. Zum Abendessen gibt’s „Dal Bhat“, das nepalesische Traditionsgericht. Das essen die Einheimischen jeden Tag. Es besteht aus gekochtem Reis, Bratkartoffeln, Linsensuppe und der Gewuerzmischung „Dal“. Das gute daran ist dass man es immer sehr schnell bekommt nach der Bestellung (immer vorraetig) und dass es Nachschlag gibt. Bestellt man jedoch ein exotisches Gericht von der Karte kann es schon mal ne Stunde dauern, da der mit Holz befeuerte Steinherd in der Kueche nur 2 Kochstellen hat.

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06.11.2012 - 49. Tag Langtang Valley – Kyanjing Gumba und Kyanjing Ri

Heute bleibt das Gepaeck im ECO Guesthouse denn auf dem Programm steht nur ne Tagestour, d.h. keine Schlepperei. Ds Ziel ist der hinterste Ort des Tales, Kyanjin Gumba. Alos 6:45 Fruehstueck und 7 Uhr Abmarsch, dabei habe ich nur den Foto, ne Wasserflasche und ne Packung Kekse. Nach zwei Stunden strammen Fussmarsches leicht bergauf ist der Ort dann auch schon erreicht. Und ein 2. Fruehsteuck ist faellig – Yakmilchtee mit Chapati. Yak ist eine Rinderart die in Zentralasien nur in hoeheren Gegenden vorkommt. Sie werden auch als Haustiere gehalten, in hoeheren Lagen leben sie wild.       Die Dimensionen des Himalaya Gebirges sind gigantisch. Denn Kyanjing Gumba liegt auf 3870 Metern Hoehe in einem tiefen Tal. Links und rechts ragen mehrere hundert Meter hohe Felswaende empor aus denen immer wieder Wasserfaelle senkrecht abstuerzen. Und die eigentlich wirklich hohen Berge, die sech- und sieben-Tausender ragen schneebedeckt hinter den Felswaenden empor. Hier ist eben alles zwei Nummern groesser als in den Alpen. Dazu der wolkenlose, stahlblaue Himmel und die Sonne die trotz der 4000 m Hoehe noch waermt. Grade auch wegen dieses Bilderbuchwetters sind Oktober und November die bese Reisezeit fuer Nepal.
Viel besonderes mehr als in Langtang zu sehen gibt es in Kyanjing Gumba nicht. Aber gleich neben dem Ort ist die „kleinere Erhebung“, der Kyanjing Ri. Der ist „nur“ 4773 Meter hoch und in 2-3 Stunden gut und relativ einfach zu besteigen. Ohne Gepaeck laeuft sich’s wirklich leichter und so bin ich schon in 1,5 Stunden oben. Nicht zuletzt wegen der Trekking-Stoecke die wirklich viel bringen. Muss jedoch aufpassen mit der Hoehe. Von meinem Startpunkt in Langtang auf 3400 m bis auf die 47773 m koennte man schon hoehenkrank werden. Deshalb immer langsam bergauf und sehr viel trinken (3-4 Liter pro Tag). Anzeichen der Hoehenkrankheit wie Schwindel oder Uebelkeit verspuere ich gluecklicherweise nicht. Jedenfalls ist die Aussicht hier oben grandios. Obwohl auf fast 5000 m Hoehe ueberragt der hoechste Berg hier, der Langtang Lirung mit seinen 7227 Metern alles. Der hat auch nen grossen Gletscher. Erklommen worden ist der Langtang Lirung noch nie !! Das liegt zum einen daran, dass er heilig ist und nicht bestiegen werden darf und zum anderen daran, dass es extrem gefaehrlich ist. Direkt vor meinem ECO Guesthouse wurde ein Natursteindenkmal fuer eine gescheiterte Expedition mit mehreren Toten 1992 errichtet. Der letzte missglueckte Versuch war erst vor 3 Jahren. Auch da gab es einen toten Bergsteiger zu beklagen.
Neben dem Langtang Lirung stehen hier noch einige sechs- und 5-Tausender herum. Da ich nicht Gefahr laufen will, hoehenkrank zu werden halte ich mich nur 20 Minuten am Gipfel auf. Der Rueckweg ins Tal ist in einer Stunde dann auch erledigt. Und nach weiteren zwei Stunden binich am fruehen Nachmittag dann wieder „zuhause“ im ECO Guesthouse in Langtang.

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07.11.2012 - 50. Tag Langtang Valley – Von Langtang nach Thulo Shyaphru

Heute geht’s wieder das Langtang Tal hinunter. Und zwar auf demselben Weg wie vorgestern hinauf. Um das Tagesziel in Thulo Shyaphru zu erreichen heisst das wieder mal um 6 aufstehen, 6:30 Uhr Fruehstueck und um 7 Abmarsch. Habe mich an die Oesterreicherin Ines und ihren nepalesischen Guide gehaengt die denselben Weg haben. Die waren auch im ECO Guesthouse untergebracht. Troedeln koennen wir nicht denn die Strecke muss in 8-9 Stunden weit vor Anbruch der Dunkelheit bewaeltigt sein. Zwei Stunden vor dem Ziel trennen wir uns, da die beiden nach Shyaphru Besi ins Tal muessen und morgen zurueck nach Kathmandu fahren. Ich aber will noch den Anschluss-Trek nach Gosain Kund und Helambu in Angriff nehmen. Talabwaerts kommen wieder viele Sherpa’s entgegen. Deren Leistung kann man nicht oft genug erwaehnen. Einer kommt mit nem 5 Meter langen Ofenrohr entgegen und ne Minute spaeter sein Kollege mit dem schweren Eisenofen auf dem Ruecken. Feste Schuhe koennen die sich nicht leisten, sie tragen ihre Last mit Flip-Flops!
Um 15:30 Uhr komme ich dann endlich in Thulo Shyaphru mit gluehenden Oberschenkeln an. Die Etappe haette man auch auf 2 Tage verteilen koennen. Vom Hotel „Langtang View“ bekomme ich ein Zimmer sogar fuer umsonst, vorausgesetzt ich lasse dort das Geld fuer Essen und Trinken liegen – das gibt’s auch nur hier. Abends sitzt man mit der Familie zusammen im Wohnzimmer. Die haben sogar Satellitenfernsehen mit 70 Programmen. Und was laeuft ?   Natuerlich indische Bollywood-Filme. Das verstehen die hier sehr gut. Denn Nepali und Hindi ist fast dieselbe Sprache.

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08.11.2012 - 51. Tag Gosain Kund Trek – Von Thulo Shyaphru nach Laurebesi

Wie fast jeden Tag so auch heute um 6 Uhr aufstehen und gleich nach dem Fruehstueck mit Sack und Pack weiterziehen. Ne anstrengende Etappe steht bevor. Bis zum Nachmittag will ich den Gebirgsort Laurebesi erreichen. Das heist ich muss heute 1700 Hoehenmeter bewaeltigen, denn Laurebesi liegt auf 3900 Metern Hoehe und ist schon Teil des 2. Treks den ich mir vorgenommen habe. Die ersten 2,5 Stunden sind die anstrengensten. Da geht’s die ersten 1000 Hoehenmeter immer nur bergauf. Ausserdem habe ich mich ein paar mal „verfranzt“ und den Weg nicht mehr gefunden. Immer dann wenn man aus dem Wald rauskommt und auf ne Siedlung von Huetten stoesst teilen sich die Wege. Da hilft es nur die Einheimischen zu fragen. Irgendwo laueft immer einer rum. Um halb elf dann Zwischenhalt und 2. Fruehstueck in Shin Gumba auf 3300 Metern. Mit der Hoehe habe ich (noch) keine Probleme. Auch 2 Stunden spaeter in Laurebesi geht’s mir noch bestens. Man muss halt langsam aufsteigen und vor allem viel trinken (aber keinen Alkohol !!). Laurebesi ist ein kleiner Ort und besteht nur aus 4-5 Natursteinhaeusern oder Huetten die alle Bergwanderern Unterkunft bieten. Von hier oben hat man ne grandiose Aussicht auf die Bergwelt Nepals und die nicht weit entfernten Siebentausender in Tibet. Die ganz hohen Achttausender sieht man von hier leider nicht. Aber auch der Langtang Lirung liegt schoen zu Fuessen. Leider zieht es am Abend zu sodass man die schneebedeckten Berge beim Sonnenuntergang nicht rotgluehend sieht wie tags zuvor. Nachts wird’s hier oben bitterkalt. In den Bretterbuden faellt die Temperatur unter den Gefrierpunkt. Da hilft es nur die Fluessigkeiten und die Klamotten fuer den naechsten Tag mit in den Schlafsack zu packen damit nichts einfriert oder zu kalt wird. Auch die Freitzeitklamotten, Socken und vor allem die Muetze sollte man nachts anbehalten um nicht zu erfrieren. Bis zum Ins-Bett-Gehen sitzen Touries und Einheimische zusammen um den Holzofen in der Gaststube um sich aufzuwaermen.

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09.11.2012 - 52. Tag Gosain Kund Trek – Von Laurebesi nach Thadepati

Habe letzte Nacht kaum geschlafen. In dem unbeheizten Zimmer (Bretterbude) war es arschkalt. Das Eis ist an die Fenster gefroren. Trotz des -20 Grad Schlafsackes und der zusaetzlichen Decke und aller Klamotten die ich anhatte hat es mich gefroren. Nichtsdestotrotz steht heute die „Koenigsetappe“ auf dem Programm. Also wieder wie gehabt um 6 raus aus der Falle (schlafen konnte ich eh nicht) , zusammenpacken, fruehstuecken und los. Der Nebel von gestern Abend ist weg und die Sicht auf die Berge phaenomenal. Die ersten drei Stunden geht’s fast nur bergauf. Zunaechst am Gebirgsort Gosain Kund vorbei. Das liegt auf 4380 Metern Hoehe an einem heiligen See. Dort werden alljaehrlich im August hinduistische Feste abgehalten. Bis zu 20000 Pilger baden dann am Vollmondfest im See. Aber auch den Buddhisten ist der See heilig. Bis August kann ich natuerlich nicht warten. Die Zeit draengt, ich muss ueber den 4610 Meter hohen Laurebina Pass. Wie vorgestern habe ich mit der Hoehe keine Probleme. Ansonsten haette ich umdrehen muessen. Das passiert vielen hier. Der Abstieg hinter dem Pass fuehrt ueber kilometerlange Stein- und Geroellfelder, ein schnelles Vorankommen ist nicht moeglich. In den Taelern haengt schon der Nebel. Ueber Phedi (3730 m) und Ghopte (3430 m) fuehrt der Trek dann wieder bergauf ueber die Waldgrenze nach Thadepati das auf 3690 Metern liegt. Ankunft endlich um 15:30 Uhr, wird auch Zeit denn in zwei Stunden geht die Sonne unter. Laut Reisefuehrer ist die heute zurueckgelegte Strecke in zwei Etappen aufzuteilen. Entsprechend platt bin ich auch.

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10.11.2012 - 53. Tag Gosain Kund Trek – Von Thadepati über Gyalthung nach Kathmandu

Die heutige Etappe verspricht nicht so anstrengend zu werden denn es geht fast stetig bergab. Von den 3690 Hoehenmeter auf Thedapati runter auf etwa 1500 Hoehenmeter. Am Morgen ist es hier oben mindestens genauso kalt wie gestern in Laurebesi. Alles ist weiss vom Reif. Die morgendliche Dusche faellt auch heute aus denn warmes Wasser gibt’s nicht und das kalte ist in die Eimer gefroren. Und wer will sich schon unter Null Grad kaltes Wasser stellen. Selbst das Haendewaschen faellt schwer. Nach dem Fruehstueck mit Omlett, Chapati und 2 Tassen Yak-Milchtee trete ich um sieben den langen Abstieg an. Endlich, fast ohne Pause um 12:30 Uhr erreiche ich das Bergdorf Golphu Bhanjyang auf 2130 Metern Hoehe. Man sagte mir gestern dass von dort taeglich Busse zurueck nach Kathmandu fahren. Aber der letzte fuer heute ist schon weg. Und der naechste geht morgen frueh um 07:30 Uhr. Aber weiter talabwaerts in Gyalthung faehrt noch einer um 14 Uhr. Aber das sind etwa 2 Stunden weiterer Fussmarsch von hier. Das koennte knapp werden. Also beeile ich mich und lege die beiden letzten Kilometer halb im Laufschritt mit Gepaeck auf dem Ruecken zurueck. Letzte Biegung vor Gyalthung und da steht der Bus schon und will grade abfahren. Auf mein Rufen haelt er nochmal an und ich steige ein.   Sieben Stunden Fussmarsch und den letzten Bus in letzter Sekunde erreicht – wenn das mal kein gutes Timing war! Im Endeffekt hat die Etappe dann doch nicht gehalten was sie versprochen hat, naemlich nicht anstrengend zu werden. Aber ich hab’s ja selbst so gewollt.   Fuenf Stunden spaeter bin ich dann wieder zurueck in Kathmandu.

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11.11.2012 - 54. Tag Ruhetag

Nach der doch etwas stressigen und anstrengenden Trekking-Woche (hab es ja selbst so gewollt) ist heute ein Ruhetag dringend nötig. Habe extremen Muskelkater in den Oberschenkeln und den Waden. Komme daher wie ein alter Opa. In Sachen Tibet gibt es nichts neues – vor 20. November geht da gar nichts, d.h. es ist fuer Auslaender immer noch nicht offen. Habe mich deshalb heute mal ueber Fluege von Kathmandu nach Chengdu in China erkundigt. Und wo die chinesische Botschaft hier ist weiss ich jetzt auch. Denn wenn ich Tibet „ueberfliegen“ und direkt nach China kommen will benoetige ich natuerlich noch ein Visum. Aber heute ist Sonntag. Da geht nichts. Werde das morgen frueh in Angriff nehmen. Am Nachmittag bin ich dann nochmals zum Durbar Square „runtergetigert“. Da ist immer was los. Habe noch ne Dauerkarte und muss keinen Eintritt mehr bezahlen. Nachdem ich vorige Nacht im Tibet Guesthouse war bin ich heute wieder rueber ins Sunrise Cottage, die waren gestern ausgebucht. Dort war ich vor dem Trekking schon. Ist ne kleinere Unterkunft und sehr viel familiaerer als das sehr grosse Tibet GH.

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12.11.2012 - 55. Tag Chinavisum beantragen

Nachdem die Lage in Tibet unveraendert schlecht ist (die Chinesen lassen immer noch keine Auslaender rein) muss ich umplanen. Also werde ich in den sauren Apfel beissen muessen und nochmals nen kurzen Flug einlegen. Und zwar von Kathmandu ueber Tibet hinweg nach Chengdu im Kanton Sichuan in China. Der Flug mit China Airlines geht um Freitag Mittag 13:20 Uhr. Ne Reservierung brauche ich denn sonst bekomme ich kein Visum fuer China. Die Botschaft China’s ist nicht weit von Thamel entfernt. Man kann in 15 Minuten zu Fuss hingehen. Gegenueber ist ein Office das die Visaformalitaeten erledigt. Habe alle noetigen Unterlagen dabei (Pass, Passkopie, Nepalvisumkopie, Flugbestaetigung, Passbild und die 50 US$ Gebuehr). Das Ausfuellen des Formulars ist in 15 Minuten erledigt. Die Jungs im Office bestaetigen mir, dass die Angelegenheit in 4 Werktagen vollzogen ist. D.h. ich kann am Donnerstag um 10:30 Uhr meinen Pass mit Chinavisum wieder abholen – hoffentlich!
Abends treffe ich mich mit Daniel aus Madrid. Den habe ich beim Trekking in Laurebina getroffen. Der ist auch alleine unterwegs und fliegt am Samstag wieder zurueck. Gegen spaeter ziehen wir uns bei ein paar Bierchen nepalesische Lifemusik, teil Karaoke, rein. Die Musik aehnelt der indischen und klingt etwas schraeg, also sehr gewoehnungsbeduerftig. Aber mit steigendem Bierkonsum dann doch belustigend zu ertragen.

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13.11.2012 - 56. Tag Bhaktapur

Bhaktapur die kulturelle Hauptstadt Nepals liegt nur etwa 20 km oestlich von Kathmandu und ist das Ziel des heutigen Tages. Der Nepalese Rajesh der ein guter Bekannter meiner deutschen Freunde ist die ich vorige Woche getroffen habe, hat mir angeboten, die Stadt zu zeigen. Er wohnt nur ein paar km entfernt in einem kleineren Dorf. Am Vormittag holt er mich in Kathmandu ab und wir fahren mit dem Bus raus aus der Stadt. Die Geschichte Bhaktapurs reicht zurueck ins 8. Jahrhundert und war Hauptstadt Nepals vom 12. bis zum 15. Jahrhundert. Sie wurde bekannt durch die Kunst der Toepferei (kann man heute noch live ansehen) und Handwerksarbeiten. Vor allem die Schnitzereien in den Tempeln sind sehenswert. In der Stadt leben Hndu’s und Buddhisten in religioeser Harmonie nebeneinander. Die alte, historische Innenstadt besteht aus einer Ansammlung von Pagoden, Terrakotta-Tempeln, Stupas, Stadttoren und Palaesten die zwischen alten historischen Haeusern liegen – sieht sehr eindrucksvoll aus. Natuerlich gehoert auch Bhaktapur zum Weltkulturerbe. Zu Mittag gibt es heute „Momo“, ein nepalesisches Nationalgericht. Das sind halbmondfoermige Teigtaschen in Daumengroesse, gefuellt mit Fleisch oder Gemuese. Wir Schwaben wuerden sie mit nepalesischen Maultaschen bezeichnen.

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14.11.2012 - 57. Tag Happy Diwali

Nepal ist das einzige hinduistische Koenigreich der Welt. Dieser Tage feiern die Hindu’s in Nepal und Indien das Diwali Fest. Es findet alljaehrlich im November zur Vollmondzeit statt und wird gefeiert mit hellerleuchteten Lichtern, Geschenken und Feuerwerk. Grund ist den Gott des Lichtes und des Reichtums, Lakshmi willkommen zu heissen und zu eheren. Das Fest geht ueber 5 Tage. Jeder Tag hat eine andere Bedeutung. Der erste Tag ist den Kuehen gewidmet denn es wird geglaubt, dass Lakshmi in Kuehen lebt. Deshalb werden an diesem Tag speziell die Kuehe gefuettert. Der zweite Tag wird den Hunden gewidmet und wird mit der Zubereitung von koestlichem Essen gefeiert. Am dritten Tag werden ueberall Lampen und Lichter(ketten) aufgehaengt und alle Haeuser von aussen beleuchtet. Ausserdem wird „geboellert“ was das Zeug haelt. Der vierte Tag wird dann dem Hindu Gott des Todes, Yamaraj, gewidmet. Er wird fuer ein langes Leben angebetet. Am fuenfte und letzte Tag feiert dann die ganz Familie zusammen „Bhai Puja“, d.h. Brueder und Schwestern treffen sich um sich gegenseitig Gesundheit, Wohlstand und ein langes Leben zu wuenschen. Deswegen weil an diesem Tag der Gott Yamaraj sich wieder mit seiner Schwester Yami versoehnt hat.
Rajesh hat mich eingeladen, das Fest mit seiner Familie zu verbringen. Das Angebot nehme ich natuerlich gerne an. Er wohnt in dem kleineren Ort Jhaunkhel nur 20 Gehminuten von Bhaktapur entfernt. Tagsueber passiert nicht viel. Es ist Feiertag, die Frauen bereiten Essen vor und die Maenner haengen etwas herum, besuchen die Nachbarn, Trinken Tee und reden viel. Deshalb laufen wir mit zwei seiner Kumpels zur Changunarayan Hindu-Tempelanlage auf einem nahe gelegenen Huegel rauf. Der Schrein ist Lord Visnu gewidment und wird entsprechend von den Hindu’s verehrt. Der Tempel stammt aus dem 5. Jahrhundert und gilt als aeltester in Nepal. Danach setzen wir uns in eine um die Ecke liegende Kneipe und trinken Chhang, nepalesisches Bier. Das ist im Prinzip fermentierter Reis, also Reismost. Das sieht man schon an der weisslichen Farbe und schmecken tut es auch aehnlich wie Apfelmost. Und wenn man genug getrunken hat steigt es einem auch in den Kopf.
Jeden Abend steigt dann immer die Party auf der Strasse. Da wird das Rolltor des Dorfladens hochgeschoben und die Boxen werden auf den Verkaufstisch gestellt. Verstaerker und mp3 Player drangehaengt und schon kann’s losgehen. Ein gruener Laserblitzer sorgt fuer Discostimmung. Die Musik ist bunt gemischt aus westlichem Pop, nepalesischer und indischer Volklore- und Popmusik. Je nachdem was grade laeuft tanzt jung oder alt auf der Strasse. Sogar die allerkleinsten Dreikaesehoch mimen schon Michael Jackson nach.

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15.11.2012 - 58. Tag China-Visum abholen

Verabschiede mich heute frueh von meinen neuen Nepali-Freunden, speziell Rajesh, und fahre mit dem Bus zurueck nach Kathmandu. Denn mein Pass liegt jetzt hoffentlich bereit zur Abholung. Darf nicht zu spaet sein, denn wegen des Feiertags ist das Office nur eine Stunde offen. Und tatsaechlich ist das Visum wie erhofft fertig. Wenn schon nicht Tibet, dann lassen mich die Chinesen wenigstens in den Rest ihres Landes. D.h. ab heute kann ich mich intensiver mit den beiden chinesischen Kantonen Sichuan und Yunnan befassen. Verbringe deshalb den Vormittag in einem Cafe um mich mit diesen beiden Kapiteln des China Reisefuehrers zu befassen. Am Nachmittag „tigere“ ich nochmals zum Durbar Square runter um mich auf eine der Treppen eines Tempels zu sonnen. Das war’s dann auch schon mit diesem ereignislosen Reisetag, besser gesagt Ruhetag.

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16.11.2012 - 59. Tag Von Kathmandu nach Chengdu

Heute heisst es zum letzten Mal „Namaste Nepal“ – „Hallo Nepal“. Das naechste Land, China, wartet schon auf mich. Morgen’s nochmal ausgiebig fruehstuecken in einer der vielen Baeckereien im Touristenviertel Thamel in Kathmandu. Die Backstuben hier bieten fast dasselbe Sortiment wie die unsrigen: Croissants, Baguette, „suesse Stueckle“ und sogar Schwarzbrot. Wer weiss wann ich das zum naechsten Mal wiederbekommen werde. Dazu ne Kannen frischen Milchkaffee. Danach fruehzeitig auschecken im Tibet Guesthouse und fuer 500 Rupees mit dem Taxi zum Airport. Fruehzeitig deshalb weil der relativ kleine internationale Flughafen in Kathmandu in der Hochsaison (also jetzt) dem Touristenansturm nicht ganz gewachsen standhaelt und aus allen Naehten platzt. Die erste Warteschlange schon vor dem Haupteingang, die zweite vor der Gepaeckkontrolle und die dritte und laengste (ca. 1 Stunde) vor der Immigration. Die vierte und letzte am Security Check ist dann wieder etwas kuerzer. Wenn ich schon nicht mit dem Bus ueber Tibet nach China reisen kann (Tibet ist derzeit gesperrt fuer Auslaender) dann darf es wenigstens in der Luft ein Air-Bus A319 mit Air China sein. Im Flieger sitzen fast ausnahmslos Chinesen. Habe ausser mir nur eine Handvoll Nichtschlitzaugen gesehen. Die naechsten 2-3 Wochen werden sprachlich schwierig werden. Denn die Chinesen koennen kein englisch sprechen und mein chinesischer Wortschatz von einst 5 Worten ist mittlerweile auf 2 Worte geschrumpft: „NI-HAU => Hallo“ und „SHI-SHE => Danke“. Mal sehen wie weit ich damit komme. Ansonsten muss die Gebaerdensprache und mein Bildwoerterbuch „Point-It“ herhalten. Schon allein deshalb habe ich im Vorfeld das „SIM’s Cozy Garden Hostel“ in Chengdu reserviert. Die haben mir auch gleich nen Abholservice vom Flugplatz angeboten was ich natuerlich dankend angenommen habe. Mal sehen ob das klappt !?
Kathmandu liegt auf 1300 m Hoehe. Rgsherum tuermen sich die hohen Berge des Himalaya. Und so dreht der A319 nach dem Start erstmal ne Schleife ueber der Stadt und schraubt sich in die Hoehe. Das ist auch dringend noetig weil wir ueber das Gebirge muessen bzw. dran vorbeifliegen. Das Highlight des Fluges ist natuerlich der Mt. Everest, mit 8850 Metern hoechster Berg der Welt. Der liegt zum Greifen nahe auf dem Praesentierteller, nur etwa 20 km entfernt. Den lassen wir links liegen (drueber fliegen wird schwierig). Fehlt nur noch ein Everest-Bier zur Begruessung. Gut dass ich einen Platz auf der linken Seite des Airbus gebucht habe. Rechts neben dem Everest den der Lhotse mit 8414 Metern auch nicht grade klein. Hinter den ganz Hohen faengt dann auch schon die tibetische Hochebene an. Selbst Lhasa die eigentliche Residenz und Heimat des Dalai Lama kann man im Vorbeiflug gut erkennen.Mir blutet das Herz wenn ich von oben sehe was ich versaeumen werde. Anderthalb Stunden spaeter dann Landung in Chengdu, der Hauptstadt des Kantons Sichuan in China. Die Einreiseformalitaeten verlaufen reibungslos und auch der Abholservice mit dem Schild „SIM’s Cozy“ wartet schon auf mich. Eine halbe Stunde spaeter setzt er mich im Hostel ab.

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